Loveparade Schaller und die Schuld

Rainer Schaller liebte das Risiko und das schnelle Leben. Nun muss er sich gegen den Vorwurf wehren, die Sicherheit dem Profit geopfert zu haben.

Da sind diese Interviews. Rainer Schaller hat sie vor dem Unglück von Duisburg gegeben, und man kann annehmen, dass er sie nun gerne ungeschehen machen würde. Wie hoch seine Risikobereitschaft sei, wurde er einst gefragt. Schaller antwortete: "100 Prozent." Dieser Satz wird jetzt oft zitiert. Vor einem Jahr sollte er mutig klingen. Seit dem v ergangenen Samstag , als während der Loveparade 21 Menschen starben und mehr als 500 Menschen verletzt wurden, klingt er für viele nur noch skrupellos.

Schaller, 41, Glatze, weißer Bart, gebräunte Haut, ist Gründer der Fitnesskette McFit, die seit 2006 der Hauptsponsor der Loveparade ist. Er ist auch der Geschäftsführer der Lopavent GmbH, jenem Unternehmen, das die Parade seit vier Jahren organisiert. Seit der Katastrophe von Duisburg muss sich Schaller des Vorwurfs erwehren , durch Übermut und Leichtsinn das Leben vieler Menschen aufs Spiel gesetzt zu haben. Noch gravierender ist die Anschuldigung, Schaller habe Kosten sparen wollen und es deshalb mit der Sicherheit während der Loveparade nicht so genau genommen.

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Man würde von Schaller gerne selbst wissen, wie es zur Katastrophe kam. Warum er Hunderttausende Menschen durch diesen schmalen Tunnel lotsen wollte. Was an den Vorwürfen gegen ihn dran ist. Aber das geht nicht. Weder Schaller noch sein Sprecher beantworten – von wenigen Ausnahmen abgesehen – Fragen von Journalisten. Die Internetseite des Unternehmens ist seit einigen Tagen vom Netz. Stattdessen erscheint ein Text, in dem "das Team der Loveparade" sein Beileid bekundet.

Schaller selbst hat die Öffentlichkeit seit Samstag weitgehend gemieden. Auf der Pressekonferenz mit den Verantwortlichen am Sonntag erschien er blass, mit steinerner Miene, er kondolierte und schwieg. Am Montagabend gab er ein Interview, in dem er der Duisburger Polizei die Schuld zuschob: Ein falscher Einsatzbefehl an den Schleusen zum Eingang habe die Katastrophe in Gang gesetzt. In einem anderen Interview mit der Bild -Zeitung beteuerte er zwei Tage später, Lopavent habe alle Auflagen der Stadt "zu 100 Prozent" erfüllt. Am gestrigen Abend ließ er ein Pressestatement verbreiten, indem im Wesentlichen steht, dass man bei der eigenen Version bleiben und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten will.

Die Vorwürfe gegen den Loveparade-Chef sind massiv. Ein Sitzungsprotokoll, aus dem mehrere Zeitungen der WAZ -Gruppe zitieren , legt nahe, dass sich Schallers Mitarbeiter gegen Sicherheitsauflagen der Stadt wehrten. Die Duisburger Polizei verlangte demnach, dass Lopavent 440 Meter Fluchtweg für die Besucher einrichtet. Die Mitarbeiter des Unternehmens sollen hingegen darauf gedrängt haben, den Fluchtweg auf 144 Meter zu begrenzen. Schaller widerspricht dieser Darstellung, wenn auch nicht bis zuletzt. Zwar behauptet er, selbst keinen Druck ausgeübt zu haben, damit die Veranstaltung trotz der Sicherheitsbedenken stattfindet. Er wisse jedoch nicht, ob einer seiner Mitarbeiter es getan habe.

Im Zwischenbericht des nordrhein-westfälischen Innenministeriums steht außerdem die Behauptung, die Mitarbeiter von Schaller hätten während der Parade grobe Fehler gemacht. An wichtigen Posten der Veranstaltung habe Lopavent nicht genug Ordner eingesetzt, so dass die Menschen ungehindert in Richtung Eingang strömen konnten. Auch sei das Gelände zu spät geöffnet worden, so dass der Rückstau von Menschen bereits zu Beginn der Veranstaltung groß war. Das Sicherheitskonzept der Firma sei insgesamt unzureichend gewesen und habe der Polizei viel zu spät vorgelegen.

Ob der Bericht ein Ablenkungsmanöver der Landespolitik ist, deren Mitverantwortung noch nicht richtig verhandelt wurde, oder ob Schaller maßgeblich Schuld trifft, muss die Staatsanwaltschaft klären. Dass Schaller aber ein risikobereiter Unternehmer ist, der gerne große Töne von sich gibt, wird es vielen leichter machen, in ihm einen Schuldigen zu sehen.

