GM-Europachef Reilly will alle Opel-Werke erhalten

Der neue Europa-Chef von General Motors will einem Zeitungsbericht zufolge Opel sanieren, ohne Standorte zu schließen. Allerdings werde man Kapazitäten abbauen.

Der neue Chef von General Motors (GM) in Europa, Nick Reilly, will offenbar alle Opel-Fabriken in Europa erhalten. "Wir müssen überhaupt keine Standorte schließen. Was wir tun müssen, ist einen Teil der Kapazität abzubauen", sagte Reilly der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Das sei auf verschiedenen Wegen möglich. Es sei jedoch nicht notwendig, Werke zu schließen.

Bereits am Dienstag hatte Reilly in London versprochen, die Standorte Luton und Ellesmere Port in Großbritannien hätten eine "gute Zukunft". Nachdem der britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson finanzielle Unterstützung zugesagt hatte, kündigte Reilly an, für den ursprünglichen Plan, 800 Stellen an britischen Standorten zu streichen, gebe es "Spielraum".

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Damit rückt der neue GM-Europa-Chef von früheren Plänen ab. Der letzte Sanierungsplan für Opel vom Juni dieses Jahres sah vor, mindestens drei Werke in Europa zu schließen, darunter Bochum, Eisenach und Antwerpen. Nun hofft GM jedoch auf die Unterstützung der europäischen Regierungen. GM will Opel mithilfe von Staatskrediten finanzieren und nimmt Rücksicht auf die Interessen der Politik.

Reilly kündigte an, Details zur Sanierung von Opel in wenigen Wochen vorzulegen. "Dann müssen wir den Sanierungsplan bis spätestens Mitte Dezember vollenden und veröffentlichen", sagte der Manager der FAZ. Den binnen eines Jahres notwendigen Stellenabbau bezifferte er auf 9000 bis 10.000 der insgesamt 46.000 Stellen in Europa.

Im Jahr 2011 soll Opel den Worten Reillys zufolge wieder schwarze Zahlen schreiben. 2013 könnte der Autobauer dann wieder einen "ordentlichen Gewinn" erzielen. Den Verzicht der Belegschaft auf jährlich 265 Millionen Euro Lohn hält Reilly für ausreichend.

 
Leser-Kommentare
  1. Oh, da scheint die Sonne ... Euphoriekurs mit 1 abgeschlossen und nun von "gute(r) Zukunft", "Spielraum" bzgl. der Streichung von Stellen und ""ordentlichen Gewinn(en)" sprechen. Respekt! Man muss nur leider immer dazu sagen, dass wir von Opel sprechen, nicht von der deutschen Waffenindustrie.
    Na ja, ich denke, dass die Causa ohnehin bald verfilmt wird, die Promotiontour läuft ja nun schon über ein Jahr ...
    Die Definition von "paradox" wird übrigens bald geändert und durch folgendes Beispiel ersetzt, welches nun schon oft erlebt werden konnte:
    Lohnverzicht der Angestellten, Staatshilfe und ... Prämien für die obere Etage. Das scheint ein modernes Mittel zur Verlängerung der Agonie von fast beliebigen Unternehmen zu sein. Komisch, bei der HRE hat noch niemand auf den Lohn verzichtet ...

  2. 2. Tor

    In allein relevanter politischer und nicht zuvorderst pervertiert in ökonomischer Perspektive betrachtet, stehen Mister Reilly ohnehin sämtliche Tore zur Arbeit offen und es entbehrt daher jeglicher Aufrüstung bis Mitte Dezember allemal. Den Imperativ "you'll never walk alone!" lesen zwar Hools in englischen Stadien anlässlich dortiger sportiver Veranstaltungen anders und liegen sich regelmäßig tränenüberströmt gegenseitig in den Armen. Indes jenes äußerst kuriose Verhalten zum Maßstab zu erheben, bleibt nach wie vor abseitig. Demgegenüber liest beispielsweise der deutsche Bundespräsident mit einer sozialen Herkunft nicht nur seiner Ahnen nahe des Schwarzen Meers den Imperativ in der Weise, hurtig sich zu disziplinieren und nie Alleingänge zu versuchen. Polemisch in der sportiven Analogie eines Sepp Herberger gesagt: Vor dem Spiel ist stets nicht nach dem Spiel!

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