Nach mehreren Todesfällen Lidl warnt vor zwei Käsesorten
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Am Geruch oder dem Aussehen der Lebensmittel sind Listerien nicht zu erkennen

An Listerien waren im vergangenen Jahr zwei Deutsche und vier Österreicher gestorben, weitere zwölf Menschen erkrankten, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigte. Der Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Käse wurde erst festgestellt, nachdem die Anzahl der Listerien-Erkrankungen im vergangenen Jahr auffällig gestiegen war. Die Nachforschungen gestalteten sich jedoch schwierig, vor allem wegen der langen Inkubationszeit von drei bis zu 70 Tagen.

Im Januar konnte schließlich ein Sauermilchkäse des betroffenen Unternehmens Prolactal als Ursache für die Listeriose-Fälle ausgemacht werden. Das Ergebnis der Untersuchung wurde im Journal Euro Surveillance veröffentlicht.

Insgesamt werden in Deutschland jährlich etwa 250 bis 300 Fälle von Listeriose gemeldet. Die Symptome ähneln zunächst denen einer Grippe. Vor allem bei immungeschwächten Menschen können die Bakterien schwere Folgeerkrankungen verursachen und auch zum Tod führen. Verbraucher können den Käse in einer Lidl-Filiale zurückgeben und bekommen den Preis erstattet.

Für Kunden und Händler ist die Verunreinigung mit Listerien weder am Geruch noch am Aussehen der Produkte zu erkennen – der Käse verdirbt durch das Bakterium nicht. Regelmäßige Kontrollen bei der Herstellung und Verarbeitung sollen eine Verunreinigung mit dem Erreger verhindern. Am häufigsten kommen die Produkte in der Schlachterei, auf dem Bauernhof oder bei der Lebensmittelverarbeitung in Kontakt mit dem Bakterium. Nur eine strikte Hygiene kann das verhindern.

 
Leser-Kommentare
    • remur
    • 17.02.2010 um 10:37 Uhr

    Man da ist ja LIDL richtig kulant, geht ja geradezu offen mit dem Thema um das ein von ihnen vertriebenes Lebensmittel Menschen auf dem Gewissen hat.
    Belieferte der Produzent nur LIDL oder wieso sind andere Gruppen nicht betroffen? Die meisten arbeiten doch mit den selben Lieferanten zusammen, die Kauflandgruppe gehört sogar der gleichen Familie wie LIDL an.

    • remur
    • 17.02.2010 um 10:42 Uhr

    Der Rückruf gilt in Österreich seit fast 4 Wochen, wieso dauert das so lange bis man sich in Deutschland dazu aufrappelt das aus dem Verkehr zu nehmen? Den Imageverlust hinauszögern um noch solang wie möglich die Ware auf den Markt zu kippen?

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    @remur

    In Österreich gab es einen Rückruf?

    "Die fraglichen Produkte wurden am 23.01.2010 öffentlich zurückgerufen und sind seit diesem Zeitpunkt auch nicht mehr im Verkauf. In Österreich wurden die Artikel von Lidl zu keinem Zeitpunkt vertrieben." (www.lidl.de)

    @remur

    In Österreich gab es einen Rückruf?

    "Die fraglichen Produkte wurden am 23.01.2010 öffentlich zurückgerufen und sind seit diesem Zeitpunkt auch nicht mehr im Verkauf. In Österreich wurden die Artikel von Lidl zu keinem Zeitpunkt vertrieben." (www.lidl.de)

  1. Sehr vorbildlich. Zusammen mit dem Ruf nach Mindestlohn macht mir dies Lidl immer sympathischer.

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    ...ob der Ruf nach Mindestlohn nicht direkt mit diesem immens imageschädlichen Ereigniss zu tun hat?

    ...ob der Ruf nach Mindestlohn nicht direkt mit diesem immens imageschädlichen Ereigniss zu tun hat?

  2. @remur

    In Österreich gab es einen Rückruf?

    "Die fraglichen Produkte wurden am 23.01.2010 öffentlich zurückgerufen und sind seit diesem Zeitpunkt auch nicht mehr im Verkauf. In Österreich wurden die Artikel von Lidl zu keinem Zeitpunkt vertrieben." (www.lidl.de)

    Antwort auf "Noch besser"
  3. ...ob der Ruf nach Mindestlohn nicht direkt mit diesem immens imageschädlichen Ereigniss zu tun hat?

