Nach mehreren Todesfällen durch Listeriose hat die Handelskette Lidl erneut vor einem Harzer Käse aus ihrem Angebot gewarnt. Betroffen sind die Sorten Reinhardshof, Harzer Käse und Reinhardshof, Bauernkäse mit Edelschimmel des österreichischen Herstellers Prolactal GmbH. Kunden und Konsumenten sollten den Rückruf "unbedingt beachten", hieß es.

Die Warnung ging an Verbraucher vor allem in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Handelskette hatte den Käse bereits am 23. Januar zurückgerufen.

Listeriose ist eine Bakterieninfektion, die vor allem durch Rohmilchprodukte, rohes Fleisch und rohen Fisch übertragen werden kann, wenn die Lebensmittel mit höheren Konzentrationen des Bakteriums Listeria monocytogenes verunreinigt sind.

In dem Käse wurde der Erreger jetzt entdeckt, nachdem im Jahr 2009 mehrere ältere Menschen an der Infektion erkrankt waren. Da Listeriose meldepflichtig ist, wurden Abstriche des bei den Patienten festgestellten Erregers an die Österreichischen Agentur für Gesundheits- und Ernährungssicherheit (AGES) zur Untersuchung geschickt. Die AGES ist ein Zusammenschluss mehrerer Bundesinstitute und in Österreich unter anderem für Lebensmittelkontrollen, die Vermeidung von Tierseuchen und die Prüfung von Medikamenten zuständig.

"Die Forscher stellten fest, dass es sich um einen neuen Strang des Bakteriums handelt", sagte eine AGES-Sprecherin ZEIT ONLINE. Daraufhin befragten die Wissenschaftler die Patienten und ihre Familien nach ihren Ernährungsgewohnheiten, und baten sie, über mehrere Wochen, die Kassenzettel aus dem Supermarkt aufzubewahren. Das Ergebnis: Mehrere der Betroffenen hatten den Käse derselben Marke gegessen. Schließlich wurde der Erreger in den Produkten nachgewiesen, der Käse aus den Regalen genommen und eine Warnung veröffentlicht.