Betrugsvorwurf Goldman Sachs streitet alles ab
Die Investmentbank Goldman Sachs soll Kunden hinters Licht geführt haben. Vor einem Untersuchungsausschuss des US-Senats wies die Führung die Betrugsvorwürfe scharf zurück.
© Mark Wilson/Getty Images

Goldman Sachs Manager Fabrice Tourre verteidigt sich vor dem US-Kongress gegen den Vorwurf, Drahtzieher betrügerischer Geschäfte gewesen zu sein
Die Konzernführung der amerikanischen Großbank muss sich aufgrund von Betrugsvorwürfen derzeit vor dem US-Senat verantworten. "Wir haben sicherlich nicht gegen unsere Kunden gewettet", sagte Bankchef Lloyd Blankfein in einer vorbereiteten Stellungnahme.
Er widersprach damit dem Ausschussvorsitzenden Carl Levin, der es als erwiesen ansieht, dass Goldman Sachs 2007 auf fallende Häuserpreise setzte, während die Bank ihren Kunden weiterhin Hypothekenpapiere verkaufte. "Goldman Sachs ging es gut, als ihre Kunden Geld verloren", sagte Levin. Als die Immobilienblase platzte, wurden die Geldanlagen über Nacht praktisch wertlos.
Die US-Börsenaufsicht SEC hatte vor rund zwei Wochen Klage gegen Goldman Sachs eingereicht. Sie wirft der Bank vor, mehrere Kunden hinters Licht geführt zu haben. Einer der Geschädigten soll die deutsche Mittelstandsbank IKB gewesen sein. Allein hier soll der Schaden bei 150 Millionen Dollar liegen. Ihr hochriskantes Engagement am US-Häusermarkt hatte das Düsseldorfer Institut fast umkippen lassen. Der Steuerzahler musste einspringen.
"Ich weise die SEC-Anschuldigungen kategorisch zurück", verkündete Goldman-Sachs-Banker Fabrice Tourre. Er hatte das komplexe Geschäft eingefädelt und sich in internen E-Mails seiner eigenen Genialität gerühmt. "Ich werde mich vor Gericht gegen die falschen Behauptungen verteidigen."
Seit knapp zwei Wochen belastet der Betrugsvorwurf die komplette Bankenlandschaft. Andere Institute hatten ähnliche Finanzprodukte aufgelegt. Befürchtet werden teure Schadenersatzklagen und eine härtere Regulierung. Bei Goldman Sachs sind bereits die ersten Klagen eingegangen. "Wenn unsere Kunden glauben, dass wir ihr Vertrauen nicht verdienen, dann können wir nicht überleben", sagte Blankfein.
Goldman Sachs gehört zu den absoluten Spitzenverdienern der Branche. Selbst in der Krise schrieb die Bank nach einem kurzen Einbruch schnell wieder Milliardengewinne. Das machte sie zum bevorzugten Ziel von Branchenkritikern. Viele Banker sprechen deshalb von einem politisch motivierten Verfahren.
- Datum 27.04.2010 - 18:18 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 12
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Es war doch klar dass diese Bank alles abstreiten wird - was wird sie sonst tun?
Und Wahrheit - ich bezweifle dass notwendigerweise unter Eid das Richtige ausgesagt wird - es haben schon andere Unternehmen unter Eid gelogen - sicherlich wird es die Bank auch tun.
(Wenn sie zugibt gegen die Kunden gewettet zu haben wäre sie ja ruiniert...)
....aber da scheint nichts geschehen zu sein, das man als illegal bezeichnen könnte. Was aber allgemein aufgefallen zu sein scheint ist aber, dass die Senatoren das Geschäft in keiner Weise verstehen, also nicht wissen, wie, was noch warum geschieht. So ist es etwas schwer für sie die Geschehnisse zu verstehen und können immer, wenn es um die Details geht nur auf "Das ist unmoralisch!" schalten.
( DISTRICT COURT SOUTHERN DISTRICT, N.Y.,
SECURITIES AND EXCHANGE COMMISSION v. GOLDMAN SACHS & CO. und FABRICE TOURRE, Seite 17 ff.):
"Tourre maintained direct and indirect contact with IKB in an effort to close the deal. This included a March 6, 2007 email to the GS&Co sales representative for IKB. Tourre subsequently described the portfolio in an internal GS&Co email as having been “selected by ACA/Paulson”. ABACUS 2007-AC1 closed on or about April 26, 2007. IKB bought $50 million worth of Class A-1 notes at face value. The Class A-1 Notes paid a variable interest rate equal to LIBOR plus 85 basis points and were rated Aaa by Moody’s Investors Services, Inc. (“Moody’s”) and AAA by Standard & Poor’s Ratings & Services (“S&P”). IKB bought $100 million worth of Class A-2 Notes". "The Class A-2 Notes paid a variable interest rate equal to LIBOR plus 110 basis points and were rated Aaa by Moody’s and AAA by S&P.The fact that the portfolio had been selected by an independent third-party with experience and economic interests aligned with CDO investors was important to IKB. IKB would not have invested in the transaction had it known that Paulson played a significant role in the collateral selection process while intending to take a short position in ABACUS 2007AC1"(Seite 17).
"Within months of closing, ABACUS 2007-AC1’s Class A-1 and A-2 Notes were nearly worthless. IKB lost almost all of its $150 million investment. Most of this money was ultimately paid to Paulson"(Seite 18).
"The fact that the portfolio had been selected by an independent third-party with experience and economic interests aligned with CDO investors was important to IKB."
Beim Kauf einer Transche solcher Anleihen durch einen professionellen, institutionellen Anleger wird ein Due Diligence Prozess vorausgesetzt, da der Anleger mit fremdem Geld handelt und verpflichtet ist, kaufmännische Sorgfalt wallten zu lassen und seine Anleger zu schützen. Dieser Prozess befasst sich mit allen möglichen Fragen der verbundenen Risiken und es liegt beim Investor (bzw seinen Managern) die Korrektheit aller Informationen zu prüfen. Das geht soweit, dass man oft zum Treuhänder und Assetmanager fährt, um dessen Systeme, Prozederen oder Buchhaltung zu prüfen. Es ist fahrlässig bis grob fahrlässig dies nicht zu tun.
Es ist geradezu unverantwortlich sich auf die Angaben der Verkäufer zu verlassen, das diese keinen Einblick in die zur abschließenden Beurteilung notwendigen Detail Tiefen haben noch haben können. Es muss hier das Caveat Emptor gelten. Wäre die IKB kein Institutioneller Profi gewesen, so wäre das vielleicht etwas anderes. So jedoch ist die Schuld vollständig in Düdorf.
"The fact that the portfolio had been selected by an independent third-party with experience and economic interests aligned with CDO investors was important to IKB."
Beim Kauf einer Transche solcher Anleihen durch einen professionellen, institutionellen Anleger wird ein Due Diligence Prozess vorausgesetzt, da der Anleger mit fremdem Geld handelt und verpflichtet ist, kaufmännische Sorgfalt wallten zu lassen und seine Anleger zu schützen. Dieser Prozess befasst sich mit allen möglichen Fragen der verbundenen Risiken und es liegt beim Investor (bzw seinen Managern) die Korrektheit aller Informationen zu prüfen. Das geht soweit, dass man oft zum Treuhänder und Assetmanager fährt, um dessen Systeme, Prozederen oder Buchhaltung zu prüfen. Es ist fahrlässig bis grob fahrlässig dies nicht zu tun.
Es ist geradezu unverantwortlich sich auf die Angaben der Verkäufer zu verlassen, das diese keinen Einblick in die zur abschließenden Beurteilung notwendigen Detail Tiefen haben noch haben können. Es muss hier das Caveat Emptor gelten. Wäre die IKB kein Institutioneller Profi gewesen, so wäre das vielleicht etwas anderes. So jedoch ist die Schuld vollständig in Düdorf.
ist ein Feuer. Die Sache ist kompliziert, aber ich bin sicher, die Goldmänner haben genug Dreck am Stecken. Ich habe nur mal kurz in die Übertragung der Anhörung hineingesehen. Es genügt, die Körpersprache des arroganten Tourre an zu sehen. Ich sage nur: schuldig!
Ich denke der Fall ist klar: Ein gewisser Herr Paulson hat für Goldman Sachs die Papiere für ihre Fonds (oder was auch immer) ausgewählt und hat selbst dabei ein Vermögen gemacht, als er gegen den Häusermarkt gewettet hat.
Komplexität hin oder her, mir kann keiner erzählen dass das nicht eindeutig Betrug ist.
"The fact that the portfolio had been selected by an independent third-party with experience and economic interests aligned with CDO investors was important to IKB."
Beim Kauf einer Transche solcher Anleihen durch einen professionellen, institutionellen Anleger wird ein Due Diligence Prozess vorausgesetzt, da der Anleger mit fremdem Geld handelt und verpflichtet ist, kaufmännische Sorgfalt wallten zu lassen und seine Anleger zu schützen. Dieser Prozess befasst sich mit allen möglichen Fragen der verbundenen Risiken und es liegt beim Investor (bzw seinen Managern) die Korrektheit aller Informationen zu prüfen. Das geht soweit, dass man oft zum Treuhänder und Assetmanager fährt, um dessen Systeme, Prozederen oder Buchhaltung zu prüfen. Es ist fahrlässig bis grob fahrlässig dies nicht zu tun.
Es ist geradezu unverantwortlich sich auf die Angaben der Verkäufer zu verlassen, das diese keinen Einblick in die zur abschließenden Beurteilung notwendigen Detail Tiefen haben noch haben können. Es muss hier das Caveat Emptor gelten. Wäre die IKB kein Institutioneller Profi gewesen, so wäre das vielleicht etwas anderes. So jedoch ist die Schuld vollständig in Düdorf.
zu denen hin, die die Regeln machen: Goldman Sachs, Deutsche Bank usw. DORT ist das Geld, das anderswo fehlt. SIE spielen das Spiel, durch das Millionen von Menschen in Armut und Elend fallen.
S I E S I N D S C H U L D I G - darüber sollte keine vollgekokste Rhetorik hinwegtäuschen.
Denke ich an diese nette Bank höre ich seltsamerweise immer ein Lied in meinem Kopf "Verbrecher trallala Verbrecher tralala!...
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