GM-Warnung Opel drohen massive Einschnitte

Die Stimmung zwischen Opelanern und dem Mutterkonzern General Motors ist eisig: GM droht mit Insolvenz – und Europachef Foster erwartet "massive Einschnitte" bei Opel.

Nachdem der US-Konzern General Motors seine Rüsselsheimer Tochter Opel doch nicht verkaufen sondern selbst sanieren will, erwartet GM-Europa-Chef Carl-Peter Foster massive Einschnitte bei der Tochtergesellschaft. "Wir hatten einen guten Sanierungsplan ausgehandelt, der auf dem Tisch lag und fertig war. Jetzt besteht die Gefahr, dass die vernünftige Verteilung der Lasten wieder aufgeschnürt wird und alles von vorne beginnt", sagte Foster der Bild-Zeitung. "Sicher ist: Es wird auch bei dieser Lösung massive Einschnitte geben."

Auch Forster habe die GM-Entscheidung überrascht: "Wir haben mit dieser Entscheidung nicht gerechnet", sagte der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende dem Blatt. "Wir müssen schnellstens mit der Konzernmutter Verhandlungen aufnehmen und alle offenen Fragen klären." Das werde sicherlich einige Zeit dauern.

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GM droht Opelmitarbeitern mit Insolvenz

Zwischen GM und den Opelanern, die einen Verkauf Opels an Magna favorisiert hatten, herrscht eisige Stimmung. Am Nachmittag hatte der Autobauer General Motors die Arbeitnehmer von Opel unter Druck gesetzt, ihren Beitrag für eine Sanierung von Opel auch unter dem Dach von GM zu leisten. Es sei nur im Interesse der Gewerkschaften, mit dem Opel-Mutterkonzern zu verhandeln, teilte GM Europe am Mittwoch mit. Sollte es zu keiner Einigung über die nötige Restrukturierung kommen, hätte dies eine Insolvenz von Opel zur Folge.

Die Opel-Beschäftigten hatten zuvor Proteste und Warnstreiks gegen den geplanten Verbleib des Rüsselsheimer Autobauers bei GM angekündigt. Die Mitarbeiter wollten sich nicht von GM erpressen lassen, erklärte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. Aus seiner Sicht sei das Konzept von GM für Opel nicht tragfähig. Die Mitarbeiter würden deshalb schon am Donnerstag vor den Werkstoren am Stammwerk in Rüsselsheim, in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern protestieren.

Die Zugeständnisse der Arbeitnehmer waren weitreichend: Auf Teile des Weihnachts- und Urlaubsgeldes bis 2011 sowie vorübergehend auf Tariferhöhungen und Einzahlungen in die Betriebsrentenkasse wollten sie verzichten. Allerdings stand die Einigung unter dem Vorbehalt, dass Magna bei Opel tatsächlich zum Zug kommt.

Merkel zeigt sich verärgert

Nach der überraschenden Entscheidung von General Motors, Opel doch nicht verkaufen zu wollen, will die Bundesregierung den US-Konzern nun in die Pflicht nehmen und fordert ein Konzept, wie Opel unter dem Dach des US-Autobauers saniert werden soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich deutlich verärgert über das Vorgehen von GM zeigte, wird voraussichtlich in den kommenden Tagen mit US-Präsident Barack Obama über das weitere Vorgehen sprechen.

Ein Treffen mit dem Opel-Betriebsratschef Klaus Franz hat am Mittwoch bereits stattgefunden. Dort habe man sich auf Bedingungen für eine Opel-Rettung nach dem Abbruch der Investorengespräche verständigt. Es bestehe Einigkeit, dass die Entscheidung des Opel-Mutterkonzerns General Motors "für Opel und seine Mitarbeiter nicht zu zusätzlichen Belastungen führen darf", teilte eine Regierungssprecherin nach dem Treffen mit.

