Das Postamt ist in seiner bisherigen Form ab dem kommenden Jahr Geschichte. Die Deutsche Post will ihre verbleibenden rund 400 Filialen, die von eigenen Mitarbeitern betrieben werden, bis 2011 in sogenannte Partnerfilialen umwandeln. Im Gegenzug solle die Zahl der von Service-Partnern betriebenen Verkaufsstellen so schnell wie möglich von 17.000 auf 24.000 erhöht werden, berichtete Bild.de unter Berufung auf Angaben von Brief-Vorstand Jürgen Gerdes.

Der Konzern sieht in der Konzentration auf Partnerfilialen dem Bericht zufolge auch Vorteile für die Kunden: Seit 1990 hätten sich die Öffnungszeitung der Verkaufsstellen von 18 auf 43 Wochenstunden erhöht. Derzeit gebe es mehr als 13.000 Post-Partnerbetriebe mit breitem Sortiment, davon die meisten im Einzelhandel. Dazu kommen rund 3000 so genannter Verkaufspunkte, meist kleine Schalter im Supermarkt oder Schreibwarengeschäft, wo es nur die meistgefragten Produkte wie Brief- und Paketmarken gibt. Zu den rund 400 Post-eigenen Vollfilialen kommen außerdem noch 250 spezielle Geschäftskundenfilialen.

Unternehmerisch konnte sich die Post von Druck entlasten: Das Unternehmen hält an seinen im November erhöhten Jahreszielen für 2009 fest und plant derzeit keine größeren Zukäufe. "Wir stehen zu unserer Prognose für 2009 und können die Einschätzung von Anfang November bestätigen", sagte Post-Finanzchef Lawrence Rosen der Börsen-Zeitung. Seiner Einschätzung nach hat das dritte Quartal die Trendwende gebracht. "Hier gab es erste, zaghafte Zeichen einer Erholung der Weltwirtschaft", sagte er. Zudem hätten die Maßnahmen auf der Kostenseite gegriffen. Der Bonner Konzern reagierte auf die weltweite Wirtschaftskrise mit einem rigiden Sparkurs.

Die Deutsche Post hatte Anfang November ihre Aussichten für 2009 verbessert. Sie rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem Ergebnis (Ebit, Ergebnis vor Einmaleffekten) von mindestens 1,35 Milliarden Euro statt wie zuvor von 1,2 Milliarden Euro. Auch mit dem Start ins neue Jahr zeigte sich Rosen, der seit September Finanzchef des Logistikkonzerns ist, zufrieden. "Die ersten Wochen lagen im Rahmen unserer Erwartungen", sagte er.