Energiekosten Vattenfall und EWE erhöhen Strompreise

Millionen von Stromkunden müssen 2010 deutlich mehr für ihren Strom zahlen: Neben Vattenfall und EWE wollen offenbar auch rund 40 Stromanbieter ihre Preise erhöhen.

Strom wird teurer: Sowohl der Energieversorger Vattenfall Europe als auch die Oldenburger EWE teilten mit, dass sie ihre Strompreise erhöhen werden.

Vattenfall kündigte für die Kunden in Hamburg und Berlin eine Preiserhöhung um bis zu 8,9 Prozent an. Für Privatkunden werden die Grundversorgungstarife zum 1. Januar 2010 in Berlin um 5,9 Prozent und in Hamburg um 4,4 Prozent angehoben. Gewerbekunden zahlen in beiden Metropolen 8,9 Prozent mehr. Es ist die erste Anhebung Vattenfalls seit zweieinhalb Jahren.

Kunden der EWE müssen ab Januar im Schnitt 14 Prozent mehr bezahlen. Als Grund nannten sowohl der fünftgrößte deutsche Versorger als auch der Vattenfall-Konzern höhere Kosten für erneuerbare Energien sowie gestiegene Netzentgelte und Einkaufspreise. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Aber er hat auch seinen Preis", betonte EWE. Vattenfall wiederum rechnete vor, dass die Förderung der erneuerbaren Energien den Strompreis in den vergangenen drei Jahren um 5 bis 6 Prozent verteuert habe.

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Die Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Bärbel Höhn, wies dagegen darauf hin, dass die meisten der 800 Stromanbieter ihre Preise zum Jahreswechsel stabil halten wollten. Das deute darauf hin, dass unternehmensinterne Gründe für die Preiserhöhung bei Vattenfall ausschlaggebend gewesen seien. "Die Kosten für erneuerbare Energie sind für alle Energieversorger gleich".

Auch der Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Björn Klusmann, wies die Darstellung Vattenfalls zurück: "Die erneuerbaren Energien sind nicht die Kostentreiber, wie man an der Preisentwicklung der letzten Jahre sehen kann. Sie haben im Gegenteil einen kostensenkenden Effekt an der Strombörse." Die neue Umlage im Gesetz für die erneuerbaren Energien (EEG) dürfe von den Stromkonzernen deshalb nicht zum Anlass für Strompreiserhöhungen genommen werden. Sie enthalte zudem erstmals Kostenbestandteile, die vorher in den Netzentgelten enthalten waren. "Diese müssen jetzt entsprechend sinken".

Die beiden größten deutschen Versorger, E.on und RWE, ziehen hingegen zunächst nicht mit. "Wir halten unseren Strom- und Gaspreis über den Jahreswechsel hinaus stabil", sagte ein E.on-Sprecher. RWE will nach Angaben einer Sprecherin die Strompreise in seinem Stammgebiet Nordwestdeutschland ebenfalls vorerst konstant halten.

Doch nicht nur die größten deutschen Energiekonzerne, sondern auch mindestens 46 regionale Versorger wollen offenbar ihre Strompreise erhöhen – im Durchschnitt um 4,7 Prozent und maximal bis zu 10,7 Prozent. Das berichtet das Verbraucherportal Toptarif.de. Ein ähnliches Ergebnis ermittelte das Portal Verivox.de. Danach heben mindestens 40 Stromanbieter die Preise um durchschnittlich 5 Prozent an. Laut Verivox bedeutet dies für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr Mehrkosten von 46 Euro.

Vor allem die Energieriesen wie E.on, RWE und Vattenfall hatten in den vergangenen Jahren den zunehmenden Wettbewerb auf dem Strommarkt deutlich zu spüren bekommen. Nach Preiserhöhungen kehrten zahlreiche Kunden den Regionalversorgern der Konzerne den Rücken.

Dagegen hat die Bereitschaft der Kunden zum Wechsel des Anbieters deutlich zugenommen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wechselten im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Stromkunden ihren Anbieter nach 1,3 Millionen im Jahr zuvor.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Nein!

    Beim Bund der Energieverbraucher das passende Formular herunterladen und der Erhöhung wiedersprechen. Den alten Betrag monatlich überweisen.
    Der Versorger muss per Gesetz nachweisen, dass die Preise angemessen sind.
    Das können die meisten nicht.
    Die Gründe der Erhöhungen sind vorgeschoben - man sehe sich die satten Gewinne der Energiekonzerne an.
    Solange die Politik denen nicht das Handwerk legt, machen sie weiter.
    Diese Privatisierung gibt einen Vorgeschmack auf das, was der schneidige Rösler vorhat.

    • TDU
    • 18.11.2009 um 18:36 Uhr

    Glück gehabt. Ich glaube, ich wohne im Gebiet der 800 übrigen Versorger. Und dass die Kosten für die Einspeisung überall gleich sein sollen?. Hängt das nicht von der Bezugsmenge ab?.