Das eingeforderte neue Konzept müsse rasch kommen und "insbesondere die Sicherung von Arbeitsplätzen im Blick haben". Die industrielle und technologische Leistungsfähigkeit von Opel müsse gestärkt werden.

GM hatte den monatelang geplanten Verkauf von Opel an ein Konsortium um den Zulieferer Magna in der Nacht zum Mittwoch überraschend abgesagt. Merkel wurde erst kurz vor ihrem Rückflug aus Washington informiert. Nach Darstellung der Bundesregierung hat es keine Hinweise gegeben, dass die US-Regierung unmittelbar mit der Entscheidung des GM-Gremiums befasst war. 

GM will Überbrückungshilfen zurück zahlen

GM zeigte sich bereit, die Überbrückungshilfe – wie von der Bundesregierung gefordert – zurückzuzahlen. Deutschland hatte Staatshilfen von bis zu 4,5 Milliarden Euro für New Opel mit europaweit 50.000 Beschäftigten und rund 25.500 Mitarbeitern in den vier deutschen Opel-Werken zugesichert. Ein möglicher Wunsch von GM nach Staatshilfen wird nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gegebenenfalls geprüft. Letztlich könne dies aber erst beantwortet werden, wenn das Sanierungskonzept vorliege. Brüderle sagte, alle bisherigen Zusagen seien hinfällig. "Wir haben eine völlig neue Ausgangssituation." GM habe das gleiche Recht wie andere Unternehmen, einen Antrag auf Hilfen zu stellen: "Der Ausgang einer Prüfung eines Antrags ist offen."

Der Beschluss, Opel nicht zu verkaufen, stößt bei deutschen Politikern auf massive Kritik. "Die Entscheidung ist eine Zumutung für die Beschäftigten von Opel, die unvorstellbaren Belastungen ausgesetzt sind", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). "Dieses Verhalten von General Motors zeigt das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Die Spitze von GM lasse die Arbeitnehmer im Regen stehen. "Wir werden weiter für Opel und den Standort Bochum kämpfen", kündigte er an.

 
Leser-Kommentare
  1. Hossa! Wieder ein Produkt/ein Hersteller der von mir (und ich nehme an meinem gesamten Umfeld) keinen müden Cent mehr bekommt. Soll der ganze Laden abwandern und ein Joint-Venture mit den Chinesen eingehen...die Frage ist nur, wer denn 'NewOpel'/'NewGM' oder deren Produkte kaufen soll? Die hochverschuldeten Amerikaner mit ihrem 'Inflationsgeld'? Die wachsam wachsenden Chinesen mit ihren Millionen Wanderarbeitern ohne jegliche Kaufkraft? Oder doch der gute alte Europäer...aber ich denke den vergrault man gerade massiv und ohne nachzudenken.

    Zumal ich eine unnötige Lebensverlängerung gerade im Blick auf die anderen Hersteller am Markt nicht nachvollziehen kann...und hier gehts nicht um ein paar Millionen für einen Weihnachtskatalog...

  2. "Dieses Verhalten von General Motors zeigt das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU).

    das ist ja zum Schreien, wieder mal ein Politiker mit der ulimativen Kompetenz - jeder an der Stelle von GM hätte genauso gehandelt, sonst würde man sich ja ins eigene Fleisch schneiden... und mir ist noch kein schlüssiges Argument begegnet, dass eindeutig für Magna und gegen GM spricht...
    vor allem vor dem Hintergrund, dass Magna im Stammgeschäft auf jeden fall Probleme bekommen würde, wenn man gleichzeitg als Wettbewerber und Zulieferer auftritt - so wie ich das Angebot in Erinnerung habe, dient es doch als Spielwiese für Magna - minimaler Einsatz seitens Magnas, somit auch relativ wenig Reserven für das Projekt Opel unter Magna - aber dafür Technologieexport an nen potentiellen neuen Wettbewerber... tolle Idee - Insolvenz nach 12 Monaten...

