Autoindustrie USA verklagen Daimler wegen Korruption
Die US-Regierung bezichtigt Daimler, Beamte in mehr als 20 Ländern geschmiert zu haben. Der Autokonzern will sich nun offenbar mit einem Bußgeld aus der Affäre ziehen.
© Justin Sullivan/Getty Images

Der Mercedes-Hersteller Daimler wurde von einem amerikanischen Gericht wegen Bestechung zur Strafzahlung von 185 Millionen Dollar verurteilt
Nach jahrelangen Ermittlungen erhebt das US-Justizministerium schwerwiegende Anschuldigungen gegen die Stuttgarter Daimler AG: Der Autokonzern soll sich zehn Jahre lang lukrative Aufträge mithilfe von Schmiergeld gesichert haben. Daimler habe in mindestens 22 Ländern gegen US-Gesetze verstoßen, heißt es in nun veröffentlichten Gerichtsunterlagen. Demnach war die Bestechung "ausländischer Amtsträger" übliche Praxis.
Der Anklageschrift zufolge war das Geld als Kommissionen, spezielle Rabatte oder "nützliche Aufwendungen" getarnt. Auf diese Weise seien Millionenbeträge an Regierungsvertreter unter anderem in China, Russland, Ägypten, Griechenland und der Türkei geflossen.
Die Anklage bezieht sich auf die Jahre zwischen 1998 und 2008, als Daimler noch mit dem amerikanischen Autohersteller Chrysler liiert war. Laut Korruptionsgesetz können in den USA auch ausländische Unternehmen belangt werden, die Anteile an amerikanischen Konzernen halten oder in den USA börsennotiert sind.
Weder Daimler noch die Behörden wollten sich konkret zu den Vorwürfen äußern. "Am 1. April findet vor einem US-Gericht in Washington eine Verhandlung in der Angelegenheit statt", sagte eine Sprecherin des Unternehmens in Stuttgart.
Gleichwohl sickerte durch, dass Daimler den Fall offenbar schnell zu den Akten legen will: Agenturinformationen zufolge hat sich der Konzern bereit erklärt, eine Geldbuße in Höhe von rund 185 Millionen Dollar zu zahlen. Auch US-Medien berichteten über die ausgehandelte Strafzahlung. Die eine Hälfte des Geldes soll dabei an das Justizministerium fließen, die andere an die Börsenaufsicht SEC. Der zuständige Richter muss dem Vergleich aber noch zustimmen. Weiter hieß es, Landesgesellschaften in Deutschland und Russland würden sich der Bestechung schuldig bekennen.
Daimler selbst hatte mögliche Korruptionsfälle bereits mehrfach angedeutet. Im Geschäftsbericht 2005 hieß es, eigene Untersuchungen hätten "unsachgemäße Zahlungen" ergeben, primär in Afrika, Asien und Osteuropa. Im Bericht von 2009 kündigte das Unternehmen schließlich an, eine einvernehmliche Lösung mit den US-Behörden anzustreben.
Durch eine Einigung mit den USA würde sich Daimler eine langwierige und teure Untersuchung ersparen. Als Negativbeispiel gilt der Fall Siemens: Die Schmiergeldaffäre hatte den Konzern über Monate gelähmt. Am Ende mussten die Münchener alleine an die USA umgerechnet 600 Millionen Euro zahlen. Zusammen mit Strafen in Deutschland und Kosten für die Aufarbeitung der Affäre lief ein Milliardenbetrag auf.
- Datum 24.03.2010 - 07:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 24
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....wieso Rumänien und Bulgarien korrupt sind?
