Credit Suisse "Wir sind keine Fluchthelfer für Steuersünder"

Credit-Suisse-Manager Berchthold kommt Deutschland entgegen. Im Interview schlägt er vor, Deutsche sollten für Vermögen in der Schweiz eine Abgeltungsteuer entrichten.

Frage: Herr Berchtold, bei der Credit Suisse liegt nach Ihren Angaben ein Vermögen von rund 100 Mrd. Franken aus den großen europäischen Nachbarländern. Wie viel ist davon unversteuert?

Walter Berchtold: Das können wir beim besten Willen nicht sagen. Wir kennen die Steuersituation unserer Kunden nicht.

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Frage: Sie haben auch gesagt, dass durch Steueramnestien wie in Italien etwa 25 Mrd. Franken von der Credit Suisse abfließen könnten. Ist also ein Viertel der europäischen Vermögen unversteuert?

Berchtold: Wir haben durch die Steueramnestie in Italien etwa ein Drittel der Gelder verloren, die bei den Steuerämtern gemeldet wurden. Für Frankreich und Deutschland erwarten wir, dass der Anteil der unversteuerten Gelder geringer ist. Die neuen Kundengelder, die in den letzten Jahren aus diesen Ländern zu uns gekommen sind, dürften zum größten Teil versteuert sein.

Frage: In Deutschland geht man davon aus, dass die meisten Daten auf der Steuersünder-CD von der Credit Suisse stammen. Welche Hinweise haben Sie dafür?

Berchtold: Keine.

Frage: Haben Sie nachgeforscht? 

Berchtold: Wir haben natürlich Nachforschungen angestellt. Aber ohne genauere Angaben zur Art der Daten ist es nicht möglich zu eruieren, ob es sich dabei um unsere Daten handelt. Im Übrigen finde ich es bedenklich, dass ein Rechtsstaat gestohlene Daten ankauft und damit einen Anreiz für Kriminelle schafft.

Frage: Wenn man interne Präsentationen der Credit Suisse aus früheren Jahren nachliest, kann man den Eindruck gewinnen, die Bank hat sich als Fluchthelfer für Steuersünder betätigt. Hätten Ihre Mitarbeiter aus heutiger Sicht bestimmte Dinge nicht tun sollen?

Berchtold: Aufgrund der unterschiedlichen rechtlichen Situation in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland haben deutsche Kunden natürlich ihre Vermögen auch zur Vermeidung von Steuern in die Schweiz gebracht. Im Fall dieser Präsentation, auf die immer wieder verwiesen wird, liegt die Ironie darin, dass sie zeigt, dass wir schon vor einigen Jahren das Problem erkannten und damit begannen, unser Geschäftsmodell zu ändern. Als Fluchthelfer für Steuersünder sind wir aber sicher nicht aufgetreten.

Frage: Wie stellen Sie heute sicher, dass Ihre Kunden nicht Schwarzgelder anbieten?

Berchtold: Wenn wir wissen, dass zu uns fließende Gelder unversteuert sind, raten wir dem Kunden, sich an einen unabhängigen Steuerexperten zu wenden.

Frage: Wie vielen Kunden haben Sie schon die Tür gewiesen?

Berchtold: Darüber führen wir nicht Buch.

Leser-Kommentare
  1. 1. Entzug der Zulassung für Schweizer Banken im EU-Raum.

    2. Einreiseverbote in die EU für Beschäftigte von Schweizer Banken, die im Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung stehen ( = alle Schweizer Privatbanken).

    3. Ausstellung internationaler Haftbefehle gegen leitende Mitarbeiter solcher Banken wie den Herrn Berchtold wenn die Auswertungen der CDs Hinweise auf strafbare Handlungen enthalten (werden sie).

    4. Abstimmung zum gemeinsamen Vorgehen mit anderen Staaten wie USA oder Rußland, die ebenso unter der Schweiz leiden, wie EU-Staaten.

    Konsequente Anwendung bestehender Gesetze und Möglichkeiten würden zum Erfolg führen und zweifelhafte Amnestien überflüssig machen!

  2. und der Papst ist nicht katholisch. Zum Würgen dieses "Interview".

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