Geplatzer Verkauf Opel-Arbeiter kämpfen gegen GM
Sie wollten zu Magna, waren zu großen Einbußen bereit - doch dann sagte GM: Nein! An allen Opel-Standorten in Deutschland protestieren die Beschäftigten heute gegen den Verbleib im Mutterkonzern.
Tausende Beschäftigte wollen heute gegen befürchtete Werksschließungen und massive Stellenstreichungen durch den alten und neuen Mutterkonzern General Motors (GM) demonstrieren. Sie haben Angst vor härten Einschnitten, nachdem GM am Dienstag nach monatelangem Poker den Verkauf von Opel an den Autozulieferer Magna und russische Investoren abgeblasen hat.
In Deutschland arbeiten mehr als 25.000 Menschen für Opel. General Motors drohte den Mitarbeitern am Mittwoch offen mit einer Insolvenz der europäischen Tochter, falls keine Einigung über die Sparmaßnahmen erreicht werde.
Über die Pläne des Mutterkonzerns ist bisher noch wenig bekannt. GM wolle rund 10.000 der insgesamt gut 50.000 Arbeitsplätze bei Opel in Europa streichen, sagte am Abend Vize-Präsident John Smith. Das wären in etwa genauso viele wie Magna abbauen wollte. In Deutschland sollten nach Plänen des österreichisch-kanadischen Autozulieferers dabei mehr als 4000 Jobs wegfallen.
Entgegen der früheren GM-Planung, das Werk in Bochum zu schließen, könne es möglicherweise eine attraktive Lösung geben, sagte Smith weiter. Das sei aber noch nicht entschieden. GM will den Restrukturierungsplan, der auf einem früheren Konzept basiert, möglichst bald ausarbeiten und dann den europäischen Regierungen vorlegen.
Der Betriebsrat ging bereits auf Konfrontationskurs zum Mutterkonzern. Es werde keinen Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung von Opel geben, teilte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz mit. Zudem verlangt der Betriebsrat die sofortige Auszahlung von gestundeten Tariferhöhungen.
Der Autoexperte Stefan Bratzel warnte die Opel-Belegschaft, den Bogen mit den Protesten nicht zu überspannen. Die Betriebsräte müssen aufpassen, "dass sie das Tischtuch mit GM nicht vollständig zerschneiden", sagte er der Tageszeitung Die Welt. Das Verhältnis zwischen der US-Konzernmutter und den Belegschaftsvertretern ist ohnehin schwierig. Unter anderem hatte sich Franz in den vergangenen Monaten eindeutig auf Magna als Investor festgelegt. Nach der GM-Entscheidung, die europäische Tochter doch nicht zu verkaufen, sprach er von "einem schwarzen Tag für Opel".
Bei deutschen Politikern war die GM-Entscheidung auf heftige Kritik gestoßen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte: "Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel sowohl den Arbeitnehmern als auch Deutschland gegenüber."
Hingegen wurde der Beschluss in anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten wie Polen oder Großbritannien positiv aufgenommen. Dort war wegen der Staatshilfen aus Berlin befürchtet worden, Magna könne die lokalen Standorte gegenüber den deutschen benachteiligen.
EU-Industriekommissar Günter Verheugen rief die Europäer zu einem gemeinsamen Vorgehen auf. Es komme jetzt darauf an, einen Bieterwettbewerb unter den EU-Staaten mit Opel-Standorten zu vermeiden, sagte er dem Hamburger Abendblatt. "Wenn jeder für sich mit Detroit verhandelt, werden sich die Amerikaner die besten Angebote aussuchen können." Ob das die wirtschaftlich Tragfähigsten wären, stünde in den Sternen.
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm kündigte für die nächsten Tage ein Gespräch der Bundesregierung mit der US-Regierung an. Berlin sei enttäuscht und verwundert über das Vorgehen von GM. Nach Wilhelms Worten machte GM deutlich, dass der Konzern selbst die finanzielle Verantwortung für Opel tragen könne.
Aus Sicht der EU-Kommission muss die Bundesregierung GM nicht automatisch die gleichen Staatshilfen anbieten wie dem Zulieferer Magna. "Das muss jetzt die deutsche Regierung entscheiden", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. "Wir können den Mitgliedstaaten nicht vorschreiben, Staatshilfen anzubieten. Wir können und werden Staatshilfen aber darauf abklopfen, ob sie den EU-Staatshilfe- und Binnenmarktregeln entsprechen."
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- Datum 05.11.2009 - 09:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 27
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Kann mich Jemand mal aufklären warum die streiken?
Wenn Magna gekommen wäre, dann wären auch Tausende geflogen. Wo ist der Unterschied? Im Falle Magna wäre Opel auch noch an die Russen verkauft worden - ein Fast-Entwicklungsland!
