Opel-Management
GM wechselt Opel-Spitze aus
Nick Reilly löst Europa-Chef Forster bei Opel ab. Reilly hat sich als energischer Sanierer bereits verdient gemacht. GM kann vermutlich auf deutsche Finanzhilfe hoffen.
© Jo Yong-Hak/Reuters

Nick Reilly ist der Nachfolger des GM-Europa-Chefs Carl-Peter Forster
Der neue Sanierer an der Spitze von Opel heißt Medienberichten zufolge Nick Reilly. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster wird das Unternehmen verlassen. Forster gilt in Detroit als nicht mehr haltbar, seit der GM-Verwaltungsrat überraschend entschieden hatte, Opel doch nicht an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna zu verkaufen. Forster hatte das unterstützt.
Reilly gilt als "rising star" im internationalen Geschäft von GM, das er derzeit als Präsident von Shanghai aus mitsteuert. Er kennt allerdings nicht nur den wichtigen asiatischen Markt. Viele Jahre war er Werksdirektor der Opel-Schwester Vauxhall in Großbritannien. In seinem Heimatland hat er seine GM-Karriere vor mehr als 30 Jahren begonnen. Nach mehreren Stationen in Belgien, den USA und Mexiko wechselte er schließlich in das Führungsteam von GM Europe in Zürich.
Als Werksdirektor hat er sich Mitarbeitern zufolge den Ruf eines fairen Managers erworben – auch bei den Gewerkschaften. "Nick Reilly ist mehr als fähig – er ist jemand, vor dem wir großen Respekt haben, denn wenn er etwas hat, dann ist das Anstand", sagte ein Arbeitnehmervertreter. Reilly stelle stets das Wohl des Unternehmens in den Vordergrund und lasse sich nicht von den Interessen verschiedener Parteien leiten.
Forster galt als designierter Manager von "New Opel"
Forster hatte das Vertrauen seiner amerikanischen Vorgesetzten verloren. Zu sehr hatte er sich für den Zulieferer Magna als Käufer starkgemacht und galt als designierter neuer Spitzenmanager von "New Opel". Die Entscheidung von GM, Opel doch zu behalten, hatte er ungewöhnlich scharf kritisiert. "So ein plötzlicher Schwenk ist kaum nachzuvollziehen", hatte er am Donnerstag bei einer Preisverleihung in Berlin gesagt.
Nun soll Nick Reilley als Sanierungsbeauftragter nach Europa geschickt werden. Ihm wird bei GM zugute gehalten, dass er als Engländer den europäischen Markt kennt und als Vauxhall-Chef dort für gute Marktanteile gesorgt hat. Einige Medien bezeichneten Reilly als "knallharten Sanierer". Feststellen lässt sich, dass Reilly bei der GM-Tochter Daewoo/Chevrolet wohl einiges an Sanierungsarbeit geleistet hat.
Opel-Chef Hans Demant wird die Sanierung des Autobauers offenbar nicht zugetraut. Seine Tage in der Konzernspitze gelten ebenfalls als gezählt.
- Datum 6.11.2009 - 19:06 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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GM hat nur abgewartet, welche Zugeständnisse alle direkt und indirekt beteiligten Parteien machen. Nachdem also diese ihr Blatt aufgedeckt haben, will GM jetzt selbst davon profitieren.
Bisher hat GM vor allem durch Unfähigkeit geglänzt, von Lerneffekten keine Spur (wenn man davon absieht, wie man erfolgreich Staaten anzapfen kann).
Wenn Opel so wichtig ist, warum hat man Opel in den letzten Jahren so ausbluten lassen? Und die andere Frage ist doch, warum muß man angeblich so viele Menschen entlassen - haben die bisher Däumchen gedreht?
