Ölpest BP braucht ein dickeres Finanzpolster
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Rechtsstreit könnte Jahrzehnte dauern

BP hat nach Informationen aus Bankenkreisen die Staatsfonds in Katar, Abu Dhabi, Kuwait und Singapur angesprochen und will auszuloten, ob sie Interesse an den Aktien des Konzerns haben. Auch der Fonds des libyschen Staatschefs Muammar el Gaddafi hat ein Auge auf BP-Titel geworfen.

Der Konzern hat seit dem Unglück vor gut zehn Wochen etwa die Hälfte seines Börsenwerts verloren. Rating-Agenturen haben BP zudem deutlich heruntergestuft. Das verteuert künftige Kredite. Zudem sind die Kosten für die Versicherung gegen Zahlungsausfälle von BP-Anleihen gestiegen.

Analysten gehen derzeit aber noch davon aus, dass BP die Kosten der Katastrophe schultern kann. 60 Milliarden Dollar - das entspricht etwa dem Dreifachen des für dieses Jahr erwarteten Nettogewinns. Die Schätzungen der Experten basieren auf der Annahme, dass es BP gelingt, das Lecks im August und damit drei Monate nach dem Unglück zu stopfen.

Zudem gehen Analysten davon aus, dass die Ausgaben nicht alle auf einmal anfallen. Es kann sich Jahrzehnte hinziehen, bis alle Gerichtsstreitigkeiten über Straf- und Entschädigungszahlungen geklärt sind. Nach dem Tankerunglück der Exxon Valdez hat es 20 Jahre gedauert, bis die letzte Klage entschieden wurde.

Bislang hat das Unternehmen für Aufräumarbeiten in der Golfregion und Schadenersatz 3,12 Milliarden Dollar ausgegeben. Die Kosten steigen um fast 100 Millionen Dollar täglich. Hinzu kommen 20 Milliarden Dollar, die BP auf Druck der amerikanischen Regierung in den nächsten dreieinhalb Jahren in einen Entschädigungsfonds für die Opfer der Katastrophe einzahlen muss.

BP gehört zu den wichtigsten britischen Konzernen. Die Dividende, die der Ölmulti ausschüttet, entspricht etwa einem Siebtel der Einnahmen, die die britischen Pensionsfonds von den 100 größten Unternehmen des Landes beziehen. Das ist offenbar einer der Gründe, warum die britische Regierung nach Angaben der Tageszeitung "Times" einen Auffangplan für BP vorbereitet, falls dem Konzern die Insolvenz drohen sollte.

Der Artikel erschien am 07.07.2010 im Handelsblatt.

 
Leser-Kommentare
  1. So ist das nun mal mit der kapitalgedeckten Rente.

    Die Rentner verlieren einen Teil ihres angesparten Vermögens aufgrund eines Vorgangs, auf den sie keinen Einfluss nehmen konnten.

    So ist das System konzipiert, wir sollten alles daran setzen dass es in Deutschland nicht auch eingeführt wird.

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    • joG
    • 07.07.2010 um 19:43 Uhr

    ......Die Rentner verlieren einen Teil ihres angesparten Vermögens aufgrund eines Vorgangs, auf den sie keinen Einfluss nehmen konnten."

    Ja, man verliert einen Teil, aber relativ gesehen ziemlich wenig. Wenn man das Kapital richtig anlegte, so erhält man eine Verzinsung in Höhe des Wirtschaftlichen Erfolgs der Gesamtwirtschaft trotz der zu erwartenden Verluste an einzelnen Anlagen. Wenn man natürlich in Einzelnen Werten zu viel anlegt ist das ein handwerklicher Fehler und das wird uU bestraft.

    Bei der nicht gedeckten Rente ist das anders. Man bekommt einfach weniger, wenn die Einzahlungen fallen und die Auszahlungen steigen. Wie jeder Ponziplan scheitert dann der Generationanvertrag, so wie das jetzt geschieht.

