Bahnhofsneubau Bahn stimmt Mammutprojekt Stuttgart 21 zu
Trotz Mehrkosten von einer Milliarde Euro hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn dem Großprojekt zugestimmt. Das ausstehende Okay vom Lenkungsausschuss gilt als sicher.
Der Milliarden-teure Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs rückt näher. Das Projekt Stuttgart 21 ist vom Bahnaufsichtsrat bewilligt worden, teilte das Unternehmen mit. "Mit dieser Botschaft des Aufsichtsrats gehen wir morgen in Stuttgart in den Lenkungskreis und stellen dort die Entwurfsplanung und die Kostenkalkulation vor", kündigte Bahnchef Rüdiger Grube an. Dann werde eine endgültige Entscheidung fallen.
Die Entscheidung des Aufsichtsrats fiel, obwohl das Großprojekt erheblich teurer wird als ursprünglich geplant. In Aufsichtsratskreisen hatte es bereits am Dienstag geheißen, der Neubau werde rund vier Milliarden Euro statt der ursprünglich kalkulierten drei Milliarden kosten.
Die Bauarbeiten sollten Anfang kommenden Jahres starten, wenn alle Partner sich einig sind. An Stuttgart 21 sind neben der Bahn auch das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, die Stuttgarter Flughafengesellschaft und der Bund beteiligt.
Dass das Projekt auf den letzten Metern noch scheitern könnte, ist unwahrscheinlich: Für Donnerstag ist bereits eine Pressekonferenz mit Bahnchef Grube sowie dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) in Stuttgart geplant.
Bis zum Jahr 2019 soll der Stuttgarter Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgebaut und an die geplante neue Strecke nach Ulm angebunden werden. Die Verlegung des Hauptbahnhofs unter die Erde gilt als eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands.
Durch die Maßnahme soll im Gegenzug wertvolles Bauland im engen Stuttgarter Talkessel gewonnen werden. Für die Bahn ist auch interessant, dass der Kopfbahnhof in der Landeshauptstadt so durch einen Durchgangsbahnhof ersetzt würde.
Kritiker des Vorhabens bemängeln die hohen Kosten, die auf Jahre andere Schienenprojekte in Baden-Württemberg behindern würden. Sie rechnen mit einer weiteren Kostenexplosion. Nach einem von den Grünen in Auftrag gegebenen Gutachten werden sich die tatsächlichen Ausgaben auf sechs Milliarden Euro belaufen. Eine Bürgerinitiative hatte in Stuttgart rund 60.000 Stimmen gegen das Vorhaben gesammelt.
- Datum 09.12.2009 - 18:11 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Kommentare 13
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Hat die Bahn aus den "Kostengräbern" Berliner Hbf und City-Tunnel Leipzig nichts gelernt? Auch hier traten die wirklichen Kosten dieser unterirdischen Baumaßnahmen erst nach dem Baubeginn zu Tage. Diese Kosten lassen sich dann nicht einmal im Ansatz durch die Verwertung freiwerdender Grundstücke einspielen. Im Zeitalter der "Wendezüge" sind zudem die Nachteile von Kopfbahnhöfen gegenüber Durchgangsstationen nur noch minimal. Aus guten Grund hat man sich daher in München und Frankfurt von ähnlichen Plänen verabschiedet. Denn auch die Kapazität steigt durch die Verlegung in den Untergrund nicht - im Gegenteil! Statt wie jetzt 16 können später nur 8 Züge gleichzeitig abgefertigt werden. Wer integrale Taktfahrpläne und damit optimale Anschlüsse herstellen möchte, der kann nicht die Kapazität eines Bahnhofes halbieren! Es gibt auch für Stuttgart genügend kostengünstige Alternativpläne, die auf teure Tunnellösungen verzichten und stattdessen die Streckeneinbindungen in den jetzigen Hauptbahnhof optimieren. Auf die Schnellverbindungen nach Ulm und zum Flughafen braucht trotzdem nicht verzichtet werden. Aber wie so oft müssen Bahn und Politik eben an den Prestigeplänen von gestern festhalten und wirklich zukunfstfähige Lösungen für morgen verhindern. Aber es ist ja nur das Geld der Steuerzahler, das hier wieder munter verbuddelt wird...
Wenn man hier diskutieren will, dann sollte man sich doch vorher wenigstens etwas informieren!
Neben dem, auch im Text beschriebenen, freiwerdenden Baugelaende in Stuttgart ist vor allem die ICE-Trasse ueber den Flughafen nach Paris ernorm wichtig. Und da gibt es nunmal keine kostenguenstige und gleichzeitig schnelle Alternative, da der Kopfbahnhof nach Nordosten hin oeffnet, und dann eine lange schleife einschlaegt, der Flughafen jedoch im Sueden vom Stuttgarter Kessel liegt. Und der direkte Weg führt leider durch, oder besser unter, Stuttgart hindurch. Aber dass dadurch Unmengen and Geld ausgegeben werden, kann und will ich gar nicht beschreiten.
