Sparmaßnahmen Deutsche Post will Briefsparte umbauen
Fast das Fünffache des bisher veranschlagten Betrages will die Post in ihrer Briefsparte sparen. Um die Kosten zu senken, sollen unter anderem Briefe später ankommen.
© Roland Weihrauch/dpa

Ein Postbote in Düsseldorf: Die Deutsche Post sieht im Personal das größte Sparpotential
Die Deutsche Post bereitet einem Pressebericht zufolge das größte Sparprogramm ihrer Briefsparte vor. Wie die Wirtschaftswoche in ihrer neuen Ausgabe unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, will das Unternehmen innerhalb eines Jahres eine Milliarde Euro einsparen. Das sei rund das Fünffache des bisher veranschlagten Betrags in Höhe von 180 Millionen Euro. Das Projekt mit dem Namen One solle noch im Spätsommer starten.
Größere Einnahmen erhofft sich dem Bericht zufolge Post-Vorstand Jürgen Gerdes durch den Verkauf der noch in Eigenregie betriebenen 350 Postfilialen. Die ehemalige Konzerntochter Postbank hat an 277 Filialen Interesse angemeldet, könnte mehr als 100 Millionen Euro zahlen und Mitarbeiter übernehmen. Zudem werde erwogen, in ausgewählten Bezirken Briefe und Pakete gemeinsam zustellen zu lassen. Langfristig stehe auch das Netz der 82 Brief- und 33 Paketzentren auf dem Prüfstand, heißt es in dem Bericht weiter. Einige Zentren könnten demnach geschlossen werden.
Nach Informationen der WirtschaftsWoche könnte auch bei der Zustellung gespart werden. Gesetzlich ist die Post verpflichtet, mindestens 80 Prozent der Briefe binnen eines Tages zuzustellen – schafft derzeit aber 95 Prozent. Senkt sie diese Quote auf die Mindestanforderung, würden sich demnach die Kosten deutlich reduzieren. Langfristig werde das Management wohl auch auf eine Änderung des Postgesetzes drängen, heißt es. Ziel sei eine Zustellung nur an fünf Tagen pro Woche statt wie bisher Montags bis Samstags.
Das größte Sparpotenzial sehen Postmanager laut Wirtschaftswoche beim Personal. Derzeit beschäftigt das Unternehmen in der Briefsparte 143.000 Mitarbeiter – die Hälfte davon in der Zustellung. Zwar seien Kündigungen bis Mitte 2011 ausgeschlossen, die Post verlagere aber zunehmend Arbeit an ihre Niedriglohn-Tochter First Mail. Diese zahle einen Stundenlohn von 9,80 Euro, wohingegen der Durchschnittslohn bei der Deutschen Post in der Briefsparte bei 14 Euro liegt.
- Datum 13.06.2010 - 11:23 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP
- Kommentare 26
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Moin,
es wird immer grotesker, eine Infrastruktur nach der anderen, die für das Funktionieren unseres Gemeinwesens erforderlich ist, wird gegen die Wand gefahren. Hier steht eigentlich nichts anderes, als das die Post ihr Kerngeschäft quasi einstellt, langfristig überführt in ein Unternehmen wie PIN oder TNT. Bleibt am Ende ein börsenfähiges Etwas übrig, das aber nicht mehr gesellschaftsfähig ist?
Beste Grüße
Grabert
Es darf bezweifelt werden, ob es für das "Funktionieren unseres Gemeinwesens" zwingend erforderlich ist, Briefe innerhalb eines Tages zu bekommen. Für schnelle Kommunikation ist auch ein Tag zu langsam und für die meisten anderen Sachen dürfte es egal sein, ob es ein oder zwei Tage dauert.
Es darf bezweifelt werden, ob es für das "Funktionieren unseres Gemeinwesens" zwingend erforderlich ist, Briefe innerhalb eines Tages zu bekommen. Für schnelle Kommunikation ist auch ein Tag zu langsam und für die meisten anderen Sachen dürfte es egal sein, ob es ein oder zwei Tage dauert.
