Sanierungsplan Opel streicht in Deutschland 3900 Jobs
Opel will sich mittels Stellenabbau und Staatsgeldern sanieren. Deutschland soll mit 1,5 Milliarden Euro helfen. Die IG Metall lehnt den Plan ab.
Opel hat sein Sanierungskonzept vorgestellt. Europaweit will das Unternehmen rund 8300 der insgesamt 48.000 streichen, teilte das Unternehmen mit. An deutschen Standorten ist demnach ein Abbau von rund 3900 Stellen vorgesehen. Davon entfallen 1799 auf Bochum, wo künftig exklusiv der neue Zafira gebaut werden soll. In der Produktion in Rüsselsheim sollen 862 Stellen wegfallen, die Belegschaft des Werks in Eisenach wird um 300 Beschäftigte verkleinert. Im Motorenwerk Kaiserslautern sollen ebenfalls 300 Jobs gestrichen werden. Hinzu kommen bundesweit rund 650 Stellen in der Verwaltung, vor allem in Rüsselsheim.
Zudem will der Autohersteller für seine Sanierung in den Ländern mit Opel-Standorten insgesamt 2,7 Milliarden an Staatshilfen einsammeln. In Deutschland hat das Unternehmen bei Bund und Ländern bereits 1,5 Milliarden Euro beantragt. Wie diese Summe zwischen Bund und Ländern aufgeteilt wird, sei Sache der Politik, teilte Opel mit. Insgesamt gebe es einen Finanzierungsbedarf von 3,3 Milliarden Euro zur Umsetzung des Zukunftsplans, sagte Opel-Chef Nick Reilly. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) habe hierzu bereits 600 Millionen US-Dollar beigetragen. Zudem habe GM im Januar Vorauszahlungen von 650 Millionen Euro geleistet, damit Opel seinen laufenden Finanzbedarf decken könne.
Die IG Metall hat Bund und Länder aufgefordert, den Opel-Sanierungsplan nicht mit Staatsgeldern zu unterstützen. Es bleibe weiter unklar, wie der Autobauer zukunftsfähig gemacht werden solle, kritisierten die für die Opel-Standorte zuständigen Bezirksleiter der IG Metall, Armin Schild und Oliver Burkhard. "Wir wollen, dass Opel unterstützt wird, wenn ein entsprechendes Konzept vorliegt", betonte Schild. "Aber den Plan, den wir kennen, werden wir so nicht unterstützen, insbesondere nicht durch Beiträge der Arbeitnehmer.
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU), mit dem Stammsitz Rüsselsheim direkt betroffen, sagte, der vom Mutterkonzern geplante Eigenanteil reiche nicht aus. "Nach unserer ersten Einschätzung wird es geboten sein, dass GM als Eigentümer seine Beteiligung an der Sanierung und Neuaufstellung deutlich erhöht." Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte, die EU-Kommission prüfe die beantragten Staatshilfen vorab. Darauf hätten sich die EU-Wirtschaftsminister im Dezember verständigt, um einen Subventionswettlauf der betroffenen Opel-Länder zu vermeiden.
Neben den Staatshilfen verlangt das Opel-Management von den Mitarbeitern einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro in den Jahren 2010 bis 2014. Das lehnen Betriebsräte und Gewerkschaften derzeit ab, weil sie das Aus des belgischen Standorts Antwerpen nicht mittragen wollen und GM ihnen bisher keine Sicherheiten für ihre Beiträge angeboten habe. Die Betriebsräte wehren sich auch gegen die Schließung der Getriebewerke in Kaiserslautern und Rüsselsheim. Die Verhandlungen stocken.
Weiterhin sieht der Sanierungsplan vor, dass Opel 2011 die Gewinnschwelle erreicht und 2012 wieder Gewinn macht. Hierfür will GM bis zum Jahr 2014 insgesamt elf Milliarden Euro in den Rüsselsheimer Autohersteller investieren. Damit sollen 80 Prozent der Produkte erneuert werden, sagte Opel-Chef Reilly. Zudem setzt das Unternehmen künftig verstärkt auf Elektroautos. Es werde neben dem Hybridfahrzeug Ampera ein weiteres Elektrofahrzeug mit verlängerter Reichweite geben. Zusätzlich plant Opel rein batteriebetriebene Modelle in kleineren Klassen.
- Datum 09.02.2010 - 13:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 13
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...man sich fragen sollte, wieso sich die Regierung Merkel verpflichtete mehrere Milliarden Subventionen zu zahlen. Auch wäre interessant, was geschehen wird, wenn keine Subventionen nun fließen. Welche zusätzlichen Standorte müssen geschlossen werden? Wo wird die Bundesrepublik auf Schadensersatz verklagt?
Betriebswirtschaftlich wird dies von verschiedenen Seite schon lange vorgeschlagen. Überkapazitäten. Mal sehen, was OPEL für die frei werdenden Mitarbeiterkapazitäten tut. Die brauchen ja einen neuen Job. Das wird nicht einfach für jeden zu überlegen, was kann ich, wo wird das gebraucht, wie kann ich mich anders verkaufen und eine neue Arbeit finden. Vermutlich werden die meisten in Transfergesellschaften abgeschoben, bekommen Bewerbungstraining von der Stange und gut.
Die Autoindustrie hat weltweit erhebliche Überkapazitäten. Auch wenn Opel wieder in die Gewinnzone kommt, dann gehen diese Gewinne auf Kosten von VW oder Audi oder etc. Hier Subventionen zu zahlen, verzögert lediglich den Strukturwande.
