Evoswitch Der grüne Wissensspeicher
Das Internet wird zunehmend zum Energiefresser. Die Firma Evoswitch will etwas dagegen tun und hat eines der energieeffizientesten Rechenzentren Europas aufgebaut.
© Zeit Online

Die Serverräume von Evoswitch
Das Wissen dieser Welt lagert in einem Industriegebiet am Rande von Amsterdam. Es ist untergebracht in schmucklosen Stahlregalen, durch dicke Kabel fließt es hinaus in die Welt, in Wohnungen und Büros. Hier, im Rechenzentrum der Firma Evoswitch in Haarlem-Spaarnwoude, stehen die europäischen Server der Wikimedia Foundation, den Betreibern von Wikipedia.
Dass die Internet-Idealisten von Wikimedia sich – wie viele andere Unternehmen – für Evoswitch entschieden haben, ist kein Zufall: Die Niederländer betreiben eines der grünsten Rechenzentren Europas. Es arbeitet viel energieeffizienter als die Konkurrenz und ist zudem CO2-neutral. So unspektakulär der graue Flachbau für Laien von außen aussieht, so durchdacht und wegweisend ist er im Inneren. Mit großen Veränderungen und kleinen Tricks ist Evoswitch in wenigen Jahren zum Vorreiter einer ganzen Branche geworden, in der die Höhe des Energieverbrauchs zunehmend die Gretchenfrage ist.
- Bessermacher
Sozial, nachhaltig und trotzdem erfolgreich: ZEIT ONLINE stellt in der Serie Die Bessermacher Unternehmen vor, für die es mehr gibt als nur den reinen Profit. Mit welchen Ideen kämpfen sie für eine bessere Wirtschaft? Was treibt sie an?
Laurens Rosenthal, der Gründer, sitzt in einem der eleganten Ledersessel im Besprechungsraum von Evoswitch. Durch die Glasfront hinter ihm fällt der Blick in lange, mit Linoleum ausgelegte Gänge und auf Reihen schwarzer, wild blinkender Kästen. Ein leises Surren dringt herüber in den Raum. Laurens Rosenthal, schicker Anzug, blonder Kurzhaarschnitt, verbindliches Lächeln, nimmt einen Schluck Kaffee. Dann sagt er: "Es war eigentlich ganz einfach."
Ganz einfach. Das ist wohl das besondere an der Erfolgsgeschichte Evoswitch: Sie beruht auf ganz simplen Dingen, naheliegenden Ideen. Die Niederländer haben einfach getan, was alle hätten tun können. Aber nur sie hatten den Mut dazu. "Die Branche war extrem konservativ", sagt Laurens Rosenthal.
Rechenzentren sind im Kern Lagerhäuser für Server. Internet-Unternehmen bringen ihre Computer hierhin, auf denen sie ihre Dateien, Websites und Anwendungen gespeichert haben. Die Rechenzentren schließen die Server an die Datenkabel an, über die die ganze Welt auf sie zugreifen kann, versorgen sie mit Strom und kühlen sie.
Lange Zeit hätten die Anbieter ihr Geschäft "eher als Immobilienvermietung und nicht als High-Tech-Geschäft" verstanden, erinnert sich Rosenthal. Er spricht da aus eigener Erfahrung. Als Chef des Web-Hosters Leaseweb hatte er selbst jahrelang seine Server in die Regale von Rechenzentren eingemietet – und sich immer wieder über deren Fehler aufgeregt. "Die haben einfach nicht gesehen, was man alles besser machen kann." Rosenthal hat es gesehen – und die Konsequenzen gezogen: Als er und ein paar Kollegen 2007 über das leer stehende Gebäude im Haarlemer Industriegebiet stolperten, griffen sie kurz entschlossen zu und bauten sich einfach ihr eigenes Rechenzentrum. Die Gründer taten sich mit Wissenschaftlern der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) zusammen, um es von Anfang besser zu machen als die Anderen. Das hieß vor allem: energiesparender.
- Datum 09.07.2010 - 14:41 Uhr
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- Serie Die Bessermacher
- Quelle ZEIT ONLINE
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... muß ich nicht mehr zur Arbeit fahren, und meine Wohnung war eh beheizt. Bitte ziehen sie Transport und Heizung vom Internet ab, und bedenken Sie, dass Strom nur 1/5 unseres Energieverbrauchs ausmacht - Transport und Heizung jedoch jeweils 2/5.
Es gibt einige interessante Details. Beispielsweise lautete früher dass der Papierverbrauch konstant mit dem Wirtschaftswachstum zunimmt. Nicht weiter verwunderlich, all die Waren müssen verpackt werden (Papier), viel Papierkram fällt eh an und so weiter. Erst seit der Jahrtausendwende geht der Papierverbrauch teilweise sogar zurück - hat sich in den Industriestaaten vom Wirtschaftswachstum entkoppelt. Aufgrund von EDV und Internet.
Ähnliche ressourcenschonende Effekte kann man überall beobachten. Und wenn man jetzt noch eine gewisse, ich nenne es mal, "Nostalgie" überwindet und zB nicht mehr einem auf Papier ausgedruckten Dokument eine größere rechtliche Bedeutung zubilligt als einer Datei oder konsequent Dienstreisen mit Videokonferenzen ersetzt würden dann wären die Effekte noch weitaus dramatischer. Frühere Generationen haben solch einen Wandel ja auch bereits durchgemacht, man denke nur an die Einführung von Telephonen und später dann das Telefax.
Es gibt einige interessante Details. Beispielsweise lautete früher dass der Papierverbrauch konstant mit dem Wirtschaftswachstum zunimmt. Nicht weiter verwunderlich, all die Waren müssen verpackt werden (Papier), viel Papierkram fällt eh an und so weiter. Erst seit der Jahrtausendwende geht der Papierverbrauch teilweise sogar zurück - hat sich in den Industriestaaten vom Wirtschaftswachstum entkoppelt. Aufgrund von EDV und Internet.
Ähnliche ressourcenschonende Effekte kann man überall beobachten. Und wenn man jetzt noch eine gewisse, ich nenne es mal, "Nostalgie" überwindet und zB nicht mehr einem auf Papier ausgedruckten Dokument eine größere rechtliche Bedeutung zubilligt als einer Datei oder konsequent Dienstreisen mit Videokonferenzen ersetzt würden dann wären die Effekte noch weitaus dramatischer. Frühere Generationen haben solch einen Wandel ja auch bereits durchgemacht, man denke nur an die Einführung von Telephonen und später dann das Telefax.
Schön zu lesen, dass sich auch in der IT-Welt etwas für den Umweltschutz tut. Wenn man will kann man! Es ist ein gutes Zeichen auch für viele andere Branchen. Dabei bleibt wie oft die Leistung erhalten – nachhaltig geht...! :-)
Es gibt einige interessante Details. Beispielsweise lautete früher dass der Papierverbrauch konstant mit dem Wirtschaftswachstum zunimmt. Nicht weiter verwunderlich, all die Waren müssen verpackt werden (Papier), viel Papierkram fällt eh an und so weiter. Erst seit der Jahrtausendwende geht der Papierverbrauch teilweise sogar zurück - hat sich in den Industriestaaten vom Wirtschaftswachstum entkoppelt. Aufgrund von EDV und Internet.
Ähnliche ressourcenschonende Effekte kann man überall beobachten. Und wenn man jetzt noch eine gewisse, ich nenne es mal, "Nostalgie" überwindet und zB nicht mehr einem auf Papier ausgedruckten Dokument eine größere rechtliche Bedeutung zubilligt als einer Datei oder konsequent Dienstreisen mit Videokonferenzen ersetzt würden dann wären die Effekte noch weitaus dramatischer. Frühere Generationen haben solch einen Wandel ja auch bereits durchgemacht, man denke nur an die Einführung von Telephonen und später dann das Telefax.
die im Artikel genannen Möglichkeiten zur Reduzierung der Energie im Rechenzentrumsumfeld sind nicht neu - gerade das Prinzip von Kalt- und Warmgängen zur Leistungsoptimierung und Energiereduzieung sowie der Nutzung kalter Außenluft stellt seit einigen Jahren keine Innvoation mehr dar, da bereits in zahlreichen Rechenzentren bewährt.
Zitat: "Laurens Rosenthal hat nun einfach die Temperatur auf 25 Grad angehoben. Und siehe da, die Server laufen weiter problemlos."
Sehr witzig ..
Ich möchte vorschlagen, dass Sie die Temperatur noch um 5 Grad anheben.
Das entscheidende ist ja nicht, dass das alles wahnsinnig neue Erkenntnisse sind. Viel wichtiger ist doch, dass die Maßnahmen endlich auch und in Konsequenz eingesetzt werden und so eine deutliche Einsparung ermöglichen.
Die wirklich großen Aufgaben aber stehen noch bevor:
1. Wie werden die einzelnen Server effizienter?
2. Wie kann man durch Virtual Hosting physikalische Server einsparen und trotzdem dem Nutzer die jeweils nötige Power zugestehen? Häufig wird bei der Serverpower ja ähnlich viel Spielraum eingeplant wie bei der Umgebungstemperatur.
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