Mehr und mehr Deutsche sind heute elektronisch vernetzt und empfangen fast nur noch unerwünschte Werbung durch die "normale" Post. Wer da glauben sollte, dass die Deutsche Post in zehn Jahren noch immer 60.000 Briefträger beschäftigen wird, nur um Oma gelegentlich eine Ansichtskarte bis in die Wohnung zu tragen, der dürfte sich gewaltig irren.
Es darf bezweifelt werden, ob es für das "Funktionieren unseres Gemeinwesens" zwingend erforderlich ist, Briefe innerhalb eines Tages zu bekommen. Für schnelle Kommunikation ist auch ein Tag zu langsam und für die meisten anderen Sachen dürfte es egal sein, ob es ein oder zwei Tage dauert.
Moin,
das mit der Zeitspanne ist ohnehin nur von theoretischer Natur, meine Briefe dauern immer länger. Nein, ich sehe die Problematik an anderer Stelle, die Andeutung mit der fünf- statt sechstägigen Zustellung per Anregung zur Gesetzesänderung zeigt den Weg.
Beste Grüße
Grabert
Moin,
das mit der Zeitspanne ist ohnehin nur von theoretischer Natur, meine Briefe dauern immer länger. Nein, ich sehe die Problematik an anderer Stelle, die Andeutung mit der fünf- statt sechstägigen Zustellung per Anregung zur Gesetzesänderung zeigt den Weg.
Beste Grüße
Grabert
...die Polizei privatisiert.
...da weiss ich jetzt schon, welche braunen Gestalten in den Polizeidienst drängen. Die Ausrüstung dazu haben sie ja schon.
...da weiss ich jetzt schon, welche braunen Gestalten in den Polizeidienst drängen. Die Ausrüstung dazu haben sie ja schon.
Ich wohne in England und kann dort unter der Post bloß leiden...
3-5 Tage für Sendungen von Amazon.... 2 Tage für "First Class"... - Und in 3 Jahren hat Royal Mail 2 oder 3 Briefe verloren...
Da ist es wahrliche ein Segen wenn ich etwas via Amazon nach Deutschland bestelle - 1 Tag!! (Statt 3-5 wie im Inland).
Dazu hat die Deutsche Post nie unsere Briefe verloren, und in Deutschland ist der Brief auch am nächsten Tag da.
Wie wäre es wenn das Postmonopol wieder eingeführt wird?
Ich bin es Leid - es gibt x verschiedene Zustelldienste - wozu brauchen wir UPS; DHL, Hermes, DPD, TNT etc. - wenn einer alles versendet ist es wesentlich umweltfreundlicher - das bringt mehr als der Energiesparlampenschrott - aber nein der "freie Markt" a la EU...
Eine Post - und 1 oder 2 große Kurierdienste - damit funktioniert das Postgeschäft und Briefe sowie Pakete werden effizient zugestellt - diese sollten dann auch ein Monpol erhalten - oder noch besser, staatliche Konzerne sein.
Die Briefpreise könnten dann auch ein wenig fallen - man braucht weniger inkompetente Manager - und vermutlich insgesamt weniger Fahrzeuge (jedes dafür besser ausgelastet).
Und wer mir mit der "freien Marktwirtschaft" kommt - der soll sich zum Teufel scheren, man sieht ja was diese schon getan hat... einmal eine Wirtschaftskrise, und andererseits basiert sie auf der Ausbeutung "Anderer".
Nein, ein Monopolist muss sich dem Wettbewerb nicht unterordnen und kann fast machen, was er will, das bedeutet, der Kunde ist von dem profitorientierten guten Willen des Serviceanbieters abhängig. Irgendeine Sparte kommt dem Kunden nicht so gut entgegen? Macht nichts, soll sich der Kunde doch ärgern, es ist ja keiner da, der die Arbeit sonst macht.
Abgesehen davon verfilzt ein Monopolist innerlich, mit Seilschaften und Postenschacherei, und allem drum und dran, bis sich die Verwaltung irgendwann hauptsächlich selbst verwaltet, um ihr Einkommen zu generieren.