Schallers Karriere begann als Einzelhandelskaufmann bei Edeka. Mit 27 leitete er bereits vier Filialen des Konzerns. 1997 hatte er genug vom Einzelhandel und gründete sein eigenes Fitnessstudio, das an das Aldi-Prinzip angelehnt war: Fitness ohne Extras, zum Dumpingpreis von 16,99 Euro im Monat, für Menschen, die "einfach gut aussehen" wollen. Zur Geschäftseröffnung schrieb er auf die Werbezettel "Jetzt auch in Würzburg". Es sollte nach mehr klingen, dabei war das Studio in Würzburg sein erstes. So erzählte er es zumindest einmal der FAZ . Schallers Geschäft lief die ersten Jahre schleppend, dann aber wuchs es rasch. Mittlerweile hat McFit mehr als 800.000 Kunden, betreibt rund 120 Filialen und macht nach eigenen Angaben mehr als 135 Millionen Euro Umsatz.

In den Interviews und Porträts der jüngsten Zeit gab sich Schaller oft schnoddrig – und übermütig. Mal schleuderte er den Deutschen entgegen, sie "verfetteten". Mal lud er einen Reporter des Männermagazins Playboy zu einer Betriebsfeier seiner Firma ein, eine Katamaran-Fahrt im Hafen von Palma de Mallorca. In dem Bericht des Reporters heißt es anschließend über Schaller: "Muskulöser Oberkörper, polierte Glatze, entspannte Männlichkeit: So sehen die Bilder aus, wenn sich Bruce Willis auf seiner Privatjacht frei macht – was kostet die Welt?"

Schaller arbeitete da bereits an einer Strategie, die McFit nicht nur in Deutschland bekannt machen sollte, sondern in ganz Europa. Der Loveparade war im Werbekonzept eine bedeutsame Rolle zugedacht. "Wir wollten mit einem relativ kleinen Budget einen hohen Bekanntheitsgrad erzielen", sagte er unlängst. "Wir haben uns lange überlegt, was wir denn Verrücktes machen können, um bekannter zu werden. Wir haben uns für die Love Parade entschieden". Ein "Himmelfahrtskommando" sei das gewesen – aber eines, das gut fürs Geschäft war.

Hat der deutsche Konzertveranstalter Marek Lieberberg Recht, wenn er behauptet die "Profitgier" Schallers habe mit zur Katastrophe geführt? Oder war lediglich ein gehöriges Maß "Dilettantismus" im Spiel, wie es Peter Rieger, ein anderer Konzertveranstalter, vermutet?

Es gibt Stimmen, die Schaller entlasten. Der Sprecher des Malteser Hilfsdienstes in Duisburg, Kai Vogelmann, sagt, die Leute von Lopavent seien während der Verhandlungen "sehr realistisch" gewesen. Zu keinem Zeitpunkt habe er das Gefühl gehabt, ein Sparzwang bestimme die Verhandlungen. Die Leute von Lopavent hätten Ratschläge von außen ernst genommen.

Auch der Chef der Essener Feuerwehr, Ulrich Bogdahn, der während der Verhandlungen vor zwei Jahren mit am Tisch saß, als die Loveparade in Essen stattfand, bescheinigt den Leuten von Lopavent "sehr professionell" gewesen zu sein. "Ich kann nicht sagen, dass damals versucht wurde, das Sicherheitsniveau zu beeinflussen", sagt Bogdahn. Ähnlich äußert sich der Sprecher der Stadt Essen, Detlef Feige, der ebenfalls an den damaligen Verhandlungen beteiligt war. Beide dürften allerdings daran interessiert sein, den Verdacht auszuräumen, auch in Essen seien Sicherheitsstandards herunter gehandelt worden.

Drei Millionen Euro hat Schallers Unternehmen McFit in diesem Jahr in die Loveparade investiert. Mit dem Geld finanzierte er die Planung der Veranstaltung, die Reinigung des Geländes und die rund 2000 Mitarbeiter, die während der Parade im Einsatz gewesen sein sollen. Zusätzlich leistete McFit einen "Beitrag zum Finanzierungskonzept der Stadt Duisburg" in unbekannter Höhe.

Da die Besucher keinen Eintritt zahlten, brauchte Schaller auf anderem Wege Einnahmen. Die bekam er unter anderem, indem er Exklusivverträge mit Unternehmen wie der Brauerei Bitburger abschloss, deren Bier als einziges auf der Loveparade ausgeschenkt werden durfte. Fiel die Wahl womöglich auf den abgeschlossenen Duisburger Güterbahnhof, weil sich die Parade dort leichter vermarkten ließ? Schaller widerspricht: Darum sei es nie gegangen, ohnehin habe er in diesem Jahr höchstens 500.000 Euro eingenommen. Die Loveparade habe sich für ihn nur gerechnet, weil sie gute Werbung für sein Unternehmen gewesen sei.

