Tankflugzeug-Ausschreibung Zweite Chance für Airbus
Das US-Verteidigungsministerium hat den Flugzeugbauer EADS ermuntert, ein neues Angebot für den Milliarden-Tankerauftrag abzugeben. Der Konzern gibt sich zurückhaltend.
Im Bieterwettbewerb um den Milliardenauftrag des US-Verteidigungsministeriums über 179 Tankflugzeuge könnte die Airbus-Mutter EADS doch noch den Zuschlag bekommen: Das Pentagon erwägt, die Frist der Ausschreibung zu verlängern, um dem europäischen Flugzeugbauer Airbus einen Wiedereinstieg zu ermöglichen.
Der Airbus-Konzern EADS reagierte zurückhaltend auf die Ermunterungen aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium. "EADS wird den neuen Sachstand prüfen, um abzuklären, ob dieser das Unternehmen in die Lage versetzt, mit einem Angebot auf die Ausschreibung des Verteidigungsministeriums zu reagieren", teilte das Unternehmen mit. Die Fristverlängerung sei "unverzichtbar". Allerdings könne sie "nur einer von mehreren Entscheidungsfaktoren für eine Teilnahme von EADS am Bieterverfahren sein". EADS kündigte an, nur dann ein Angebot abgeben zu wollen, "wenn nach Auswertung aller relevanten Faktoren eine faire Chance besteht, die Ausschreibung gewinnen zu können."
Trotz des "positiven Zeichens" aus dem Verteidigungsministerium gebe es immer noch grundsätzliche Bedenken, "dass die Ausschreibung auf ein kleineres, leistungsschwächeres Flugzeug zugeschnitten ist und das zusätzliche, überlegene Leistungsportfolio, das unser Flugzeug bieten könnte, nicht genügend berücksichtigt" werde. In jedem Fall sei es EADS "unmöglich", bis Mitte Mai ein Angebot einzureichen. Eine neue Bewerbung würde 1400 Seiten Dokumentation nach spezifischem US-Bewerbungsrecht bedeuten, deren Formulierung Zeit braucht.
EADS und sein US-Partner Northrop Grumman hatten sich vergangene Woche aus der Ausschreibung für das neue Luftbetankungsflugzeug für die US-Luftwaffe zurückgezogen. Als Grund gaben sie an, dass die Ausschreibung des Pentagons klar auf den US-Konkurrenten Boeing zugeschnitten sei. Dies hatte für Empörung in Europa geführt. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) kritisierte "Anzeichen von Protektionismus". Das Pentagon wies die Vorwürfe zurück.
Geoff Morrell, Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, betonte, das Pentagon strebe einen "fairen und offenen Wettbewerb" an. Das Ministerium würde einen Wiedereinstieg von Airbus daher "begrüßen".
Bei der Ausschreibung des US-Ministeriums geht es um den Bau von 179 Tankflugzeugen für 35 Milliarden Dollar (25,8 Milliarden Euro). Eine erste Ausschreibung hatte 2003 Boeing gewonnen, in einem zweiten Verfahren setzten sich EADS und Northrop Grumman durch. Beide Vergabeverfahren wurden allerdings annulliert, der Auftrag jeweils neu ausgeschrieben.
In Fachkreisen wird diskutiert, wie ernst das Interesse des Pentagons an einem neuen EADS-Angebot tatsächlich ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatten gemeinsam die USA vor "protektionistischen Versuchungen" gewarnt und die Prüfung von Konsequenzen angekündigt. Es könne sich um eine rein politische Geste Washingtons handeln, heißt es.
Nach einem Bericht des französischen Wirtschaftsblatts La Lettre de l'Expansion plant EADS eine Auslagerung seiner Produktion nach Mexiko. Das Unternehmen wolle damit dem Problem begegnen, dass es durch die Fertigung zu hohen Euro-Preisen viel Geld verliert. Der Konzern selbst wollte sich dazu bislang nicht äußern. Dem Bericht zufolge ist der bei EADS im vergangenen Jahr verbuchte Verlust in Höhe von 763 Millionen Euro unter anderem auf den starken Euro zurückzuführen: Die Tochterfirma Airbus fertigt ihre Maschinen zu Euro-Preisen, verkauft sie aber zum ungünstigeren Dollarkurs.