Und wenn GM Opel so dringend braucht, warum werden dann hier in Europa die Produktion und die Entwicklung nicht erweitert? Opel kann als erfolgreiches Beispiel für effektives Arbeiten und Entwickeln eine Vorreiterrolle im GM-Konzern übernehmen. Aber ich glaube, das interessiert die GM-Manager in Detroit wenig. Sie sind so sehr von sich selbst überzeugt, daß sie die Veränderungen der Welt überhaupt nicht wahrnehmen. Schließlich sehen sie ja überall große amerikanische Autos stehen, wenn sie auf die Parkplätze vor ihren Firmenzentralen schauen. Im Gegensatz zu japanischen und europäischen Firmen sind amerikanische Fabriken produktionstechnisch im Mittelalter stehengeblieben.
Aber es gibt einen großartigen Automanager, der zur Zeit nichts zu tun hat - Wendelin Wiedeking. Vielleicht wäre das ja man ein neue Herausforderung für ihn?
So wie es bisher durchklang ist GM primär an der Technologie von Opel interessiert - der Rest ist weniger interessant. Womit man bei dem Punkt wäre zu fragen, was der Unterschied zwischen Sberbank und GM ist - beiden ging es primär um Wissen und nicht um die Standorte selber.
Da können einem die Arbeiter leid tun, die nur als Anhängsel zu Patenten betrachtet werden. Ich hoffe, dass sie sich das nicht gefallen lassen.
Es ist erschütternd, wie kommentarlos die Zeit - wie auch die meisten anderen Meiden - die Falschaussage weitergeben, GM plane den gleichen Jobabbau wie Magna. Im Konzept von Magna ist festgeschrieben, das es KEINE betriebsbedingte Kündigungen geben soll und dass die Einsparung der Stellen durch die natürliche Fluktuation erfolgen soll. Darüber hinaus ist dort klar zu lesen, dass Magna an ALLEN europäischen Werken festhalten wolle und das lediglich für das niederländische Werk noch kein Konzept besteht.
GM hingegen will die 10.000 Mitarbeiter betriebsbedingt kündigen (was nichtbedeutet, dass nicht noch mehr Stellen durch die Nichtbesetzung durch Fluktuation abgebaut werden) und mehrere Werke schliessen.
Das ist irgendwie schon ein Unterschied, oder?
"Im Konzept von Magna ist festgeschrieben, das es KEINE betriebsbedingte Kündigungen geben soll und dass die Einsparung der Stellen durch die natürliche Fluktuation erfolgen soll."
.. wie realistisch das ist. 10.000 Arbeitsplätze (entsprechend 20% der Belegschaft) baut man nicht mal eben so über die "natürliche Fluktuation" ab. Denn die umfasst die verhaltensbedingt Gekündigten, die arbeitsunfähig Gewordenen, die Gestorbenen und diejenigen Mitarbeiter, die von sich aus kündigen.
Unterstellt man, dass der durchschnittliche Opel-Mitarbeiter nicht überdurschnittlich morbid oder Kleptomane ist ;-), dürfte es Jahre dauern, bis die angestrebte Zahl abgebauter Stellen erreicht ist. Wer gibt in Zeiten wie diesen schon leichtfertig seinen Arbeitsplatz auf?
Magna hätte also schon mit üppigen Abfindungsangeboten nachhelfen müssen, um dieses Ziel in einem einigermassen adäquaten Zeitraum zu erreichen. Oder später mit ähnlichen Gebaren, wie jetzt GM den Betriebsrat zur Bewilligung betriebsbedingter Kündigungen "überreden" müssen...
Die toughen Jungs haben entschieden und schicken einen tough guy zu Opel.
Waren wir ab, was sie jetzt von uns wollen!
Irgenwann werden sie einen Plan auf den Tisch legen müssen.
So wie es bisher durchklang ist GM primär an der Technologie von Opel interessiert - der Rest ist weniger interessant. Womit man bei dem Punkt wäre zu fragen, was der Unterschied zwischen Sberbank und GM ist - beiden ging es primär um Wissen und nicht um die Standorte selber.
