Alternative Energien: "Lasst uns eine niedrige Förderung akzeptieren"
Solarworld-Chef Frank Asbeck spricht im Interview über die Kürzung der Fördersätze, die Konkurrenz aus China und Fertigung in Deutschland
© PR: Solarworld

Der Manager Frank Asbeck ist Chef des Modulherstellers Solarworld
Frage: Herr Asbeck, Umweltminister Röttgen plant offenbar, dass Solarstromproduzenten ab April bis zu 17 Prozent weniger Geld bekommen. Was bedeutet das?
Frank Asbeck: Das geht deutlich über die Vorschläge aus der Branche hinaus. Gemeinsam mit der schon erfolgten neunprozentigen Absenkung zu Jahresbeginn ist es mehr als der Spielraum, der sich durch den dramatischen Preisverfall der letzten Monate ergeben hat. Ich kann damit gar nicht glücklich sein, weil es vielen deutschen Herstellern das Genick brechen wird.
Frage: Sie waren aber doch einer der Ersten der Branche, die gesagt haben, dass Ihre Industrie nicht so hohe Fördersätze braucht. Warum eigentlich?
Antwort: Bei den Modulherstellern wurden zuletzt immer mehr Fertigungskapazitäten aufgebaut, das führte zu einem Überangebot. Das ging im Krisenjahr 2009 einher mit einem Verfall der Siliziumpreise, unserem Rohmaterial. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass die Modulpreise um 25 Prozent gefallen sind, während die Vergütung für Solarstrom um neun Prozent gesenkt worden ist. Das hat die Nachfrage natürlich deutlich gesteigert.
- Weniger Geld für Sonnenstrom
-
Die Verbraucherzentralen wollen, dass die Einspeisevergütung, die jedem Solarstromproduzenten für 20 Jahre garantiert wird, um wenigstens 30 Prozent gekürzt wird. Grund ist, dass die Stromnetzbetreiber die Kosten für die Vergütung auf die Strompreise umlegen und also die Preise für alle Stromverbraucher steigen.
Die Industrie dagegen fürchtet, dass sich mit einer Senkung der Fördersätze weniger Menschen eine Solaranlage aufs Dach setzen. Vergangene Woche haben Vertreter der Branche, darunter Frank Asbeck, dem Umweltministerium vorgeschlagen, dass die Sätze um fünf Prozent gekürzt werden – da auch Solarmodule zuletzt günstiger geworden sind. Mitte dieser Woche will Bundesumweltminister Norbert Röttgen seine Entscheidung bekannt geben. Nachdem durchsickerte, dass er die Sätze um bis zu 17 Prozent kürzen will, brachen die Aktien von Q-Cells, Solarworld, SMA Solar, Phoenix Solar und Solon in den vergangenen Tagen deutlich ein. kph
(Erschienen im Tagesspiegel)
Frage: Das war doch gut für Sie. Warum haben Sie überhaupt befürwortet, dass Ihre Kunden künftig weniger gesetzliche Vergütung erhalten?
Antwort: Überförderung bringt nichts. Erstens brauchen wir für den Wechsel von den endlichen Energien hin zur Solarenergie die Akzeptanz der Menschen und damit auch der Verbraucher, die für die Förderung bezahlen. Zweitens kann man, wenn man die Sätze senkt, mit der gleichen Fördersumme viel mehr Solarstromanlagen fördern. Da wir als Solarworld Kostenführer sind und leistungsfähig, interessiert uns in erster Linie die Menge.
Frage: Das müssen Sie erklären.
Antwort: Nur Massenproduktion wird die Preise langfristig senken und dazu führen, dass Solarstrom bald ohne jede Subvention konkurrenzfähig zum Strom aus der Steckdose und dann sogar überlegen ist. Es wäre kurzfristig zu denken, schnell künstlich hohe Preise mitzunehmen – staatlich behütet. Da sage ich lieber zu meinen Kollegen: Lasst uns eine niedrige Förderung akzeptieren, die dem technischen Fortschritt entspricht. Dann lasst uns Masse zu Topqualität produzieren, lasst uns beweisen, dass wir wettbewerbsfähig sind.