Nein, ein Monopolist muss sich dem Wettbewerb nicht unterordnen und kann fast machen, was er will, das bedeutet, der Kunde ist von dem profitorientierten guten Willen des Serviceanbieters abhängig. Irgendeine Sparte kommt dem Kunden nicht so gut entgegen? Macht nichts, soll sich der Kunde doch ärgern, es ist ja keiner da, der die Arbeit sonst macht.
Abgesehen davon verfilzt ein Monopolist innerlich, mit Seilschaften und Postenschacherei, und allem drum und dran, bis sich die Verwaltung irgendwann hauptsächlich selbst verwaltet, um ihr Einkommen zu generieren.
Die Post hat doch schon lange die Leistungen reduziert. Briefe kommen in großer Zahl überhaupt nicht mehr an. Werden einfach mit irgendwelchen erfundenen "Vermerken" zurückgegeben, um die Briefträger erst gar nicht mit dem Austragen zu "belasten". Beschwerden werden erst beim dritten oder vierten Vorfall beantwortet. Immer mit den gleichen Floskeln. Und nun planen die Öberen den weiteren Leistungsabbau. Totalschaden
Wieder Missmanagement, Schwerfälligkeit, Probleme, den Apparat der Realität anzupasssen. Höchste Zeit für mehr und schnellere Konkurrenz und endlich juristische Freigabe des E-Mail-Verkehrs zur Abwicklung von wichtigen Termin- und anderen Korrespondenzen!
... müssen wir unsere Briefe so wie die Päckchen in neu eingerichteten "Briefstationen" abholen, in 10 Jahren dann einfach selber bringen. Wir brauchen ja nicht wirklich eine funktionierende Post, denn SMS wird ja auch die Email ablösen. Interessant, wie uns immer gesagt wird, was wir brauchen und was nicht. Erschreckend ist, wie in Deutschland alles ins Schlechte abdriftet und an den Menschen gespart wird: Service wird schlechter, Krankenkassen, Unis - und jetzt bitte keine Kommentare wie "Ach, aber es gibt doch auch etwas Besseres!"
Firmen sparen an dem, der ihnen die Kohle bringen soll und verkaufen das als "so wünscht sich das unser Kunde". Wie die Bahn, die frecherweise meinte, der Kunde will gar nicht, dass eine zweite Person bei der Bahncard ermäßigt mitfährt, drum habe man das gestrichen - und die Bahncard gleich teurer gemacht.
Ich wohne in Japan, wo man wirtschaftliche Probleme hat, diese aber bremst und aufhält, indem man dem Kunden einen fantastischen Service bietet. In Deutschland geht alles zusammen unter und die Firmen (im gleichen Boot wie die Politik GEGEN den Kunden/Bürger) hängen den Menschen noch Gewichte an die Füße.
Früher habe ich mich noch gefreut, als ich wieder in Deutschland ankam. Heute weiß ich, dass ich mich gleich nach meiner Ankunft mit Firmen und Staat herumärgern muss, aufgrund dummer Kleinigkeiten, die früher selbstverständlich waren. Wie ein ordentlich und schnell gelieferter Brief - gebracht von einem netten und ungestressten Briefboten.
Mal abgesehen von der Korrespondenz mit Behörden sowie in seltenen Fällen mit Unternehmen, braucht niemand mehr Briefe.
Wenn alle Briefe nicht mehr innerhalb eines Tages ankommen, werden sich auch die Fristen anpassen, in denen man zu antworten hat.
Und was ist mit Post "von einem netten und ungestressten Briefboten" gebracht zu kriegen?. Ja, gerne doch, dann zahlen Sie aber auch bitte mehr für diese Dienstleistung und wälzen die Mehrkosten für Ihren persönlichen Convienience-Anspruch nicht auf die Allgemeinheit ab.
Ich habe meinen Briefboten seit drei Jahren nicht mehr gesehen und mir ist es egal ob der Bote ein Lächeln im Gesicht trägt während er mir die Post in den Kasten schmeißt - dadurch kommt meine Post auch nicht schneller oder sicherer an.
Wenn so ein großer Bedarf an Postzustellung-mit-gutem-Bauchgefühl besteht, sollte ein entsprechendes Produkt angeboten werden: "Fair-Trade Briefmarken" oder "Artgerechte Briefzustellung".
