Dokumentation Die GM-Erklärung zu Opel

Der Verkauf von Opel an Magna ist geplatzt. Der Mutterkonzern General Motors begründet das mit dem "verbesserten Geschäftsumfeld".

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat das überraschende Festhalten an seiner europäischen Tochter mit der "Bedeutung von Opel/Vauxhall für die globale Strategie von GM" begründet. Außerdem habe der Verwaltungsrat angesichts der Verbesserung des Geschäftsumfeldes für GM in den vergangenen Monaten beschlossen, eine ernsthafte Restrukturierung seines europäischen Geschäfts einleiten.

"GM wird seinen Restrukturierungsplan bald Deutschland und anderen Regierungen vorlegen und hofft dabei auf eine wohlwollende Prüfung", sagte Präsident und Konzernchef Fritz Henderson. "Wir verstehen, dass die Komplexität und Dauer dieses Themas für alle Beteiligten anstrengend war. Unser Ziel war aber von Beginn an, die beste langfristige Lösung für unsere Kunden, Beschäftigen, Zulieferer und Händler zu erzielen, was auch die heutige Entscheidung widerspiegelt. Sie wurde als der stabilste und kostengünstigste Ansatz angesehen, die langfristige Zukunft von Opel/Vauxhall zu sichern."

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Auf vorläufiger Basis sieht der Plan von GM Restrukturierungskosten in einer Gesamthöhe von rund drei Milliarden Euro vor, deutlich weniger als in allen Investoren-Vorschlägen. GM wird mit allen europäischen Gewerkschaften zusammenarbeiten, um einen Plan für sinnvolle Beiträge zur Restrukturierung von Opel auszuarbeiten. Während sich Opel weiterhin besser entwickelt als im Sanierungsplan vorgesehen und die Liquidität derzeit stabil ist, ist die Zeit entscheidend.

"Obwohl die Lage angespannt bleibt, hat sich das Geschäftsumfeld in Europa aufgehellt", sagte Henderson. "Gleichzeitig haben sich die Finanzkraft und Stabilität von GM in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Das macht uns zuversichtlich, das Europageschäft erfolgreich restrukturieren zu können. Wir sind den Regierungen Deutschlands und anderer europäischen Länder für die harte Arbeit zur Bewältigung dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit dankbar. Wir schätzen auch die Bemühungen von Magna und seiner russischen Partner, eine angemessene Vereinbarung zu erreichen."

Henderson fügte hinzu, dass GM auch hoffe, sein bereits bedeutendes Geschäft in Russland auszubauen und wieder direkt mit GAZ zusammenzuarbeiten, um dessen Geschäft zu modernisieren und den russischen Automarkt zu beiderseitigem Vorteil voranzubringen. Mehr Details zu nächsten Schritten in der Restrukturierung werden bekanntgegeben, sobald die Pläne und Entwicklungen feststehen.

 
Leser-Kommentare
  1. Die Anlagen (vor allem menschlicher Arbeitskraft) nicht mehr auf Verschleiß zu fahren, wie es gängige Redewendung von Malochern etwa in den westdeutschen Werken der Volkswagen AG noch zu Beginn der 1990er Jahre war oder auch (noch?) bleibt, sondern zu warten, bedeutet stets einen Haufen Arbeit. Zwar behauptet heute der Angestellte des Vorstands und Leiter des Bezirks Baden-Württemberg der Industriegewerkschaft Metall anlässlich eines Gesprächs mit einer in Frankfurt/Main erscheinenden Tageszeitung, dass jegliches Warten einem garantiert den Arbeitsplatz raube. Aber diese Äußerung eines Gewerkschaftsangestellten und nicht eines Gewerkschafters erfolgte allein unbefugt und unzulässig. Entscheidet sich demgegenüber ein industrieller Hersteller wie die General Motors Corp. gestern, dieses competitive edge (Porter) des Wartens wenigstens nicht mehr brach liegen zu lassen, schädigt das die einzelne Arbeitskraft nicht.

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