    Ausserdem: Dieser ganze Verkauf war immer noch so in Schwebe, weil es so viele Beteiligte mit unterschiedlichen Interessen gab - da ist es doch gut, dass endlich klare Verhältnisse herrschen und Opel weiter machen kann!

  3. ""Dieses Verhalten von General Motors zeigt das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). "

    Dieser Mann ist offenbar nicht mehr zurechnungsfähig, nur weil ein Eigentümer seine Eigentumsrechte ausüben will und das Unternehmen Opel an die Notwendigkeiten der Realität anpassen will, hat das wenig mit Turbokapitalismus zu tun.

    Oder ist die Realität für ihn zu häßlich?????

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    Wieviel Steuern hat Opel bisher in Deutschland gezahlt ?

    Noch nie einen einzigen Cent!
    http://tinyurl.com/b69lwj

    Also hat Opel noch nie einen direkten Beitrag für unser Land geleistet aber immer gut bei Forschungsförderung etc. zugelangt.

    Jeder, der schwarz arbeitet, der sein Geld ins Ausland verschiebt, der den Staat ausnimmt wo er nur kann, von Wohngeld bis Hartz4 - hat inzwischen meine Sympathie. Wer es nicht tut, ist offensichtlich einfach dumm.

    Das lernen wir wohl daraus ?

    Wieviel Steuern hat Opel bisher in Deutschland gezahlt ?

    Noch nie einen einzigen Cent!
    http://tinyurl.com/b69lwj

    Also hat Opel noch nie einen direkten Beitrag für unser Land geleistet aber immer gut bei Forschungsförderung etc. zugelangt.

    Jeder, der schwarz arbeitet, der sein Geld ins Ausland verschiebt, der den Staat ausnimmt wo er nur kann, von Wohngeld bis Hartz4 - hat inzwischen meine Sympathie. Wer es nicht tut, ist offensichtlich einfach dumm.

    Das lernen wir wohl daraus ?

  4. Banken lagern ihre Schrottpapiere in IKB und HRE aus - wo wir sie mit unserem Geld bezahlen dürfen.

    Banken schreiben dafür wieder Gewinne - die sie natürlich behalten.

    Manager egal ob ex-IKB, ex-HRE, ex-Arcandor bekommen satteste Boni - egal wie unfähig sie waren. Die Folgen dürfen die ex-Mitarbeiter als Neu-Hartz4er ausbaden.

    GM fährt einen ganzen Konzern an die Wand - und wird mit Steuergeldern gerettet. Aber wehe, jemand will mitbestimmen ! Da wird gleich mal klar gemacht, dass weder Politik noch Gewerkschaften wichtig sind.

    Aber eine Kassiererin verliert wegen einem Euro ihren Job.

    Ist das noch mein Land ?

    • Boo333
    • 04.11.2009 um 14:19 Uhr

    Klitschko hätte den Schlak nicht besser ausführen können, wenn er in der Wirtschaft arbeiten würde. Was möchte man vom Kapitalismus erwarten???
    Almosen, Verständniss und Nettigkeiten???
    Nachdem die Geldger für GM und Opel geflossen sind und GM auch wieder auf einem grünem Zweig sitzt, kann man denen doch die Entscheidung nicht übel nehmen.
    Leute, Sozialismus ist doch total Out....mit 250km/h auf der Kapitalismusautobahn mit einem Opel macht doch mehr Spaß als
    mit 90km/h auf der LKW Spur zu fahren. Opel ist doch für solche Geschwindigkeiten gebaut, oder Frau Merkel?

  5. Wann macht man Opel denn endlich dicht, ich kann dieses Gejammer und Gezehrter das es seit Jahrzehnten gibt nicht mehr hören.

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    Manchmal muss man sterben um zu leben!
    Also Opel dicht machen...GM stirbt dann automatisch durch fehlende Innovationen der German Engineers und huch...VW AG nimmt alle Werke erstmal für sich auf... und baut eine Mischung aus POLO und Corsa, bitte auch mit der Zuverlässigkeit..und das ganze natürlich Elektrisch... und wir haben einen neuen Volkswagen für alle, von allen ... mit allen! Die deutschen Mitarbeiter behalten größtenteils ihre Jobs, die Förderungen für neue Technologien sollten ja im Prinzip dann zugänglich sein.. und was kümmert uns die Jobsituation in England (Vauxhall)?!
    Ich denke, wir sollten alle ein bisschen Umdenken ...

    Was auch passiert, ich hoffe es wird nicht all zu teuer für den Steuerzahler..obwohl einem das ja auch fast egal sein kann... Ich denke, wir setzen einfach auf die Deflation! Dann zahlen wir mit gedrucktem Geld einfach unsere Schulden ab ( das ist wohl leider zu einfach gedacht...aebr schön wärs... NewOPEL!

    Manchmal muss man sterben um zu leben!
    Also Opel dicht machen...GM stirbt dann automatisch durch fehlende Innovationen der German Engineers und huch...VW AG nimmt alle Werke erstmal für sich auf... und baut eine Mischung aus POLO und Corsa, bitte auch mit der Zuverlässigkeit..und das ganze natürlich Elektrisch... und wir haben einen neuen Volkswagen für alle, von allen ... mit allen! Die deutschen Mitarbeiter behalten größtenteils ihre Jobs, die Förderungen für neue Technologien sollten ja im Prinzip dann zugänglich sein.. und was kümmert uns die Jobsituation in England (Vauxhall)?!
    Ich denke, wir sollten alle ein bisschen Umdenken ...

    Was auch passiert, ich hoffe es wird nicht all zu teuer für den Steuerzahler..obwohl einem das ja auch fast egal sein kann... Ich denke, wir setzen einfach auf die Deflation! Dann zahlen wir mit gedrucktem Geld einfach unsere Schulden ab ( das ist wohl leider zu einfach gedacht...aebr schön wärs... NewOPEL!

  6. Hat jemand als Kind so wie ich Asterix und Obelix gesammelt ?

    Der ganze Mist mit der Autoindustrie erinnert mich immer wieder an ein bestimmtes Asterix Heft:

    [...]
    [entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir auf diese Seite nicht verlinken möchten. Die Redaktion/vv]

    In dem Heft geht es mehr oder weniger um den Kapitalismus. Obelix dreht den Leuten Hinkelsteine an, die kein Mensch braucht. Am Anfang sehr erfolgreich. Als der Markt gesättigt ist und der Verkauf einbricht gibt es für jeden Hinkelstein zwei Sklaven umsonst , wenn ich mich recht erinnere.
    Erstaunliche Paralellen zur Autoindustrie, nur spricht man in dem Artikel nicht von Marktsättigung, sondern "Überkapazitäten".

    Aber Hauptsache man hat mal (wie im Fall Opel) die Hosenträger gespannt - leider war die Hose zu gross:

    http://www.spiegel.de/spo...

    Man sollt sich mal überlegen, was das ganze Sponsoring eigentlich gekostet hat und wieviel der Opel Kunde Jahr für Jahr Leuten wie Effenberg und Co. gewollt oder ungewollt überwiesen hat ? Mit anderen Firmen ist es ähnlich.

    Es ist eine Schande, welchen Stellenwert Autos, Fussball und Bier in Deuschland haben.

  7. Wieviel Steuern hat Opel bisher in Deutschland gezahlt ?

    Noch nie einen einzigen Cent!
    http://tinyurl.com/b69lwj

    Also hat Opel noch nie einen direkten Beitrag für unser Land geleistet aber immer gut bei Forschungsförderung etc. zugelangt.

    Jeder, der schwarz arbeitet, der sein Geld ins Ausland verschiebt, der den Staat ausnimmt wo er nur kann, von Wohngeld bis Hartz4 - hat inzwischen meine Sympathie. Wer es nicht tut, ist offensichtlich einfach dumm.

    Das lernen wir wohl daraus ?

    Antwort auf "Kopfschuss"

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