Hendersons Position ist deutlich geschwächt
Ein Opel-Verkauf wurde dann abgelehnt, weil GM ohne Opel noch schlechter aufgestellt wäre als ohne. Henderson steht in Deutschland nun als Buhmann da. Schließlich ist er der offizielle Chef, der sein Wort gegenüber der Bundesregierung nicht gehalten hat.
Die Abstimmung schwächte Henderson weiter, doch angeschlagen war er schon zuvor. Zum obersten GM-Manager ist Henderson nur aufgestiegen, weil die von Präsident Barack Obama eingesetzte Auto-Taskforce seinen allmächtigen Vorgänger Rick Wagoner feuerte. Der hatte in einem atemberaubenden Tempo Milliarden verbrannt, zuletzt vor allem die des Steuerzahlers.
Obamas Leute hievten Henderson auf den Chefposten. Der bat darum, nicht als "Interimschef" bezeichnet zu werden, weil ihn das von Anfang schwächen würde. Die Bitte wurde zwar erfüllt. Allerdings weiß jetzt alle Welt von der Absprache - der Effekt ist der gleiche. Jeder GM-Manager und jeder Arbeiter am Fließband weiß: Der Mann ist nur auf Abruf da. Wenn er sich macht, fein. Wenn nicht, könnte er schon nächsten Monat weg sein.
Hinter dem öffentlichen Chaos verbirgt sich eine für das Unternehmen positive Entwicklung: Der GM-Verwaltungsrat macht endlich wieder seinen Job. Denn unter Ex-Boss Rick Wagoner waren die Aufseher zahnlose Abnicker der Vorlagen des Chefmanagers. Lange Zeit war Wagoner sogar zugleich Chef des Vorstands und des Verwaltungsrats - er beaufsichtigte sich also selbst.
"Es gab bei den Sitzungen eine Kultur des Nicht-Hinterfragens", berichtet Jerome B. York, der 2006 das Gremium im Streit verließ, weil er sich an dessen Arbeitsverweigerung nicht beteiligen wollte. Das ist nun anders. Die von Obama in den Verwaltungsrat gehievten Vertreter des Steuerzahlers sind Schwergewichte mit eigener Erfahrung in der Unternehmensführung.
Darunter ist etwa David Bonderman. Der Strippenzieher hinter der mächtigen Private-Equity-Firma TPG brachte unter anderem die Fluggesellschaften Continental und US Airways auf Vordermann. Auch Daniel F. Akerson von der Private-Equity-Gesellschaft Carlyle Group und Stephen Girsky, ein ehemaliger Morgan-Stanley-Banker, gehören nun zu Wortführern im Verwaltungsrat. "Sie stellen die richtigen Fragen", sagt York. Damit heizen sie dem Vorstandschef derzeit mächtig ein.
Optimisten können das als gutes Zeichen für Opel sehen: Die neuen starken Männer bei GM werden es kaum zulassen, dass die Europa-Tochter ein weiteres Jahrzehnt vor sich dahindümpelt.
- Datum 14.11.2009 - 15:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Dann gibt es einige Automarken weniger!
...vor allem in Deutschland ein chaotisches Bild."
Das ist wohl nur daher, weil man verzweifelt einen Schuldigen braucht, damit man dem Volk vormachen könne legal aus der Sache herauskommen. Das ist aber nicht schlimm. Es ist nämlich der Geisteszustand unter dem man zu leiden kommt, wenn man medial schlecht informiert und politisch verhetzt wurde.
Bemerkanswert ist es aber doch, da man dieses und ähnliches Verhalten in Deutschland immer wieder beobachten darf.
Eine Heuschrecke neben der anderen - sprung-, flug- und fressbereit.
Bei Carlyle Group fallen mir sofort CIA, die Familien Bush und Bin Laden ein - und dass Bush Senior als Ex-Präsident immer noch täglich den aktuellen CIA-Lagebericht erhält. Das hilft sicher beim Spekulieren mit fremden und eigenem Geld erheblich.
Inwieweit die mit dem Chevrolet-Schild beklebten Daewoo-Autos aus Korea zu Image und Umsatz beitragen, sei dahin gestellt.
Opel war auch nicht wirklich defizitär. Vielmehr wurde Opel von GM mit vielen Dingen beauftragt und schlecht oder gar nicht bezahlt - auch um in Deutschland keine Steuern zahlen zu müssen. Hier hat sich GM immer schon wie eine Private Equity-Gesellschaft verhalten.
Dann sollen die Herrschaften mal Opel Europa auf neue Füsse stellen (natürlich mit eigenem Geld - ist ja ihr Laden) und die Steuerzahler in Europa in Frieden lassen. Vielleicht kaufen die dann weiter Opel-Autos zum Ausgleich.
Es ist klar, dass durch die vielfach undurchsichtigen Firmenkonstruktionen von außen schwer zu erkennen ist, welcher Firmenteil der eigentliche Verlustbringer ist. Die Deutschen Wirtschaftsjournalisten sollten aber endlich erkennen, dass Opel nicht der Verlustbringer von GM, sondern der goldene Kern des Konzern darstellt. Deshalb hat auch GM ein ziemliches Problem in der Argumentation. Die Plattform-Strategie von GM baut auf Opel-Knowhow auf. Das Problem von GM ist, dass Opel zu sehr als Regionalmarke in Detroit gesehen wurde.
Ergänzung zu @meander. Die Deutschen glauben ja immer noch, dass das nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten läuft. So läuft es hier nicht und auch anderswo nicht. Zum Beispiel ist bekannt, dass wir Deutschen für einen exorbitant großen Teil der niemals rückzahlbaren Hypotheken (neudeutsch: Subprime)der Amis geradestehen müssen. An Wall Street und City kursiert nicht umsonst schon ewig das Gerücht: "Den Deutschen kann man alles verkaufen". Auf Opel bezogen könnte man auch sagen: "Die Deutschen entwickeln uns das schon für Lau".
Jetzt schicken wir unsere gesamten Bankdaten noch nach Amerika. Und die wollen ja damit nur den Bin Laden finden oder besser nicht finden. Wer's glaubt, soll selig werden. Träumt schön weiter....
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass das Unternehmen GM genau weiß was es will.- Offensichtlich scheint es aber keine klare Linie (und Kommunikation) bei der Bundesregierung zu geben.- Wobei die scheinbar ohnenhin nicht mehr weiß was sie will oder wollen soll...
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