General Motors

Europa-Zentrale zieht nach Rüsselsheim

Kleiner Sieg für Opel. General Motors verlegt seine Europa-Zentrale von Zürich nach Rüsselsheim, um sich stärker auf das Tochterunternehmen zu konzentrieren.

In Rüsselsheim befindet sich das Opel-Stammwerk mit rund 15.600 Mitarbeitern

In Rüsselsheim befindet sich das Opel-Stammwerk mit rund 15.600 Mitarbeitern

"Wir wollen damit die Marke Opel und den Standort stärken", sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag zu den Umzugsplänen. Nach dem Verkauf von Saab wolle sich General Motors  (GM) in Europa nun auf Opel, die ihren Stammsitz in Rüsselsheim hat, sowie auf die Marke Chevrolet konzentrieren.

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Seit Mitte der 1980er Jahre hatte der Konzern seine Europa-Zentrale in der Schweiz. "Mit dem Verkauf der Tochter Saab hat die Mehrmarken-Strategie von GM nicht mehr gegriffen", erklärte der Sprecher die Entscheidung. Nun wolle man für Opel die Verwaltung, Entwicklung und Produktion in Rüsselsheim zusammenführen.

Der Umzug der rund 150 GM-Mitarbeiter aus Zürich hat bereits begonnen und soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Nur noch die Verwaltung der GM-Tochter Chevrolet sowie von Opel Schweiz soll dann in Zürich sitzen.

Der Betriebsrat begrüßte die GM-Entscheidung zum Umzug. Er erneuerte zugleich seine Forderung nach einer Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine Aktiengesellschaft, damit Opel mehr Eigenständigkeit erhält. GM-Chef Fritz Henderson hatte dies jedoch bei seinem Besuch in der vergangenen Woche abgelehnt. "Ich bin mir einfach nicht sicher, ob das (die AG) der richtige Weg ist, um erfolgreich zu werden", begründete er seine Entscheidung.

Sanierung wird teurer als erwartet

Experten werten den Standortwechsel als Reaktion auf die öffentliche Kritik, die der US-Konzern nach dem an dem Hin und Her um die Opel-Zukunft einstecken musste. Nach längerem Gezerre hatte GM Anfang November entschieden, Opel zu behalten und nicht wie geplant an den Zulieferer Magna zu verkaufen. Der Konzern will seine Tochter nun aus eigener Kraft sanieren.   

Die Sanierung wird nach Angaben des Opel-Aufsichtsrates und IG-Metall-Chefs von Hessen, Armin Schild, teurer als von GM bislang erwartet. Statt der eingeplanten drei Milliarden Euro koste die Restrukturierung von Opel mindestens sieben Milliarden Euro, sagte Schild der Wirtschaftswoche

Nach Meinung der Experten habe Opel jedoch weniger ein Kosten-, als vielmehr ein Produktproblem und muss dringend seine Modellpalette erweitern. "Da werden die Modelle Astra und Insignia bei Weitem nicht ausreichen", sagte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach dem Branchenblatt Automobilwoche. Der Konzern müsse eine auf einem GM-weiten Modulbaukasten aufsetzende Produktstrategie entwickeln.

Mit der Opel-Sanierung ist auch ein Managerwechsel verbunden. Bis Ende des Jahres soll ein neuer Aufsichtsratschef für Opel gefunden sein, berichtete die Welt am Sonntag. Der bisherige GM-Europachef und Vorsitzende des Aufsichtsrats, Carl-Peter Forster, war nach Absage des Opel-Verkaufs zum indischen Tata-Konzern gewechselt.

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Leser-Kommentare

  1. Zitat: "Seit Mitte der 1980er Jahre hatte der Konzern seine Europa-Zentrale in der Schweiz."
    Richtig! Vorher war er in Rüsselsheim. Den Schwachsinn hätten die Kommunisten auch nicht besser hingekriegt. Ob Staatswirtschaft oder Weltkonzern: Sie haben viel Gemeinsamkeiten!

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  • Datum 14.11.2009 - 17:44 Uhr
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Automobilindustrie | USA | Deutschland
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