Opel-Poker Sanierung dürfte GM 8,5 Milliarden Dollar kosten
Experten gehen davon aus, dass GM nicht über die Mittel zur Opel-Sanierung verfügt. Der Konzern habe die Kosten bisher um rund 3,5 Milliarden Dollar unterschätzt.
© Philippe Lopez/AFP/Getty Images

Nach der Entscheidung Opel zu behalten, ergeben sich für General Motors-Chef Fritz Henderson nach Experteneinschätzungen neue Geldsorgen
Die Sanierung des angeschlagenen Autobauers Opel könnte nach Experten-Einschätzung deutlich teurer werden als bislang bekannt. Die US-Ratingagentur Moody's bezifferte die Sanierungskosten am Montag auf 8,5 Milliarden Dollar, das sind mehr als fünf Milliarden Euro, wie Moody's mitteilte. Die Opel-Mutter General Motors (GM) hatte die Kosten dagegen bislang auf drei Milliarden Euro beziffert. Der Opel-Betriebsrat hatte schon früher erklärt, dieser Betrag würde bei weitem nicht reichen.
GM verfügt nach Einschätzung von Moody's trotz der Milliardenhilfen der US-Regierung nicht über ausreichend Liquidität, um das eigene Geschäft und die Sanierung von Opel zu stemmen. Insofern stehe GM vor der gleichen Ausgangslage, wie zu Beginn der Verkaufsverhandlungen: Opel zu behalten sei für GM zwar strategisch sinnvoll, gleichzeitig fehlten dem Konzern aber die Mittel, um die notwendige Sanierung zu finanzieren.
Mit Opel behält GM einen vor allem wegen seiner Kleinwagenkompetenz wichtigen Geschäftsbereich, der auch für den US-Markt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zudem ermöglicht die europäische Tochter GM, die Entwicklungskosten über eine größere Stückzahl zu streuen und mit einer größeren Einkaufsmacht mit Zulieferern zu verhandeln.
Nach Ansicht von Moody's wird sich der US-Konzern, dessen Führungsspitze derzeit in Rüsselsheim über einen Zukunftsplan für die Tochter berät, massiv um Hilfen der deutschen und anderer europäischer Regierungen bemühen. Dazu werden die Amerikaner womöglich zu Zugeständnissen in Sachen Arbeitsplatzabbau bereit sein und weniger Stellen streichen als der ursprüngliche Sanierungsplan vorsah.
Daneben muss GM nach Meinung der Ratingagentur aber auch erhebliche Anstrengungen unternehmen, um die Wogen in den Beziehungen mit Vertretern von Politik und Gewerkschaften in Deutschland zu glätten. Das Hin und Her in den Bieterverhandlungen und die Entscheidung gegen den Verkauf an den Zulieferer Magna im Verbund mit der russischen Sberbank hatten für erheblichen Unmut gesorgt. Moody's hält jedoch ein gewisses Entgegenkommen aus Deutschland für möglich. Sollten die europäischen Regierungen jedoch insgesamt ihre Unterstützung versagen, könne sich GM schon bald wieder gezwungen sehen, auf die Suche nach einem Bieter für das Europa-Geschäft zu gehen.
Derweil plant die EU-Kommission in Brüssel ein neues Minister-Treffen zur Zukunft Opels. "Wir prüfen, ob es möglich ist, ein solches Treffen abzuhalten", sagte der Sprecher des EU-Industriekommissars Günter Verheugen am Montag.
Solche Treffen der verantwortlichen Fachminister aus den von der Opel-Krise betroffenen EU-Ländern hatte es in der Vergangenheit bereits öfter gegeben. Ziel war eine europäische Koordinierung.
Zu Spekulationen, wonach diese Zusammenkunft bereits an diesem Donnerstag stattfinden könnte, nahm Verheugens Sprecher keine Stellung.
- Datum 09.11.2009 - 16:09 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 6
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





"Experten gehen davon aus, dass GM nicht über die Mittel zur Opel-Sanierung verfügt. Der Konzern habe die Kosten bisher um rund 3,5 Milliarden Dollar unterschätzt."
Ach nee, wird hier der deutsche Michel schon wieder ganz vorsichtig darauf eingestimmt, für amerikanisches Mißmanagement aufkommen zu müssen? Langsam reicht's...
Mir reichts schon lange!!
Es reicht nicht langsam. Es reicht schon sehr lange: spätestens seit der Anmaßung unserer jeweiligen Kanzler/in und der Ministerriege mehr Sachverstand zu haben als der Markt und ins Marktgeschehen mit Steuermiliarden einzugreifen. Ausnahme war der H.Gutenberg.
Ich hoffe die EU behält den Durchblick und versagt den deutschen Alleingänge.