    Den Begüterten unter den Klima Schützern wirds egal sein. Die anderen verbrauchen ja alle eh zuviel, nicht wahr? Und da die Abgeordneten wegen ihrer Arbeit ja mindesten 16 Stunden ausser Haus sind, also den Strom bezahlt kriegen, gehen die sicher von der vermutlich niedrigen eigenen Stromrechnung aus.

    Was soll man dazu sonst noch sagen. Ich glaube, es wird nirgendwo so getrickst, gelogen und verbogen wie im Mehrwertsteuer - und Subventions - intensiven Energiebereich.

    Man ist ja auch in der Zwickmühle. Einerseits spart man wo man kann, und andererseits braucht die Staatskasse Geld.

    Also fleißig Kommentare schreiben, kostet Strom und Kleinvieh macht ja auch Mist.

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    • fs
    • 18.11.2009 um 19:27 Uhr

    "Den Begüterten unter den Klima Schützern wirds egal sein."

    Die Klimaschützer sind schon längst zu einem Ökostrom-Anbieter gewechselt und sparen dadurch (denn man zahlt nur die tatsächlichen Stromkosten und nicht denn Gewinn der Konzerne). Es steht jedem frei, das zu tun - auch den Nicht-Klimaschützern.

    Ich glaube, Vattenfall schießt sich noch irgendwann ins eigene Knie.

    • fs
    • 18.11.2009 um 19:27 Uhr

    "Den Begüterten unter den Klima Schützern wirds egal sein."

    Die Klimaschützer sind schon längst zu einem Ökostrom-Anbieter gewechselt und sparen dadurch (denn man zahlt nur die tatsächlichen Stromkosten und nicht denn Gewinn der Konzerne). Es steht jedem frei, das zu tun - auch den Nicht-Klimaschützern.

    Ich glaube, Vattenfall schießt sich noch irgendwann ins eigene Knie.

  2. ...was man dann in "zähen Verhandlungen" mit der Regierung wg. den Laufzeiten der Kernkraftwerke wieder herunter gehen kann um dem Wähler.
    Somit kann die CDU es als Erfolg verkaufen, dass die Verlängerung der AKW Zeiten die Preise gedrückt hat und die Energieversorger können wieder Rekordgewinne einfahren.

    • fs
    • 18.11.2009 um 19:27 Uhr

    "Den Begüterten unter den Klima Schützern wirds egal sein."

    Die Klimaschützer sind schon längst zu einem Ökostrom-Anbieter gewechselt und sparen dadurch (denn man zahlt nur die tatsächlichen Stromkosten und nicht denn Gewinn der Konzerne). Es steht jedem frei, das zu tun - auch den Nicht-Klimaschützern.

    Ich glaube, Vattenfall schießt sich noch irgendwann ins eigene Knie.

    Antwort auf "Glück gehabt"
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    • TDU
    • 18.11.2009 um 20:51 Uhr

    Zugegeben, ein bißchen Polemik war dabei. Seit der 5 Mark Benzin Kampagne und der Ökosteuer habe ich das Gefühl, die Grünen und manche ihrer Wähler gehen davon aus, Preiserhöhungen im Energiebereich würden nur den Oel- und Benzinpreis verteuern.

    Deswegen finde ich das "800 andere" Argument zu läppisch. Das kann man bei Luxusgütern verwenden, "billige Schuhe kriegste auch", aber Strom gehört nun mal zur Grundversorgung.

    Mein Stromversorger ist so viel teurer nicht, ist aber großzügig bei Leistungsschwankungen meinerseits.

    Ihr Argument bezüglich der Gewinnerzielung verstehe ich allerdings nicht. Mit freundlichem Gruß

    • TDU
    • 18.11.2009 um 20:51 Uhr

    Zugegeben, ein bißchen Polemik war dabei. Seit der 5 Mark Benzin Kampagne und der Ökosteuer habe ich das Gefühl, die Grünen und manche ihrer Wähler gehen davon aus, Preiserhöhungen im Energiebereich würden nur den Oel- und Benzinpreis verteuern.

    Deswegen finde ich das "800 andere" Argument zu läppisch. Das kann man bei Luxusgütern verwenden, "billige Schuhe kriegste auch", aber Strom gehört nun mal zur Grundversorgung.

    Mein Stromversorger ist so viel teurer nicht, ist aber großzügig bei Leistungsschwankungen meinerseits.