Frage: Abgesehen von den Fördersätzen: Was sollte die Regierung noch ändern?
Antwort: Der Gesetzgeber sollte den Fokus noch stärker auf den Eigenverbrauch der Solarstromproduzenten legen – die Idee wird im Umweltministerium sehr gut aufgenommen. Konkret hieße das: Ein Haushalt, der Strom auf dem Dach produziert, sollte diesen auch selbst nutzen. Die notwendige Förderung, die er hierfür braucht, ist deutlich geringer, da er gleichzeitig das Geld spart, das er sonst seinem Energieversorger für konventionellen Strom aus der Steckdose zahlen müsste. Zugleich würde man aber die Netze entlasten und wirklich dezentrale Energiestrukturen aufbauen.
Frage: Aber kaum ein Haushalt verfügt über genügend Speichermöglichkeiten.




Es ist schon interessant, daß hier der Staat zu Gunsten der Energieerzeuger eingreift und die Solarförderung drastisch senkt. Gleichzeitig werden aber die Laufzeiten der AKWs verlängert, was für die Energiekonzerne pro AKW etwa 1 Million Euro pro Tag an Ertrag bedeutet. Gehen wir von 5 AKWs aus, die weitere 20 Jahre laufen, dann sind das etwa 35 Milliarden Euro an Erträgen für die Energiekonzerne.
Zusätzlich entstehen aber noch riesige Kosten für die Beseitigung des Atommülls und wer das letztendlich bezahlen soll, sieht man ja am Beispiel Asse.
Anders ausgedrückt, unser Staat subventioniert mit Milliardenbeträgen eine Steinzeittechnologie und schnürt modernen Technologien die Luft ab. Bei Atomkraftwerken bleibt natürlich alles beim alten, zentrale Kraftwerke, primitives Verteilungsnetz, dumme Verbraucher und wenige Anbieter. Für wenige Monopolunternehmen genau die richtige Spielwiese zum Abzocken.
Aber wahrscheinlich sind da ein paar Milliönchen an die Parteikassen geflossen, schließlich weiß man ja, wer wem dankbar sein muß. Und damit es noch schöner wird, werden Vertreter der Energiekonzerne die neuen Energiegesetze schreiben.
Wieviel hat Brüderle u. die FDP denn erhalten? Wäre doch mal eine Frage wert für unsere Journalisten.
Oder wird da etwa eine postpolitische Karriere eines Politikers im Energiekonzern gesichert?
für dutzende von Milliarden Subventionen die Fähigkeit zu erkaufen, bei Sonnenschein 3 oder vier Prozent der benötigten Strommenge produzieren zu können, ist kein toller Plan.
Energieeffizienz, Windenergie und Speichermöglichkeiten sind die vordringlichen Felder für einen sinnvollen Einsatz knapper Fördergelder.
Die Sonnen liefert pro Jahr ca. 1.000.000.000.000.000.000 kWh auf die Erdoberfläche, entspricht etwa dem 10.000fachen Weltprimärenergiebedarf! In Mitteleuropa haben wir eine Einstrahlung von ca. 1.000W/qm.
Das heißt, wir verfügen über eine saubere Energiequelle, die uns allen kostenlos zur Verfügung steht. Es ist jetzt die Aufgabe der Naturwissenschaftler und Techniker, diese vorhandene Energie optimal zu nutzen. Um das zu tun, müssen wir unsere Kreativität und Innovationsfähigkeit einsetzen. Beispeilsweise kann man sich selbst regulierende Stromnetze schaffen, die die natürlichen Schwankungen der regenerativen Energien ausgleichen. Wir brauchen Verbundlösungen, d.h. die Verknüpfung von Windkraft, Wasserkraft, Sonnenenergie, Energie aus fossilen Brennstoffen und für eine Übergangszeit auch Kernenergie. Dazu müssen wir noch Energiespeicher entwickeln, die als Puffer eingesetzt werden können. Beispielsweise lassen sich auch kleine Blockheizkraftwerke als zusätzliche Energielieferanten betreiben.
