Software-Industrie US-Wettbewerbshüter verklagen Chip-Riesen Intel
Erneut schwere Vorwürfe gegen Intel: Der Konzern soll seine Dominanz missbraucht und den Wettbewerb auf dem Chip-Markt mehr als zehn Jahre lang unterdrückt haben.
Die US-Regierung hat den weltgrößten Chiphersteller Intel wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens verklagt. Intel habe ein Jahrzehnt lang seine Marktdominanz missbraucht, um Konkurrenten zu verdrängen und seine Monopolstellung zu sichern, erklärte die staatliche Wettbewerbsbehörde FTC. Das Verfahren soll im September kommenden Jahres beginnen. Die FTC rechnet mit einem Abschluss gegen Ende 2010.
Die Kartellwächter warfen Intel vor "Wettbewerb erstickt und sein Monopol gestärkt" zu haben. Der Chip-Riese habe Computerhersteller mit Drohungen und Anreizen dazu bringen wollen, keine Konkurrenzprodukte zu kaufen. Überdies habe das Unternehmen Software konzipiert, durch die die Leistung der Chips anderer Anbieter beeinträchtigt werde.
Intels Vorgehen sei Teil einer systematischen Kampagne, "überlegene Produkte von Wettbewerbern auszubremsen", die eine Bedrohung für den Marktanteil des Unternehmens darstellten, teilte die FTC mit. Der Chip-Pionier "tritt die Prinzipien des Fair Play und die Gesetze zum Schutz des Wettbewerbs mit Füßen", kritisierte Richard Feinstein von der Wettbewerbsbehörde.
Weltweit sind 80 Prozent aller Computer mit Intel-Hauptprozessoren ausgerüstet. Als Reaktion auf die Klage büßten die Aktien des Konzerns an der New Yorker Börse rund zwei Prozent ein. Dagegen legten die Titel des Erzrivalen AMD um fünf Prozent zu.
Der Konzern befindet sich seit Längerem im Visier von Wettbewerbsbehörden. Anfang November hatte bereits die New Yorker Staatsanwaltschaft rechtliche Schritte gegen Intel eingeleitet. Sie warf dem Konzern vor, mit Zahlungen in Milliardenhöhe jahrelang Computerhersteller wie Hewlett-Packard oder Dell bestochen zu haben, um Konkurrenten auszustechen. Auch die EU verhängte Mitte Mai ein Rekord-Bußgeld von 1,2 Milliarden Dollar wegen unzulässiger Preiskämpfe.
- Datum 16.12.2009 - 19:43 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 6
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Liebe Zeit, Mikrochips sind doch keine Software?!
Lieber Takeshi, das hat die Zeit auch niemals behauptet.
Sie sollten sich den von ihnen zu Unrecht kritisierten Satz genauer durchlesen. Ich bin zwar Elektroniker, aber auch jeder Laie müsste es auf Anhieb verstehen
und zwar als headline ueber der Artikel-Ueberschrift. Ich denke, #1 bezieht sich darauf.
und zwar als headline ueber der Artikel-Ueberschrift. Ich denke, #1 bezieht sich darauf.
die liste derer die solche machenschaften an den tag legen, dürfte doch etwas länger sein.
aber eigentlich zahlen diese konzerne das doch aus der portokasse.
unrecht bringt es ganz nach oben. so läuft es.
und zwar als headline ueber der Artikel-Ueberschrift. Ich denke, #1 bezieht sich darauf.
kwt
kwt
kwt
Es geht in dem Artikel darum , dass Intel Software konzipiert, durch die die Leistung der Chips anderer Anbieter beeinträchtigt wird. Deshalb kann es wohl in die Kategorie Software-Industrie rein. software ist ja nicht nur das, was man direkt auf dem Bildschirm sieht.
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