Entlassung kassiert 400 Karmann-Mitarbeiter dürfen bleiben
Der Insolvenzverwalter des Unternehmens zog Kündigungen zum 31. Januar zurück. Der Grund: Volkswagen könnte einen Auftrag auslösen.
© Christof Koepsel/Getty Images

400 Mitarbeiter können in den Werken Karmanns auf eine längere Anstellung hoffen. Der Insolvenzverwalter hat ihre Kündigungen zurückgezogen
Bei dem insolventen Autozulieferer Karmann können 400 Mitarbeiter auf eine weiterführende Anstellung hoffen. Der Insolvenzverwalter Ottmar Hermann hat die Kündigungen zum 31. Januar aufgehoben. Grund sei ein möglicher Auftrag von Volkswagen. Es gebe zwar noch keinen Abschluss, aber aufgrund intensiver Gespräche "sind wir ein Stück weit optimistisch", sagte ein Sprecher Hermanns.
Laut einem VW-Sprecher ist die Entscheidung in den kommenden Wochen zu erwarten. Die Weiterführung der Beschäftigung der Karmann-Metallgruppe auf Auftragsbasis werde seitens VW derzeit geprüft. "Wir gehen davon aus, dass in diesem Zusammenhang in den kommenden Wochen eine Entscheidung fallen wird", sagte der Sprecher.
Die 400 Kündigungen waren Ende Oktober mit einer Drei-Monats-Frist ausgesprochen worden. Insolvenzverwalter Hermann will nach eigenen Angaben mit der Rücknahme der Kündigungen ein Zeichen setzen. Er sagte: "Ich freue mich, dass am Montag die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder mit einer Perspektive an die Arbeit gehen können." Bleibe aber das erwartete Auftragsvolumen in den nächsten Wochen aus, sei die erneute Kündigung der Mitarbeiter und die Schließung der Metallgruppe nicht auszuschließen.
Nach einem Rekordjahr 2004, mit einem Umsatz von fast 2,8 Milliarden Euro, war das Unternehmen immer mehr in Schwierigkeiten gekommen. Die Aufträge gingen zurück und von den ehemals 8000 Mitarbeitern blieben im vergangenen Sommer noch 1500. Karmann war im April vergangenen Jahres zahlungsunfähig geworden und hatte Insolvenz angemeldet.
Mitte November 2009 hatte VW angekündigt, Teile von Karmann zu übernehmen und ab 2011 in Osnabrück eine Cabrio-Version des VW Golf zu bauen. VW gehörte früher zu den größten Kunden, hatte aber seit Jahren keine Aufträge mehr an Zulieferfirmen vergeben. Außerdem soll Karmann in diesem Jahr zudem Teile für das neue Mercedes E-Klasse-Cabrio liefern.
- Datum 22.01.2010 - 16:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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