Banken Commerzbank drängt Vorstände zu langfristigem Erfolg
Das teilverstaatlichte Institut hat seine Vergütungsregeln für Spitzenmanager geändert. Künftig gibt es eine Obergrenze für Bezüge sowie eine Bonus-Malus-Regel.
Die Commerzbank will den variablen Anteil des Gehalts ihrer Spitzenmanager künftig nach dem Aktienkurs sowie der finanziellen Entwicklung des Geldhauses bestimmen. Wie das Institut mitteilte, sinkt damit der Anteil der kurzfristig orientierten variablen Vergütung deutlich. Für die Bezüge der Vorstände wurde zudem eine Obergrenze vereinbart sowie eine sogenannte Bonus-Malus-Regel eingeführt. Das bedeutet, dass die Manager mit finanziellen Einbußen rechnen müssen, sollten bestimmte Ziele nicht erreicht werden.
Mit dieser Neuregelung schließt die Commerzbank den Umbau ihres Vergütungssystems ab. Sie erfüllt damit Auflagen des Bundes für die Gewährung von Milliardenhilfen. Der staatliche Banken-Rettungsfonds Soffin hatte der Commerzbank 18,2 Milliarden Euro frisches Kapital zugeschossen und ist seither mit 25 Prozent plus einer Aktie größter Aktionär. Der weitaus größte Teil der Hilfen floss in Form einer stillen Einlage, mit der der Bund keine Mitbestimmungsrechte bekommt.
Zahlt die Commerzbank für diese stille Einlage im kommenden Jahr erneut keine Zinsen, ist das Gehalt der Vorstände auf 500.000 Euro gedeckelt. Für 2008 und 2009 war die Vergütung bereits auf diese Summe begrenzt, weil es die Vereinbarung mit dem Soffin so vorgesehen hatte.
Weltweit ist eine heftige Debatte um überhöhte Boni für Banker in Gang. Exzesse in deren Bezahlung gelten als eine Ursache der Finanzkrise, die zahlreiche Banken geschwächt hat und Regierungen Milliarden Euro kostete. Zudem wächst in der Öffentlichkeit der Unmut darüber, dass Bankmanager schon wieder üppige Boni erhalten, während die Steuerzahler für die Verluste der Banken einstehen müssen. Die britische Regierung hatte vor wenigen Tagen eine Zusatzsteuer von 50 Prozent auf Bonuszahlungen über 28.000 Euro angekündigt.
- Datum 16.12.2009 - 15:40 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





es erinnert irgendwie an die Jahre 1789 ff., die für viele
nicht gut endeten, weil der 3. Stand Nägel mit 'Köpfen' machte... ;-)
Der Auslöser war übrigens eine Finanzkrise...
Obwohl der vorgestrige Kurzbericht 29/2009 des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) als einer Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit deshalb sich gleichsam im Giftschrank befindet, weil er den Begriff Aktivierung unwissenschaftlich nutzt, nimmt diesen die halbstaatliche Commerzbank ganz offensichtlich in sich auf. Das wirft die Frage auf, weshalb der Giftschrank des IAB der Commerzbank zugänglich ist und warum sie sich dort nach Belieben bedienen darf.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren