Führungswechsel Bob Dudley wird neuer BP-Chef

Es ist offiziell: Im Oktober wird Tony Hayward seinen Platz an der BP-Spitze räumen. Zugleich legt das Unternehmen seine Geschäftszahlen vor - so schlechte wie noch nie.

Der britische Energiekonzern BP hat den Rücktritt seines Vorstandschefs Tony Hayward zum 1. Oktober erklärt. Der Konzern reagierte damit auf die anhaltende Kritik an Haywards Krisenmanagement während der Ölpest im Golf von Mexiko. Sein Nachfolger wird der Amerikaner Bob Dudley.

Gleichzeitig legte das Unternehmen die Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Erstmals seit dem Jahr 1992 verzeichnet BP Verluste. Wegen der Kosten für die Ölpest verbuchte der Londoner Konzern in seiner Bilanz für April bis Juni einen Verlust von 17,1 Milliarden Dollar (13,2 Milliarden Euro). In dieser Zahl sind 32,2 Milliarden Dollar für die drohenden Schadensersatz-Zahlungen durch die Ölpest verrechnet. Im ersten Quartal hatte der Konzern noch 6,1 Milliarden Dollar Gewinn gemacht.

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Im dritten Quartal könnten weitere Verbindlichkeiten hinzukommen, weil BP im abgelaufenen Quartal nicht alle erwarteten Kosten berücksichtigte. "Das Ausmaß und die Zeitspanne für mögliche Verpflichtungen in Bezug auf die Ölpest im Golf von Mexiko sind einem sehr hohen Grad an Unsicherheit ausgesetzt", hieß es im Quartalsbericht.

Die Frage nach einem Nachfolger für Tony Hayward war nach einem Bericht des Wall Street Journals bereits am Montag geklärt. Dudley ist im Vorstand bereits für die Aufarbeitung der Ölpest zuständig.

Mit der Verkündung des Führungswechsels hat BP auch die bisherigen Spekulationen über den weiteren Verbleib Haywards bestätigt. Dieser soll nach seinem Rücktritt ein Mandat bei dem strategisch wichtigen russisch-britischen Joint-Venture TNK-BP übernehmen. Zur Höhe seiner Abfindung gab es zunächst keine offiziellen Angaben.

Für den Nachmittag kündigte BP überraschend eine Präsentation an. Hayward will mit weiteren Vorstandsmitgliedern in einer 90-minütigen Internetkonferenz auch Fragen beantworten.

 
Leser-Kommentare
  1. Dass Hayward gehen muss ist richtig. Dadurch gelingt es BP der amerikanischen Politik guten Willen zu zeigen, es ist insofern im Sinne der Eigentümer von BP - weil diese Symbole betriebswirtschaftlich wichtig sind.
    Trotzdem ist Hayward an der eigentlichen Katastrophe wahrscheinlich unschuldig, sie wurde auf niedrigerer operativer Ebene oder unterer Managementebene verantwortet.
    Haywards Fehler bestand darin, dass er ungeschickt war. Er hat sich angreifbar gemacht. Man hätte ihm einen PR-Berater zur Seite stellen sollen.

    Trotzdem zeigt die Hatz auf Hayward etwas über unsere Berichterstattung und unsere Gesellschaft. Wir wollen einen Sündenbock sehen, jemand der geopfert wird, ganz unabhängig von seiner direkten Schuld. In Duisburg dürfte es nicht viel anders laufen.

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    ...jeder Restaurantbesitzer oder Küchenchef wird zur persönlichen (!!) Verantwortung gezogen wenn er seine Kunden unabsichtlich vergiftet - dafür kann man sogar ins Gefängnis gehen.
    Mr Hayward bekommt eine Abfertigung, eine Pension und eine neue Anstellung.
    Irgendwie stimmt hier etwas nicht und mit Hatz hat das nichts zu tun.

    Tony Hayward hatte ganz sicher einen PR-Berater gehabt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Hayward ohne angemessene Beratung an die Öffentlichkeit gewandt hat. Spitzzüngig würde ich jetzt sagen: Ein Glück! Denn dass er geht zeigt, dass die PR nicht allmächtig ist und den Menschen noch nicht den Kopf verdrehen kann.

    Was die Love-Parade angeht stimme ich zu. Passend dazu:

    http://www.zeit.de/gesell...

    ...jeder Restaurantbesitzer oder Küchenchef wird zur persönlichen (!!) Verantwortung gezogen wenn er seine Kunden unabsichtlich vergiftet - dafür kann man sogar ins Gefängnis gehen.
    Mr Hayward bekommt eine Abfertigung, eine Pension und eine neue Anstellung.
    Irgendwie stimmt hier etwas nicht und mit Hatz hat das nichts zu tun.

    Tony Hayward hatte ganz sicher einen PR-Berater gehabt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Hayward ohne angemessene Beratung an die Öffentlichkeit gewandt hat. Spitzzüngig würde ich jetzt sagen: Ein Glück! Denn dass er geht zeigt, dass die PR nicht allmächtig ist und den Menschen noch nicht den Kopf verdrehen kann.

