Insolvenz Bei Quelle hat die Schnäppchenjagd begonnen

55 Euro statt 3200 für eine Möbelgarnitur: Das insolvente Versandhaus verscherbelt seine Ware übers Internet. Die entlassenen Mitarbeiter werden psychologisch betreut.

Alles muss raus: Quelle will mit den Erlösen des Ausverkaufs die verbliebenen Mitarbeiter bezahlen

Alles muss raus: Quelle will mit den Erlösen des Ausverkaufs die verbliebenen Mitarbeiter bezahlen

Die insolvente Quelle verscherbelt ihre restliche Ware jetzt im Internet. Nur 55 Euro anstatt 3200 Euro sollte etwa eine dreiteilige Möbelgarnitur auf der Internetseite des Fürther Versandhauses am Freitag kosten. Viele andere Produkte sind ebenfalls herabgesetzt, Damenkleider, Armbanduhren oder Waschmaschinen kosten teils nur noch die Hälfte.

Quelle wird abgewickelt, mehrere tausend Mitarbeiter verlieren ihren Job. Mit den Erlösen aus dem Ausverkauf hofft der Insolvenzverwalter, diejenigen Beschäftigten bezahlen zu können, die für die Abwicklung noch einige Wochen lang gebraucht werden. Insgesamt sollen 18 Millionen Warenteile verkauft werden. Ein Hinweis auf den Zusammenbruch des Unternehmens fand sich auf der Internet-Seite von Quelle auch am Freitag nicht.

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Die Bundesagentur für Arbeit will die gekündigten Mitarbeiter von Montag an in einer eigenen Außenstelle im Quelle-Versandzentrum in Nürnberg beraten. Schon am Freitag waren die Auszubildenden dran: Rund 150 junge Leute wurden über offene Stellen und Leistungsansprüche informiert. Zumindest für die Auszubildenden gibt es Perspektiven: So will der Handelskonzern Metro bis zu 50 jungen Menschen die Fortführung ihrer Ausbildung anbieten. Auch der zum Otto-Konzern gehörende Baur-Versand im oberfränkischen Burgkunstadt kündigte an, Quelle-Azubis zu übernehmen.

Für den erwarteten Ansturm von Arbeitslosen ab Montag hat sich die Nürnberger Arbeitsagentur gerüstet. Rund 150 Behördenmitarbeiter aus ganz Bayern seien zusammengezogen worden, um sich um die Anträge der Betroffenen zu kümmern. Auch Psychologen seien im Einsatz. Bislang hätten 850 Quelle-Mitarbeiter ihre Kündigung in der Hand; sie sollen gleich am Montag betreut werden.

Hoffnung gibt es einem Medienbericht zufolge für die Beschäftigten in hunderten Quelle-Shops. Der Interessenverband der Quelle-Shop-Inhaber bemüht sich um einen Fortbestand der Läden in Eigenregie. Er habe mit Branchenkennern einen Einkaufsring gegründet und beim Handelsregister angemeldet, sagte der Verbands-Vorsitzende Detlef Stechert am Freitag dem Sender MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt. Das Interesse bei den Betreibern der bundesweit 1.500 Quelle-Shops sei riesig. 800 hätten sich bereits an ihn gewandt. Gerade auf dem dünn besiedelten Land seien die Geschäfte nötig.

In Essen beriet am Freitag die Karstadt-Tarifkommission, ob sie Verhandlungen mit Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg über einen weiteren Sanierungstarifvertrag aufnehmen wird. Der Insolvenzverwalter  führte am Freitag die Bemühungen um den Verkauf der einzelnen Unternehmensteile bei Quelle weiter. Laut seinem Sprecher Thomas Schulz wird die Zahl der Interessenten dafür ständig größer. Zu den "Filetstücken" zählen das Quelle-Auslandsgeschäft, die Callcenter, der Technische Kundendienst Profectis und der Homeshopping-TV-Sender HSE24.

 
Leser-Kommentare
    • slaeck
    • 23.10.2009 um 18:53 Uhr

    bei welchem schmierenblatt bin ich jetzt hier gelandet? - da steht etwas von verscherbeln und schnäppchenjagd-hallo, gehts noch?- wie krank muß man als reporter sein um aus einem "gewinnspiel" eine ausschlachtung des unternehmens quelle zu machen - ich denke selbst wenn mehr als 10 bestellungen hierfür eingehen (denn dann entscheidet das los) und `tatsächlich` ganze 10 sets davon rausgehen, wird das diese firma nicht mehr oder weniger in den ruin treiben - was ihr hier verastaltet ist reine schlagzeilen show, das kannte man eigentlich von einem bunten boulevard blatt, aber falls ihr sowas nötig habt - bitte sehr

  1. 2. Also

    ich muss jetzt doch auch meckern. Der Journalist hat nicht recherchiert, was der vorige Schreiber schon angemerkt hat. Auf Schnäppchenjagd bin ich dann gleich auf die Seite von Quelle gegangen. Dieses sensationelle Angebot soll nur für 10 ! Bestellungen gelten.

    Alle anderen Produkte sind sogar teurer als anderswo, was wohl den Misserfolg der Firma erklärt. Web-Site nicht besonders gut gemacht. Warum darf ich nicht mal ran zum Artikelschreiben (recherchiere immer gründlich). Bei Interesse bitte anmailen. Ach so, eine dpa-Meldung, wer schreibt die denn?

    Ansonsten ist es natürlich hart für die Mitarbeiter, aber was kann man anderes erwarten? Habe selbst (gut bezahlt) bei einem Konzern gearbeitet, Mitspracherecht aber gleich null, Vorschläge durften so gut wie nicht gemacht werden. Da muss einer schon aus der richtigen Schicht kommen und auf der "Elite-Uni" in der Schweiz gewesen sein.

    Was dabei heraus kommt, sehen wir jeden Tag. Und die Pleiten sind noch nicht zu Ende. Die "psychologische Betreuung" braucht bald das ganze Volk. Kein Wunder, bei den hierarchischen Strukturen in Deutschland...

  2. Warum bedarf es vorsorglich ab kommenden Montag psychologischer Betreuung ehemaliger Quelle Mitarbeiter? Was unterscheidet diese von den sonstigen bundesweiten Arbeitslosen, die meines Erachtens viel eher psychologische Betreuung bedürften, wenn sie nämlich regelmäßig der unmenschlichen und unwürdigen Laune eines Sachbearbeiters ausgesetzt sind.
    So hässlich diese Tatsache auch klingen mag, aber die ehemaligen Quelle Mitarbeiter teilen immerhin das Gruppenschicksal und erhalten vergleichsweise ausreichend mediale Aufmerksamkeit, während manch ein übriger Arbeitsloser, wie ein Schmarotzer der Gesellschaft, sowohl von den Bürgern, als auch von einigen Mitarbeitern der Arbeitsagentur behandelt wird.

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