Abgesehen davon - wer braucht einen Opel?
Vielleicht gibt es ja Menschen, denen ihre Würde mehr bedeutet, als die wert ist.
Die Streikdohungen sind doch total ueberzogen. ICh wuesste nicht, was die Arbeitnehmer denn damit erreichen wollen. Vielleicht, dass GM doch noch verkauft? Aussichtslos.
Dieser Streik ist Aktionismus und das Abladen von Wut. Bringen wird er gar nichts. Je staerker sich die Arbeitnehmer gegen GM aussprechen und je staerker sie protestieren, desto eher werden sie am Ende entlassen. Autos kann man auch an anderen Orten herstellen. Und solch reistente Betriebsraete gibt es auch nur in Deutschland.
Die Bundesrepublik ist .... ein sozialer Bundesstaat.
Die Menschen wollen mitreden über Ihre Arbeitsplätze. Sie sind nicht
die Verfügungsmasse des Kapitalismus (was die Neocons gerne hätten)!
In Frankreich würden schon ein paar Gebäude brennen und die GM-Repräsentanten wären gekidnappt.
Die Bundesrepublik ist .... ein sozialer Bundesstaat.
Die Menschen wollen mitreden über Ihre Arbeitsplätze. Sie sind nicht
die Verfügungsmasse des Kapitalismus (was die Neocons gerne hätten)!
In Frankreich würden schon ein paar Gebäude brennen und die GM-Repräsentanten wären gekidnappt.
Die Bundesrepublik ist .... ein sozialer Bundesstaat.
Die Menschen wollen mitreden über Ihre Arbeitsplätze. Sie sind nicht
die Verfügungsmasse des Kapitalismus (was die Neocons gerne hätten)!
In Frankreich würden schon ein paar Gebäude brennen und die GM-Repräsentanten wären gekidnappt.
ICh sage ja nicht, dass sie nicht mitreden sollen, sondern weise nur daruaf hin, dass das nichts bringen wird. Oder denkst du etwas, sie koennen Gm ueberzeugen, am Ende doch nicht Opel zu bahelten?
In Frankreich wuerden gebauede brennen. Das kann schon sein. Aber das muss man sich nicht als Vorbild nehme. Die kriminelle Energie dort ist sehr gross.
ICh als MAnager wuerde diejenigen Anzegen, die mich widerrechtlich festhalten und der Gebaeudeinhaber sollte die auch verklegn. Man muss sich nicht alles bieten lassen.
Das hat mit Demokratire und Mitbestimmung n aemlich gar nichts zu tun, sondern ist einzig und allein ein krimineller Akt.
Wie man sich so etwas als Vorbild nehmen kann, ist mir schleierhaft..
Und die VAeter des Grundgesetzes haben bei Artikel 20 sicher nicht an Besetzung von Produktionsstaetten durch Arbeitnehmer gedacht. Ein VErweis auf Artikel 20 ist in dieser Situation realitaetsfremd.
Was die Aufforderung "Grundgesetz Artikel 20 lesen!" soll, geht mir nicht ganz in die Birne. Erst recht nicht im Zusammenhang mit der Bemerkung "In Frankreich würden schon ein paar Gebäude brennen und die GM-Repräsentanten wären gekidnappt". Diktatur des Proletariats?
Dann mal zu.
ICh sage ja nicht, dass sie nicht mitreden sollen, sondern weise nur daruaf hin, dass das nichts bringen wird. Oder denkst du etwas, sie koennen Gm ueberzeugen, am Ende doch nicht Opel zu bahelten?
In Frankreich wuerden gebauede brennen. Das kann schon sein. Aber das muss man sich nicht als Vorbild nehme. Die kriminelle Energie dort ist sehr gross.
ICh als MAnager wuerde diejenigen Anzegen, die mich widerrechtlich festhalten und der Gebaeudeinhaber sollte die auch verklegn. Man muss sich nicht alles bieten lassen.
Das hat mit Demokratire und Mitbestimmung n aemlich gar nichts zu tun, sondern ist einzig und allein ein krimineller Akt.
Wie man sich so etwas als Vorbild nehmen kann, ist mir schleierhaft..
Und die VAeter des Grundgesetzes haben bei Artikel 20 sicher nicht an Besetzung von Produktionsstaetten durch Arbeitnehmer gedacht. Ein VErweis auf Artikel 20 ist in dieser Situation realitaetsfremd.
Was die Aufforderung "Grundgesetz Artikel 20 lesen!" soll, geht mir nicht ganz in die Birne. Erst recht nicht im Zusammenhang mit der Bemerkung "In Frankreich würden schon ein paar Gebäude brennen und die GM-Repräsentanten wären gekidnappt". Diktatur des Proletariats?