- Datum 19.03.2010 - 18:17 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
- Kommentare 9
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... nicht wg. der zu kurzen Frist aus dem Verfahren zurückgezogen.
....eine Festpreis Ausschreibung. Das bedeutet, dass man nicht nachverhandeln kann, wenn etwa Entwicklungskosten oder Währungskurse aus dem Ruder laufen. Diese Risiken sind für EADS relativ groß und vermutlich der Grund dafür, dass man sich aus dem Rennen zurück zog. Der Vorwurf des Protektionismus mag zum Teil auch stimmen, ist aber sicherlich nicht der Ausschlag gebende Punkt gewesen. Kann EADS wirklich einen Festpreis riskieren. Das war und ist die Frage.
durch die Boing Lobby verdreht, EADS hatte keine Chance und wird keine Chance bekommen. Protektionismus und um nichts anderes handelt es sich hier. Diese 2. eigentlich ist es die 3. Chance ist nichts als Augenwischerei, um sich vor Revancheaktionen der Europäer zu schützen, ob es klappt ist ne andere Frage.
....Protektionismus als bewiesen ansehen, wenn EADS sich der Konkurrenz und den Kostenrisiken entzieht und nicht antritt?
....Protektionismus als bewiesen ansehen, wenn EADS sich der Konkurrenz und den Kostenrisiken entzieht und nicht antritt?
....Protektionismus als bewiesen ansehen, wenn EADS sich der Konkurrenz und den Kostenrisiken entzieht und nicht antritt?
Die EADS lernt offenbar nichts dazu. Was soll die Bewerbung auf einen Festpreis für die USA, wo man doch vor einigen Tagen knapp am Konkurs vorbeigeschlittert ist , weil man den europäischen M 400 zum Festpreis liefern musste, aber nicht konnte. Sind denn überall in dem Konzern nur Idioten am Werk ?
Die Technik bei M400 war viel zu kompliziert, man hat nicht auf bestehende Technologie zurückgegriffen, nein, es musste etwas neues her, und zack da hatte man den Salat. Absolutes Fehlmanagement. Ein Fehler den Erstsemestler in BWL machen, aber keine Topmanager bei einem Weltkonzern, sollte man meinen. Bei den Tankmaschienen sieht es anders aus, man greift auf bestehende Technik zurück und verändert diese nicht sehr revolutionär. Die Risiken sind überschaubar, was die Währungsrisiken angeht, sollte man bedenken, dass ein Werk in den Staaten gebaut werden sollte. Inwiefern das die Währungsrisiken genau lindert vermag ich allerdings nicht zu sagen.
Fall die Währungsrisiken und der FEstpreis wirklich der Grund sein sollten, eine einmalige Chance zu veroassen, wäre ich überrascht.
Die Technik bei M400 war viel zu kompliziert, man hat nicht auf bestehende Technologie zurückgegriffen, nein, es musste etwas neues her, und zack da hatte man den Salat. Absolutes Fehlmanagement. Ein Fehler den Erstsemestler in BWL machen, aber keine Topmanager bei einem Weltkonzern, sollte man meinen. Bei den Tankmaschienen sieht es anders aus, man greift auf bestehende Technik zurück und verändert diese nicht sehr revolutionär. Die Risiken sind überschaubar, was die Währungsrisiken angeht, sollte man bedenken, dass ein Werk in den Staaten gebaut werden sollte. Inwiefern das die Währungsrisiken genau lindert vermag ich allerdings nicht zu sagen.
Fall die Währungsrisiken und der FEstpreis wirklich der Grund sein sollten, eine einmalige Chance zu veroassen, wäre ich überrascht.
Die Technik bei M400 war viel zu kompliziert, man hat nicht auf bestehende Technologie zurückgegriffen, nein, es musste etwas neues her, und zack da hatte man den Salat. Absolutes Fehlmanagement. Ein Fehler den Erstsemestler in BWL machen, aber keine Topmanager bei einem Weltkonzern, sollte man meinen. Bei den Tankmaschienen sieht es anders aus, man greift auf bestehende Technik zurück und verändert diese nicht sehr revolutionär. Die Risiken sind überschaubar, was die Währungsrisiken angeht, sollte man bedenken, dass ein Werk in den Staaten gebaut werden sollte. Inwiefern das die Währungsrisiken genau lindert vermag ich allerdings nicht zu sagen.
Fall die Währungsrisiken und der FEstpreis wirklich der Grund sein sollten, eine einmalige Chance zu veroassen, wäre ich überrascht.
...die Währungskomponente des Risikos ist verhältnismäßig gering verglichen mit den Entwicklungs- und Qualitätsrisiken. Anders als Sie sagen, hatte ich gelesen, dass die Technologie zwar existiert, aber nicht Teil des Produktionswissens der EADS ist und daher sie es schwer haben, mit Boeing, die die Technologie seit Jahrzehnten weiterentwickeln und daher produktiv wesentlich besser beherrschen. So könne, so die Analyse EADS zwar bieten aber nur gewinnen, wenn man erhebliche Risiken bezüglich der Kosten und Lieferzeiten in Kauf nähme. Dass EADS und Northrop das so nicht publizieren und lieber von eigenen Mängeln ablenken wollen, erklärt sich daraus nach Ockham, dass sie ihre anderen Abnehmer nicht verschrecken wollen. Die könnten dann abspringen.
...die Währungskomponente des Risikos ist verhältnismäßig gering verglichen mit den Entwicklungs- und Qualitätsrisiken. Anders als Sie sagen, hatte ich gelesen, dass die Technologie zwar existiert, aber nicht Teil des Produktionswissens der EADS ist und daher sie es schwer haben, mit Boeing, die die Technologie seit Jahrzehnten weiterentwickeln und daher produktiv wesentlich besser beherrschen. So könne, so die Analyse EADS zwar bieten aber nur gewinnen, wenn man erhebliche Risiken bezüglich der Kosten und Lieferzeiten in Kauf nähme. Dass EADS und Northrop das so nicht publizieren und lieber von eigenen Mängeln ablenken wollen, erklärt sich daraus nach Ockham, dass sie ihre anderen Abnehmer nicht verschrecken wollen. Die könnten dann abspringen.
...die Währungskomponente des Risikos ist verhältnismäßig gering verglichen mit den Entwicklungs- und Qualitätsrisiken. Anders als Sie sagen, hatte ich gelesen, dass die Technologie zwar existiert, aber nicht Teil des Produktionswissens der EADS ist und daher sie es schwer haben, mit Boeing, die die Technologie seit Jahrzehnten weiterentwickeln und daher produktiv wesentlich besser beherrschen. So könne, so die Analyse EADS zwar bieten aber nur gewinnen, wenn man erhebliche Risiken bezüglich der Kosten und Lieferzeiten in Kauf nähme. Dass EADS und Northrop das so nicht publizieren und lieber von eigenen Mängeln ablenken wollen, erklärt sich daraus nach Ockham, dass sie ihre anderen Abnehmer nicht verschrecken wollen. Die könnten dann abspringen.
Nunja, Boing kocht auch nur mit Wasser. Das haben wir mit dem Dreamliner gesehen. Beide Konzerne gehen ein enormes Risiko ein, aber Angesichts der Quantität des Auftrages und den Chancen den US Mark zu erobern bzw. für sich öffnen zu können, ein verantwortbares Risiko.
Die Frage isr, warum EADS bei der ersten Ausschreibung gewonnen hat, waren ihre Pläne wirklich nur gut, oder der PReis proportional niedrig oder Boing einfach nur schlechter?
Ganz genau werden wir es wohl nicht erfahren. Die Antwort liegt irgendwo in der Mitte. Aber ich persönlich würde aus dem Bauch heraus sagen, dass man dieses Risiko eingehen sollte. Die Kapazitäten in dem Passagiersegment sind gestrafft, viel mehr wird da nicht kommen. Ein zweites Standbein im Bereich Militärtrechnik global gestrickt, ist für EADS meiner MEinung nach lebensnotwendig.
Aber eine wichtige Frage stellt sich: Ist EADS ein EU Staatskonzern oder ein wirklich freiwirtschaftendes Unternehmen?
Inwiefern spielt die Politik bei den Zukunftsplänen und der finanzierung der Projekte eine Rolle?
Angesichts diverser Disaster mit dem A380 und dem M400 und den explodierenden Preisen für den Eurofighter eine berechtigte FRage meinerseits.
Bezüglich Protektionismus muß man fairer Weise zugeben, dass Europe auch auf russische, ukrainische oder auch amerikanische Transporter oder flugzeuge jeder Art hätte zugreifen können. zumindest bei den Transportern wären die Russen/Ukrainer wohl die billigste Variante gewesen.
Nunja, Boing kocht auch nur mit Wasser. Das haben wir mit dem Dreamliner gesehen. Beide Konzerne gehen ein enormes Risiko ein, aber Angesichts der Quantität des Auftrages und den Chancen den US Mark zu erobern bzw. für sich öffnen zu können, ein verantwortbares Risiko.
Die Frage isr, warum EADS bei der ersten Ausschreibung gewonnen hat, waren ihre Pläne wirklich nur gut, oder der PReis proportional niedrig oder Boing einfach nur schlechter?
Ganz genau werden wir es wohl nicht erfahren. Die Antwort liegt irgendwo in der Mitte. Aber ich persönlich würde aus dem Bauch heraus sagen, dass man dieses Risiko eingehen sollte. Die Kapazitäten in dem Passagiersegment sind gestrafft, viel mehr wird da nicht kommen. Ein zweites Standbein im Bereich Militärtrechnik global gestrickt, ist für EADS meiner MEinung nach lebensnotwendig.
Aber eine wichtige Frage stellt sich: Ist EADS ein EU Staatskonzern oder ein wirklich freiwirtschaftendes Unternehmen?
Inwiefern spielt die Politik bei den Zukunftsplänen und der finanzierung der Projekte eine Rolle?
Angesichts diverser Disaster mit dem A380 und dem M400 und den explodierenden Preisen für den Eurofighter eine berechtigte FRage meinerseits.
Bezüglich Protektionismus muß man fairer Weise zugeben, dass Europe auch auf russische, ukrainische oder auch amerikanische Transporter oder flugzeuge jeder Art hätte zugreifen können. zumindest bei den Transportern wären die Russen/Ukrainer wohl die billigste Variante gewesen.
Nunja, Boing kocht auch nur mit Wasser. Das haben wir mit dem Dreamliner gesehen. Beide Konzerne gehen ein enormes Risiko ein, aber Angesichts der Quantität des Auftrages und den Chancen den US Mark zu erobern bzw. für sich öffnen zu können, ein verantwortbares Risiko.
Die Frage isr, warum EADS bei der ersten Ausschreibung gewonnen hat, waren ihre Pläne wirklich nur gut, oder der PReis proportional niedrig oder Boing einfach nur schlechter?
Ganz genau werden wir es wohl nicht erfahren. Die Antwort liegt irgendwo in der Mitte. Aber ich persönlich würde aus dem Bauch heraus sagen, dass man dieses Risiko eingehen sollte. Die Kapazitäten in dem Passagiersegment sind gestrafft, viel mehr wird da nicht kommen. Ein zweites Standbein im Bereich Militärtrechnik global gestrickt, ist für EADS meiner MEinung nach lebensnotwendig.
Aber eine wichtige Frage stellt sich: Ist EADS ein EU Staatskonzern oder ein wirklich freiwirtschaftendes Unternehmen?
Inwiefern spielt die Politik bei den Zukunftsplänen und der finanzierung der Projekte eine Rolle?
Angesichts diverser Disaster mit dem A380 und dem M400 und den explodierenden Preisen für den Eurofighter eine berechtigte FRage meinerseits.
Bezüglich Protektionismus muß man fairer Weise zugeben, dass Europe auch auf russische, ukrainische oder auch amerikanische Transporter oder flugzeuge jeder Art hätte zugreifen können. zumindest bei den Transportern wären die Russen/Ukrainer wohl die billigste Variante gewesen.
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