Firmenpleite Post muss wegen Quelle-Aus Standorte schließen
Die Abwicklung des Versandhändlers Quelle hat auch Folgen für Mitarbeiter der Deutschen Post. Der wichtigste Auftraggeber – und damit rund 400 Arbeitsplätze – fallen weg.
Der Niedergang des Großkunden Quelle hinterlässt Spuren bei der Deutschen Post. Das Unternehmen muss die Standorte seiner Tochter DHL in Bochum, Lehrte und Nürnberg schließen. Rund 400 Mitarbeiter sind davon betroffen. Laut DHL-Sprecher Claus Korfmacher wurden sie bereits informiert.
Bislang arbeiteten rund 3000 DHL-Beschäftigte in der Logistik direkt für Quelle und dem einstigen Mutterkonzern Arcandor. Als dieser in die Insolvenz geriet, hatte die Post bereits rund 560 Stellen streichen müssen. Davon waren 240 DHL-Stellen bei der Karstadt-Logistik und 320 bei der Quelle-Logistik – an mehreren Standorten – betroffen.
Damit addiert sich die Zahl der von der Arcandor-Insolvenz und dem Quelle-Aus bisher direkt betroffenen DHL-Beschäftigten insgesamt auf 960, davon 720 Arbeitsplätze für Quelle.
Auch der Brief- und Paketbereich der Post hatte Aufträge für Arcandor und Quelle erledigt. Inwieweit die rund 1000 Post-Mitarbeiter dort betroffen sein werden, ist laut Korfmacher derzeit noch nicht absehbar.
Das Ende von Quelle trifft die Post zur Unzeit. Der Konzern kämpft bereits mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang im deutschen Briefgeschäft und mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Die Konjunkturerholung habe im Sommer nicht auf das Post-Geschäft durchgeschlagen, sagte Post-Vorstandschef Frank Appel: "Bisher können wir das in den Zahlen Juli, August noch nicht erkennen." Eine Trendwende sei nicht abzusehen. Der Konzern werde daher "sehr konsequent" die Kosten im Zaum halten.
Ungemach droht der Post auch in der Tarifauseinandersetzung mit der Gewerkschaft ver.di. Dabei droht ein Arbeitskampf in der umsatzträchtigen Vorweihnachtszeit. Zum Stand der Verhandlungen wollte Appel nichts sagen. Er sei aber optimistisch, dass es rechtzeitig zu einer Einigung kommen werde.
- Datum 22.10.2009 - 18:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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