....dass wir weltweit erhebliche Überkapazitäten in Autos vor allem hochwertiger Bauart haben. Dummer weise hat aber die Bundesregierung Zusagen gemacht, die es illegal machen GM zu versagen, was sie Magna zusagte. Sie kann auf die Legalität ihrer Aktivitäten verzichten, wie sie das in letzter Zeit offenbar gerne tut. Den Schaden, den sie damit aber verursachte, muss sie bereit sein auszugleichen. Das wäre vermutlich teurer.
....dass wir weltweit erhebliche Überkapazitäten in Autos vor allem hochwertiger Bauart haben. Dummer weise hat aber die Bundesregierung Zusagen gemacht, die es illegal machen GM zu versagen, was sie Magna zusagte. Sie kann auf die Legalität ihrer Aktivitäten verzichten, wie sie das in letzter Zeit offenbar gerne tut. Den Schaden, den sie damit aber verursachte, muss sie bereit sein auszugleichen. Das wäre vermutlich teurer.
Die empörten Opel-Arbeiter sind nicht die Mehrheit in diesem Lande! Klar, würde mich auch frustrieren. Es ist aber nicht Aufgabe der Steuerzahler einen Autohersteller zu subventionieren gegen den sie sich seit Jahren, durch ihre Kaufentscheidung bei anderen Herstellern, entschieden haben! Das schadet der Wirtschaft als Ganzes und auch den anderen deutschen Herstellern die ohne Steuergeld auskommen. Das müsst ihr halt aushalten dass hilflose Opelaner dann fragen wo "der Staat" sei und vom "armen Deutschland" klagen und wie "traurig" dies doch sei.
Wenn, dann nehmt das gleiche Geld lieber und fördert damit die Bildung, die Forschung und Unternehmensgründer so dass dieses Land eine Zukunft hat!
Das überhaupt noch erwogen wird,an GM Staatsgelder zu zahlen, scheint mehr als verwunderlich.
Der „Weltkonzern GM“ hat in den letzten Jahrzehnten Autos gebaut, die zu guter letzt nicht einmal mehr Amerikaner gekauft haben.
“10 vehicles that bankrupted GM “ s. hier
http://jalopnik.com/52740...
Die einzige Marke des Konzerns, die anscheinend überhaupt noch Geld in die Kasse spülte und technisch auf der Höhe der Zeit war, scheint Opel zu sein.
Doch wie sah es da aus?
Der angeschlagene Autobauer Opel hat nach Recherchen des "Focus" in Deutschland noch keinen einzigen Cent Steuern gezahlt, weil die Gewinne stets zu General Motors (GM) in die USA transferiert werden mussten.
Dies hätten mehrere Kabinettsmitglieder bestätigt.
Verluste seien dagegen hierzulande steuerlich geltend gemacht worden, heißt es weiter. Damit habe Opel den Steuerzahler bereits hohe Milliardenbeträge gekostet.
Wer hat damals zugestimmt?
http://www.bz-berlin.de/a...
So also.
Noch nie einen Cent Steuer bezahlt, aber Verluste hierzulande steuerlich geltend gemacht, was – siehe oben – bereits Milliarden für den deutschen Steuerzahler kostete.
Ein ausreichendes Sanierungskonzept liegt noch nicht vor, aber man weiß natürlich eins schon sehr genau:
Wie viele Milliarden man vom Staat will, und wie viele Arbeitsplätze abzubauen sind.
Wieder ein „klasse Deal“ für den deutschen Steuerzahler.
ich bin müde zu sehen, wie die GM AG die deutsche Riegierung verarscht und spielt
Die deutsche Riegierung soll OPEL statizieren, um das GM Spiel zu beenden.
Es klingt Sozialismus pür aber mit HRS wurde auch gemacht oder? mit CommersBank auch. Die US Riegierung hat es gemacht. Alles glauben, dass es noch mit GM besser wird, ich glaube nicht.
Und jetzt sind 3900 leute ohne Job also Leute die Schwarz-Gelb Rigierung wird nicht für die Opel Mitarbeitern machen und noch schlimmer sie werden das Geld geben (von den Steur)
Als asländischer Mitbürger sehe ich diese GM Schow und nach mein Temperament, frage ich mich, warum ist die Leute in Deutschland so Friedlich, sagen aber nichts
....nicht GM die die Regierung sondern die Regierung, die GM "verarschte". [Anmerkung: Bitte achten Sie auf einen gepflegteren Sprachstil. Danke, die Redaktion/vv]
Sie wollte illegal nur Magna subventionieren.
....nicht GM die die Regierung sondern die Regierung, die GM "verarschte". [Anmerkung: Bitte achten Sie auf einen gepflegteren Sprachstil. Danke, die Redaktion/vv]
Sie wollte illegal nur Magna subventionieren.
....nicht GM die die Regierung sondern die Regierung, die GM "verarschte". [Anmerkung: Bitte achten Sie auf einen gepflegteren Sprachstil. Danke, die Redaktion/vv]
Sie wollte illegal nur Magna subventionieren.
....dass wir weltweit erhebliche Überkapazitäten in Autos vor allem hochwertiger Bauart haben. Dummer weise hat aber die Bundesregierung Zusagen gemacht, die es illegal machen GM zu versagen, was sie Magna zusagte. Sie kann auf die Legalität ihrer Aktivitäten verzichten, wie sie das in letzter Zeit offenbar gerne tut. Den Schaden, den sie damit aber verursachte, muss sie bereit sein auszugleichen. Das wäre vermutlich teurer.
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