    • joG
    • 07.07.2010 um 19:43 Uhr

    ......Die Rentner verlieren einen Teil ihres angesparten Vermögens aufgrund eines Vorgangs, auf den sie keinen Einfluss nehmen konnten."

    Ja, man verliert einen Teil, aber relativ gesehen ziemlich wenig. Wenn man das Kapital richtig anlegte, so erhält man eine Verzinsung in Höhe des Wirtschaftlichen Erfolgs der Gesamtwirtschaft trotz der zu erwartenden Verluste an einzelnen Anlagen. Wenn man natürlich in Einzelnen Werten zu viel anlegt ist das ein handwerklicher Fehler und das wird uU bestraft.

    Bei der nicht gedeckten Rente ist das anders. Man bekommt einfach weniger, wenn die Einzahlungen fallen und die Auszahlungen steigen. Wie jeder Ponziplan scheitert dann der Generationanvertrag, so wie das jetzt geschieht.

  2. das die Wirtschaft mit Sicherheit scharf auf die kapitalgedeckten Renten sind. Dadurch werden die Firmen systemrelevant wie die Banken. Bloß weg von der Betrugsrente-Riester und ähnlichen Konstrukten.

    • gquell
    • 07.07.2010 um 14:17 Uhr

    Kein unabhängiger Journalist kann die Angaben von BP nachvollziehen. Jeder Reporter oder Fotograf, der über die Öl-Verseuchung der Golfküste durch die BP-Bohrung zu berichten will, wird als Krimineller behandelt. Falls er das Verbot, das von der amerikanischen Küstenwache durchgesetzt wird, übertritt, drohen ihm bis zu 5 Jahre Haft oder bis zu 40.000 Dollar Geldstrafe.

    • rob25
    • 07.07.2010 um 14:37 Uhr

    Derzeit mehren sich die Spekulationen um BP - die Aktie scheint indes ihren Boden gefunden zu haben und sollte nicht mehr zurückfallen. Ein Einstieg auf dem jetzigen Niveau sollte sich lohnen

    Eine sehr interessante und lesenswerte Analyse zum Unternehmen habe ich hier gefunden: http://www.de.sharewise.c...

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    Mich würde wirklich interessieren, welche Werte diese Begriffe in Ihrem Leben einnehmen.

    Aber kaufen Sie ruhig - ich bleibe bei meiner Aussage, dass BP diese Katastrophe nicht überleben wird.

    Mich würde wirklich interessieren, welche Werte diese Begriffe in Ihrem Leben einnehmen.

    Aber kaufen Sie ruhig - ich bleibe bei meiner Aussage, dass BP diese Katastrophe nicht überleben wird.

  3. @rob25

    Die abgezockten Spekulanten rufen schon wieder zum zocken auf und zwar mit BP Aktien, obwohl das Unternehmen weiter mit dem Rücken zur Wand steht.

    Das Öl sprudelt unvermindert heftig in den Golf und die mit Androhung von harten Strafen von den us-Behörden weitgehend durchgesetzte Nachrichtenblockade/aktuelle Berichterstattung deutet an, wie ernst die Lage vermutlich wirklich ist.
    Nichts mehr mit live Bildern vom sprudelben Bohrloch etc...

    Die selbst hier aufgetischte Legende eines angeblichen Bodens der BP Aktie ist nichts anderes als lautes pfeifen im dunklen Wald ! Und ignorant und verantwortungslos zugleich.

    Wir haben inzwischen den größten anzunehmenden Umweltgau seit Tschernobyl und in Presse und Politik wird fast ausschließlich nur noch über die Sorgen und Nöte von BP und Pensionskassen in England berichtet. Das ist zugleich unglaublich und auch traurig.

    Kapitalgedeckte Rente als Heilsbringer ?? lächerlich wie sich jezt rausstellt, wer mit Rentengeld zockt hat gefälligst das Risiko zu tragen, das nun England mit Steuergeldern wedelt im Fall der Fälle sagt eigentlich alles.

