British Petroleum London fürchtet Kollaps von BP
Die Ölpest-Bekämpfung kostet den Mineralölkonzern BP Milliarden. Die britische Regierung wird unruhig und arbeitet an einem Notfallplan, falls der Konzern zusammenbricht.
© Joe Raedle/Getty Images

Vor der Küste von Louisiana geht der Kampf gegen das weiterhin austretende Öl weiter – und kostet Milliarden
Die britische Regierung bereitet sich einem Zeitungsbericht zufolge auf einen Zusammenbruch des angeschlagenen Energiekonzerns BP vor. Vertreter des Wirtschafts- und des Finanzministeriums führten Gespräche über die Zukunft des Ölmultis und schmiedeten Notfallpläne, berichtet The Times unter Berufung auf Personen, die mit den Beratungen vertraut sind. Die Regierung stelle sich auf "alle Eventualitäten" ein.
Weitere Details wurden nicht genannt. Das Finanzministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern, das Wirtschaftsministerium war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. In Großbritannien wächst offenkundig die Angst, dass der Ölkonzern unter den immensen Kosten aufgrund der Ölpest im Golf von Mexiko zusammenbricht oder zu einem Übernahmekandidaten wird. Zweieinhalb Monate nach dem Untergang der Plattform Deepwater Horizon musste BP bisher mehr als drei Milliarden Dollar für die Bewältigung der Katastrophe aufbringen. BP versuchte die Angst vor einem Kollaps des Konzerns zu zerstreuen: "Wir werden uns davon erholen", sagte ein Sprecher.
Laut der Times geht es in den Gesprächen der Regierungsvertreter unter anderem um die möglichen Folgen für Millionen von Briten, deren Pensionspläne auch Aktien von BP umfassen. Seit Beginn der Katastrophe hat sich der Aktienkurs von BP mehr als halbiert. Dies löste an den Börsen Übernahmespekulationen aus: BP könne ins Visier von Rivalen wie Exxon Mobil, Royal Dutch Shell oder Petrochina geraten, hieß es. Allerdings würde eine Übernahme ein enormes Risiko bedeuten, solange die Kosten für die Ölpest nicht kalkulierbar sind. Analysten schätzen, dass im Zusammenhang mit der Katastrophe im Golf von Mexiko Gesamtkosten von umgerechnet bis zu 70 Milliarden Dollar auflaufen.
Um den BP-Börsenwert wieder zu steigern, sucht der Energiekonzern Hilfe bei potenten Geldgebern . In britischen Medien hieß es, BP wolle ein Aktienpaket von fünf bis zehn Prozent an einen strategischen Investor geben. Der Ölkonzern bestritt aber, dass er vorhabe, neue Aktien auszugeben. Die Sunday Times hatte berichtet, angestrebt werde eine Kapitalerhöhung um bis zu sechs Milliarden Pfund (7,2 Milliarden Euro).
BP bestätigte aber, dass man Kontakt mit Staatsfonds im Mittleren Osten aufgenommen habe. Arabische Investoren sind in den vergangenen Jahren bei mehreren Großkonzernen eingestiegen. Kuwait Investment Office ist bereits mit 1,75 Prozent an BP beteiligt. In anderen Berichten hieß es wiederum, mehrere Staatsfonds hätten Interesse an BP-Vermögenswerten im Mittleren Osten oder Asien. Die Meldungen haben immerhin bewirkt, dass die BP-Aktien zum Wochenstart gefragt wie selten in den vergangenen Wochen waren. Zeitweise legte der Kurs am Montag an der Londoner Börse um mehr als fünf Prozent zu.
Anleger zeigten sich über von BP angestrebte Partnerschaften skeptisch. "Wir sind überhaupt nicht der Ansicht, dass ein strategischer Partner nötig ist", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen der zehn größten BP-Anteilseigner, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Die Aktionäre werden dazu 'Nein, danke' sagen, und das haben wir gegenüber dem Unternehmen kommuniziert." Analyst Evgeny Solovyov von Société Générale gab zu bedenken, dass BP mit dem Einstieg eines Großinvestors aus dem Mittleren Osten oder China seine Position in Regionen wie den USA aufs Spiel setzen könnte.
BP selbst hat bereits erklärt, Geschäftsteile und Beteiligungen verkaufen zu wollen. Damit will der Konzern in diesem Jahr zehn Milliarden Dollar erlösen, um damit den 20 Milliarden Dollar schweren Entschädigungsfonds, der auf Druck der US-Regierung ins Leben gerufen wurde, zumindest teilweise zu finanzieren. Um den Fonds zu füllen, hat BP bereits Kredite aufgenommen. Der französische Konkurrent Total hat bereits Interesse an einem Kauf von BP-Geschäftsfeldern bekundet. Eine Komplettübernahme schloss Total-Chef Christophe de Margerie jedoch aus.
Die Ölpest hat BP bislang Kosten von 3,12 Milliarden Dollar verursacht, inklusive 147 Millionen Dollar an Entschädigungszahlungen. Seit Ende April sprudelten Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko, nur ein Bruchteil wird bislang aufgefangen. Die Ölpest hat bereits massive Umweltschäden an der US-Golfküste verursacht. Ein Supertanker namens A Whale soll nun damit beginnen, Öl von der Meeresoberfläche abzusaugen. Das defekte Bohrloch in gut 1,5 Kilometern Tiefe ist weiterhin nicht verschlossen.
- Datum 06.07.2010 - 10:26 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 21
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London befürchtet den Kollaps, ich ganz sicher nicht !!!!
wie ausländische Firmen davon abgehalten werden, sich dem Problem anzunehmen,mit Unterstützung Obamas.
http://motherjones.com/po...
Ein Schelm der Böses dabei denkt, das amerikanische Ölfirmen so einen ausländischen Kompetitor ausschalten wollen.
Was ist eigentlich mit dem Betreiber der ehemaligen Plattform, Haliburton, da hört man auch in den dt. Medien kaum was drüber.
http://www.halliburtonwat...
http://latimesblogs.latim...
http://online.wsj.com/art...
Jetzt wo das Kind bereits im Brunnen ist, da wird die britische Regierung unruhig.
Wo war Sie oder besser alle staatlichen Kontrollbehörden weltweit, als mit den Tiefseebohrungen begonnen wurden, die BP nun offensichtlich zum Verhängnis werden konnte.
Wurden die damaligen Konzepte auf den entscheidenden Faktor SICHERHEIT abgeklopft ? Nach allem was man bisher von der Öl-Katatstrophe im Golf von Mexico weiß waren nur die Dollarnoten und die Profitgier wichtig, schließlich hängen ja auch viele Renten in Endland offensichtlich an BP Aktien.
Wann wird endlich die nötige Nachhaltigkeit unser eigenes aber auch das von Wirtschaft und Politik bestimmen ?!
Wer nach diesem Desaster im Golf von Mexiko noch nicht aufgewacht ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Das Zeitalter billgen Öls geht damit endgültig zu Ende, man kann hinzufügen, fossiler Brennstoffe generell.
Alarmierend ist, dass die Ölindutrie das gänzlich anders sieht und das von Obama völlig zu REcht verhängte Moaratorium für Bohrungen in dieser Tiefe sofort gerichtlich wieder kippen ließ. Und das obwohl es nur für den Golf von Mexiko galt. Ein weltweites Moratorium wäre indes angebracht.
Über die angeblichen Ursachen wird ja weiterhin Schweigen bewahrt. Warum nur ?
Stattdessen mehren sich Meldungen, das Pressevertreter massiv mit Strafen bedroht werden, wenn Sie "nicht autorisierte Fotos" ? von ölverschmierten Tieren machen.
Wie bitte ? Und das schlimme, nicht etwa nur von BP sondern von der amerikanischen Regierung !!!