    Ihr Argument bezüglich der Gewinnerzielung verstehe ich allerdings nicht. Mit freundlichem Gruß

  3. Das ist eine richtig gute Nachricht, und zwar für ausnahmslos alle! Denn: 1. Es gibt wieder einen Grund mehr, den Anbieter zu wechseln, das bewegt hoffentlich auch viele, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. 2. Vattenfall verliert weiter an Vertrauen und Sympathie in Bevölkerung und Politik (falls sie überhaupt noch etwas davon haben). 3. Die ach so glaubwürdige Ankündigung der schwarz-gelben Koalition, die Verlängerung der Atomlaufzeiten würde bei den Atomstromkonzernen auf Entgegenkommen treffen (z.B. durch Preissenkungen!), hat sich, wie von den meisten sicher eh erwartet, als reinste Propaganda und Wählerverarsche herausgestellt! Man hat also mal wieder gesehen, wie richtig und klug die Argumente der Atomlobbyisten sind. Wenn jetzt noch jemand glaubt, Atomlaufzeitverlängerung wäre auch im Interesse des Stromverbrauchers....dem ist dann auch nicht mehr zu helfen.

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    ...wenn ich den Stromanbieter wechseln könnte!
    Ich beziehe den damals viel beworbenen Wärmestrom zum Nachttarif und bin dem Stromanbieter hilflos ausgeliefert.
    Ich hoffe auf die Politik und auf die Gerichte, Kartellverfahren etc..

    Die lokalen Stromversorger werden erst übernommen, Arbeitsplätze dann durch Zentralisierung abgebaut.
    In der lokalen Presse steht davon nichts, dafür aber ganzseitig auf der ersten Seite ein Bericht über ein E.ON Reitturnier, Lobbyarbeit sei Dank...

    ...wenn ich den Stromanbieter wechseln könnte!
    Ich beziehe den damals viel beworbenen Wärmestrom zum Nachttarif und bin dem Stromanbieter hilflos ausgeliefert.
    Ich hoffe auf die Politik und auf die Gerichte, Kartellverfahren etc..

    Die lokalen Stromversorger werden erst übernommen, Arbeitsplätze dann durch Zentralisierung abgebaut.
    In der lokalen Presse steht davon nichts, dafür aber ganzseitig auf der ersten Seite ein Bericht über ein E.ON Reitturnier, Lobbyarbeit sei Dank...

    • TDU
    • 18.11.2009 um 20:51 Uhr

    Zugegeben, ein bißchen Polemik war dabei. Seit der 5 Mark Benzin Kampagne und der Ökosteuer habe ich das Gefühl, die Grünen und manche ihrer Wähler gehen davon aus, Preiserhöhungen im Energiebereich würden nur den Oel- und Benzinpreis verteuern.

    Deswegen finde ich das "800 andere" Argument zu läppisch. Das kann man bei Luxusgütern verwenden, "billige Schuhe kriegste auch", aber Strom gehört nun mal zur Grundversorgung.

    Mein Stromversorger ist so viel teurer nicht, ist aber großzügig bei Leistungsschwankungen meinerseits.

    Ihr Argument bezüglich der Gewinnerzielung verstehe ich allerdings nicht. Mit freundlichem Gruß

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    • fs
    • 18.11.2009 um 22:29 Uhr

    Zumindest Greenpeace Energy ist eine Genossenschaft. Das Unternehmen selbst hält nur einen symbolischen Anteil von 55 Euro, an die anderen Anteilseigner (die Kunden, die Anteile kaufen) wird keine Rendite ausgeschüttet. Das heißt, Ziel des Stromanbieters ist es nicht, den Gewinn zu maximieren, sondern in erneuerbare Energien zu investieren und gleichzeitig möglichst günstigen Strom zu liefern.
    Freundliche Grüße zurück.

    • fs
    • 18.11.2009 um 22:29 Uhr

    Zumindest Greenpeace Energy ist eine Genossenschaft. Das Unternehmen selbst hält nur einen symbolischen Anteil von 55 Euro, an die anderen Anteilseigner (die Kunden, die Anteile kaufen) wird keine Rendite ausgeschüttet. Das heißt, Ziel des Stromanbieters ist es nicht, den Gewinn zu maximieren, sondern in erneuerbare Energien zu investieren und gleichzeitig möglichst günstigen Strom zu liefern.
    Freundliche Grüße zurück.

    • fs
    • 18.11.2009 um 22:29 Uhr
    7.

    Zumindest Greenpeace Energy ist eine Genossenschaft. Das Unternehmen selbst hält nur einen symbolischen Anteil von 55 Euro, an die anderen Anteilseigner (die Kunden, die Anteile kaufen) wird keine Rendite ausgeschüttet. Das heißt, Ziel des Stromanbieters ist es nicht, den Gewinn zu maximieren, sondern in erneuerbare Energien zu investieren und gleichzeitig möglichst günstigen Strom zu liefern.
    Freundliche Grüße zurück.

    Antwort auf "Zugegeben"
  4. würden in 100 Jahren nur noch 1 Ws im Jahr verbrauchen, so würden wir dann mehr zahlen müssen, als heute für 5000 KWh.

    Das mit dem Energiesparen wird für den Verbraucher zu keinen Kostensenkungen führen. Die Oligopole müssen in jedem Jahr mehr verdienen. Also wird das teuer bezahlte Energiesparen zu noch höheren Strompreisen führen.

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