Unternehmenspleite Quelle-Aus ist "eine Riesen-Katastrophe"
Der Verkauf von Quelle ist gescheitert. Da sich kein Investor für das defizitäre Unternehmen gefunden hat, ist nach 82 Jahren Schluss. Bis zu 7500 Jobs gehen verloren.
Für das traditionsreiche Versandhaus Quelle gibt es keine Rettung mehr. Der geplante Verkauf der Versandhandelsgruppe Primondo, zu der Quelle gehört, sei gescheitert, sagte der Insolvenzverwalter des Mutterkonzerns Arcandor, Klaus Hubert Görg, am Montagabend.
Keiner der insgesamt vier Interessenten habe bis zum Montag ein Angebot abgegeben. "Nach intensiven Verhandlungen mit einer Vielzahl von Investoren sehen Insolvenzverwalter wie Gläubigerausschuss jetzt keine Alternative zur Abwicklung von Quelle Deutschland mehr", teilte Görg mit. Am Dienstagnachmittag soll die Belegschaft in Fürth informiert werden.
Quelle-Betriebsratschef Ernst Sindel reagierte schockiert auf das Aus. "Das ist für die betroffenen Menschen und ihre Familien eine Riesen-Katastrophe", sagte er am Dienstag. Bis zuletzt habe man sich das nicht vorstellen können, sagte Sindel. "Auch für die Region Nürnberg ist das eine einzige Katastrophe."
Sindel hatte im Gläubigerausschuss bis zuletzt um eine Lösung gerungen. "Ich habe nochmals alles probiert", sagte er. "Aber es ist aussichtslos. Obwohl ich nie aufgebe, mache ich mir jetzt keine Hoffnungen mehr."
Verlust von etwa 7500 Arbeitsplätzen
Insgesamt kann die Schließung rund 7500 Mitarbeitern den Job kosten, die genaue Zahl werde noch ermittelt. Für 2500 der 10.500 Beschäftigten war bereits zuvor ein Sozialplan ausgehandelt worden, 600 Angestellte hatten nach Angaben Görgs freiwillig gekündigt. Rund 1500 Stellen fallen direkt bei Quelle weg, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters.
Die übrigen Teile von Primondo sollen nun in Einzelteilen verkauft werden. Dazu gehören das Auslandsgeschäft von Quelle in der Schweiz, Österreich und Osteuropa, mehrere Spezialversender (Peter Hahn, Baby Walz) und der Einkaufssender HSE24.
Görg machte die gescheiterten Verhandlungen über den Verkauf von Forderungen ratenzahlender Kunden für das Aus für Quelle mitverantwortlich. "Der Versand- oder Distanzhandel funktioniert ohne solide finanzierte Ratenzahlungssysteme nicht", sagte Görgs Quelle-Beauftragter Jörg Nerlich.
- Datum 20.10.2009 - 09:32 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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Quelle konnte schon seit Jahren nicht mehr die Frage beantworten, welchen Mehrwert das Versandhaus im Internet-Zeitalter und gegenüber Konkurrenten wie ebay und amazon seinen Kunden bietet.
Gut, dass das Kapitel nun beendet wurde und nicht schon wieder Steuergelder für antiquierte Geschäftsmodelle aufgewendet wurden. Die Investoren wussten offenbar sehr genau, dass die 1500 Mitarbeiter zwar sehr kompetent aber eben im falschen Unternehmen waren.
Arcandor hat auch hier zu lange geschlafen...
Vielleicht sollte man hier mal differenzierter über das Aus von Quelle nachdenken?
Antiquirtes Geschäftsmodell? Quelle war einer der größten Internethändler Deutschlands.
Steuergelder? Welche Steuergelder? Es ging um Bürgschaften, aber die bekommen wohl lieber Autohersteller.
In der Tat liegt bei Arcandor eher ein Managementversagen vor, als dass es sich um ein Strukturproblem, wie in der Automobilbranche handelt. Demnach müsste Otto schließlich auch Verluste machen.
Jetzt droht mehreren tausend Angestellten die Arbeitslosigkeit - ich finde hier verbietet sich jeder Zynismus. Man muss vielmehr darüber nachdenken, ob die teilweise groß bewunderte Managerkaste in Deutschland das hält, was sie (von sich) selbst verspricht.
Im Internet hätte die Quelle von ihrer Infrastruktur her die besten Voraussetzungen gehabt, um sämtliche Konkurrenten anzuhängen.