Ein weites Feld
Wenn man hier diskutieren will, dann sollte man sich doch vorher wenigstens etwas informieren!
Neben dem, auch im Text beschriebenen, freiwerdenden Baugelaende in Stuttgart ist vor allem die ICE-Trasse ueber den Flughafen nach Paris ernorm wichtig. Und da gibt es nunmal keine kostenguenstige und gleichzeitig schnelle Alternative, da der Kopfbahnhof nach Nordosten hin oeffnet, und dann eine lange schleife einschlaegt, der Flughafen jedoch im Sueden vom Stuttgarter Kessel liegt. Und der direkte Weg führt leider durch, oder besser unter, Stuttgart hindurch. Aber dass dadurch Unmengen and Geld ausgegeben werden, kann und will ich gar nicht beschreiten.
Ein weites Feld
Wenn man hier diskutieren will, dann sollte man sich doch vorher wenigstens etwas informieren!
Neben dem, auch im Text beschriebenen, freiwerdenden Baugelaende in Stuttgart ist vor allem die ICE-Trasse ueber den Flughafen nach Paris ernorm wichtig. Und da gibt es nunmal keine kostenguenstige und gleichzeitig schnelle Alternative, da der Kopfbahnhof nach Nordosten hin oeffnet, und dann eine lange schleife einschlaegt, der Flughafen jedoch im Sueden vom Stuttgarter Kessel liegt. Und der direkte Weg führt leider durch, oder besser unter, Stuttgart hindurch. Aber dass dadurch Unmengen and Geld ausgegeben werden, kann und will ich gar nicht beschreiten.
Ein weites Feld
Da wollen sie in Stuttgart einen neuen Bahnhof für über eine Milliarde bauen und gleichzeitig sagen sie einem, dass sie die Kosten für das Bahnticket anheben müssen.
Was mir etwas komisch an den Argumenten der Gegner vorkommt ist, dass immer darauf hingewiesen wird, dass nur noch die Hälft der Züge abgefertigt werden kann. Ist dem wirklich so? Klar die Trassen werden auf acht halbiert, aber entscheidend ist doch, wie viele Trassen VOR dem Bahnhof verlaufen, oder? Dass der Zug nicht 3 h im Bhf stehen muss, setze ich mal vorraus. Ich habe keine Ahnung vom Eisenbahnverkehr, allerdings hoffe ich schwer, dass die Deutschen Politiker irgendwann mal die steuerlichen und subventionellen Sonderrechte, die der Autoverkehr ohne Diskussion zugesprochen bekommt, auf die Bahn verlegen. Dazu braucht es eine gescheite Infrastruktur. Also helft einem Laien auf die Sprünge. Halbierung Trassen gleich oder ungleich Halbierung der Zugan- und Abfahrten?!
Gerne, nicolasfabian.
Würde ein Zug in den Bahnhof fahren, zwei Sekunden halten und weiterfahren - dann könnte man wohl von gleichen Kapazitäten sprechen.
Kommt allerdings ein voller Zug in Stuttgart an, entsteht die meiste Wartezeit durch das Ein- und Aussteigen von Passagieren (vor 20 Jahren, als S21 planerisch begonnen wurde, gab es ja kaum Doppelkopf-Triebwagen). Zuzsätzlich muss man bedenken, dass sich plötzlich ähnlich viele Menschen auf vier(!) Bahnsteigen drängen, wie heute auf acht. Diese Bahnsteige müssen außerdem, anders als heute, Platz für Treppen und Aufzüge hergeben.
Nicht zuletzt hat ein Kopfbahnhof den Vorteil, dass alle aussteigenden Passagiere in dieselbe Richtung laufen (abfließen), gerade im Berufsverkehr nicht zu unterschätzen.
Und ist mal ein Gleis blockiert (Oberleitungsschaden, Lok defekt), fehlt gleich 1/8 der Kapazität.
Fazit: "16=8" könnte funktionieren, wenn der Mensch nicht wäre. Und genau das haben die Planer offensichtlich vergessen.
Übrigens: vor ein paar Tagen stand ich in Esslingen (~90 000 Einwohner) am Bahnhof. An Gleis 8 wohlgemerkt ;)
Gerne, nicolasfabian.
Würde ein Zug in den Bahnhof fahren, zwei Sekunden halten und weiterfahren - dann könnte man wohl von gleichen Kapazitäten sprechen.
