Finanzkrise Ackermann plädiert für Kostenbeteiligung der BankenSeite 2/2
Ackermann wandte sich dagegen, Banken bereits lediglich wegen ihrer Größe als Gefahrenquellen zu betrachten und sie deshalb quasi vorsorglich zu zerschlagen. Die Größe allein dürfe nicht per se Kriterium für Systemrelevanz sein. Da Großbanken wichtig zur Finanzierung international aktiver Unternehmen seien, hätten sie zwar eine Existenzberechtigung, müssten aber im Notfall geordnet abgewickelt werden können. Anstatt der Größe sei entscheidend, wieviel Risiken eine Bank in ihren Büchern habe. Ein Institut mit viel Risiko sollte auch mehr Eigenkapital vorhalten müssen. Weltweit diskutieren Regierungen, Notenbanker und Aufseher derzeit über höhere Eigenkapitalanforderungen für Kreditinstitute und ein Auslaufen der Milliardenhilfen.
Der neue Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach sich auf der von Protesten Dutzender Lehman-Opfer und Studenten begleiteten Veranstaltung für ein schrittweises Ende der staatlichen Wirtschaftsprogramme aus. "Der Staat muss sich Zug um Zug aus der Konjunkturstützung zurückziehen." Es müsse wieder eine normale Wettbewerbssituation hergestellt werden. Gleichwohl warnte er genauso wie Bundesbank-Chef Weber davor zu glauben, die Krise sei bereits komplett ausgestanden. Weber mahnte eine zügige Vorbereitung des Ausstiegs aus den Krisenmaßnahmen an: "Wir der richtige Zeitpunkt verpasst, besteht die Gefahr, dass neue Verwerfungen entstehen."
Die in den letzten Wochen und Monaten zu beobachtende Stabilisierung bedeute noch keine Erholung – weder für die Finanzmärkte noch für die Konjunktur, mahnte Weber. "Wir müssen in diesem Punkt also wachsam bleiben und sämtliche Risiken im Auge behalten." Insbesondere dürfe die aus seiner Sicht dringend nötige Reform und Konsolidierung des deutschen Bankensektors nicht verpasst werden. Auch die Chance, eine umfassende neue Regulierung der Branche zu schaffen, dürfe nicht vertan werden.
- Datum 17.11.2009 - 07:04 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Kommentare 6
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Wieso soll ein künftiger Sicherungsfonds von Banken und dem Staat finanziert werden? Das ist Bankensache.
Und wieso überläßt man nonchalant die heutigen Kosten des Finanzraubzuges wie selbstverständlich dem Steuerzahler?
Und was soll das heißen, daß die DB bisher ohne Staatshilfe ausgekommen sei? Ist die Bad Bank der DB, die HRE, nicht mit staatlichen Riesensummen finanziert worde, zu Nutz und Frommen der DB?
Und das sind nur drei Fragen von vielen an die BankenRepublik Deutschland.
Es spricht ein Frosch aus dem Teich, der neulich erst kurz vor dem Austrocknen war und mit reichlich Staatshilfe nun ein Mindestniveau erreicht hat ... Es spricht auch ein einer, welcher seinen Geburtstag im Kanzleramt auf Staatskosten austragen lässt (ach stimmt ja, Frau Merkel ludt ja ein) ... und er spricht noch weiter, sieht sich gewiss auch als Opfer der ohnehin sehr behutsamen Regulierung (Schäublische Formulierung: "wir setzen auf Freiwilligkeit") seitens des Staates und bittet, doch von Zerschlagungen etwaiger Großbanken zukünftig abzusehen ... Systemrelevanz hinge ja nicht an der Größe, sondern ergebe sich aus den Büchern (welche in der Vergangenheit wohl niemand zu deuten wusste, oder hatte die HRE keine "Bücher"?).
Es ist mir wichtig, dass die Frösche in Deutschland sprechen dürfen, das ist ihr Recht ... doch gerade bei Banken erscheint es oft so, als hätten diese auch das Zepter in der Hand.
Der Staat soll gleich die Risiken für alle Unternehmen übernehmen.
Zur DeuBa ist noch zu sagen, dass sie ohne Staatshilfen in allergrössten Schwierigkeiten wäre. Die Staaten haben massenhaft Institute (AIG, IKB, etc) gestützt denen die DeuBa Milliarden geliehen hat. Das ist indirekte Staatshilfe an eine Bank, die unter Ackermann ihre wichtigste Kernkompetenz (die Bonitätsprüfung) grob vernachlässigt hatte.
Und dass der Staat "immer der letzte Aktionär bleiben wird" kann nur so verstanden werden, dass die Banken im Gunde genommen staatlich sind.
Alle zahlen brav ein, damit diejenigen, die hochriskant arbeiten, dann auch von denen aufgefangen werden müssen, die bislang solide wirtschaften. Auch eine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass alles so bleiben kann wie bisher - nur noch etwas besser - für die, die uns den Mist eingebrockt haben.
Herr Ackermann ist fürwahr kein Dummer - aber das macht ihn auch nicht integer.
Ach, Herr Ackermann, man rüstet schon für die nächste Krise?
Wie wäre es erstmal diese Krise zu überwinden und zeitgleich am Hauptgrund (den Banken und anderen Glücksspielern) etwas zu ändern, damit es zu keiner Krise mehr kommt?
Warum soll sich der Staat an so eine Fonds überhaupt beteiligen? Das ist Bankensache.
P.S.: Liebe Zeitredaktion,
ich weiß das durchschnittliche Mediengedächnis umfasst zwei Wochen, aber das zig Steuermilliarden an die Bankster geflossen sind hat wohl keiner vergessen.
Herr Ackermann vergleicht sich mit einem Fußballspieler der innerhalb der Spielregeln agiert. Er will Weltmeister werden und deshalb ist alles erlaubt, was der Schiedsrichter nicht sieht und nicht pfeift. Moral oder ähnliches spielen für ihn keine Rolle in dem großen Spiel "wer schüttet die höchsten Dividenden aus?"
Also ist bestimmt auch der Fall der franz. Nationalmannschaft für ihn o.k. (Handspiel und dadurch Tor für Frankreich und Ausscheiden von Irland).
Wer hat die Spielregeln der Kapitalmärkte gemacht und wer kann sie ändern?
Die, die durch diese Spielregeln gewinnen, tuen alles um die Politik zu überzeugen, daß die Spelregeln nicht geändert werden dürfen (sonst werden wir nicht Weltmeister).
Und die, die die Spielregeln ändern könnten, kriechen Menschen wie Hr. Ackermann noch irgenwo hin.
Wenn am Ende Millionen Deutsche ihre Spargroschen einbüssen oder ihre kleine Lebensversicherung abgewertet bekommen, dann rollen hoffentlich die richtigen Köpfe.....
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren