Kurz vor Beginn der Verhandlungen über die Zukunft des Autobauers Opel hat der Betriebsrat das Sanierungskonzept des Mutterkonzerns General Motors (GM) scharf kritisiert. "Ein Abbau von knapp 9000 Stellen in Europa kommt für uns nicht in Frage", sagte der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrat, Klaus Franz, der Frankfurter Rundschau.

Ein Stellenabbau in diesem Umfang sei "betriebswirtschaftlich unsinnig" und überhaupt nicht zwingend, sagte er. Bis zum Jahr 2013 würden europaweit bei Opel und der britischen Schwester Vauxhall ohnehin etwa 10.500 der derzeit rund 50.000 Stellen durch Altersteilzeit und natürliche Fluktuation frei. Weitere Kosten durch Abfindungen müssten auf jeden Fall vermieden werden. Opel habe bereits wegen der verschleppten Restrukturierung rund 800 Millionen Euro verloren.

Franz forderte erneut einen höheren Eigenbeitrag von GM zur Sanierung des Europageschäfts. Der US-Konzern setzte die Kosten mit insgesamt 3,2 Milliarden Euro an und versucht Unterstützung von verschiedenen EU-Staaten mit Opel-Standorten zu erhalten. Selbst will die Opel-Mutter bislang lediglich 600 Millionen Euro beisteuern. "Das wird den Politikern nicht reichen", sagte Franz.

Er bekräftigte, dass der mit dem abgeblitzten Investor Magna verabredete Sanierungsbeitrag der Belegschaft von 265 Millionen Euro für GM nur bei entsprechenden Gegenleistungen zur Verfügung stehe. "Werksschließungen und Entlassungen werden wir nicht akzeptieren", sagte Franz. Die Verhandlungen über Stellenabbau und mögliche finanzielle Sanierungsbeiträge der Belegschaft sollen in der zweiten Januarwoche beginnen.