Allein in Europa ist es heute schon möglich, daß die Windenergie der Nordsee genutzt wird, um in Schweden Pumpspeicherwerke zu betreiben.
Oder, auch Strom aus der Sahara kann heute ohne großen Verlust transportiert werden. Wenn es gelingt, sich selbst regulierende Stromnetze in Europa zu bauen, brauchen wir keine AKWs mehr. Wir hätten eine Zukunftstechnologie, bei der wir wirklich Marktführer wären.
Handeln wir nach dem Motto: Kopf schlägt Kapital!
... damals genau so gegen das Internet, Computer, Auto, Kino, Elektrizität, Dampfmaschine und gegen den Faustkeil aus Feuerstein argumentiert.
Jede neue Technologie braucht eine Anschubfinanzierung, das galt selbst für die AKW... wobei diese ja auch bis heute gefördert werden.
Glauben Sie bloß nicht, dass die Photovoltaik in Deutschland "bei Sonnenschein 3 oder vier Prozent der benötigten Strommenge" bleiben wird. In spätestens 5 Jahren ist die Netz-Parität erreicht und die Kosten sinken mit jeder neuen Fabrik weiter.
Die Sonnen liefert pro Jahr ca. 1.000.000.000.000.000.000 kWh auf die Erdoberfläche, entspricht etwa dem 10.000fachen Weltprimärenergiebedarf! In Mitteleuropa haben wir eine Einstrahlung von ca. 1.000W/qm.
Das heißt, wir verfügen über eine saubere Energiequelle, die uns allen kostenlos zur Verfügung steht. Es ist jetzt die Aufgabe der Naturwissenschaftler und Techniker, diese vorhandene Energie optimal zu nutzen. Um das zu tun, müssen wir unsere Kreativität und Innovationsfähigkeit einsetzen. Beispeilsweise kann man sich selbst regulierende Stromnetze schaffen, die die natürlichen Schwankungen der regenerativen Energien ausgleichen. Wir brauchen Verbundlösungen, d.h. die Verknüpfung von Windkraft, Wasserkraft, Sonnenenergie, Energie aus fossilen Brennstoffen und für eine Übergangszeit auch Kernenergie. Dazu müssen wir noch Energiespeicher entwickeln, die als Puffer eingesetzt werden können. Beispielsweise lassen sich auch kleine Blockheizkraftwerke als zusätzliche Energielieferanten betreiben.
Allein in Europa ist es heute schon möglich, daß die Windenergie der Nordsee genutzt wird, um in Schweden Pumpspeicherwerke zu betreiben.
Oder, auch Strom aus der Sahara kann heute ohne großen Verlust transportiert werden. Wenn es gelingt, sich selbst regulierende Stromnetze in Europa zu bauen, brauchen wir keine AKWs mehr. Wir hätten eine Zukunftstechnologie, bei der wir wirklich Marktführer wären.
Handeln wir nach dem Motto: Kopf schlägt Kapital!
... damals genau so gegen das Internet, Computer, Auto, Kino, Elektrizität, Dampfmaschine und gegen den Faustkeil aus Feuerstein argumentiert.
Jede neue Technologie braucht eine Anschubfinanzierung, das galt selbst für die AKW... wobei diese ja auch bis heute gefördert werden.
Glauben Sie bloß nicht, dass die Photovoltaik in Deutschland "bei Sonnenschein 3 oder vier Prozent der benötigten Strommenge" bleiben wird. In spätestens 5 Jahren ist die Netz-Parität erreicht und die Kosten sinken mit jeder neuen Fabrik weiter.
Die Sonnen liefert pro Jahr ca. 1.000.000.000.000.000.000 kWh auf die Erdoberfläche, entspricht etwa dem 10.000fachen Weltprimärenergiebedarf! In Mitteleuropa haben wir eine Einstrahlung von ca. 1.000W/qm.
