Autowirtschaft Chinesischer Konzern Geely kauft Volvo

Der chinesische Autohersteller übernimmt den schwedischen Konzern Volvo Cars von Ford. Die Kaufsumme beträgt 1,3 Milliarden Euro.

Die Verhandlungen zwischen dem chinesischen Konzern Geely und dem schwedischen Autohersteller Volvo Cars sind zu einem erfolgreichen Abschluss gekommen. Vertreter beider Unternehmen unterzeichneten den Kaufvertrag im schwedischen Göteborg. Das teilten Volvo sowie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua mit. Als Kaufpreis nannten Medien 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro).

"Dies ist ein Meilenstein" sagte der Geely-Chef Li Shufu bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages mit der bisherigen US-Konzernmutter. Mit der Volvo-Übernahme steigen die Chinesen im Technologiebereich erstmals als Eigner in die prestigeträchtige Spitzenliga der Autoindustrie auf. Volvo ist der erste westliche Autohersteller, der in chinesischen Besitz übergeht. Zur Besiegelung des Kaufvertrages in Göteborg gelang es Li Shufu, skeptisch gewordene Betriebsräte mit neuen Informationen zur bisher geheim gehaltenen Kreditfinanzierung optimistisch zu stimmen. "Jetzt fühlen wir uns viel besser. Wir stehen hinter diesem Verkauf", sagte der Betriebsratssprecher Glenn Magnusson am Volvo-Stammsitz Torslanda.

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Die bisherige US-Mutter Ford hatte Volvo als Konsequenz aus der Finanzkrise zum Verkauf angeboten und sich im Dezember mit Geely geeinigt. Je länger sich die Unterschriften aber hinauszögerten, desto unruhiger wurden die Schweden. Fraglich war, ob die Zhejiang Geely Holding Group tatsächlich genug Kapital hinter sich hat, um neben dem Kaufpreis von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) auch die hohen Kosten für die Entwicklung neuer Modelle, Investitionen, die angekündigte Expansion in Fernost und für neue Krisenschwankungen zu tragen.

Für Peking ist die Übernahme des schwedischen Autoherstellers mit weltweit bewunderter Spitzentechnologie auch ein Prestigeprojekt. Die 1927 gegründete Edelmarke Volvo steht für eine komplett andere Autotechnologie als der junge Emporkömmling Geely mit seinem noch recht simplen Modellprogramm und zwölf Jahren Produktionserfahrung.

Vor allem die Aussicht auf direkten Zugang zum gigantischen Wachstumsmarkt China gilt als die große "Glücksverheißung". Li Shufu hat den Schweden eine Verdoppelung ihrer Absatzzahlen in Aussicht gestellt und will dafür auch eine neue Produktionsanlage bei Peking bauen. Andererseits hat er versprochen, die Forschung und Entwicklung ebenso in Göteborg zu belassen wie die Produktion für Volvos Stammmärkte. Auch die als bedroht eingestufte Volvo-Fertigung im belgischen Gent soll weitergeführt werden.

Dass Geely von der eigenen Regierung hoch subventioniert wird, könnte allerdings noch zu einem Problem für Volvo werden: Die Schweden haben kurz nach der Ankündigung des Verkaufs durch Ford eine Kreditzusage über 445 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Neuentwicklungen bekommen. Ob die auch für den staatlich gestützten chinesischen Konzern gilt, ist noch unsicher.

Li Shufu dürfte diese Hilfe trotz diverser Kreditzusagen aus Fernost und Europa ebenfalls benötigen. Mit 10.000 Beschäftigten und einer Jahresproduktion von 300.000 Autos ist die künftige Volvo-Mutter kleiner als die Tochter. Die Schweden produzierten 2008 mit mehr als doppelt so vielen Mitarbeitern im eigenen Land sowie im belgischen Gent 375.000 Wagen. Weltweit arbeiten 22.000 Menschen bei Volvo, 16.000 davon in Schweden.

 
Leser-Kommentare
  1. Volvo gilt als ein richtig gutes Produkt mit einem zu kleinen Markt.
    Kann man den Niedergang der USA und den Aufstieg Chinas besser darstellen? Ford ist zu doof, Volvo zu vermarkten. Die Chinesen werden es schaffen.

  2. Ich kann dieses Unternehmen nicht gut heissen. Das ist verfreuhter Vorstoss und falsche Einschaetzung der selbst Kraft.

    Einen Unternehmen in China zu fuehren ist voellig anderes als einen unter westlichen Rechtrahmen zu treiben.

    Die Unterschied ist so gut wie zwischen Fischrei und Rind Weiden lassen.

    In China spielt ein allemaechtiger Faktor," Wasser" naemlich die lokale Regierung, fuer Unternehmen entscheidende Rolle. Sobald man mit " Wasser" gut umgeht, kann Fisch immmer exzellent leben.

    Ein mir bekannter westlicher Unternehmener kaufte einen Grundstueck mit mir schockierdem niedrigem Preis ( eine Flaeche ungefaehr Basketballplatz 4500 Euro). Ich fragte ihn, wie es ihm gelungen war.

    Er sagte mir laechelnd und zwinkernd:
    " Ich esse jede Woche mindestens einmal mit dem Buergermeister zusammen."

    Hinzu noch Kredit aus chinesischem staatlichem Bank, den er niemals zurueckzahlen muss.(immer Verlaengerung nach Ruckzahlungfrist)

    "Der Bankdirektor hat niemals von mir das Geld genommen.Das hat mit Korruption nichts zu tun." behaupetete der Unternehmer. Und es stimmt, aber:

    Der Unternehmer bezahlt alle Studium -und Lebenskosten des Sohn des Bankdirektors in USA, und ein Arbeitplatz nach dem Studium in dessen Filiale in USA ist schon reserviert.

    " Wenn ich nur meinen Grundstueck in China verkaufe und jetzt daheim gehe, hat sich meine Investition schon riesig gelohnt." sagt der Unternehmer.

  3. ...stibt jetzt, nach SAAB, mit Volvo auch die schwedische. Leider gebe ich der Marke in Europa keine große Chance. Vielleicht sieht man künftig noch den einen oder anderer Geely-Volvo-Klon auf den Strassen aber das wäre es dann wohl.

    Schade, ich war immer sehr zufrieden.

  4. Die Übernahme von Volvo zeigt,dass die Chinesen besser als viele andere die Zeichen der Zeit erkannt und nach jahundertelangem Ringen um Modernisierung einen eigenen,erfolgreichen Weg gefunden haben.Die besondere Art des chinesischen Kapitalismus mit seiner Verflechtung von Staat und Wirtschaft stellt ein Modell dar,das das Riesenreich neben Südkorea,Japan und Taiwan zu einer neuen,wiederum aus Ostasien stammenden Alternative zum Kapitalismus "westlicher" Art stellt.doch während die USA durch ihren Glauben an die freie Marktwirtschaft sich im Laufe der Jahrzehnte bewährt haben,scheint mir Europa nunmehr der große "kranke" unter den Industriewirtschaftszonen zu sein:denn in Europa mischt sich der Staat zwar ständig ein,aber ohne Wachstum zu schaffen.Somit hat es weder den amerikanische Dynamismus noch Ostasiens staatlich gelenkte,langfristige, Wachstum erzeugende Wirtschaftskraft.

  5. überlassen.

    Mit diesem technischen Wissen sind die Arbeitsplätze in der Automobilindustrie besonders in Europa und Japan stark gefährdet.

    Die Pension und Rente ist ja sicher !?!

    auch ohne Industriearbeitsplätze ?!?

    in Gent demnächst eben nicht mehr. das ist schon so gut wie sicher !!!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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