Internet Google beendet Geschäftsjahr mit Milliardengewinn

Google trotzt der Krise und den Zensur-Problemen in China: Im vierten Quartal verzeichnete der Suchmaschinenbetreiber einen Gewinn von fast zwei Milliarden Dollar.

Google hat seine Aktionäre auch im vierten Quartal nicht enttäuscht: Für das vergangene Vierteljahr verbuchte der US-Internetkonzern Google einen Umsatz- und Gewinnanstieg. Unterm Strich verdiente der Suchmaschinenbetreiber 1,97 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 6,67 Milliarden Dollar.

Im Vorjahresquartal hatte Google mit  382 Millionen Dollar erheblich weniger verdient. Allerdings kann man die beiden Zahlen nicht miteinander vergleichen, da damals eine Abschreibung von 1,1 Milliarden Dollar auf Beteiligungen an den Internet-Unternehmen AOL und Clearwire das Ergebnis stark vermindert hatten.

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Trotz seines fulminanten Ergebnisses blieb Google hinter den Hoffnungen der Wall Street zurück: Die Aktie fiel nachbörslich um fünf Prozent. Einige Analysten hatten einen höheren Umsatz erwartet, zeigten sich jedoch unzufrieden mit dem Tempo des Umsatzwachstums und bemängelten zudem Anzeichen für eine Steigerung der Ausgaben.

Auf den Google-Aktien lastete in den vergangenen Tagen auch der Ärger in China, wo das Unternehmen nach einem Hacker-Angriff möglicherweise seine Tätigkeit einstellen will. Google-Chef Eric Schmidt machte hierzu keine konkreten Angaben, schlug aber einen etwas zurückhaltenderen Ton an als vergangene Woche. Schmidt betonte, dass Google grundsätzlich zu dem Engagement in China stehen wolle. Man sei in Gesprächen mit der chinesischen Regierung, aktuell arbeite die Suchmaschine wie bisher.

Überhaupt zeigte sich die Google-Führung sehr zuversichtlich ob der künftigen Geschäftsentwicklung: "Wir sehen das Internet zu Jahresanfang äußerst optimistisch und werden weiter sehr viel Geld in technische Innovationen investieren." Davon würden nicht nur die Google-Nutzer und -Kunden profitieren, sondern das Internet insgesamt. Schmidt sprach von einem "außerordentlichen Abschluss eines Achterbahn-Jahres".

Zeitweise hatte auch das Geschäft von Google unter den Auswirkungen der Wirtschaftskrise gelitten. Der Konzern verdient sein Geld hauptsächlich mit Werbung im Umfeld von Suchergebnissen. In der schlechten Wirtschaftslage ließ das Interesse von Internet-Nutzern für die Werbeangebote nach. Allerdings blieben befürchtete massive Rückschläge für das Google-Geschäft aus. Im Schlussquartal stieg die Zahl der bezahlten Klicks im Jahresvergleich um 13 Prozent und um 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Google drosselte einige Zeit die Ausgaben. Inzwischen greift das Unternehmen aber wieder an, unter anderem mit dem weiteren Vorstoß ins mobile Internet-Geschäft mit dem Handy-Betriebssystem Android. Mittel für eventuelle Übernahmen hätte der Suchmaschinen-Primus reichlich: Google saß zum Ende des Jahres auf einem Geldberg von 24,5 Milliarden Euro.

 
Leser-Kommentare
  1. Dass Google-Gründer in großem Stil Aktien verkaufen möchten, heißt es nichts Gutes für Google.

    Ich war gerade in China. Überall in den Internet-Cafés sieht man nur Baidu. Als Google-Benutzer bin ich ein Exote in China. Mein Android-Mobile funktionierte gar nicht in China. D.h. Google ist nichts in diesem wichtigen Markt. Ich glaube nicht, dass Chinesen in den USA Geschäft machen können, ohne US-Gesetze zu achten. Deshalb glaube ich auch nicht, dass Google in China etwas erreichen kann außer Ärger mit Chinesen.

    Nach dem Urlaub von China habe ich meine Google-Aktien verkauft. Ich würde auch sofort dasselbe tun, wenn ich noch welche hätte. D.h. die Firma kann nur noch bergab gehen!

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