Fannie Mae
Größter US-Hypothekenfinanzierer braucht neue Staatshilfe
20 Milliarden Dollar Quartalsverlust! Fannie Mae benötigt erneut Hilfe vom Staat. Die Schulden des Häuserfinanzierers belaufen sich inzwischen auf 120 Milliarden Dollar.
© Matthiew Cavanaugh/dpa

Ein Fußgänger läuft am Hauptquartier des amerikanischen Hypothekenfinanzierers Fannie Mae in Washington, D.C. vorbei
Der amerikanische Hypothekenmarkt steckt weiterhin in der Krise. Nach einem erneuten Quartalsverlust von diesmal fast 20 Milliarden Dollar muss das staatlich kontrollierte Institut den Steuerzahler zum vierten Mal um eine enorme Finanzspritze bitten.
Insgesamt summieren sich die Verluste bei Fannie Mae nach dem nun neunten Quartalsminus in Folge auf rund 120 Milliarden Dollar (81 Mrd. Euro). Im zweiten Quartal verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von rund 14,8 Milliarden, im dritten Quartal waren es 19,8 Milliarden Dollar. Wie die Gesellschaft am Donnerstag nach US-Börsenschluss am Sitz in Washington mitteilte, beliefen sich die Verluste ein Jahr zuvor sogar auf fast 30 Milliarden Dollar.
Vom Staat braucht Fannie Mae nun weitere 15 Milliarden Dollar. Die gesamten Hilfen steigen damit auf bisher rund 60 Milliarden Dollar. Zur Stützung hat die US-Regierung Fannie Mae und dem ebenfalls verlustreichen Zwillingsinstitut Freddie Mac insgesamt sogar jeweils bis zu 200 Milliarden Dollar als Hilfsrahmen in Aussicht gestellt.
Die beiden Finanzierer stehen hinter etwa jedem zweiten Immobilienkredit in den USA. Sie sind zentral für die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Stabilisierung des US-Häusermarktes. Bei dem etwas kleineren Institut Freddie Mac wird in den kommenden Tagen ebenfalls ein weiterer Quartalsverlust befürchtet. Noch im zweiten Quartal hatte das Unternehmen zum ersten Mal in zwei Jahren Gewinne erwirtschaftet. Weitere Staatshilfen waren damals nicht geplant.
Um den völligen Kollaps des Hypothekenmarkts zu verhindern, hatte der Staat vor gut einem Jahr das Steuer bei Fannie und Freddie übernommen. Der Absturz des amerikanischen Häusermarktes war der Auslöser der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.
- Datum 6.11.2009 - 07:35 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 3
- Empfehlen E-Mail verschicken | Bookmarks
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Fannie Mae udn Freddie Mac sind zentral fuer die Entstehung und Ausbreitung der Finanzkrise verantwortlich. Es zeigt sich wieder, dass diese Institutionen fuer den Staat ein FAss ohne Boden sind, dessen Verluste man nicht einmal ansatzweise schaetzen kann. Jetzt ist das HAndeln alternativlos. Man muss diese Institute unterstuetzen, sonst bricht der gesamte Immobilienmarkt zusammen.
Es muss aber an dieser Stelle erwaehnt werden, dass Fannie und FReddie vor allem durch staatliche BEeinlussung in diese Lage kamen. Das UNternehmen befand sich mehrheitlich im Staatsbesitz und wurde von der Bush-Regierung fuer ihre absurden und falschen Hausbauplaene instrumentalisiert.
Ein klassisches Beispiel fuer die leidige Rolle, die der Staat bei der Entstehung der Finanzkrise gespielt hat. Der Markt haette ein solch grosses unternhemen mit einem solchen Geschaeftsmodell nie hervorgebracht.
Dies sei allen gesagt, die den boesen Neoliberalismus und das freie Spiel der Maerkte fuer die Finanzkrise verantwortlich machen.
Der Druck auf Fannie Mae und Freddie Mac wurde von der Administration der Bill Clinton Regierung ausgeübt. Bereits 1999 wurde davor gewarnt, daß die großzügige Vergabe von sub prime loans ein großes Problem für den Immobilienmarkt werden kann.
siehe auch hier (30.9.99!!): http://www.nytimes.com/19... Topics/Subjects/H/Housing&scp=2&sq=Fannie Mae to help them make more loans to so-called subprime borrowers&st=cse
Allerdings stimmt es insoweit, daß unter Bush das System weiter lief - und die Bombe tickte. Die Zinspolitik der FED hat das Ganze noch zusätzlich brisant werden lassen.
Die Verluste laufen in viele Milliarden weiter, werden auf den Bürger (Steuerzahler) abgewälzt. Managementfehler der "fatalen Risikounterschätzung" werden aber nicht geandet und auch nicht wirklich gesetzlich eingeschränkt. Boni laufen zudem weiter. So bleibt leider die "teilerschreckende Erkenntnis", dass kleindiliktische Vergehen aufgrund krimineller Energie hart verfolgt werden ... aber Spekulations- und Bankrisikovergehen nicht verfolgt werden, da keine Gesetze dafür existieren. So ist es leider einfach möglich ungestraft Milliarden von US $ "in den Sand zu setzen", aber trotzdem noch eine Boni plus Gehalt zu "verdienen". Hier gilt es leider weiterhin, dass Verluste sozialisiert werden und Gewinne privatisiert. Auch das alles muss der "Dollarkurs" mit verkraften ... bei steigenden Verschuldungswerten.
Banken haben hier einen Sonderstatus. Dieser gilt für die Industrie und kleine Unternehmen n i c h t. Stimmen hier die Zahlen nicht, läuft man in die Insolvenz. Bei Banken springt dagegen der Staat generös ein.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren