Bieterstreit um Tankflugzeuge EADS gibt Milliardengeschäft verloren
Der Airbus-Konzern EADS steigt aus dem Bieterstreit um den Bau von Tankjets aus. Er sieht sich durch die US-Regierung benachteiligt. Das Pentagon zeigt sich enttäuscht.
© How Hwee Young/dpa

Der deutsche Airbus-Chef Thomas Enders sieht seinen Konzern vom US-Verteidigungsministerium unfair behandelt
Der Konzern EADS ist bei einem als Jahrhundertgeschäft eingestuften Deal mit der US-Luftwaffe über 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar aus dem Rennen. Der amerikanische EADS-Partner Northrop Grumman zog das gemeinsame Angebot zurück. Er begründete das mit unfairen Wettbewerbsbedingungen. Die Ausschreibung sei gänzlich auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben worden, beklagte Airbus.
Unternehmenschef Thomas Enders warf der US-Regierung "Voreingenommenheit" vor. "Die jetzige Ausschreibung ist klar maßgeschneidert auf den kleineren und weniger leistungsfähigeren Flieger der Konkurrenz", sagte Enders. "Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Es geht hier nicht mehr um das beste Tankflugzeug und auch nicht um einen fairen Wettbewerb." Northrop Grumman sei überzeugt, "dass wir im derzeitigen Umfeld keine Chance haben, zu gewinnen, egal wie gut unser Angebot ist", sagte Enders. Verlierer sei die Air Force, die "jetzt die zweitbeste Lösung bestellen" müsse.
Das Pentagon zeigte sich "enttäuscht". Zugleich wies das Verteidigungsministerium den Vorwurf unfairer Wettbewerbsbedingungen zugunsten des amerikanischen Konkurrenten Boeing zurück, dem nunmehr das Feld allein überlassen wird. Die Entwicklung dürfte der US-Regierung aber nicht ungelegen kommen: US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte 2009 betont, er könne auch nur mit einem Boeing-Angebot leben.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warf der US-Regierung vor, EADS zu benachteiligen. Dessen Konkurrent Boeing erhalte deutliche wirtschaftliche und finanzielle Vorteile. "Auch bei der Beschaffung von Rüstungsgütern sollte der freie Wettbewerb nicht einseitig eingeschränkt werden", sagte Brüderle. Gerade in der derzeitigen Wirtschaftskrise schaden schon Anzeichen von Protektionismus.
Auch der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung, Peter Hintze, forderte die US-Regierung zum Einlenken auf. "Ich würde mich freuen, wenn es zu diesem Schritt käme", sagte er. "Die US-Regierung sollte das überdenken."
Die jetzige Ausschreibung ist bereits der dritte Anlauf zur Vergabe des Auftrags. Ursprünglich sollte Boeing die Maschinen bauen. Als mit der Auftragsvergabe jedoch einer der größten Beschaffungsskandale der USA aufflog, wurde die Entscheidung rückgängig gemacht. Bei der zweiten Ausschreibung kamen im Februar 2008 Northrop und EADS mit einer Version des A330 zum Zug. Nach erfolgreichem Protest von Boeing schrieb das Pentagon den Auftrag aber erneut aus.
Der stellvertretende US-Verteidigungsminister William Lynn betonte, Northrop Grumman habe sich bei einer ersten Ausschreibung 2008 preismäßig und auch in anderen Bereichen als sehr wettbewerbsfähig erwiesen. "Wir sind fest davon überzeugt, dass der derzeitige Wettbewerb fair strukturiert ist und dass beide Unternehmen effektiv miteinander konkurrieren können." Änderungen bei der Ausschreibung seien nicht erfolgt, um den einen oder anderen Bewerber zu bevorzugen, fuhr Lynn fort. "Das Ministerium unterstützt die transatlantische Bande in der Verteidigungsindustrie stark."
Northrop-Chef Wes Bush warnte davor, dass die USA ihren Verbündeten bei der Betankung in der Luft bald unterlegen sei würden. Das Boeing-Konkurrenzmodell sei kleiner und leistungsschwächer. "Wir sind uns einig, dass sich die militärischen Anforderungen für den neuen Tanker seit der letzten Ausschreibung nicht geändert haben."
Die US-Luftwaffe muss 534 Tank- und Frachtflugzeuge ersetzen. Das verspricht langfristig ein Geschäft von 100 Milliarden Dollar. "Mit der Entscheidung des Ministeriums, ein kleineres und weniger leistungsfähiges Modell zu beschaffen, sollte der Steuerzahler natürlich davon ausgehen, dass die Rechnung auch viel niedriger ausfällt", sagte Northrop-Chef Bush.
Der EADS-Tanker KC-45 ist vom Großraumflugzeug Airbus A330 abgeleitet und hat bisher alle internationalen Wettbewerbe gegen Boeings KC-767 gewonnen. Die KC-767 basiert auf dem alten Verkehrsjet B767, den Airbus völlig vom Markt verdrängte. Nach dem Verlust der ersten amerikanischen Ausschreibung hat Boeing sein Modell überarbeitet.
Die KC-767 New Generation hat Cockpit-Displays wie der neue Dreamliner 787, doch den engeren 767-Rumpf. Boeing wirbt für die KC-767 mit dem Argument, die Produktion jederzeit auf jedem von der Air Force gewünschten Niveau garantieren zu können. Außerdem verbrauche die KC-767 24 Prozent weniger Treibstoff als der größere und schwerere Airbus-Tanker.
Die KC-767 wurde bisher nur nach Japan und Italien verkauft, wo Boeing Teile fertigen lässt. Wo sie offen mit dem Airbus-Tanker konkurrierte wie in Australien, Großbritannien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und 2008 in den USA, waren die Europäer führend.
Nach der Neuausschreibung des US-Auftrags hatten NGC und Airbus 2009 über die Bevorzugung von Boeing im Pentagon geklagt. EADS hatte für den Airbus-Tanker ein eigenes Werk in den USA bauen wollen, in dem auch die A330-Frachter montiert werden sollten. NGC sollte die militärischen Komponenten zuliefern. Northrop warb damit, das Projekt würde 48.000 Arbeitsplätze in den USA schaffen, mehr als Boeings KC-767. Als Kompromiss hatte Northrop eine Teilung des Auftrags im Verhältnis 60 zu 40 ins Spiel gebracht.
EADS wollte mit dem Tankerwerk auch seine Abhängigkeit vom Euro- Raum mindern. "EADS wird weiter in den USA aktiv bleiben", versicherte Enders. Er verwies dabei auf die jüngst 100. Auslieferung eines Hubschraubers an die US Army und das Airbus Engineering Center in Mobile, Alabama.
Für das Jahr 2009 gibt der Konzern an, Verluste eingefahren zu haben. Er verzeichnet ein Minus von Netto 763 Millionen Euro. Dies ist vor allem auf die Verzögerungen bei der Fertigung des Militärtransportflugzeugs AA400M zurückzuführen. Die Dividende soll ausfallen. Für 2010 rechnet EADS mit stabilen Umsätze, die Ertragslage wird sich der eigenen Prognose nach jedoch noch nicht entspannen.
- Datum 09.03.2010 - 08:09 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Nur blau-,oder auch Andersäugige konnten je an einen Auftrag an EADS in diesem Zusammenhang glauben. Aber es ist ja auch verständlich. Ein so grosses Unternehmen wie die USA möchte halt nicht von auswärtiger Technologie abhängig sein. Das wird wohl auch in Zukunft so sein. Wir Europäer, die Briten vielleicht ausgenommen, sollten uns deshalb darauf verständigen den grossen Freunden mehr in niederen Gefielden zur Hand zu gehen. Etwa den zu tankenden Sprit kostenlos vorzuhalten, denn bei einer kleineren Reichweite der nun zum Einsatz kommenden US-amerikanischen Tankervariante ist es unerlässlich eine Zwischenlandung im Pfälzer Wald vorzunehmen. Wenn dann dort der Vorrat an Kerrosin aufgefrischt wird sollte wenigstens die Füllung nichts kosten, denn da werden ja anschliessend auch die europäischen Interessen, in brüderlichem Sinne, wahrgenommen. Dies sollten jetzt Alle bedenken, die "den Amerikanern" vorwerfen sich nicht an die Spielregeln der Fairniss halten zu wollen. Und Eads, hat doch wohl jetzt genug mit der A 400 M zu tun. Und deshalb ein guter Rat meinerseits: Auch die Ausrüstung dieser neuen Flugzeuggeneration sollte ausschließlich in den EADS-Ländern beschafft werden. Das heißt, warten auf Galileo, wegen der sicheren Navigation neben der bewährten Trägheitsnavigation. Eben Alles, was ein solcher Vogel für die Sicherheit zum Fliegen braucht. Dies hat dann nichts mit Retourkutsche zu tun, sondern stellt Arbeitsplätze in Europa sicher.
... sondern stellt Arbeitsplätze in Europa sicher."
Das ist zwar ein schöner Satz für die Wähler und hört sich zunächst klug an. Aber ich glaube nicht, dass er eine gute Entscheidungsgrundlage ist und widerspricht jedenfalls mE der Wirtschaftstheorie. Wenn man Jobs so mikro-managed ist das schlecht für deren Gesamtzahl der Arbeitsplätze der Volkswirtschaft. Man macht durch unwirtschaftlichere Jobs andere Arbeitsplätze kaput. Das ist letztlich der Grund, weshalb es für die USA schlecht ist, dass EADS ausscheidet.
Ich vermute auch, dass EADS nicht ausscheidet, weil man glaubt nicht gewinnen zu können. Es hätte wenig gekostet weiterzumachen, bis die Entscheidung fiel. Eher denke ich es ist ein Problem mit dem Angebot, wie bei den beiden letzten Flugzeugen. Vermutlich ist es EADS klar geworden, dass sie in den USA keinen Druck gegen die Regierung hätten, wie man sie jetzt beim A 380M auf europäische Regierungen ausüben konnte. Ein solches Versagen bei einem Projekt dieser Größe würde aber EADS durchaus bankrottieren können.
So hatte das wahrscheinlich weniger mit dem heutigen Konkurrenzverhalten der amerikanischen Regierung zu tun, als mit der Fähigkeit der EADS eine Gefahr zu erkennen und die Reißleine zu ziehen.
Im Gegensatz zum A400M (ich glaube diesen meinten sie) ist die KC-45 (oder auch A330 MRTT) keine Neuentwicklung, die Risiken wären also viel geringer. Ich denke eher, dass die Ausschreibung wirklich so gestaltet wurde, dass nur noch Boeing in Chance hat. Denn nicht nur Boeing hatte protestiert, als der Auftrag an EADS gehen sollte, sondern auch amerikanische Abgeordnete des Kongress. Und zwar mit dem Argument, Steuergedler flössen ins Ausland.
Im Gegensatz zum A400M (ich glaube diesen meinten sie) ist die KC-45 (oder auch A330 MRTT) keine Neuentwicklung, die Risiken wären also viel geringer. Ich denke eher, dass die Ausschreibung wirklich so gestaltet wurde, dass nur noch Boeing in Chance hat. Denn nicht nur Boeing hatte protestiert, als der Auftrag an EADS gehen sollte, sondern auch amerikanische Abgeordnete des Kongress. Und zwar mit dem Argument, Steuergedler flössen ins Ausland.
Das ist doch alles mehr als lächerlich! Da wird die sonst für die USA immer "unantastbare" Marktwirtschaft ausgehebelt um einen Milliardenauftrag einer US Firma zuschantzen zu können. Vetternwirtschaft ist ja nicht neu in den USA. Wahrscheinlich sitzt ein ehemaliges Vorstandsmitglied von Boing im Pentagon, oder ein jetztiges ist Berater etc. Lobbyismus blüht nirgendswo so schön und effektiv wie in den USA!
Eiseob (jetzt auch auf Twitter)
....dass lediglich von einem Flugzeugbauer, der gerade einen Großauftrag zum falschen Preis anbot und dann nur überlebte, weil er in der Region massiven politischen Druck ausüben kann, behauptet wird, dass die Amis das Flugzeug nicht kaufen würden. Eher kann man vermuten, dass der EADS Führung und vor allem Grumman klar wurde, dass man nicht zu den vereinbarten Preisen und Terminen liefern würde können. Grumman hat wohl gewusst, was das bedeuten würde und die Reißleine gezogen.
....dass lediglich von einem Flugzeugbauer, der gerade einen Großauftrag zum falschen Preis anbot und dann nur überlebte, weil er in der Region massiven politischen Druck ausüben kann, behauptet wird, dass die Amis das Flugzeug nicht kaufen würden. Eher kann man vermuten, dass der EADS Führung und vor allem Grumman klar wurde, dass man nicht zu den vereinbarten Preisen und Terminen liefern würde können. Grumman hat wohl gewusst, was das bedeuten würde und die Reißleine gezogen.
EADS-Manager glaubten,die Amis bauen ihre Tankflugzeuge
bei ausländischen Unternehmen und lassen die eigene Flug-
zeugindustrie im Stich!So handelt Europa auch nicht sonst
dürfte der A400 bei den Kosten garnicht gebaut werden,da
es billigere ausgereifte Flugzeuge auf dem Markt gibt wie
die Antonow.Es handelt sich beim A400 um ein ABM-Programm
mit der Idee von Europa auf Kosten des Steuerzahlers,denn
es können keine vollausgerüsteten Panzer in Krisengebiete
geflogen werden,weil sie zu schwer sind und daher jedes mal
die Panzerung ab-und angebaut werden muss wie beim Puma.
In beiden Kontinenten will man Arbeitsplätze sichern und
wie jedes neue Gerät kann man vor Ort besser die Fehler
ausmerzen und reparieren.Der A400 zeigt doch,es handelt
sich um ein unausgereiftes Flugzeug,mit dem die Europäer
noch viel Spass haben werden und überteuert.
....anderer Meinung. Die Amis hätten das Flugzeug vielleicht schon genommen. Das Grund war vermutlich der Preis, den EADS vermutlich zu tief ansetzte. Für Grumman und EADS hätte das sehr ins Auge gehen können und Grumman zog es vor, das Risiko eines Zuschlags nicht zu nehmen. Es hätte ja kaum noch Kostan verursacht, bis zum Zuschlag im Rennen zu bleiben.
....anderer Meinung. Die Amis hätten das Flugzeug vielleicht schon genommen. Das Grund war vermutlich der Preis, den EADS vermutlich zu tief ansetzte. Für Grumman und EADS hätte das sehr ins Auge gehen können und Grumman zog es vor, das Risiko eines Zuschlags nicht zu nehmen. Es hätte ja kaum noch Kostan verursacht, bis zum Zuschlag im Rennen zu bleiben.
....dass lediglich von einem Flugzeugbauer, der gerade einen Großauftrag zum falschen Preis anbot und dann nur überlebte, weil er in der Region massiven politischen Druck ausüben kann, behauptet wird, dass die Amis das Flugzeug nicht kaufen würden. Eher kann man vermuten, dass der EADS Führung und vor allem Grumman klar wurde, dass man nicht zu den vereinbarten Preisen und Terminen liefern würde können. Grumman hat wohl gewusst, was das bedeuten würde und die Reißleine gezogen.
....anderer Meinung. Die Amis hätten das Flugzeug vielleicht schon genommen. Das Grund war vermutlich der Preis, den EADS vermutlich zu tief ansetzte. Für Grumman und EADS hätte das sehr ins Auge gehen können und Grumman zog es vor, das Risiko eines Zuschlags nicht zu nehmen. Es hätte ja kaum noch Kostan verursacht, bis zum Zuschlag im Rennen zu bleiben.
Und die Politiker des US-Kongresses haben großen Appetit!
Die freie Marktwirtschaft in den USA ist also jetzt zu Grabe getragen worden. Freier Wettbewerb findet ab sofort nur noch auf dem Papier statt. Obwohl ein amerikanisches Unternehmen mit im Boot war und EADS ein neues Werk speziell fuer den Tanker in den USA bauen wollte, was fuer 48.000 neue Arbeitsplaetze ( also mehr als bei der jetzigen 2. Wahl ) gesorgt haette, hat sich die Politik unter dem grossen Druck der Lobby fuer ein zweitklassiges Produkt entschieden. Kennt man sonst gar nicht bei dem Amerikanern. Aber hier sind eben doch andere Interessen im Boot.
Und mal ehrlich: Was das wirklich anders zu erwarten ?
...war noch nie frei.
Und wird auch nie frei sein!
---
Business as usual, wer sich wundert ist naiv!
...war noch nie frei.
Und wird auch nie frei sein!
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Business as usual, wer sich wundert ist naiv!
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