Das heißt, wir verfügen über eine saubere Energiequelle, die uns allen kostenlos zur Verfügung steht. Es ist jetzt die Aufgabe der Naturwissenschaftler und Techniker, diese vorhandene Energie optimal zu nutzen. Um das zu tun, müssen wir unsere Kreativität und Innovationsfähigkeit einsetzen. Beispeilsweise kann man sich selbst regulierende Stromnetze schaffen, die die natürlichen Schwankungen der regenerativen Energien ausgleichen. Wir brauchen Verbundlösungen, d.h. die Verknüpfung von Windkraft, Wasserkraft, Sonnenenergie, Energie aus fossilen Brennstoffen und für eine Übergangszeit auch Kernenergie. Dazu müssen wir noch Energiespeicher entwickeln, die als Puffer eingesetzt werden können. Beispielsweise lassen sich auch kleine Blockheizkraftwerke als zusätzliche Energielieferanten betreiben.
Allein in Europa ist es heute schon möglich, daß die Windenergie der Nordsee genutzt wird, um in Schweden Pumpspeicherwerke zu betreiben.
Oder, auch Strom aus der Sahara kann heute ohne großen Verlust transportiert werden. Wenn es gelingt, sich selbst regulierende Stromnetze in Europa zu bauen, brauchen wir keine AKWs mehr. Wir hätten eine Zukunftstechnologie, bei der wir wirklich Marktführer wären.
Handeln wir nach dem Motto: Kopf schlägt Kapital!
... damals genau so gegen das Internet, Computer, Auto, Kino, Elektrizität, Dampfmaschine und gegen den Faustkeil aus Feuerstein argumentiert.
Jede neue Technologie braucht eine Anschubfinanzierung, das galt selbst für die AKW... wobei diese ja auch bis heute gefördert werden.
Glauben Sie bloß nicht, dass die Photovoltaik in Deutschland "bei Sonnenschein 3 oder vier Prozent der benötigten Strommenge" bleiben wird. In spätestens 5 Jahren ist die Netz-Parität erreicht und die Kosten sinken mit jeder neuen Fabrik weiter.
Mit 4 qm PV-Modulen habe ich meinen persönlichen Stromverbrauch erzeugt. Und das über die gesamte Laufzeit der PV-Anlage, also 30-50 Jahre lang.
Und das in dem angeblich sonnenarmen Deutschland.
Die neue Batterietechnik (wenn Sie denn bald marktreif ist), in Verbindung mit den E-Mobilen, könnte eine wirkliche Revoltion bedeuten für die Eon und Co.
Jeder könnte Energieproduzent und Verbraucher gleichzeitig sein.
Ich fürchte nur es wird nicht so kommen!!
Die Ölfirmen werden die E-Mobile künftig mit Strom betanken, statt mit Benzin. Das ist die "Vision"
Die Politik wird dem zustimmen und das "Eigentanken" womöglich sogar unter Strafe stellen.
Überlegen sie mal, woher soll ein künftiger Herr Schäuble die verlorengegangene Mineralölsteuer hernehmen????
Eine dezentrale Lösung wäre geradezu anarchisch:
Ein Fidel in der Garage, der auf den Che im Cabrio wartet.
Gruß Max Stockhaus
Die neue Batterietechnik (wenn Sie denn bald marktreif ist), in Verbindung mit den E-Mobilen, könnte eine wirkliche Revoltion bedeuten für die EON, RWE und Co.
Jeder Michel könnte künftig Energieproduzent und Verbraucher gleichzeitig sein, also ohne EVU's leben.
Ich fürchte nur, es wird nicht so kommen!!
Die Ölfirmen werden die E-Mobile künftig mit Strom betanken, statt mit Benzin.
Das ist die "Vision" unserer Politiker.
Die Politik wird EON und CO weiter unterstützen (aus bestimmten Gründen)und das "Eigentanken" womöglich sogar unter Strafe stellen!
Überlegen sie mal, woher soll ein künftiger Herr Schäuble die verlorengegangene Mineralölsteuer hernehmen??
Eine dezentrale Lösung wäre geradezu anarchisch:
Ein Fidel in der Garage, der auf den Che im Cabrio wartet.
Gruß Max Stockhaus
Anmerkung an die Redaktion: Den Beitrag hatte ich gestern schon geschrieben, er wurde jedoch nicht veröffentlicht, was vermutlich technische Probleme hatte?
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