Die Politiker unserer Nachbarn im hohen Norden sind anscheinend schlauer wie die unsrigen. Die haben keine Steuergelder in den Sand gesetzt sondern errechnet, das es für das den Staat billiger sei 4 Jahre Arbeitslosengeld u.d.g. zu bezahlen als GM Steuergelder nachzuwerfen. In 4 Jahren hätten sie dann Alternativen entwickelt.
Wenn Opel ein so fantastisches Auto wäre, warum werden diese nicht gekauft ? Gewinner der der Abwrackprämie als meistverkauftes Auto laut(Quelle CAR-Universität Duisburg-Essen) ist mit Platz 1 Dacia und nicht Opel ? Ich jedenfalls habe nie und werde nie einen Opel kaufen.
Mir reichts schon lange!!
Es reicht nicht langsam. Es reicht schon sehr lange: spätestens seit der Anmaßung unserer jeweiligen Kanzler/in und der Ministerriege mehr Sachverstand zu haben als der Markt und ins Marktgeschehen mit Steuermiliarden einzugreifen. Ausnahme war der H.Gutenberg.
Ich hoffe die EU behält den Durchblick und versagt den deutschen Alleingänge.
Die Politiker unserer Nachbarn im hohen Norden sind anscheinend schlauer wie die unsrigen. Die haben keine Steuergelder in den Sand gesetzt sondern errechnet, das es für das den Staat billiger sei 4 Jahre Arbeitslosengeld u.d.g. zu bezahlen als GM Steuergelder nachzuwerfen. In 4 Jahren hätten sie dann Alternativen entwickelt.
Wenn Opel ein so fantastisches Auto wäre, warum werden diese nicht gekauft ? Gewinner der der Abwrackprämie als meistverkauftes Auto laut(Quelle CAR-Universität Duisburg-Essen) ist mit Platz 1 Dacia und nicht Opel ? Ich jedenfalls habe nie und werde nie einen Opel kaufen.
Mir reichts schon lange!!
Es reicht nicht langsam. Es reicht schon sehr lange: spätestens seit der Anmaßung unserer jeweiligen Kanzler/in und der Ministerriege mehr Sachverstand zu haben als der Markt und ins Marktgeschehen mit Steuermiliarden einzugreifen. Ausnahme war der H.Gutenberg.
Ich hoffe die EU behält den Durchblick und versagt den deutschen Alleingänge.
Die Politiker unserer Nachbarn im hohen Norden sind anscheinend schlauer wie die unsrigen. Die haben keine Steuergelder in den Sand gesetzt sondern errechnet, das es für das den Staat billiger sei 4 Jahre Arbeitslosengeld u.d.g. zu bezahlen als GM Steuergelder nachzuwerfen. In 4 Jahren hätten sie dann Alternativen entwickelt.
Wenn Opel ein so fantastisches Auto wäre, warum werden diese nicht gekauft ? Gewinner der der Abwrackprämie als meistverkauftes Auto laut(Quelle CAR-Universität Duisburg-Essen) ist mit Platz 1 Dacia und nicht Opel ? Ich jedenfalls habe nie und werde nie einen Opel kaufen.
...und versagt den deutschen Alleingänge."
Das hat sie bereits. Sie sagte, Deutschland müße das gleiche Subventionsangebot wie Magna jedem Eigentümer machen also auch GM.
fühlen sich ja auch der Allgemeinheit verpflichtet. Da ist es natürlich leicht, vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Wenn man hingegen ideologisch aufgeladen ist ...
...und versagt den deutschen Alleingänge."
Das hat sie bereits. Sie sagte, Deutschland müße das gleiche Subventionsangebot wie Magna jedem Eigentümer machen also auch GM.
fühlen sich ja auch der Allgemeinheit verpflichtet. Da ist es natürlich leicht, vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Wenn man hingegen ideologisch aufgeladen ist ...
...und versagt den deutschen Alleingänge."
Das hat sie bereits. Sie sagte, Deutschland müße das gleiche Subventionsangebot wie Magna jedem Eigentümer machen also auch GM.
Also wenn man den Fachleuten Glauben schenken darf, dann gibt es weltweit und in Europa Überkapazitäten in der Automobilindustrie.
Wenn das wirklich so ist, dann frage ich mich einfach, wo die Kapazitäten abgebaut werden sollen.
Jeder, der schon mal in einem internationalen Unternehmen miterlebt hat, wie Überkapazitäten abgebaut werden, der wird feststellen, dass das nie ganz klar sein kann, wo abgebaut werden muss. Das kann nie eine absolut objektive Entscheidung sein, denn niemand kann die Zukunft genau vorhersehen.
Es sollte doch jeder froh sein, dass es so ein klares Bild gibt, dass die Kapazitäten bei Opel abgebaut werden müssen.
fühlen sich ja auch der Allgemeinheit verpflichtet. Da ist es natürlich leicht, vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Wenn man hingegen ideologisch aufgeladen ist ...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren