Preisabsprachen Infineon muss Millionenstrafe zahlen
Die EU-Kartellwächter greifen durch: Wegen illegaler Absprachen müssen neun Chiphersteller, darunter der Münchner Halbleiterkonzern, 331 Millionen Euro Strafe zahlen.
© Andreas Gebert dpa/lby

Ärger mit der EU-Kommission: Diese verdonnerte Infineon – zusammen mit acht weiteren Chipherstellern – zur Zahlung einer Millionenstrafe
Die EU-Kommission hat gegen Infineon und acht weitere Chiphersteller eine Kartellstrafe wegen illegaler Preisabsprachen über insgesamt 331 Millionen Euro verhängt. Nach Ansicht der Wettbewerbshüter in Brüssel habe das Kartell von Mitte 1998 bis Mitte 2002 die Preise für bestimmte Arbeitsspeicher für Computer und Server, sogenannte DRAMs (Dynamic Random Access Memory), abgestimmt.
Der deutsche Chiphersteller Infineon muss mit 56,7 Millionen Euro die zweithöchste Einzelstrafe nach dem Konkurrenten Samsung zahlen, auf den 145,7 Millionen Euro entfallen. Zum Kartell gehörten laut EU zudem die Firmen Micron, Hynix, NEC, Hitachi, Mitsubishi, Toshiba, Elpida und Nanya. Dem US-Konzern Micron wurde die Strafe erlassen, da es das Kartell einst angezeigt hatte.
Aber auch bei den anderen Unternehmen wurden die Strafzahlungen verringert. Dabei kam erstmals das neue europäische Vergleichsverfahren zum Einsatz. Dabei verkürzen die Wettbewerbshüter die Ermittlungsdauer, wenn beschuldigten Firmen die illegale Absprache einräumen.
Für Infineon und Co bedeutete dies je zehn Prozent Minderung des Bußgelds. Im Gegenzug mussten die Firmen ihre Rechtsbrüche "deutlich und unmissverständlich" anerkennen. So konnte die Untersuchung abgekürzt werden.
Für die EU-Kommission hat das neue Verfahren den Praxistest bestanden. Auch Verbraucher und Steuerzahler würden davon profitieren, "da die Untersuchungskosten reduziert werden". Zudem würden dadurch Kapazitäten der Kartellwächter für neue Verdachtsfälle frei, fügte die Brüsseler Behörde hinzu.
- Datum 19.05.2010 - 16:17 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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