Jahresergebnis BayernLB rechnet mit Milliardenverlust

Die marode Tochter HGAA macht der BayernLB schwer zu schaffen: Die Landesbank erwartet für 2009 ein deutliches Minus. Neue Staatshilfen sollen dennoch nicht nötig sein.

Überraschend hoher Verlust für die BayernLB: Deutschlands zweitgrößte Bank teilte am Dienstag mit, für das laufende Jahr ein Minus in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro auszuweisen. Ursache seien faule Kredite und Wertberichtigungen bei der österreichischen Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA), welche seit 2007 zur BayernLB gehört.

Die HGAA leidet unter hohen Kreditausfälle in Osteuropa. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nimmt derzeit die Kreditrisiken genau unter die Lupe. Der BayernLB-Chef Michael Kemmer hatte zwar bereits vor einem hohen Verlust gewarnt. Dass die Kreditprüfer allerdings derartig hohe Belastungen finden würden, sei nicht abzusehen gewesen, teilte die Landesbank mit.

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Die marode HGAA erschwert damit den Sanierungskurs der BayernLB, die momentan eine Neuausrichtung vollzieht und bereits Tausende Arbeitsplätze abgebaut hat. Nach Milliardenverlusten in 2008 konnte das Institut zuletzt wieder einen Gewinn ausweisen. In den ersten neun Monaten hatte das Konzernergebnis vor Steuern 367 Millionen Euro betragen.

Dem steht jedoch eine deutlich erhöhte Risikovorsorge für faule Kredite gegenüber. In den letzten neun Monaten musste die BayernLB 1,29 Milliarden Euro dafür zurückstellen. Über die Hälfte davon entfielen auf die HGAA sowie die ungarische Bank MKB. Finanzkreisen zufolge wird sich die BayernLB auf Druck der EU-Kommission von beiden Töchtern trennen müssen. Auch andere Landesbanken haben mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen: Die größte Landesbank LBBW rechnet für 2009 erneut mit einem Verlust in Milliardenhöhe, Tausende Arbeitsplätze werden gestrichen. Ähnliches steht bei der auf Schiffs- und Immobilienfinanzierungen spezialisierten HSH Nordbank an.

Schon im Vorjahr hatte die BayernLB einen hohen Verlust hinnehmen müssen. Das Minus hatte sich damals auf insgesamt fünf Milliarden Euro belaufen. Das Institut verspekulierte sich am US-Hypothekenmarkt und wurde mit insgesamt zehn Milliarden Euro vom Freistaat Bayern vor dem Aus bewahrt. Diesmal soll jedoch keine staatliche Unterstützung fließen: Die nun nötige Kapitalerhöhung will die BayernLB eigenen Angaben zufolge selbst stemmen.

Die BayernLB hatte die HGAA-Mehrheit 2007 von Investoren und dem Land Kärnten übernommen. Im Hintergrund zog der inzwischen verstorbene Kärntner Regierungschef Jörg Haider die Fäden. Die Münchner hatten für etwas mehr als 50 Prozent der HGAA-Anteile 1,6 Milliarden Euro bezahlt. Durch zwei Finanzspritzen in Höhe von insgesamt 1,1 Milliarden Euro erhöhte sich der Anteil auf 67 Prozent.

Wegen der Übernahme ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft München gegen den damaligen BayernLB-Chef Werner Schmidt. Ihm wird vorgeworfen, zu viel Geld für die HGAA bezahlt und damit der BayernLB geschadet zu haben. Schmidt bestreitet die Vorwürfe, die Bank beruft sich auf Gutachten, die den Kaufpreis rechtfertigen.

 
Leser-Kommentare
  1. Kaum ein Tag, an dem nicht irgendwelche FLOP-BONI-manager in SPIELbank-manier Gelder der Kapitalanleger, Aktionäre und Steuerzahler VERZOCKEN.

    Da die AUFSICHTsräte und die BundesfinanzAUFSICHT massiv versagt, scheint es erforderlich zu sein, eine andere wirksame Art der AufSICHT zu installieren.

    Wirksam scheint vermutlich nur eine öffentliche AufSICHT a´la Big Brother mit "Web-Cam´s" - jeweils täglich 24 Stunden - als Prävention zu sein, um die FLOP-BONI-manager ins Benehmen zu setzen.

    Dann ist zumindest eine AufSICHT vorhanden, welche die FLOP-BONI-manager auch beaufsichtigt.

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