Landesbanken-Desaster Bayerns Sparkassen-Chef Naser muss gehen

Nachdem schon der Vorstand der BayernLB gehen musste, gibt auch der Sparkassenchef seinen Posten auf. Er trägt Mitverantwortung für ein Geschäft mit Milliardenverlust.

Er zieht die Konsequenzen: Nach dem Milliardendebakel der BayernLB gibt der Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, Siegfried Naser, sein Amt ab. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, will Naser noch im Laufe des Tages seinen Rücktritt erklären. Die Sparkassen warnten vor möglichen neuen massiven Belastungen durch die riskanten Geschäfte der Landesbank, äußerten sich jedoch nicht zu dem bevorstehenden Rückzug.

Wegen des riskanten Kaufs der maroden Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die BayernLB war Naser in den vergangenen Tagen zunehmend unter Druck geraten. Er saß 2007 im Verwaltungsrat, als diese die HGAA erwarb. Der Sparkassen-Chef Naser wollte die BayernLB zu einer internationalen Großbank ausbauen und hatte damals von einem "genialen Schachzug" der BayernLB gesprochen. Jetzt verkaufen Bayern und seine Landesbank die inzwischen marode Hypo Alpe Adria mit einem Verlust von 3,7 Milliarden Euro an Österreich. Die Sparkassen waren bis vor einem Jahr zu 50 Prozent an der Landesbank beteiligt.

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Auf eine Millionenabfindung kann Naser nicht hoffen. Für ihn soll es eine Ruhestandsregelung geben. Sein Vertrag wäre noch bis 2015 gelaufen, in dieser Zeit hätte er Anspruch auf insgesamt rund drei Millionen Euro Verdienst gehabt.

Nach massivem Druck aus der bayerischen Staatskanzlei war bereits Mitte Dezember der Chef der Landesbank, Michael Kemmer, zurückgetreten. Das Misserfolgsgeschäft mit der HGAA führte auch innerhalb der regierenden CSU zu Kritik.

 
Leser-Kommentare
    • maksym
    • 23.12.2009 um 14:23 Uhr

    Dieser eherenwerteste Herr haftet bis auf das Exstenzminimum für seinen
    genialen Schachzug. Es k.o.t.z.t mich zunehmend an, wie die einfachen Arbeiter an die Luft gesetzt werden und dieses elitäre P.a.c.k sich um ihre Ruhestandsregelungen balgt, nachdem jeder bayrische Steuerzahler mit mehreren hundert Euro für die genialen Schachzüge aufkommt. Wieviele Tage im Jahr arbeitet jeder bayrische Steuerzahler nur für den genialen Schachzug diesen ehrenwerten Herrn?

  1. Nach all den landespolitisch getriebenen Katastrophen im Sparkassenlager - Helaba in den 1980-er Jahren, WestLB eigentlich durchgängig seit den 1990-er Jahren, SaarLB und SachsenLB sind ja schon in der mittlerweile ebenfalls angeschlagenen LBBW aufgegangen, die HSH und nicht zu vergessen das Megadesaster Berlin - stellt sich mir schon so langsam die Frage, wieviel Tafelsilber noch bei den Sparkassen verfügbar ist?

    Spannend anzumerken, dass sich die S-Finanzgruppe trotz mehrerer Landesbausparkassen, mehrerer Versicherungen und so ein paar Spezialinstituten wie Deka, LGS, BHI und s-Factory neben einer zentralen Landesbank Berlin - die sich nach und nach zum zentralen Dienstleister in der SFG mausert, immer noch mit regional orientierten Sparkassen operieren. Wie lange können sich das die Sparkassen noch leisten? Wie oft können die landespolitisch orientierten Regionalverbände einzelne Institute stützen?

    Ich hoffe sehr, dass Controller nicht die Überhand gewinnen und das Ordnungspolitiker die regionale Diversifikation als wichtiges und zentrales Argument verstehen. Denn woher soll denn die Bodenhaftung der Branche kommen, wenn nicht von denen, die mit der Region und der Bevölkerung eng verbunden sind?

    • joG
    • 24.12.2009 um 15:49 Uhr

    ...wenn Manager gehen müssen, wenn sie versagten. Gerecht ist es nicht und auch nicht genug, um ähnliche Schäden in Zukunft zu vermeiden. Der öffentliche Bankensektor ist seit Jahrzehnten dafür bekannt, dass es ein Instrument intransparenter Politik ist, das weniger für die guten Transaktionen da ist, als um Gefallen zu tun. Auch bekannt war über all die Jahre, dass kein weiteres Geschäftsmodell für die Eigentümer wichtig war und aus . Nur, man konnte die Politiker und Beamtenschaft nicht dazu bewegen, ihre Macht abzubauen.

    Erst unter erheblichem Druck der EU begann sich etwas zu tun. Es genügte aber noch nicht, wie wir auch an diesem Fall sehen. Was wir hier nicht sehen, ist der enorme Schaden, den die Politiker mit ihrem Festhalten an den Landesbanken verursachten. Der liegt unsichtbar in der Schwächung grosser Fehlallokationen in der deutschen Wirtschaft. Aber was soll's? Es ist Weihnachten und da sollte man nicht klagen.

    • stemal
    • 24.12.2009 um 16:05 Uhr

    wie lange lassen wir uns noch verhöhnen vor diesen Möchtergern - Roulettespielern und den verantwortlichen Politikern? Warum werden solche widerwärtigen Typen nicht bis 67 auf den letzten Pfennig gepfändet und zur Arbeit aufs Spargelfelfd mit 5 € Stundenlohn geschickt?

  2. ... die meisten Arbeitnehmer können nicht auf solche Abfindungen hoffen.

    Wenn 3 Mio gezahlt werden, fragt man sich, woher sich diese rechtfertigen. Natürlich kann jede Firma jedem Mitarbeiter zahlen, soviel sie will.

    Trotzdem stellt sich ja die Frage, wo die sogenannte und viel beschworene Verantwortung denn bleibt? Beim Steuersparen vielleicht?

    Und wo bleibt das Risiko, das die meisten Arbeitnehmer tragen? Die Übernahme der Verantwortung für eklatante Fehlleistungen kann ich bei den sogenannten Leistungsträgern nicht häufig erkennen.

    Aber ich lasse mir gerne die Augen öffnen.

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