Luftfahrtindustrie Air Force eröffnet Kampf um Jahrhundertdeal

Es geht um ein Milliardengeschäft: Airbus und Boeing streiten um einen Großauftrag der US-Luftwaffe. Das Geschäft wird nun zum zweiten Mal ausgeschrieben.

Airbus gegen Boeing: Der Kampf um den "Jahrhundertdeal" über die Lieferung von 179 Tankflugzeugen im Wert von 35 Milliarden Dollar an die US-Air Force ist wieder eröffnet. Das US-Verteidigungsministerium legte am Mittwoch offiziell letzte Einzelheiten der erneuten Ausschreibung vor. "Wir glauben, dass beide Bieter in der Lage sind, diesen Wettbewerb zu gewinnen", sagte der Luftwaffen-Staatssekretär Michael Donley mit Blick auf die Airbus-Mutter EADS und den amerikanische Flugzeughersteller Boeing, die sich seit Jahren um den Mega-Deal streiten. "Wir hoffen, dass es ein guter Wettbewerb wird."

EADS und der amerikanische Partner Northrop Grumman hatten die Ausschreibung 2008 bereits für sich entschieden. Nach Protesten des alten Lieferanten Boeing hatte Washington jedoch die Entscheidung rückgängig gemacht und das Verfahren neu aufgerollt.

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Allerdings hatte Northrop sich bereits unlängst heftig beschwert, das US-Verteidigungsministerium schneide die Bedingungen der abermaligen Ausschreibung einseitig auf Boeing zu. Das Pentagon verzichte faktisch auf früher genannte technische Anforderungen und konzentriere sich nur noch auf den Preis. Das Boeing-Modell sei kleiner und weniger leistungsfähig als der Airbus-Tanker KC-45 von EADS/Northrop. Northrop hatte sogar damit gedroht, das Angebot zurückziehen.

"Northrop muss eine Entscheidung fällen", meinte der stellvertretende Verteidigungsminister William Lynn in Washington. "Wir hoffen, dass sich Northrop mit seinem europäischen Partner entschließt, an der Ausschreibung teilzunehmen." Northrop wollte sich dazu zunächst allerdings nicht äußern, man wolle erst die Details der Ausschreibung prüfen, meinte ein Sprecher.

Dagegen warf Boeing der europäischen Konkurrenz erneut vor, sie erhalte wettbewerbsverzerrende staatliche Subventionen. Man sei enttäuscht, dass die Air Force diese Frage nicht anspreche, meinte der Konzern in einer ersten Stellungnahme. Zu den Anforderungen der Ausschreibung meinte Boeing, dies sei allein Sache der Air Force.

Der 2008 ursprünglich gewonnene Auftrag sollte für EADS den Durchbruch auf dem amerikanischen Militärmarkt bringen. Der Konzern wollte für den Tanker in den USA ein Werk bauen, in dem auch zivile Frachtversionen montiert werden sollten. Im US-Kongress kämpfte die Boeing-Lobby jedoch gegen Militäraufträge an Europäer. Der Airbus-Tanker A330MRTT, auf dem die KC45 beruht, hat bisher alle internationalen Ausschreibungen gegen Boeing gewonnen.
 

 
Leser-Kommentare
  1. * Irland so oft über die EU Verfassung abstimmen lassen bis es zustimmt

    * In Simbabwe so oft wählen lassen, bis Mugabe gewinnt

    * Den Großauftrag des US Militärs so oft ausschreiben lassen bis Boeing den Zuschlag erhält

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 25.02.2010 um 11:38 Uhr

    .....wenn man das Flugzeug zum alten Preis bekommt. Die Frage scheint aber zu sein, ob EADS dann auch liefern kann.

    • joG
    • 25.02.2010 um 11:38 Uhr

    .....wenn man das Flugzeug zum alten Preis bekommt. Die Frage scheint aber zu sein, ob EADS dann auch liefern kann.

  2. Naiv zu glauben, dass die nächsten 90 Jahre nichts mehr passiert.

    Aber, Spaß beiseite, ich vertehe nicht, warum sich EADS/Northrop überhaupt noch um den Deal bewerben. Die Politik in Washington hat doch schon mit der Rückgängigmachung der Entscheidung zur ursprünglichen Ausschreibung, gezeigt, dass man Boeing gewinnen lassen will.

    Selbst der Skandal mit Bestechungsgeldern von Boeing ans Mitarbeiter des Pentagon, im Vorfeld der ersten Ausschreibung, hat doch schon nichts daran geändert.

    • Atan
    • 25.02.2010 um 11:33 Uhr

    Egal, was EADS den europäischen Regierungen für welchen Preis andrehen will, gekauft wird es doch!

    • joG
    • 25.02.2010 um 11:38 Uhr

    .....wenn man das Flugzeug zum alten Preis bekommt. Die Frage scheint aber zu sein, ob EADS dann auch liefern kann.

    Antwort auf "Murmeltier-Tag...."
    • colca
    • 25.02.2010 um 12:18 Uhr

    Gäbe es bei EADS eine ethisch handelnde Führungsriege, dann würden die sich gar nicht an Ausschreibungen der US-Streitkräfte beteiligen. Schließlich klebt an dem Geld was man da verdienen kann, das Blut der Opfer von Amerikas Kriegen.
    Aber das ist natürlich von einer Rüstungsfirma eindeutig zu viel verlangt, ich weiß ja.

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