Die Vorgehensweise der deutschen Firmen im Ausland Märkte
zu erobern finde ich einen Skandal und zeigt mal wieder den
Kampf um den Absatz.Die Imageverluste können Siemens oder
Daimler auf Jahre Nachteile bringen,denn hängen bleibt immer
was zum Schaden der deutschen Industrie,deren Ansehen noch
gut ist im Ausland.Jetzt sieht jeder wie mit harten unsaube-
ren Bandagen in der Industrie gekämpft wird um Erfolge,die
nur durch Korruption möglich sind.Ich kann die Beteuerungen
von Politik und Wirtschaft nicht mehr hören,denn unser Land
führt eine aggressive Exportpolitik,wenn man den Namen Sie-
mens hört, denn man gleich an Korruption,jetzt Daimler,der
Ruf ist ruiniert,vielleicht bald der ganzen deutschen Indus-
trie,aber bei uns wird so langsam das Unmögliche zum Nor-
malzustand,weil die Gier nach immer mehr keine Grenzen kennt
und das nicht nur bei den Banken!
unsere Exportpolitik ist nicht aggressiv.
Das wir so starke Exporteure sind, haben wir unserer Disziplin und guter Ausbildung zu verdanken. Das haben wir uns erarbeitet, die Stellung werden wir vielleicht nicht ewig halten können, aber desto länger umso besser.
Die Vorgehensweise der Bestechung ist verwerflich.
Ehrlich gesagt, denke ich, dass ausländische Firmen der Industriestaaten, welche global agieren, ebenso bestechen.
Ich glaube dass dies, inbesondere bei Geschäften mit Entwicklungsländern- wozu ich Ägypten auch zähle- sehr stark ist.
Auch wenn ich der Meinung bin, dass dt. Firmen sicher nicht mehr bestechen als Firmen beispielsweise in Frankreich, ist Bestechung natürlich wettbewerbsverzerrend.
unsere Exportpolitik ist nicht aggressiv.
Das wir so starke Exporteure sind, haben wir unserer Disziplin und guter Ausbildung zu verdanken. Das haben wir uns erarbeitet, die Stellung werden wir vielleicht nicht ewig halten können, aber desto länger umso besser.
Die Vorgehensweise der Bestechung ist verwerflich.
Ehrlich gesagt, denke ich, dass ausländische Firmen der Industriestaaten, welche global agieren, ebenso bestechen.
Ich glaube dass dies, inbesondere bei Geschäften mit Entwicklungsländern- wozu ich Ägypten auch zähle- sehr stark ist.
Auch wenn ich der Meinung bin, dass dt. Firmen sicher nicht mehr bestechen als Firmen beispielsweise in Frankreich, ist Bestechung natürlich wettbewerbsverzerrend.
Ich bin der Korruption schuldig und was mache ich? Ich kauf mich frei. Ist doch logisch...
Was für eine armselige Gesellschaft!
....die Firma zumachen? Es waren sehr viele deutsche Firmen korrupt und verseuchten von hier aus Länder in der ganzen Welt. Man argumentierte damit, Andere täten es ja auch. Hier war es so gut als unmöglich dagegen zu sein. Man wurde weg gemobbt. So hat man bis in die neueste Zeit weiter bestochen und tut es vermutlich noch immer in weiten Teilen der Welt. Die Frage muss also nicht die nach der amerikanischen Strafen sein, sonder man sollte sich fragen, wieso man das Problem nicht hier anpackte und in Umfragen die Bevölkerung noch meint, man hätte in Deutschland nur geringe Korruption.
....die Firma zumachen? Es waren sehr viele deutsche Firmen korrupt und verseuchten von hier aus Länder in der ganzen Welt. Man argumentierte damit, Andere täten es ja auch. Hier war es so gut als unmöglich dagegen zu sein. Man wurde weg gemobbt. So hat man bis in die neueste Zeit weiter bestochen und tut es vermutlich noch immer in weiten Teilen der Welt. Die Frage muss also nicht die nach der amerikanischen Strafen sein, sonder man sollte sich fragen, wieso man das Problem nicht hier anpackte und in Umfragen die Bevölkerung noch meint, man hätte in Deutschland nur geringe Korruption.
Der Vollständigkeit halber sollte eine europäische Börsenaufsicht dann für Strafzahlungen amerikanischer Unternehmen an die Bundesrepublik sorgen, wenn diese Aktien in Deutschland gehandelt werden.
Das wäre richtig konsequent. Insbesondere dann, wenn es auch für Banken gilt.