Mit einer amerikanischen Übernahme von BP würden sich die Amerikaner auch die südlichen Ölfelder im Irak sichern... solange es Geheimdienste geben wird , kann und muss man Jedem ALLES zutrauen....leider! War der "Unfall" ein amerikanischer Terroranschlag?
Aber am Rande siehe Bild: selbst dort ist schwarz rot gold zu sehen....., Metapher: aus Geld (gold) wird Verlust (rot) wird Asche (schwarz)....
... "es war ein Unfall", "maximal ein Versehen", "Einzelfall", "kann ja passieren", "nun wird alles getan", "zur Rechenschaft gezogen", "nie wieder passieren", "schonungslose Aufklärung", "Konsequenzen" ...
um nur ein paar leere Phrasen zu nennen in dieser Misere, die eben nicht Einmaliges, sondern alltägliches Spiel zeigt.
Zu recht versucht man von allen Seiten, rein einem Konzern und einer Entscheidung (maximaler Gewinn) die Schuld zuzuschieben.
Wer wollte auch wirklich wissen, wie es auf anderen Bohrinseln, in anderen Öl-Konzernen und vor allem im Staate der USA aussieht, wenn solche Vorhaben so dilettantisch kontrolliert und genehmigt werden.
Wir reden hier von einem Top3-5-Konzern (der Welt, nicht eines Landes), da entwickeln sich auch abseits eines Unglücks Begehrlichkeiten und Schadenspotenziale, die auch ein Herr Obama nicht verneinen können wird - darum bringt er es auch nie zur Sprache.
Der Vorredner hat recht, wenn er auf andere Quellen verweist, als die, die man im Artikel genutzt hat.
Sie sind nicht pauschal richtiger, aber sie erweitern doch ungemein das Spektrum der so möchtegern klaren Lage rund um ein noch immer aktives Loch im Ozean, aus dem auch nach allen (vermeintlichen) Schadenszahlungen Öl strömt.
Dass London seinen Konzern nun absichern will und vielleicht auch muss, macht hoffentlich ein paar mehr Menschen deutlich, wie sehr eine Nation im Verantwortungsnetz eines Konzerns hängen kann.
Unfreiwillig, fahrlässig oder gewollt?
das ist ja der eigentliche "Schock". Wichtig ist nur der Wert, den BP noch hat. Anstatt weltweit Ideen zu suchen ( ob diese dann genehmigt werden, steht auf einem anderen Blatt ) kümmert man sich erst einmal ums monetäre Geschäft.
Dem Götzen Geld ist mittlerweile alles untergeordnet und das macht die Wut jedes einzelnen nur noch zur Ohnmacht. Das ganze (Geld-)System ist aus dem Ruder gelaufen und uns wird jeden Tag erzählt, dass alles gut wird.
Ich glaube, von dieser Zeit werden wir noch unseren Enkeln erzählen können. Spannende Zeiten brechen an.
Die Insider von Goldman-Sachs, sowie der Manager Tony Haywards sind doch bereits vor dem offiziellen Unfall aus ihren Aktien gegangen.
Zahlen tut letztlich nur die Allgemeinheit.
So wie immer.
Nach den Bankenbailouts kommen jetzt die Konzernbailouts. Das geht solange, bis auch der letzte den Glauben an das bereits heute wertlose Papiergeld verloren hat und dann kommt der Knall...
Gibt es da vernünftige Quellen???
Gibt es da vernünftige Quellen???
Gibt es da vernünftige Quellen???
Ja, die gibt es.
Das ist belegt und beweisbar.
http://www.telegraph.co.u...
http://rawstory.com/rs/20...
Wenn Sie nach dem Thema googeln finden Sie reichlich Material zu den Vorgängen.
Ja, die gibt es.
Das ist belegt und beweisbar.
http://www.telegraph.co.u...
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Wenn Sie nach dem Thema googeln finden Sie reichlich Material zu den Vorgängen.
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