  4. Finde es höchst bedenklich, wie die "Zeit" mit diesem Artikel Stimmung gegen Lidl macht, indem z.B. verschwiegen wird, dass und wann Lidl einen Rückruf gestartet hat. Man hat sich anscheinend auf die Firma eingeschossen. Ja ich weiß, es ist wohl arg naiv zu glauben, Journalismus und Meinungsmache seien zwei Paar Schuhe.

    Soweit mir bekannt, hat Lidl die in dem Artikel genannten Produkte am 23.01.2010 (!) zurückgerufen, nachdem die eigene Qualitätssicherung in einigen Proben Listerien entdeckt hatte. Mir ist bekannt, dass Lidl (wie auch andere große Lebensmittelhändler, insbesondere die Discounter) permanent mehrere unabhängige Labore damit beauftragt, ihr Sortiment sowohl im Hinblick auf gesundheitliche Unbedenklichkeit wie auch ordnungsgemäße Beschaffenheit und Etikettierung zu untersuchen. Nur, wenn Lidl die Rückrufaktion nicht unverzüglich nach dem internen Bekanntwerden der Untersuchungsergebnisse gestartet hätte, wäre ihnen ein Vorwurf zu machen.

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    • catha
    • 17.02.2010 um 14:33 Uhr

    Ich denke, "Die Zeit" macht keine Stimmung gegen Lidl. Wieso auch? Aus persönlichen Ressentiments? Lidl ist ein riesiger Sauladen und hat es der eigenen "Firmenphilosophie" zu verdanken, dass man kein gutes Haar an ihnen lässt...

    Redaktion

    Lieber Xdenker,

    dass Lidl einen Rückruf gestartet hat, steht in unserer Meldung sehr wohl, gleich im ersten Absatz, und noch einmal ganz am Ende. Was fehlt: Es handelt sich um die Wiederholung eines früheren Rückrufs. Wir ergänzen die Meldung gerade dementsprechend. Danke für den Hinweis.

    Beste Grüße,
    Alexandra Endres
    Redaktion ZEIT ONLINE

    Redaktion

    Lieber Leser,

    in der Tat war die erste Fassung der Agentur-Meldung nicht sehr gut formuliert - auch wenn darin nicht behauptet wurde, die Handelskette Lidl träfe eine Schuld an der Kontamination des Käses mit Listerien.

    Ich habe jetzt viele wissenschaftliche Informationen über die Infektionskrankheit Listeriose und über den aktuellen Fall hinzugefügt und hoffe, Sie fühlen sich dadurch jetzt besser informiert.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

    • catha
    • 17.02.2010 um 14:33 Uhr

    Ich denke, "Die Zeit" macht keine Stimmung gegen Lidl. Wieso auch? Aus persönlichen Ressentiments? Lidl ist ein riesiger Sauladen und hat es der eigenen "Firmenphilosophie" zu verdanken, dass man kein gutes Haar an ihnen lässt...

    Redaktion

    Lieber Xdenker,

    dass Lidl einen Rückruf gestartet hat, steht in unserer Meldung sehr wohl, gleich im ersten Absatz, und noch einmal ganz am Ende. Was fehlt: Es handelt sich um die Wiederholung eines früheren Rückrufs. Wir ergänzen die Meldung gerade dementsprechend. Danke für den Hinweis.

    Beste Grüße,
    Alexandra Endres
    Redaktion ZEIT ONLINE

    Redaktion

    Lieber Leser,

    in der Tat war die erste Fassung der Agentur-Meldung nicht sehr gut formuliert - auch wenn darin nicht behauptet wurde, die Handelskette Lidl träfe eine Schuld an der Kontamination des Käses mit Listerien.

    Ich habe jetzt viele wissenschaftliche Informationen über die Infektionskrankheit Listeriose und über den aktuellen Fall hinzugefügt und hoffe, Sie fühlen sich dadurch jetzt besser informiert.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

    • catha
    • 17.02.2010 um 14:28 Uhr

    dass sich direkt unter dem Artikel eine Anzeige für den "Lidl-Shop" befindet. Kann man gleich noch lecker Käse aussuchen...

  5. Hallo erstmal!

    Ich bin leider einer der betroffenen einer Listerien Infektion. Hab wohl Glück gehabt das ich nicht daran verstorben bin. Nu bringt RTL da endlich was ins rollen.

    http://www.rtl.de/cms/ser...

    Man sollte die Qualitätskontrolle in dem Bereich meiner Meinung nach erheblich erhöhen.

    MFG
    W. Jansen

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