Doch keine Staatshilfe Ein Befreiungsschlag für Opel

Das Geschacher um Staatshilfen für Opel hat dem Unternehmen geschadet. Mit dem Rückzug ist der Weg frei, wieder Vertrauen bei den Kunden zu gewinnen. Ein Kommentar

Endlich könnte man sagen, endlich wird die Traditionsmarke Opel eine schwere Last los. Nur als schwere Bürde für das Image konnte man nämlich das seit über einem Jahr anhaltende Gefeilsche um staatliche Kredite und Bürgschaften für den europäischen Ableger des US-Autokonzerns General Motors (GM) noch betrachten.

Monat für Monat, Woche für Woche mussten alle potentiellen Kunden der Marke mit dem Blitz darüber nachdenken, ob sie sich wirklich ein Auto kaufen sollten, dessen Hersteller offenbar nicht ohne Staatshilfe überleben kann. Dabei haben die Opel-Leute mittlerweile eine ganze Reihe von attraktiven Produkten zu bieten, die es mit der Konkurrenz aufnehmen können: den Mittelklassewagen Insignia, den kompakten Astra und ganz neu den kleinen Familienvan Meriva mit seinem innovativen Türkonzept.

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Es ist jetzt müßig darüber zu räsonieren, ob Opel von der deutschen Politik gerecht behandelt wurde. Wie kann es möglich sein, dass die personell weitgehend identisch besetzte Staatssekretärs-Runde in Berlin erst 4,5 Milliarden Euro verbürgen will, wie im Mai vergangenen Jahres und jetzt nichts mehr rausrücken will. Viele Opel-Mitarbeiter werden diesen politischen Wirrwarr nie verstehen. Faire Behandlung sieht anders aus.

Müßig ist es jetzt auch, über den katastrophalen Umgang der GM-Führung mit dem Thema Opel zu diskutieren. Schwamm drüber. Das Opel-Management hat jetzt keine Ausrede mehr, muss zügig die Restrukturierung umsetzen, auch wenn dies – wie schon lange angekündigt – erst mal gut 8000 Jobs in Europa kostet. Aber es wäre ein verhängnisvoller Fehler, weiter Kapazitäten für den Bau von Autos aufrecht zu erhalten, für die in absehbarer Zeit keine Absatzchance besteht. Nur so kann Opel seine Kostenbasis an die der wichtigsten Konkurrenten angleichen.

Jetzt hat das Unternehmen die Chance, die öffentliche Wahrnehmung von Opel grundlegend zu verändern. Statt Jammertal geht es jetzt darum, über neue und gute Produkte wieder Vertrauen in die Marke zu gewinnen. Schließlich ist das Image im Automarkt immer noch ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung. Schwer genug wird es ohnehin im überbesetzten europäischen Automarkt. Aber jetzt können Management, Ingenieure und Arbeiter beweisen, dass sie wirklich wettbewerbsfähige Produkte anzubieten haben.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich finde, dass die Deutsche Regierung ohnehin viel zu wenig Macht hat, gerade im Moment um die Strategie Opel weiter zu verfolgen.

    Ich habe dazu vorhin einen ganz interessanten Artikel gelesen:
    http://www.theeuropean.de...

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  2. 2. [...]

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  3. 3. Evtl.

    sieht man auch keine Zukunft mehr für Europa und den Euro und verlagert alles nach Asien-China oder verramscht den ganzen Laden an Toyota -
    wer soll noch Autos kaufen wenn der Staat seine Bürger schröpft das gerade mal genug zum überleben bleibt und Sprit Dank Spekulanten - Regierungen und selbstgemachter Ölkatastrophen unbezahlbar wird ?

    • joG
    • 16.06.2010 um 16:59 Uhr

    ....wird darauf ankommen, ob die Deutschen Opels kaufen oder die dort arbeitenden in die Arbeitslosigkeit schicken. Das ist deren Angelegenheit.

    Unsere Angelegenheit ist das Benehmen der deutschen Regierung und dessen Wahrnehmung im Ausland. Dort sieht man, dass gegebene Zusagen schon wieder von der Regierung gebrochen werden und das Deutschland auch wieder als Trittbrettfahrer auf Kosten seiner Nachbarn zu leben sucht. Das ist nicht gut, denn es wird uns sehr viel kosten.

