Ölpest BP fürchtet feindliche Übernahme
Nach dem Ölpest-Desaster im Golf von Mexiko sucht BP jetzt strategische Investoren. Denn je tiefer die Aktie fällt, desto höher ist das Risiko einer Übernahme.
© Christopher Furlong/Getty Images

BP wirbt um Investoren aus dem Nahen Osten. So will der angeschlagene Ölkonzern seinen Börsenwert steigern
BP wirbt laut Medienberichten um strategische Investoren. Wie die Sunday Times berichtet, wolle der Energiekonzern mithilfe der Geldgeber eine feindliche Übernahme verhindern, indem er seinen Börsenwert steigere. Seit dem massiven Einbruch der BP-Aktie infolge der Ölpest im Golf von Mexiko kursieren Übernahmegerüchte. Als Investoren kämen Ölscheichs, konkurrierende Konzerne und Staatsfonds infrage. Diese könnten einen Anteil von fünf bis zehn Prozent des Unternehmens erwerben.
Die Tageszeitung The National aus Abu Dhabi berichtete, dass mehrere Anleger den BP-Beratern bereits Vorschläge gemacht hätten. BP-Berater haben demnach Kontakt zu Staatsfonds in Abu Dhabi, Qatar und Kuwait. Der arabische Investor Kuwait Investment Office ist bereits mit 1,75 Prozent an BP beteiligt. Arabische Investoren haben in den vergangenen Jahren mehrere Großkonzerne finanziell unterstützt, darunter die Banken Citigroup und Barclays sowie den deutschen Autobauer Daimler.
Der französische Ölkonzern Total interessiert sich inzwischen ebenfalls für Teile von BP. Eine Komplettübernahme schließt Firmenchef Christophe de Margerie allerdings aus. Eine Übernahme könnte dem Konzern von seinen Konkurrenten Exxon Mobil, Petrochina und Shell drohen. Sie würde für die Unternehmen allerdings gleichzeitig ein enormes Risiko bedeuten, solange die Kosten der Ölpest nicht kalkulierbar sind.
BP zahlt Milliarden, um die Ölpest im Golf von Mexiko zu bekämpfen . Laut eigenen Angaben hat der Ölkonzern bereits 3,12 Milliarden Euro ausgegeben. Experten rechnen mit Kosten zwischen 30 und 100 Milliarden Dollar.
- Datum 05.07.2010 - 19:51 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 5
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http://www.youtube.com/wa...
Muss man noch mehr über so ein Unternehmen sagen?
Das Unternehmen sollte erstmal gucken, dass sie das Öl wegmachen (nicht nur verbuddeln!), was sie über den Golf verteilt haben. Erst die Umwelt und dann das Unternehmen sollte die Reihenfolge sein.
Leider macht BP den Gewinn nicht durch nachhaltige Wirtschaft, sondern durch Ausbeutung der globalen Reserven.
Also warum sollte irgendjemand, außer den kleinen Normalangestellten, die Angst um die Zukunft ihrer Kinder haben, bei BP Interesse am Wohl der Umwelt haben?
Klingt komisch, ist aber doch so.
Guten Abend,
Ron Denne
-Jeder Mensch empfindet seine individuelle Handlung als rechtfertigt.-
-
Hoffentlich klappt die feindliche Übernahme!
Das Management hätte ja vorher das Risiko nicht in der Größenordnung eingehen müssen.
Ich würde mir lieber noch eine Pleite wünschen damit alle, die an der Profitgier mitverdient haben, wenigstens Ihr Geld verlieren.
Die Tiere und Pflanzen verlieren ihr Leben.
Auch wenn es leichter ist, die nächstbeste Ursache (BP) für eine Beschuldigung zu wählen, sollte man nicht vergessen, dass BP im Meer nur nach Öl bohrt, weil die Weltbevölkerung dringend Öl benötigt und noch nicht genügend Ausweichsmöglichkeiten geschaffen wurden. Es heißt, dass man über den Mond mehr Bescheid wüsste als über die Tiefsee und dieses Beispiel zeigt auch deutlich, dass ein strukturelles Problem bezüglich der Investitionen in Forschung vorhanden ist und die Ursachenforschung eher gesellschaftlich als technisch zu suchen ist.
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