"In der Schweiz sind viele Assets günstig"
Frage: Nach Schätzung Ihres Kollegen Boris Collardi von Julius Bär stehen in der Schweiz zehn Privatbanken zum Verkauf. An welchen haben Sie Interesse?
Berchtold: Ich weiß nicht genau, welche Banken er konkret meint, aber für die Credit Suisse ergibt angesichts unserer Marktposition eine Akquisition in der Schweiz eher wenig Sinn, außer es ergäbe sich eine interessante Gelegenheit für unsere Tochter ClaridenLeu. Ganz allgemein gilt, dass die angebotenen Vermögenswerte unseren Qualitätskriterien genügen müssen, insbesondere bezüglich Compliance. Außerdem muss natürlich auch der Preis stimmen.
Frage: Die Preise sind doch niedrig.
Berchtold: Das stimmt, in der Schweiz sind viele Assets günstig. Aber häufig genügen sie nicht unseren Ansprüchen.
Frage: Wie sieht es im Ausland aus?
Berchtold: Dort haben wir ganz sicher Interesse zuzukaufen. Zum Beispiel würden wir in Deutschland gerne unsere Präsenz weiter ausbauen.
Frage: Was interessiert Sie am deutschen Markt?
Berchtold: Wir haben im deutschen Markt einiges angeschaut, aber nichts gefunden, das unseren Kriterien entsprochen hätte.
Frage: Woran liegt das?
Berchtold: Es handelte sich meistens nicht um reines Private Banking. Häufig hängen an den Privatvermögen noch kommerzielle Kreditgeschäfte oder andere Finanzdienstleistungen, die für uns nicht von Interesse sind.
Frage: Ist das auch eine Frage der Größe?
Berchtold: Sicher hätte ich lieber 20 als zwei Mrd. Euro. Aber es müsste wirklich ein reines Private-Banking-Geschäft sein, das nicht mit anderen Bankgeschäften verbunden ist.
Frage: Sind die Margen in Deutschland geringer als in anderen Ländern?
Berchtold: Interessanterweise waren die Margen im Private Banking in Onshore-Märkten wie Deutschland vor der Finanzkrise teilweise sogar höher als in der Schweiz. Das hatte mit dem Produktmix zu tun. Im Moment sind die Margen etwas tiefer als in der Schweiz, weil wir im Heimmarkt deutlich mehr Produkte anbieten können.
Frage: Welche Ziele können Sie in Deutschland durch organisches Wachstum erreichen?
Berchtold: Von solchen Onshore-Märkten erwarten wir ein jährliches Wachstum von deutlich mehr als sechs Prozent.
Frage: Was macht Asien so interessant?
Berchtold: In Asien haben Sie allein durch das Wirtschaftswachstum einen bedeutenden Vermögenszuwachs.
Frage: Gibt es dort mehr Kaufgelegenheiten?
Berchtold: Im Moment wachsen wir dort organisch. Lokale Banken kann man kaum kaufen. Allenfalls kann man – wie kürzlich im Falle des ING Geschäfts in Asien – etwas von einem anderen ausländischen Finanzdienstleister übernehmen.
Frage: Warum muss ein erfolgreiches Private Banking unbedingt Teil einer integrierten Großbank sein?
Berchtold: Zunächst: Das Zusammenspiel von Private Banking, Investment-Banking und Asset-Management im integrierten Modell ist ein großer Erfolg. Für den Private-Banking-Kunden hat es bedeutende Vorteile. Wir haben allein im vergangenen Jahr unseren Kunden für über 700 Mio. Franken Dienstleistungspakete verkauft, die wir als alleinstehender Vermögensverwalter nur beschränkt hätten offerieren können.
Das Interview erschien im Handelsblatt.
- Datum 15.03.2010 - 14:47 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE. Handelsblatt Online
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




1. Entzug der Zulassung für Schweizer Banken im EU-Raum.
2. Einreiseverbote in die EU für Beschäftigte von Schweizer Banken, die im Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung stehen ( = alle Schweizer Privatbanken).
3. Ausstellung internationaler Haftbefehle gegen leitende Mitarbeiter solcher Banken wie den Herrn Berchtold wenn die Auswertungen der CDs Hinweise auf strafbare Handlungen enthalten (werden sie).
4. Abstimmung zum gemeinsamen Vorgehen mit anderen Staaten wie USA oder Rußland, die ebenso unter der Schweiz leiden, wie EU-Staaten.
Konsequente Anwendung bestehender Gesetze und Möglichkeiten würden zum Erfolg führen und zweifelhafte Amnestien überflüssig machen!
und der Papst ist nicht katholisch. Zum Würgen dieses "Interview".
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren