Warenhauskette Berggruen soll Karstadt retten

Das Bieterrennen um die insolvente Warenhauskette ist entschieden: Der US-deutsche Investor Berggruen erhält den Zuschlag für Karstadt und seine 25.000 Mitarbeiter.

Das endgültige Aus ist abgewendet: Karstadt bekommt einen neuen Eigentümer

Das endgültige Aus ist abgewendet: Karstadt bekommt einen neuen Eigentümer

Der Privatinvestor Nicolas Berggruen wird neuer Eigentümer von Karstadt. Darauf verständigte sich der Gläubigerausschuss der insolventen Kaufhauskette. "Wir werden mit Nicolas Berggruen einen notariellen Vertrag schließen", sagte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Sitz des Karstadt-Konzerns in Essen.

Der Kaufvertrag solle "umgehend" unterzeichnet und im Spätsommer in Kraft treten, sagte Görg, der versicherte, dass die Gläubiger mit großer Mehrheit für Berggruen gestimmt hätten. Neun Stimmen des elfköpfigen Ausschusses wurden demnach für den US-deutschen Investor abgegeben.

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Damit hat die Warenhauskette einen neuen Besitzer und die 25.000 Mitarbeiter einen neuen Arbeitgeber. " Wir hatten von Anfang an die Zielsetzung , Karstadt als eines der ganz großen deutschen Unternehmen zu erhalten", sagte Görg. 

Die beiden Konkurrenten, der deutsch-skandinavische Finanzinvestor Triton und das Karstadt-Vermieterkonsortium Highstreet, sind aus dem Rennen. Seit dem Vormittag hatte der Ausschuss über die Offerten aller drei Bieter beraten. Alle drei Interessenten hatten ihre Angebote zuvor kurzfristig noch nachgebessert .

Nach den bisherigen Planungen soll der Investor bis spätestens Mittwoch den Kaufvertrag für die Übernahme der bundesweit 120 Läden unterschreiben. Einen Tag später soll das Essener Amtsgericht über den Insolvenzplan entscheiden. Falls der Insolvenzplan schließlich doch nicht in Kraft treten könnte, droht dem Traditionsunternehmen Karstadt nach 129 Jahren die Zerschlagung.

Ursache für das monatelange Bieterrennen war die Insolvenz des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor am 9. Juni 2009. In der Folge rutschten auch die Konzerntöchter Karstadt und das Versandhaus Quelle in die Pleite.

 
Leser-Kommentare
  1. Das ist mal eine Entscheidung, die elektrisieren kann und einen ziemlichen Kontrast darstellt zum dümmlichen Herumgeeiere der Regierung. Ich wünsche Herrn Berggruen und seinen neuen Mitarbeitern eine glückliche Hand und kräftigen Rückenwind. Chancen und Risiken scheinen mir sehr hoch....

  2. Ich freue mich sehr für die MitarbeiterInnen von Karstadt. Sie haben es verdient und in den letzten 20 Jahren genug mitgemacht. Volkswirtschaftlich ein positives Zeichen!

  3. Dunkle Zeiten brechen an für Deutschland. Da ist es eine Wohltat zu sehen, dass die Privatwirtschaft auch Risiken eingeht, um Traditionshäuser zu retten. Weiter so!

  4. Karstadt wurde durch die irrsinnigen Mieten in den Ruin getrieben. Das war ja mit der Abtrennung der Immobilien absichtlich so angelegt und hört jetzt nicht auf.

    Jetzt werden bis zur nächsten Insolvenz nur wieder öffentliche Gelder abgegriffen und die Mitarbeiter zu noch schlechteren Bedingungen beschäftigt.

    • M.M.
    • 08.06.2010 um 8:26 Uhr

    Berggruen geht ein nicht unerhebliches Risiko ein, ich wünsche den Angestellten und ihm auf jeden Fall viel Glück.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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  • Schlagworte Karstadt | Klaus Hubert Görg | Insolvenz | Essen
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