Rückrufaktion Toyota ist nicht zu bremsen
Schon wieder beordert Toyota Hunderttausende Autos in die Werkstatt. Jetzt funktionieren Bremsen nicht einwandfrei. Betroffen sind der Prius und drei weitere Modelle.
© Toru Yamanaka/AFP/Getty Images

Begleitet von seinem Vize entschuldigt sich Toyota-Chef Akio Toyoda (r) am Dienstag für die erneute Rückrufaktion von Hunderttausenden Autos
Der weltgrößte Autobauer Toyota muss schwere Mängel bei mehreren Autotypen einräumen. "Lassen Sie mich jedem versichern, dass wir unsere Verpflichtung zu Qualität als Lebensader unseres Unternehmens verdoppeln werden", sagte Toyota-Chef Akio Toyoda auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatte der Konzern wegen Bremsproblemen den Rückruf von vier Modellen beim Transportministerium anmelden müssen. Dazu gehören neben dem bisherigen Hybrid-Verkaufsschlager Prius die Modelle Lexus HS250h, der Sai und der Prius Plug-in Hybrid. Außerhalb Japans sollen rund 200.000 Autos betroffen sein, insgesamt sind es nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters aber sogar 436.000 Autos.
Grund für den Rückruf sei das Software-Programm, das das Anti-Blockiersystem ABS kontrolliert, teilte Toyota mit. Toyota hatte in Japan und im Ausland Beschwerden erhalten, dass die Prius-Bremsen auf unebenen Straßen oder bei Schlaglöchern kurzzeitig nicht funktionieren. Der neue Prius kam im Mai vergangenen Jahres heraus und war noch im Januar das bestverkaufte Auto in Japan. Dort verkaufte Toyota davon rund 170.000 Autos und in den USA 100.000.
Der Verkauf der beanstandeten Modell soll nun so lange gestoppt werden, bis die Probleme behoben sind. Dies werde voraussichtlich bis Ende Februar oder Anfang März dauern, teilte Toyota mit.
Toyota hat weltweit mittlerweile rund 300.000 Exemplare der dritten Baureihe des Hybridfahrzeugs Prius verkauft, darunter 3500 in Deutschland. Rund um den Globus musste der Konzern in den vergangenen Wochen wegen eines Defekts an den Gaspedalen bereits über acht Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen.
Unterdessen reichte ein Anwalt in Kalifornien eine erste Klage gegen Toyota wegen des Prius-Bremsdefekts ein. Anwalt Daniel Warshaw sagte in Los Angeles, er strebe eine Sammelklage in Kalifornien für alle Besitzer von Prius- und Lexus HS250h-Wagen des Baujahrs 2010 an. All diese Fahrzeuge hätten dasselbe Bremssystem.
- Datum 09.02.2010 - 08:51 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, reuters
- Kommentare 5
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...alles wird schnell entwickelt und zusammengeworfen, und dann funktioniert es mal wieder nicht richtig...
Das sind dann also die Ergebnisse von Synergie und Globalisierung.
Zulieferer rund um den Globus so drücken, knebeln und knechten, dass irgendwann einfach Schrott rauskommen muss.
Diesen Quatsch machen natürlich auch andere Hersteller und Branchen.
Warum? Weil statt Fachleute, Kaufleute die Firmen leiten und völlig unrealistische Gewinne erzielen wollen.
Eine Zeit lang geht das, bis das Kartenhaus zusammenbricht.
Wer die aktuellen Artikel über Toyota liest, bekommt den Eindruck, daß es am laufenden Band krachen muß, so unsicher wie die Autos dargestellt werden. Wie sieht aber eigentlich die wirkliche Unfallstatistik aus?
Es ist im Grunde immer so, daß neue Konzepte Kinderkrankheiten haben. Niemand kann alle Eventualitäten voraussehen. Dafür haben meiner Meinung nach die Toyotas aber sehr gut abgeschnitten. Vielleicht sollten die Kritikaster einmal an die Zeiten zurückdenken, als die ersten ABS-Fahrzeuge auf den Markt kamen, oder die elektronischen Schlupfregelungen.
Ich bin der Meinung, daß man Toyota eine gute Chance geben sollte, die Fehler zu korrigieren.
...der Konzern hat sehr träge reagiert.
Vor Monaten gab es die ersten Fälle, da wurden Leute mit verrutschten Fußmatten abgewimmelt...
...der Konzern hat sehr träge reagiert.
Vor Monaten gab es die ersten Fälle, da wurden Leute mit verrutschten Fußmatten abgewimmelt...
...der Konzern hat sehr träge reagiert.
Vor Monaten gab es die ersten Fälle, da wurden Leute mit verrutschten Fußmatten abgewimmelt...
Na das ist ja mal eine gelungene Schlagzeile - gratuliere!
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