    Was die Love-Parade angeht stimme ich zu. Passend dazu:

    http://www.zeit.de/gesell...

  2. 2. Na ja,

    ...jeder Restaurantbesitzer oder Küchenchef wird zur persönlichen (!!) Verantwortung gezogen wenn er seine Kunden unabsichtlich vergiftet - dafür kann man sogar ins Gefängnis gehen.
    Mr Hayward bekommt eine Abfertigung, eine Pension und eine neue Anstellung.
    Irgendwie stimmt hier etwas nicht und mit Hatz hat das nichts zu tun.

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    Der Unterschied ist, dass Herr Hayward der Vorgesetzte vom Vorgesetzten vom Vorgesetzten (...) von ihrem Küchenchef ist. Ich bin sehr für Haftung, aber eben nur für Dinge, die man auch unmittelbar "verbrochen" hat.

    In der Betrachtung ob Herr Hayward seinen Job verlieren sollte, spielt es keine Rolle, ob er Anschlussbeschäftigung findet oder genug Geld hat. Wenn man diesem Argument folgt würde das zur quasi Entrechtung qualifizierter/wohlhabender Arbeitnehmer führen.

    Der Unterschied ist, dass Herr Hayward der Vorgesetzte vom Vorgesetzten vom Vorgesetzten (...) von ihrem Küchenchef ist. Ich bin sehr für Haftung, aber eben nur für Dinge, die man auch unmittelbar "verbrochen" hat.

    In der Betrachtung ob Herr Hayward seinen Job verlieren sollte, spielt es keine Rolle, ob er Anschlussbeschäftigung findet oder genug Geld hat. Wenn man diesem Argument folgt würde das zur quasi Entrechtung qualifizierter/wohlhabender Arbeitnehmer führen.

  3. Tony Hayward hatte ganz sicher einen PR-Berater gehabt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Hayward ohne angemessene Beratung an die Öffentlichkeit gewandt hat. Spitzzüngig würde ich jetzt sagen: Ein Glück! Denn dass er geht zeigt, dass die PR nicht allmächtig ist und den Menschen noch nicht den Kopf verdrehen kann.

    Was die Love-Parade angeht stimme ich zu. Passend dazu:

    http://www.zeit.de/gesell...

  4. Der Unterschied ist, dass Herr Hayward der Vorgesetzte vom Vorgesetzten vom Vorgesetzten (...) von ihrem Küchenchef ist. Ich bin sehr für Haftung, aber eben nur für Dinge, die man auch unmittelbar "verbrochen" hat.

    In der Betrachtung ob Herr Hayward seinen Job verlieren sollte, spielt es keine Rolle, ob er Anschlussbeschäftigung findet oder genug Geld hat. Wenn man diesem Argument folgt würde das zur quasi Entrechtung qualifizierter/wohlhabender Arbeitnehmer führen.

    Antwort auf "Na ja,"
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    • NoG
    • 27.07.2010 um 9:52 Uhr

    welche gesellschaft meinen sie eigentlich?
    ihre moralischen bedenken kann ich samt dem vergleich mit duisburg nicht nachvollziehen.
    sie haben sicherlich belege, oder?

    das der bp-chef als verantwortlicher des unfalls zurueck getreten ist bzw man ihn fuer das unglueck direkt verantwortlich gemacht hat, waere mir neu...sofern man emotionsgeladene meinungen oder boulevard-presse nicht beachtet.
    er ist halt untragbar geworden und das selbstverschuldet,
    was sie auch selber kritisiert haben.

    manchmal einfach die kiche im dorf lassen.
    danke :)

    … mit dem Argument des Vorgesetzten, vom Vorgesetzten, vom Vorgesetzten können sich alle Politiker aus jeglicher Verantwortung für alle Probleme dieser Welt ziehen.
    Ich war mal Zeuge in einem Prozess in dem ein CEO eines großen Unternehmens versucht hat mit der Strategie durchzukommen und jemanden im Mittelmanagement verantwortlich zu machen. Ist ihm nicht gelungen weil sie „nicht genügend Ressourcen in Expertise und Geld“ zu Verfügung gestellt hat um das Ereignis zu verhindern.
    Mit anderen Worten sie hat am falschen Platz gespart, hätte es besser wissen sollen und können hat aber nichts gemacht.
    Zugegeben das war in England und nicht in Deutschland, aber genau da hat BP ja seinen Sitz.

    Das Hayward einen neuen Job hat ist auch nicht von großer Konsequenz – das er eine gewaltige Abfertigung bekommt, wärend die kleinen britischen Pensionäre deren Rente vom Wert der BP Aktien abhängt durch die Finger schauen aber schon.

