Finanzmarkt HRE fällt wohl durch Banken-Stresstest

Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate hat den Stresstest für europäische Banken offenbar nicht bestanden. Am Markt überrascht diese Nachricht kaum.

Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat Finanzkreisen zufolge den Stresstest für 91 europäische Banken nicht bestanden. Durchgefallen ist die Bank wohl in einem kombinierten Stresstest-Szenario , das die Folgen einer Verlangsamung der Konjunktur bei einem gleichzeitigen Abschlag auf Staatsanleihen simuliert. Die Bank selbst, die Bankenaufsicht BaFin und der Bankenrettungsfonds Soffin wollte sich zum Abschneiden der HRE nicht äußern.

Für manche Experten galt die Münchener Problembank als wahrscheinlichster deutscher Kandidat für ein negatives Stresstest-Ergebnis. Das Institut ist mit rund 80 Milliarden Euro bei den vier mit Haushaltsproblemen kämpfenden Piggs-Staaten Portugal, Irland, Griechenland und Spanien engagiert, allein in Griechenland war die HRE zuletzt mit 7,8 Milliarden Euro dabei. Auf die Staatsanleihen dieses Landes wird in dem Stress-Szenario der höchste Abschlag vorgenommen. 

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Stresstest

Mithilfe von Stresstests analysieren Aufsichtsbehörden, wie gut Banken für Krisen gerüstet sind. Sie untersuchen, wie es sich auf die Bilanz einer Bank auswirkt, wenn zum Beispiel Kredite ausfallen oder es erneut zu einer Rezession kommt. Organisiert werden die Tests von der Vereinigung der europäischen Bankenaufseher CEBS. Die Ergebnisse sollen an diesem Freitag veröffentlicht werden.

Die teilnehmenden Institute

Europaweit werden 91 Banken getestet. Darunter sind auch 14 deutsche Institute, etwa die Postbank oder die Hypo Real Estate. Das Land, das die meisten Banken zu den Tests angemeldet hat, ist Spanien. Die Regierung in Madrid war es auch, die auf die Stresstests gedrängt hatte. Spanien will mit Hilfe der Tests das Vertrauen in seine Banken wiederherstellen. Die spanischen Institute bekommen am Geldmarkt kaum noch Kredit.

Die Szenarien

Die Aufseher spielen drei Szenarien durch. In einem ersten Schritt wird getestet, wie sich die Eigenkapitalquoten der Institute verhalten, wenn die Wirtschaft sich so entwickelt wie erwartet. Das ist das Basisszenario. Im zweiten Teil des Tests wird geprüft, was mit dem Eigenkapital der Banken passiert, sollte Europa erneut in eine Rezession rutschen. Die Aufseher gehen in diesem Szenario davon aus, dass das durchschnittliche Wirtschaftswachstum in Europa um drei Prozentpunkte geringer ausfällt als bislang vorhergesagt. Im dritten Teil des Tests wird ein Crash am Staatsanleihemarkt simuliert. Die CEBS gibt an, dass das getestete Szenario in etwa jenem entspricht, das auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise in Europa herrschte. Kritiker monieren, dass dies zu optimistisch ist. Sollte Griechenland doch noch umschulden müssen, könnten die Spannungen weit größer sein als vor einigen Wochen.

Das Ergebnis des Stresstests hat für die Bank allerdings in der Praxis kaum Relevanz. "Es war im Markt wohlbekannt, dass die HRE neues Kapital braucht", sagte ein mit der Lage vertrauter Investmentbanker. "Deshalb wird es auch keine größeren Wellen schlagen, wenn sie durchfällt."

Die HRE ist gerade dabei, toxische Wertpapiere und ganze Unternehmensbereiche im Volumen von bis zu 210 Milliarden Euro in eine große Bad Bank auszugliedern und sich damit von diesen Risiken zu trennen. Die Abwicklungsanstalt mit dem Namen FMS Wertmanagement ist zwar schon gegründet, die Übertragung der faulen Papiere ist aber erst für das zweite Halbjahr geplant.

Nach der Ausgliederung will der Bankenrettungsfonds Soffin entscheiden, wie viele Milliarden an zusätzlichem Eigenkapital vom Staat der Immobilienfinanzierer noch braucht. Bisher hat sie 103,5 Milliarden Euro an Garantien und 7,7 Milliarden Euro an Eigenkapital bekommen.

 
Leser-Kommentare
  1. Da hängt ein Hinsterbender (nebensächlich: man lese das Wort mal schnell durch ohne Betonung - witzig) seit Jahren an der Herz-Lungen-Maschine und dann wird der Intensivpatient einem Stresstest unterzogen. Dies allein ist schon der Witz des Monats. Dass der Patient den Stresstest wohl nicht besteht, grenzt am Witz des Jahres. Dafür braucht es einiger Benebelter (hi hi) die das nicht lustig finden. Prost! Weiterarbeiten und mit Steuern den Patienten künstlich am leben halten.

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