Da können einem die Arbeiter leid tun, die nur als Anhängsel zu Patenten betrachtet werden. Ich hoffe, dass sie sich das nicht gefallen lassen.
"Im Konzept von Magna ist festgeschrieben, das es KEINE betriebsbedingte Kündigungen geben soll und dass die Einsparung der Stellen durch die natürliche Fluktuation erfolgen soll."
.. wie realistisch das ist. 10.000 Arbeitsplätze (entsprechend 20% der Belegschaft) baut man nicht mal eben so über die "natürliche Fluktuation" ab. Denn die umfasst die verhaltensbedingt Gekündigten, die arbeitsunfähig Gewordenen, die Gestorbenen und diejenigen Mitarbeiter, die von sich aus kündigen.
Unterstellt man, dass der durchschnittliche Opel-Mitarbeiter nicht überdurschnittlich morbid oder Kleptomane ist ;-), dürfte es Jahre dauern, bis die angestrebte Zahl abgebauter Stellen erreicht ist. Wer gibt in Zeiten wie diesen schon leichtfertig seinen Arbeitsplatz auf?
Magna hätte also schon mit üppigen Abfindungsangeboten nachhelfen müssen, um dieses Ziel in einem einigermassen adäquaten Zeitraum zu erreichen. Oder später mit ähnlichen Gebaren, wie jetzt GM den Betriebsrat zur Bewilligung betriebsbedingter Kündigungen "überreden" müssen...
Wieso sollen sich die Deutschen eigentlich von so einem daher gelaufenen Pleite-Unternehmen vorführen lassen?
Wie haben geschlagene sechs Monate verhandelt bzw. mitbekommen, wie um eine Lösung gerungen wird - und jetzt, da fast alles in trockenen Tüchern ist, kreuzen diese wild gewordenen Irgendwers auf und wollen nach Gutsherren-Art sanieren?
Nix gibt's! Die Regierung soll den Sack zu machen, GM wird enteignet - so wie 82.000.000 Steuerzahler auch der "guten Sache wegen" enteignet werden um mit ihren zukünftigen Steuern und ihrem Verzicht die Banken-Bail-outs zu finanzieren! Es gibt keinen Grund, GM hier irgend etwas zu schenken.
Wenn Opel dann wieder "im Besitz der Deutschen" ist, kann man überlegen, welche Strategie die beste ist, um mit Opel-Produkten langfristig auf dem Weltmarkt erfolgreich zu sein. Dann kann man nach gangbaren Konzepen fragen und wie Aspiranten für die zukünftige privatwirtschaftliche Fortführung die Finanzierung auf die Beine Stellen wollen.
Aber jetzt den Amerikanern in den Allerwertesten zu kriechen wäre das letzte, was ich von einer demokratisch gewählten, autarken Regierung akzeptieren würde.
GM meint, sich nicht an Absprachen halten zu müssen, also muss man ihnen einen Verweis erteilen und sie vom Platz stellen. Man kann sie wieder mitspielen/mitbieten lassen, wenn sie auf Augenhöhe mit anderen u.U. interessanteren Investoren stehen.
F. Mayer
dass GM Opel seit 80 Jahren am Markt gehalten und Generationen von Arbeitern einen sicheren Job gegeben hat und das nicht zuletzt mit Milliardeninvestitionen in ganz Europa. Opel schrieb schon lange vor der GM Pleite in USA Verluste und ist nur durch die Gewinne aus Detroit (übrigens eingefahren durch die jetzt so verpönten Trucks) am Leben gehalten worden.
Wenn Opel in irgendeiner Form überleben kann, dann nur mit GM (damit billige ich nicht das Verhalten der GM Führung)
...dass Opel hierzulande noch nicht einen Cent Steuern bezahlt hat, aber Verluste stets steuerlich geltend machte.
Opel kostet auch ohne Staatshilfe dem Steuerzahler genug.
http://www.handelsblatt.c...
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