Antiquiert ist allerdings das Konzept Warenhaus, wobei man selbst da bei der Quelle Abstriche machen muss. Quelle war im Bereich "weiße Ware" immer eine 1a-Adresse. Haushaltsgeräte der Quelle-Marke Privileg waren immer sehr gute und preisgünstige Ware. Das hatte sich selbst in den letzten Jahren, wo die Qualität vieler ehedem guter Marken durch China-Verlagerung der Fertigung den Bach runter gegangen war, nicht geändert. Die Quelle hätte sehr wohl eine Zukunft gehabt. Die jetzige Katastrophe ist durch Missmanagement entstanden.
Vielleicht sollte man hier mal differenzierter über das Aus von Quelle nachdenken?
Antiquirtes Geschäftsmodell? Quelle war einer der größten Internethändler Deutschlands.
Steuergelder? Welche Steuergelder? Es ging um Bürgschaften, aber die bekommen wohl lieber Autohersteller.
In der Tat liegt bei Arcandor eher ein Managementversagen vor, als dass es sich um ein Strukturproblem, wie in der Automobilbranche handelt. Demnach müsste Otto schließlich auch Verluste machen.
Jetzt droht mehreren tausend Angestellten die Arbeitslosigkeit - ich finde hier verbietet sich jeder Zynismus. Man muss vielmehr darüber nachdenken, ob die teilweise groß bewunderte Managerkaste in Deutschland das hält, was sie (von sich) selbst verspricht.
Im Internet hätte die Quelle von ihrer Infrastruktur her die besten Voraussetzungen gehabt, um sämtliche Konkurrenten anzuhängen.
Antiquiert ist allerdings das Konzept Warenhaus, wobei man selbst da bei der Quelle Abstriche machen muss. Quelle war im Bereich "weiße Ware" immer eine 1a-Adresse. Haushaltsgeräte der Quelle-Marke Privileg waren immer sehr gute und preisgünstige Ware. Das hatte sich selbst in den letzten Jahren, wo die Qualität vieler ehedem guter Marken durch China-Verlagerung der Fertigung den Bach runter gegangen war, nicht geändert. Die Quelle hätte sehr wohl eine Zukunft gehabt. Die jetzige Katastrophe ist durch Missmanagement entstanden.
Halt, der Herr Ministerpräsident hätte es doch retten können!
"Es bestehe die realistische Chance, dass Tausende von Arbeitsplätzen in Franken gerettet werden können, betonte Seehofer..."
Für diese dezidierte Rettungsanweisung und seinen anschließenden unermüdlichen, engagierten Einsatz verdient er wenigstens den letzten Quelle-Katalog in vergoldeter Ausgabe.
Seehofer hat sich mit seinem rettungsversuch laecherlich gemacht und marktwirtschaftliches Porzellan in der CSu zerschlagen. Eine gute Lehre fuer alle die, die denken, dass Populismus und staatlicher Bail-Out die Loesungen fuer alle Probleme von Unternehmen sein koennen.
Im Uebrigen kann ich mich nur dem #1 anschliessen.
Vielleicht sollte man hier mal differenzierter über das Aus von Quelle nachdenken?
Antiquirtes Geschäftsmodell? Quelle war einer der größten Internethändler Deutschlands.
Steuergelder? Welche Steuergelder? Es ging um Bürgschaften, aber die bekommen wohl lieber Autohersteller.
In der Tat liegt bei Arcandor eher ein Managementversagen vor, als dass es sich um ein Strukturproblem, wie in der Automobilbranche handelt. Demnach müsste Otto schließlich auch Verluste machen.
Jetzt droht mehreren tausend Angestellten die Arbeitslosigkeit - ich finde hier verbietet sich jeder Zynismus. Man muss vielmehr darüber nachdenken, ob die teilweise groß bewunderte Managerkaste in Deutschland das hält, was sie (von sich) selbst verspricht.
... wie Karstadt und Quelle, ein lausiges Sortiment anbietet, mit mental nicht vorhandenen Verkäufern agiert, überteuerte Handelsmarken als schick verkaufen will und wirkliche Marken durch einen negativen Imagetransfer entwertet, ist man schlicht und einfach überflüssig.
Bei allem Verständnis für die Mitarbeiter, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass kollektives Versagen Grund für die Pleite ist. Zu diesem Kollektiv gehört natürlich auch die selbstbezogene und untalentierte Konzernspitze, die nichts begriffen hat von dem, was den Kunden bewegt. Nichts hatte sich in den letzten Jahren geändert - am üblen Gesamteindruck innerhalb der Häuser, der Läden und in den Katalogen. Man hat bis heute nicht begriffen, dass das gesamte Vermarktungsmodell überkommen ist, die frühere Zielgruppe in der bekannten Form nicht mehr existiert. Von Einkaufserlebnis keine Spur - nur Trostlosigkeit und eine angebotsspezifisch mieserable Beratung des Kunden. Wer Waren derart minderwertig darstellt, darf sich nicht wundern, wenn die Kunden ausbleiben.