Kommt allerdings ein voller Zug in Stuttgart an, entsteht die meiste Wartezeit durch das Ein- und Aussteigen von Passagieren (vor 20 Jahren, als S21 planerisch begonnen wurde, gab es ja kaum Doppelkopf-Triebwagen). Zuzsätzlich muss man bedenken, dass sich plötzlich ähnlich viele Menschen auf vier(!) Bahnsteigen drängen, wie heute auf acht. Diese Bahnsteige müssen außerdem, anders als heute, Platz für Treppen und Aufzüge hergeben.
Nicht zuletzt hat ein Kopfbahnhof den Vorteil, dass alle aussteigenden Passagiere in dieselbe Richtung laufen (abfließen), gerade im Berufsverkehr nicht zu unterschätzen.
Und ist mal ein Gleis blockiert (Oberleitungsschaden, Lok defekt), fehlt gleich 1/8 der Kapazität.
Fazit: "16=8" könnte funktionieren, wenn der Mensch nicht wäre. Und genau das haben die Planer offensichtlich vergessen.
Übrigens: vor ein paar Tagen stand ich in Esslingen (~90 000 Einwohner) am Bahnhof. An Gleis 8 wohlgemerkt ;)
... fehlt das Geld für die Sanierung!
Schauen sie mal in Essen vorbei, ein erbärmlicher Anblick!
Wie kann es sein, dass von der Größe her vergleichbare Großstädte mit 50-60 Millionen € abgespeist werden, während Stuttgart das 80(!!!)-fache dieser Summe bekommt??? Mit "Landeshauptstadt" ist sowas jedenfalls nicht zu rechtfertigen!
Mit nur 50 Millionen mehr pro Stadt könnte man in Essen, Dortmund und Duisburg richtig schöne Bahnhöfe bauen die dem Strukturwandel des Ruhrgebiets gerecht werden würden. Aber dort kämpft die Bahn um jeden Cent weniger, während nun in Stuttgart 4000 Millionen in ein Prestigeprojekt gesteckt werden. Sowas ist nicht zu rechtfertigen. Jeder Maßstab ist da verloren gegangen. Eine unglaubliche Verschwendung!
Der Rest der Republik blecht für Stuttgarts Prestige, herzlichen Glückwunsch! Falls sich irgendjemand noch fragen sollte wieso die Politikerverachtung zunimmt, z.B. deswegen!
Zustimmmung! Da habe ich gar nicht drüber nachgedacht - sehr peinlich! Der Essener Bhf ist im übrigen wirklich ein Witz - in allen Belangen.
Also zumindest Dortmund hatte doch ebenfalls einen spektakulären Vorschlag zur Sanierung in Form eines überdimensionalen UFOs, soweit ich weiss von Bothe Richter Teherani. Also wahrscheinlich ein architektonisches Highlight. Allerdings wurde dies wegen der befürchteten Auswirkungen auf den Hellweg durch Druck einer Vereinigung von Ladenbesitzern gecancelt. So sind die Westfalen eben, jetzt wird der Hbf neu gestrichen.
Zustimmmung! Da habe ich gar nicht drüber nachgedacht - sehr peinlich! Der Essener Bhf ist im übrigen wirklich ein Witz - in allen Belangen.
Also zumindest Dortmund hatte doch ebenfalls einen spektakulären Vorschlag zur Sanierung in Form eines überdimensionalen UFOs, soweit ich weiss von Bothe Richter Teherani. Also wahrscheinlich ein architektonisches Highlight. Allerdings wurde dies wegen der befürchteten Auswirkungen auf den Hellweg durch Druck einer Vereinigung von Ladenbesitzern gecancelt. So sind die Westfalen eben, jetzt wird der Hbf neu gestrichen.
Zustimmmung! Da habe ich gar nicht drüber nachgedacht - sehr peinlich! Der Essener Bhf ist im übrigen wirklich ein Witz - in allen Belangen.
Also zumindest Dortmund hatte doch ebenfalls einen spektakulären Vorschlag zur Sanierung in Form eines überdimensionalen UFOs, soweit ich weiss von Bothe Richter Teherani. Also wahrscheinlich ein architektonisches Highlight. Allerdings wurde dies wegen der befürchteten Auswirkungen auf den Hellweg durch Druck einer Vereinigung von Ladenbesitzern gecancelt. So sind die Westfalen eben, jetzt wird der Hbf neu gestrichen.
Was soll das mit den Bahnhöfen.
Bahnhöfe sanieren und in Schuss halten reicht vollkommen und dann die Preise runter und mehr Personal!
Darf nur noch die "Hai-society" mit der Bahn fahren?
Es hat sich bei der Bahn nichts geändert.
Ist ja auch klar, auch hier zahlt der Steuerzahler und hinterher wird alles verscherbelt.
Und wo geht das Geld hin?
(So was erfährt der Steuerzahler nie)
Viele Grüße talkletts
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