Dann mal zu.
ICh sage ja nicht, dass sie nicht mitreden sollen, sondern weise nur daruaf hin, dass das nichts bringen wird. Oder denkst du etwas, sie koennen Gm ueberzeugen, am Ende doch nicht Opel zu bahelten?
In Frankreich wuerden gebauede brennen. Das kann schon sein. Aber das muss man sich nicht als Vorbild nehme. Die kriminelle Energie dort ist sehr gross.
ICh als MAnager wuerde diejenigen Anzegen, die mich widerrechtlich festhalten und der Gebaeudeinhaber sollte die auch verklegn. Man muss sich nicht alles bieten lassen.
Das hat mit Demokratire und Mitbestimmung n aemlich gar nichts zu tun, sondern ist einzig und allein ein krimineller Akt.
Wie man sich so etwas als Vorbild nehmen kann, ist mir schleierhaft..
Und die VAeter des Grundgesetzes haben bei Artikel 20 sicher nicht an Besetzung von Produktionsstaetten durch Arbeitnehmer gedacht. Ein VErweis auf Artikel 20 ist in dieser Situation realitaetsfremd.
Was die Aufforderung "Grundgesetz Artikel 20 lesen!" soll, geht mir nicht ganz in die Birne. Erst recht nicht im Zusammenhang mit der Bemerkung "In Frankreich würden schon ein paar Gebäude brennen und die GM-Repräsentanten wären gekidnappt". Diktatur des Proletariats?
Dann mal zu.
Völlig unverständlich!
Da wartet nun HartzIV auf die Jungens, und anstatt dankbar zu sein, dass solche Leute wie der Herr C. ihnen ein sorgenfreies Leben in prallem Luxus ermöglichen werden, wollen die rumpöbeln und aufmucken gegen die von Gott gegebene Ordnung!
Undankbar nenne ich das! Einfach undankbar!
Wahrscheinlich alles Raucher! Und Alkoholiker!
Also laut FAZ wollte Magna laut dem letzten bekannt gegebenen Stand ihres Konzepts europaweit knapp 11 000 der derzeit noch etwa 46 000 Stellen streichen. Das war offenbar ok, da auch die Betriebsräte um Herrn Franz und die Belegschaft den Verkauf an Magna wollten.
Jetzt verkündet GM, dass man Opel behalten und im Rahmen der Sanierung etwa 10.000 Stellen abbauen wolle. Und auf einmal schreit alles Zeter und Mordio, als wäre die Liquidation bekannt gegeben worden.
Sicher kann man über den Stil und das Geschäftsgebaren der GM-Führung streiten. Aber ob man jetzt von Pilatus oder Herodes gekreuzigt wird, bleibt sich im Endeffekt wohl gleich.
Für Magna dürfte es sogar besser sein, weil der aufkeimende Konflikt mit den Kunden jetzt wohl kein Thema mehr ist.
Also laut FAZ wollte Magna laut dem letzten bekannt gegebenen Stand ihres Konzepts europaweit knapp 11 000 der derzeit noch etwa 46 000 Stellen streichen. Das war offenbar ok, da auch die Betriebsräte um Herrn Franz und die Belegschaft den Verkauf an Magna wollten.
Jetzt verkündet GM, dass man Opel behalten und im Rahmen der Sanierung etwa 10.000 Stellen abbauen wolle. Und auf einmal schreit alles Zeter und Mordio, als wäre die Liquidation bekannt gegeben worden.
Sicher kann man über den Stil und das Geschäftsgebaren der GM-Führung streiten. Aber ob man jetzt von Pilatus oder Herodes gekreuzigt wird, bleibt sich im Endeffekt wohl gleich.
Für Magna dürfte es sogar besser sein, weil der aufkeimende Konflikt mit den Kunden jetzt wohl kein Thema mehr ist.
Ich kann mich des Eindrucks nicht ganz erwehren, als würde der Betriebsrat von Opel hier eher seine eigenen Pfründe schwinden sehen. Das mag ein Grund sein, jetzt zu demonstrieren, aber kein legitimer. Jetzt zu demonstrieren und weitere Kosten zu verursachen wäre auch aus betriebsBERATERISCHER Sicht dumm, weil es weder dem Unternehmen noch den Mitarbeitern nutzt. Hier scheint der Opel-Betriebsrat doch etwas aus dem Ruder gelaufen zu sein, denn ein Streik wäre jetzt pure Willkür. Es ist GMs legitimes Recht, Opel NICHT zu verkaufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das dem Betriebsrat oder der Bundesregierung passt oder nicht. So langsam entwickelt sich das Verhalten des Betriebsrates und auch das der Bundesregierung zu einem Kasperletheater - aus unterschiedlichen Gründen, aber mit ähnlichem Ergebnis.
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