....die Firma zumachen? Es waren sehr viele deutsche Firmen korrupt und verseuchten von hier aus Länder in der ganzen Welt. Man argumentierte damit, Andere täten es ja auch. Hier war es so gut als unmöglich dagegen zu sein. Man wurde weg gemobbt. So hat man bis in die neueste Zeit weiter bestochen und tut es vermutlich noch immer in weiten Teilen der Welt. Die Frage muss also nicht die nach der amerikanischen Strafen sein, sonder man sollte sich fragen, wieso man das Problem nicht hier anpackte und in Umfragen die Bevölkerung noch meint, man hätte in Deutschland nur geringe Korruption.
Man muss kein Genie sein, um die "Erfolge" der amerikanischen Korruptionsermittler der Börsenaufsicht gegen ausländische Firmen, mit dem unbegrenzten jahrelangem Zugriff der Amerikaner auf die europäischen Überweisungsdaten(SWIFT) in Verbindung zu bringen.
Kann sich irgendjemand an große amerikanische Firmen erinnern, die wegen Korruption im Ausland in den USA angeklagt wurden? Immerhin steht Deutschland auf Platz 14 des Corruption Perceptions Index 2009 und die USA auf Platz 19 (sind also sogar noch korrupter). Wollen die USA ein Monopol auf Bestechung?
PS: Ich finde die Anti Korruptionsregeln gut, die müssen dann aber gegen aller Firmen gleichermaßen durchgesetzt werden. Ansonsten sind sie eine Waffe um Exportinteressen eines Staates zu durchzusetzen.
....hinter dem Index ansehen, bevor Sie ihn vergleichend verwenden. Wenn Sie bspw einen Amerikaner letztes Jahr fragten, ob er Korruption in seiner Wirtschaft sieht, so war es wahrscheinlicher, dass er ehrlich antwortete, als fragten Sie einen Deutschen. Das ist eine kulturelle Sache und Deutsche lernen früh "nicht ins eigene Nest zu machen". Das lernen natürlich Amerikaner auch. Sie meinen es aber wörtlich.
....hinter dem Index ansehen, bevor Sie ihn vergleichend verwenden. Wenn Sie bspw einen Amerikaner letztes Jahr fragten, ob er Korruption in seiner Wirtschaft sieht, so war es wahrscheinlicher, dass er ehrlich antwortete, als fragten Sie einen Deutschen. Das ist eine kulturelle Sache und Deutsche lernen früh "nicht ins eigene Nest zu machen". Das lernen natürlich Amerikaner auch. Sie meinen es aber wörtlich.
Steuerhinterziehung, Datendiebstahl, Korruption: bei aller aktuellen kriminellen Energie, die zur Zeit in Deutschland herrscht - nicht zu vergessen der Missbrauch in den Kirchen -, sollte man sich grundsätzlich an der eigenen Nase packen und nicht permanent anderen Ländern die Schuld in die Schuhe schieben. Ich hoffe nicht, dass sich die deutsche Regierung gegenüber den USA so verhält, wie sie es bei der Schweiz getan hat, denn die Korrupten, im Fall Daimler, sind die Deutschen, und die die in der Schweiz Steuern hinterziehen sind auch die Deutschen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass Deutschland die Sache wieder einmal zu seinen Gunsten auslegen möchte und behauptet, dass die USA die Korruption begünstigen würde und man von daher zur Korruption gezwungen wurde. Vielleicht kauft Deutschland aber auch gestohlene und pikante Daten aus einem U.S.-Konzern und droht den Amerikanern damit, diese Daten zu veröffentlichen, wenn der Vorwurf der Korruption weiterhin bestehen bleibt.
Es sieht böse aus. Unsere Wirtschaft lebt vom Export. Jetzt sind die Gelder offensichtlich vorhanden (und werden vielleicht steuermindernd abgesetzt?), um Strafen zu bezahlen, nur für Mindestlöhne und Vollzeitarbeitsplätze reicht es nie. - Wer sind die anderen mindestens 17 Länder, wer die bestochenen ausländischen/inländischen Amtsträger/Landesgesellschaften? - Wird es wie bei Siemens auch Strafen in Deutschland gegen Daimler geben? - Der nächste Sumpf, bitte! -
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