Emirat Katar Deutsche Bahn unterzeichnet Milliardenprojekt
Die Deutsche Bahn soll in Katar ein Schienennetz aufbauen. Insgesamt 17 Milliarden Euro will das Emirat in das Projekt investieren.
Die Deutsche Bahn hat auf ihrem Expansionskurs eine weitere wichtige Hürde genommen. Konzernchef Rüdiger Grube unterzeichnete am Sonntag in Katar den größten Auftrag in der Geschichte des Unternehmens. Die Staats-Firma soll zusammen mit der deutschen Bauindustrie für etwa 17 Milliarden Euro ein Schienennetz für den Personen- und Güterverkehr im Emirat am Golf aufbauen.
In Anwesenheit von Katars Regierungschef Scheich Al Tani und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer besiegelte Grube den Vertrag zur Gründung der Qatar Railways Developement Company, an der die Bahn mit 49 und die katarische Staatsfirma Qatari Diar mit 51 Prozent beteiligt sind. Katar gilt als eines der reichsten Länder der Welt.
Das gesamte Projekt soll im Jahr 2026 abgeschlossen sein. Der größte Teil des Bahnnetzes soll aber bereits vier Jahre früher stehen. Katar hofft darauf, im Jahr 2022 Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft zu sein. Unter anderem ist die Anbindung des Flughafens an die Hauptstadt Doha geplant sowie die Verbindung zwischen dem Emirat Katar und der Nachbarinsel Bahrain. Dazu soll ein 40 Kilometer langer Damm gebaut werden – weltweit einer der längsten seiner Art.
Grube und Ramsauer erklärten, der Abschluss zeige, wie begehrt deutsches Fachwissen und Technologie seien. Zugleich helfe das Engagement in Katar, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in der Bundesrepublik Arbeitsplätze zu sichern. Die Bahn betonte, für sie habe das Vorhaben auch strategische Bedeutung. Auf der arabischen Halbinsel sind in den kommenden 20 Jahren Investitionen im dreistelligen Milliardenbereich in Schieneninvestitionen geplant. Mit dem erfolgreichen Engagement in Katar sehe die Bahn gut Chancen, auch mit anderen Staaten der Region ins Geschäft zu kommen.
Allein die Planungskosten sollen 700 Millionen Euro betragen. Die Infrastruktur wird mit 14 Milliarden Euro berechnet. Hier könnten unter anderem Baukonzerne wie Hochtief zum Zuge kommen. Als Lieferant für die Züge im Wert von etwa zwei Milliarden Euro käme unter anderem Siemens in Frage. Diese Firmen hatte bereits Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn genannt, der das Projekt über mehrere Jahre verfolgte. Die Bahn selbst will den Betrieb der Strecken übernehmen.
Die Bahn hatte unter Mehdorn eine Expansionsstrategie verfolgt, die Zukäufe vor allem in Europa vorsah. Dabei kam sie jetzt auch im Personenverkehr einen Schritt voran: Erstmals gewann das Unternehmen eine europäische Ausschreibung und kann nun S-Bahnen in Süd-Schweden betreiben.
- Datum 22.11.2009 - 18:48 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 1
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Mit dem Gewinn kann man in Deutschland ja mal die Regionalstrecken sanieren.
Lange genug ging dort erwirtschaftete Geld in Zukäufe im Ausland.
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