    • NoG
    • 27.07.2010 um 9:52 Uhr

    welche gesellschaft meinen sie eigentlich?
    ihre moralischen bedenken kann ich samt dem vergleich mit duisburg nicht nachvollziehen.
    sie haben sicherlich belege, oder?

    das der bp-chef als verantwortlicher des unfalls zurueck getreten ist bzw man ihn fuer das unglueck direkt verantwortlich gemacht hat, waere mir neu...sofern man emotionsgeladene meinungen oder boulevard-presse nicht beachtet.
    er ist halt untragbar geworden und das selbstverschuldet,
    was sie auch selber kritisiert haben.

    manchmal einfach die kiche im dorf lassen.
    danke :)

    … mit dem Argument des Vorgesetzten, vom Vorgesetzten, vom Vorgesetzten können sich alle Politiker aus jeglicher Verantwortung für alle Probleme dieser Welt ziehen.
    Ich war mal Zeuge in einem Prozess in dem ein CEO eines großen Unternehmens versucht hat mit der Strategie durchzukommen und jemanden im Mittelmanagement verantwortlich zu machen. Ist ihm nicht gelungen weil sie „nicht genügend Ressourcen in Expertise und Geld“ zu Verfügung gestellt hat um das Ereignis zu verhindern.
    Mit anderen Worten sie hat am falschen Platz gespart, hätte es besser wissen sollen und können hat aber nichts gemacht.
    Zugegeben das war in England und nicht in Deutschland, aber genau da hat BP ja seinen Sitz.

    Das Hayward einen neuen Job hat ist auch nicht von großer Konsequenz – das er eine gewaltige Abfertigung bekommt, wärend die kleinen britischen Pensionäre deren Rente vom Wert der BP Aktien abhängt durch die Finger schauen aber schon.

    • NoG
    • 27.07.2010 um 9:52 Uhr

    welche gesellschaft meinen sie eigentlich?
    ihre moralischen bedenken kann ich samt dem vergleich mit duisburg nicht nachvollziehen.
    sie haben sicherlich belege, oder?

    das der bp-chef als verantwortlicher des unfalls zurueck getreten ist bzw man ihn fuer das unglueck direkt verantwortlich gemacht hat, waere mir neu...sofern man emotionsgeladene meinungen oder boulevard-presse nicht beachtet.
    er ist halt untragbar geworden und das selbstverschuldet,
    was sie auch selber kritisiert haben.

    manchmal einfach die kiche im dorf lassen.
    danke :)

    Antwort auf "@Gerry10"
  5. Verantwortlich für eine der größten durch Menschen verursachten Umweltkatastrophen.

    Verantwortlich für den größten Verlust und Wertverlust des eigenen Unternehmens:

    14 Millionen Abfindung plus X.

  6. … mit dem Argument des Vorgesetzten, vom Vorgesetzten, vom Vorgesetzten können sich alle Politiker aus jeglicher Verantwortung für alle Probleme dieser Welt ziehen.
    Ich war mal Zeuge in einem Prozess in dem ein CEO eines großen Unternehmens versucht hat mit der Strategie durchzukommen und jemanden im Mittelmanagement verantwortlich zu machen. Ist ihm nicht gelungen weil sie „nicht genügend Ressourcen in Expertise und Geld“ zu Verfügung gestellt hat um das Ereignis zu verhindern.
    Mit anderen Worten sie hat am falschen Platz gespart, hätte es besser wissen sollen und können hat aber nichts gemacht.
    Zugegeben das war in England und nicht in Deutschland, aber genau da hat BP ja seinen Sitz.

    Das Hayward einen neuen Job hat ist auch nicht von großer Konsequenz – das er eine gewaltige Abfertigung bekommt, wärend die kleinen britischen Pensionäre deren Rente vom Wert der BP Aktien abhängt durch die Finger schauen aber schon.

    Antwort auf "@Gerry10"
    • Pyr
    • 27.07.2010 um 10:44 Uhr

    http://www.courant.com/bu...

    Der Mann kriegt verdammt 18 Millionen dafür. 18 Millionen! Kein Mensch kann im Leben so viel Arbeiten, dass er diese Menge Geld verdient hat. Und der kriegt es dafür, dass er GEHT. Der, der vielleicht nicht die Katastrophe, aber BPs fatalen Umgang mit derselben zu verantworten hat - voller PR-Maßnahmen statt Geld für die Opfer auszugeben. Voller Manipulation, indem BP zum Beispiel versucht sich das Schweigen von Wissenschaftlern über das wahre Ausmaß der Katastrophe zu erkaufen. Braucht man nur nach googeln.

    Last but not least - wie kann man denn mit einem Ölkonzern wie BP, der überall auf der Welt bohrt, dabei das Risiko in Kauf nimmt weil sie eh keine volle Verantwortung übernehmen wenn was schief geht, wie kann man mit so einem Konzern oder dessen Chef irgendwie Mitleid haben? Ich bin wirklich sehr erschrocken über die Kommentare hier.

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  • Quelle Reuters, dpa
  • Kommentare 11
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  • Schlagworte Tony Hayward | Bob Dudley | BP | Mexiko | USA | Golf
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