  4. 5. [...]

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  5. Am Markt zeigt ein Produkt,was es Wert ist und nicht durch
    Staatshilfen,aber das wird unsere ehemalige FDJ-Sekretärin
    auch noch mal lernen,das ist freie Marktwirtschaft!Ich brau-
    che kein VEB Opel,entweder werden die Autos gekauft oder der
    Bankrott!GM hatte keine Staatshilfen nötig und die Politik
    mit einem Ochsenring durch die Manege gezogen,vorgeführt!
    Kleinbetriebe und Mittelstand rettet auch keiner und Opel
    zeigt,was Politikerversprechungen Wert sind,vor und nach der
    Wahl,das sollte niemand vergessen,denn diese Chose wieder-
    holt sich bei der nächsten Wahl!

  6. Es wäre eine Schande gewesen, wenn ein nicht konkurenzfähiger Autohersteller Staatshilfen von Politikern erhalten hätte welche sofort an die Ami's geflossen wäre und wir Hartz IV-Empfänger noch nicht einmal einen notwendigen Herd bezuschusst bekommen.

  7. Die Entscheidung war aus Opels Sicht richtig. Akzeptierung von Staatshilfen hätte sie nur gebunden. Jetzt kann Opel die nicht mehr benötigten Werke nach Bedarf schließen und abreißen, und der Staat hat durch seine Nichtbeteiligung das Einspruchsrecht eingebüßt. Die Gewerkschaften hatten die Kanzlerin vor dieser Eventualität gewarnt.

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    ...die Politik verliert ihren Einfluss und alles geht den Bach runter...

    ...nur WOLLTE GM Opel behalten und siehe da, GM sagt, es will alle Werke erhalten und die Finanzierung sei auch am Markt möglich.

    Was das Einspruchsrecht von Politikern (und Gewerkschaftern, sind mittlerweile auch nur noch Politiker) wert ist sieht man an Unternehmen bei denen diese im Aufsichtsrat sitzen, z.B. bei Landesbanken.

    Ein Automobilwerk schließen bedeutet zunächst erstmal Investitionen in 3-stelliger Millionenhöhe in den Wind zu schreiben, das macht man nicht aus Wellmut.

    Aber wenn man mehr Autos bauen kann, als man verkaufen kann, oder wenn die Fertigung in einem Werk teuerer ist als man das Auto verkaufen kann, dann muss man in den sauern Apfel Werkschließung beissen.

    Aber wenn man zwei Mittelklasseanbieter im Land hat, einer der Gewinn macht (VW) und eine der krebst (Opel), dann ist es bei einer Überproduktion von 20% einfach Irrsinn, den der krebst auch noch zu stützen (auf das der den erfolgreichen mit in den Abgrund reisst)

    ...die Politik verliert ihren Einfluss und alles geht den Bach runter...

    ...nur WOLLTE GM Opel behalten und siehe da, GM sagt, es will alle Werke erhalten und die Finanzierung sei auch am Markt möglich.

    Was das Einspruchsrecht von Politikern (und Gewerkschaftern, sind mittlerweile auch nur noch Politiker) wert ist sieht man an Unternehmen bei denen diese im Aufsichtsrat sitzen, z.B. bei Landesbanken.

    Ein Automobilwerk schließen bedeutet zunächst erstmal Investitionen in 3-stelliger Millionenhöhe in den Wind zu schreiben, das macht man nicht aus Wellmut.

    Aber wenn man mehr Autos bauen kann, als man verkaufen kann, oder wenn die Fertigung in einem Werk teuerer ist als man das Auto verkaufen kann, dann muss man in den sauern Apfel Werkschließung beissen.

    Aber wenn man zwei Mittelklasseanbieter im Land hat, einer der Gewinn macht (VW) und eine der krebst (Opel), dann ist es bei einer Überproduktion von 20% einfach Irrsinn, den der krebst auch noch zu stützen (auf das der den erfolgreichen mit in den Abgrund reisst)

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