Mode Milliardärs-Familie Mittal übernimmt insolvente Escada

Nach einer wochenlangen Bieter-Schlacht zwischen gut einem Dutzend Interessenten ist die Zukunft des Mode-Herstellers Escada gesichert. Er geht in indische Hände über.

Der insolvente Luxusmode-Hersteller Escada wird an die Familie des indischen Stahlmilliardärs Mittal verkauft. Insolvenzverwalter Christian Gerloff unterzeichnete nach Unternehmensangaben vom Donnerstagabend den Vertrag mit einem Trust der Familie. Treibende Kraft hinter der Übernahme soll Megha Mittal sein, die 33-jährige Schwiegertochter des Stahlunternehmers Lakshmi Mittal. Der Entscheidung war ein wochenlanges Bietergefecht um die einst größte Damenmodemarke der Welt vorausgegangen.

Hollywood-Stars wie Kim Basinger trugen Roben von Escada. Das Unternehmen ist schon seit Längerem in Schieflage. Weltweit arbeiteten zuletzt noch rund 2200 Beschäftigte für das Unternehmen, davon rund 500 am Firmensitz in Aschheim bei München.

Escada-Chef Bruno Sälzer, der seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr eine Neuausrichtung des Unternehmens auf den Weg gebracht hatte, soll im Amt bleiben. Gerloff und Sälzer zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlungen. Für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten sei damit die Zeit der Unsicherheit vorbei, sagte Sälzer. "Wir haben mit der Familie Mittal unseren Wunschpartner gefunden. Nun zählt nur noch der Blick nach vorne."

Das Geschäft steht jetzt noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Escada war durch hohe Verluste, Umsatzrückgänge und eine drückende Schuldenlast in die Existenzkrise geraten. Mitte August musste das Unternehmen Insolvenzantrag stellen, nachdem zuvor ein finanzieller Notplan für den Konzern gescheitert war. Zusätzlicher Zeitdruck war mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am vergangenen Sonntag in die Verhandlungen gekommen, weil seither das Insolvenzgeld ausgelaufen ist, mit dem die Löhne und Gehälter der rund 450 Beschäftigten der Escada AG abgedeckt waren.

Der Vereinbarung ging eine heftige Bieterschlacht voraus, anfangs hatte gut ein Dutzend potenzielle Investoren ihr Interesse angemeldet. Zuletzt sind neben der Mittal-Familie Medienberichten zufolge noch Sven Ley, der Sohn des Escada-Firmengründers, sowie die libanesische Finanzholding M1 im Rennen gewesen.
 

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Leser-Kommentare
  1. Ich kann angesichts der Unternehmenskäufe (Jaguar, Escada, etc.)indischer Grossgrundbesitzer keinen Grund mehr erkennen, noch Entwicklungshilfe an Indien zu bezahlen.

    Hier liegt offenkundig EinSPARpotential !

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Mode | Escada | Bruno Sälzer | Kim Basinger | Hollywoodstar | München
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