Aufgrund der offensichtlichen Lernunwilligkeit des Konzerns ist das nun folgende Ende längst überfällig und birgt vielleicht auch Chancen - für Neues, für die, die es besser können. Unter dem Strich bleibt zu sagen, dass jede Finanzhilfe nur Politik-/Wirtschaftskumpanei repräsentierte und nicht zielorientiert war. Es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn man bedenkt, wer zuletzt noch honoriert wurde - für nichts.
Das Sortiment von Quelle war manchmal etwas altbacken, unterschied sich im Wesentlichen jedoch nicht von den Angeboten seiner Konkurrenten - das Marketing war allerdings leider wirklich nicht mehr zeitgemäß. Anders gesagt, man kann mit dem richtigen Marketing den größten Schrott anbieten und das dann auch zu überhöhten Preisen - und die Preise von Quelle und auch von Karstadt waren i.d.R. nicht überhöht. Dass man das ein oder andere Produkt woanders billiger bekommt, dieses Spiel spielt der Verbraucher schon lange, an die Arbeitsplätze der netten VerkäuferInnen denkt da keiner.
Sehr ungerecht finde ich, hier von mental nicht vorhandenen VerkäuferInnen zu sprechen - ich bin gerade in den Karstadt-Häusern immer! kompetent und freundlich bedient worden. Sollten die Karstadt-Warenhäuser aus dem Stadtbild verschwinden, gibt es wieder ein Stück Einkaufskultur weniger - billiger geht natürlich immer.
Das Sortiment von Quelle war manchmal etwas altbacken, unterschied sich im Wesentlichen jedoch nicht von den Angeboten seiner Konkurrenten - das Marketing war allerdings leider wirklich nicht mehr zeitgemäß. Anders gesagt, man kann mit dem richtigen Marketing den größten Schrott anbieten und das dann auch zu überhöhten Preisen - und die Preise von Quelle und auch von Karstadt waren i.d.R. nicht überhöht. Dass man das ein oder andere Produkt woanders billiger bekommt, dieses Spiel spielt der Verbraucher schon lange, an die Arbeitsplätze der netten VerkäuferInnen denkt da keiner.
Sehr ungerecht finde ich, hier von mental nicht vorhandenen VerkäuferInnen zu sprechen - ich bin gerade in den Karstadt-Häusern immer! kompetent und freundlich bedient worden. Sollten die Karstadt-Warenhäuser aus dem Stadtbild verschwinden, gibt es wieder ein Stück Einkaufskultur weniger - billiger geht natürlich immer.
mit Frau Schickedanz - frei nach Schiller.
An der Quelle saß der Knabe,
Firmen band er sich zum Kranz,
und er sah sie fortgerissen,
treiben in der Börsen Tanz!
Und so flieht er seiner Taten
als die Quelle trocknet aus!
Und so schwindet seine Tugend,
wie Arcandors abgeriss'nes Haus.
wenn es in den Möglichkeitsbereich der Verantwortlichen käme diese Firmen in Eigenverantwortung zu führen. Anderlands geht das auch sehr gut.
Oder haben diese managenden Herrschaften Angst dann im traurigen Büßerhemdchen ihrer überkommenen Elitekaste dastehen zu müssen?
Es ist nunmal eine Tatsache, das wenn eine Kerze abgebrannt ist, es einer neuen bedarf!
Hier wurde doch eher der Docht herausgezogen.
Im Übrigen habe schon anno Dunnemals einige Dinge bei Quelle über BTX erworben. Die waren schon immer weit vorne dabei.
Nur für die "Aber-nur-das-Neuste-aus-der-Messe-Meute" ist das kein Argument. Amazonen und Kakadus haben ja das tolle neue Konzept aus Amiland.
Es ist eine Katastrophe für die gesamte Region. Das bitte ich doch zu bedenken.
Hier wurde doch eher der Docht herausgezogen.
Im Übrigen habe schon anno Dunnemals einige Dinge bei Quelle über BTX erworben. Die waren schon immer weit vorne dabei.
Nur für die "Aber-nur-das-Neuste-aus-der-Messe-Meute" ist das kein Argument. Amazonen und Kakadus haben ja das tolle neue Konzept aus Amiland.
Es ist eine Katastrophe für die gesamte Region. Das bitte ich doch zu bedenken.
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