    Falls nun die deutsche "EU-Samariterin" Merkel demnächst wieder von europäischer Solidarität fabuliert, wird Ihr hoffentlich umgehend ein öffentlich tosender Sturm der Entrüstung des Volkes entgegenbrausen !

    BP und andere Konzerne haben Ihren verursachten Dreck ob ölverschmiert oder finzanztechnisch gefälligst selbst weg zu räumen.

    Keine Gnade für BP/Aral.

  4. Reporter und Fotografen, die versuchen, über die Verseuchung der Golfküste durch das Öl der BP-Bohrung zu berichten, werden nun als Kriminelle behandelt. Falls sie das Verbot der BP, das von der US-Küstenwache durchgesetzt wird, übertreten, drohen ihnen bis zu 5 Jahre Haft oder eine Geldbusse von 40.000 Dollar.
    Quelle: http://news.web-hh.de/?ne...

  5. Mich würde wirklich interessieren, welche Werte diese Begriffe in Ihrem Leben einnehmen.

    Aber kaufen Sie ruhig - ich bleibe bei meiner Aussage, dass BP diese Katastrophe nicht überleben wird.

    Antwort auf "Einstieg lohnenswert"
    • joG
    • 07.07.2010 um 19:43 Uhr

    ......Die Rentner verlieren einen Teil ihres angesparten Vermögens aufgrund eines Vorgangs, auf den sie keinen Einfluss nehmen konnten."

    Ja, man verliert einen Teil, aber relativ gesehen ziemlich wenig. Wenn man das Kapital richtig anlegte, so erhält man eine Verzinsung in Höhe des Wirtschaftlichen Erfolgs der Gesamtwirtschaft trotz der zu erwartenden Verluste an einzelnen Anlagen. Wenn man natürlich in Einzelnen Werten zu viel anlegt ist das ein handwerklicher Fehler und das wird uU bestraft.

    Bei der nicht gedeckten Rente ist das anders. Man bekommt einfach weniger, wenn die Einzahlungen fallen und die Auszahlungen steigen. Wie jeder Ponziplan scheitert dann der Generationanvertrag, so wie das jetzt geschieht.

    Antwort auf "kapitalgedeckte Rente"
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    Wer von diesem Geld letzlich profitiert wissen wir. Allenfalls könnte ich dem Treppenwitz zustimmen, wenn dieses Geld für Innovationsförderung und Unternehmensgründungen als Risikokatital zur Verfügung gestellt würde. Keinesfalls für die Innovationsförderung von Großunternehmen und speziellen Töchtern dieser Firmen. So würde man die Wirtschaft breiter aufstellen und damit die Zukunft des Umlagesystems absichern.

    So wie das jetzt läuft bringt das nichts. Wir können immer nur das verfuttern was auch produziert wird. Geht die Wirtschaft bergab, wird es auch die Renten treffen. Dabei ist es völlig egal ob umlagefinanziert oder kapitalgedeckt.Es sei denn, man betrachtet diesen Posten des Sozialhaushalts als Fördermittel für die Versicherungsbranche. OK, dann hat man es richtig gemacht.

    Wer von diesem Geld letzlich profitiert wissen wir. Allenfalls könnte ich dem Treppenwitz zustimmen, wenn dieses Geld für Innovationsförderung und Unternehmensgründungen als Risikokatital zur Verfügung gestellt würde. Keinesfalls für die Innovationsförderung von Großunternehmen und speziellen Töchtern dieser Firmen. So würde man die Wirtschaft breiter aufstellen und damit die Zukunft des Umlagesystems absichern.

    So wie das jetzt läuft bringt das nichts. Wir können immer nur das verfuttern was auch produziert wird. Geht die Wirtschaft bergab, wird es auch die Renten treffen. Dabei ist es völlig egal ob umlagefinanziert oder kapitalgedeckt.Es sei denn, man betrachtet diesen Posten des Sozialhaushalts als Fördermittel für die Versicherungsbranche. OK, dann hat man es richtig gemacht.

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