... wieder jemand, der auf das "alles muss bezahlt werden", "wir müssen sparen,drum sparen wir sowohl am Kunden, als auch am Mitarbeiter" und das beliebte Highlight "wir brauchen ja XYZ gar nicht wirklich, sondern nur für unwichtige Nebensachen" reingefallen ist.
Wenn wir an den Sachen sparen, die wir am dringensten brauchen, gehen wir pleite. Wenn "alles bezahlt werden muss" plappert man nur seinem Boss oder der Politik nach, die damit nichts weiter bezweckt, als Kontrolle auszuüben und die Beweislast umzukehren.
Und das Argument, wenn man etwas schlechter macht würde man sich schon dran gewöhnen, ist natürlich richtig, aber wieso müssen Sachen eigentlich schlechter werden, statt besser? Und wieso sollten wir uns mit etwas abfinden, das früher einfach besser war, heute NOCH besser sein könnte, aber irgendwie aus fadenscheinigen Gründen schlechter gemacht wurde? Hier wieder der Verweis auf das Gesundheitssystem, Arbeitsbedingungen, etc.
Ihre Beweisführung, lieber HMS, beisst sich selbst in den immer dünner werdenden Schwanz und zeugt von wenig Verständnis, jedoch von einer gehörigen Portion deutscher Jammerei. Naja, aber wer braucht denn Optimismus und bessere Zustände, wenn man sich die schlechteren mit Bezahlbarkeit wegargumentieren kann. Gähn.
Mal abgesehen von der Korrespondenz mit Behörden sowie in seltenen Fällen mit Unternehmen, braucht niemand mehr Briefe.
Wenn alle Briefe nicht mehr innerhalb eines Tages ankommen, werden sich auch die Fristen anpassen, in denen man zu antworten hat.
Und was ist mit Post "von einem netten und ungestressten Briefboten" gebracht zu kriegen?. Ja, gerne doch, dann zahlen Sie aber auch bitte mehr für diese Dienstleistung und wälzen die Mehrkosten für Ihren persönlichen Convienience-Anspruch nicht auf die Allgemeinheit ab.
Ich habe meinen Briefboten seit drei Jahren nicht mehr gesehen und mir ist es egal ob der Bote ein Lächeln im Gesicht trägt während er mir die Post in den Kasten schmeißt - dadurch kommt meine Post auch nicht schneller oder sicherer an.
Wenn so ein großer Bedarf an Postzustellung-mit-gutem-Bauchgefühl besteht, sollte ein entsprechendes Produkt angeboten werden: "Fair-Trade Briefmarken" oder "Artgerechte Briefzustellung".
... wieder jemand, der auf das "alles muss bezahlt werden", "wir müssen sparen,drum sparen wir sowohl am Kunden, als auch am Mitarbeiter" und das beliebte Highlight "wir brauchen ja XYZ gar nicht wirklich, sondern nur für unwichtige Nebensachen" reingefallen ist.
Wenn wir an den Sachen sparen, die wir am dringensten brauchen, gehen wir pleite. Wenn "alles bezahlt werden muss" plappert man nur seinem Boss oder der Politik nach, die damit nichts weiter bezweckt, als Kontrolle auszuüben und die Beweislast umzukehren.
Und das Argument, wenn man etwas schlechter macht würde man sich schon dran gewöhnen, ist natürlich richtig, aber wieso müssen Sachen eigentlich schlechter werden, statt besser? Und wieso sollten wir uns mit etwas abfinden, das früher einfach besser war, heute NOCH besser sein könnte, aber irgendwie aus fadenscheinigen Gründen schlechter gemacht wurde? Hier wieder der Verweis auf das Gesundheitssystem, Arbeitsbedingungen, etc.
Ihre Beweisführung, lieber HMS, beisst sich selbst in den immer dünner werdenden Schwanz und zeugt von wenig Verständnis, jedoch von einer gehörigen Portion deutscher Jammerei. Naja, aber wer braucht denn Optimismus und bessere Zustände, wenn man sich die schlechteren mit Bezahlbarkeit wegargumentieren kann. Gähn.
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