Vor wenigen Monaten gab Schaller ein Videointerview . Darin sagt er an einer Stelle: "Wenn du jemanden vernichten willst, gib ihm 30 Jahre Erfolg". Womöglich haben in Schallers Fall nur wenige Tage gereicht.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Fassung dieses Textes hieß es, vom Veranstalter sei verlangt worden, einen 440 Meter "langen" Fluchtweg einzurichten. Diese Formulierung ist nicht ganz korrekt. Entscheidend ist die Breite der Ausgänge, die im Notfall zur Flucht genutzt werden können. Vielen Dank an unseren Twitter-Follower RumbadelSol für seinen Hinweis .

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist wahrscheinlich nicht möglich, einzelnen Personen die Schuld für das Unglück zu geben. Wahrscheinlich wird sich herausstellen, dass einige Entscheidungen am Unglückstag falsch waren. Und dass mehrere Personen in der Vorbereitung der Loveparade große Schuld auf sich geladen haben. Aber das werden Richter klären.

    Eins kann man aber jetzt schon ganz sicher sagen: Dass es nicht 100 oder 150 Tote am Samstag gegeben hat, dafür können weder Herr Schaller oder Herr Sauerland etwas. Anstatt zu versuchen, Erstickte und Zerquetschte durch Lügen wegzureden oder die Schuld hin und herzuschieben, sollten die Herren sich nun sehr ruhig verhalten und dem Himmel danken, dass es nicht noch einen Schubs mehr in der Menge gab und das Ausmaß der Katastrophe noch viel größer ausgefallen ist.

    • Kiira
    • 29.07.2010 um 11:27 Uhr

    Es wird jetzt viel von "Profilierungssucht" und "Profitgier" als Grund für die Toten und Verletzten gesprochen. Aber das führt in die Irre.

    Weder Oberbürgermeister noch Veranstalter sind für die Katastrophe verantwortlich zu machen - es sei denn Ihnen kann grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden. (Danach sieht es erstmal nicht aus, aber das werden die Gerichte klären.)

    Wir leisten uns in Deutschland einen teuren Behördenapparat weil wir wollen, daß mit Sachkompetenz über die Sicherheit der Bürger entschieden wird. Und damit wir nicht zwischen Profilierungswünschen von Politikern und Kostenminimierungsstreben von Unternehmern in die Mühlen geraten.

    Weder Herr Sauerland noch Herr Schaller sind Sicherheitsexperten. Sie sind in diesen Fragen nicht ausgebildet und daher völlig inkompetent. Das ist auch kein Problem. Dafür haben wir Behörden: Die Stadtverwaltung, das Ordnungsamt, die Bauaufsicht, die Feuerwehr und nicht zuletzt die Polizei.

    Die Koordinierung dieser Behörden oblag dem Beigeordneten Wolfgang Rabe, dem Leiter des Dezernats für Sicherheit und Recht.

    Der Herr mit den Händen in den Hosentaschen.

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    @2: Zitat: "Weder Herr Sauerland noch Herr Schaller sind Sicherheitsexperten. Sie sind in diesen Fragen nicht ausgebildet und daher völlig inkompetent. Das ist auch kein Problem."

    Nein, juristisch falsch.

    Es gibt eine "Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns" im HGB. Darunter wird verstanden, dass ein ordentlicher Kaufmann (was Herr Schaller als Einzelgesellschafter der Lopavent GmbH ist) über alle rechtlichen Vorschriften Kenntnis besitzen muss, die zum Betrieb seines Handelsgewerbes erforderlich sind.

    Die Lopavent hatte als einzige Aufgabe die Veranstaltung der Loveparade. Insofern ist Herr Schaller als Veranstalter verpflichtet gewesen, sich über alle einzuhaltenden Rechtsvorschriften Kenntnisse zu verschaffen.

    • kfmb
    • 29.07.2010 um 12:32 Uhr

    dass das ganze als ein Lehrstück darüber betrachtet werden kann, wie Politik und Wirtschaft im Zusammenklang (oder eben nicht) funktionieren, welche Verantwortung politische Repräsentanten tragen (sollten) und was der Bürger erwarten (und erwarten darf).

    Es würde mich wundern, wenn der Unternehmer sein Ziel auch nur im geringsten gefährdet hätte. Er wollte gute Werbung, um zu expandieren. Da will man jedes Problem möglichst vermeiden.

    Wir müssen jetzt sehen, dass dieser teure Behördenapparat und die politischen Institutionen ihrem Ziel nicht immer gerecht werden können. Sie sollen verhindern, dass das Gemeinwohl der Profitgier und dem politischen Eigeninteresse geopfert wird.

    Nun sind aber die Argumente des Unternehmers einleuchtend. Er will profitieren von der Veranstaltung und dies mit möglichst geringen Kosten. Da wird dann die Platzkapazität zur Grundlage genommen für die Berechnung der Besucherzahl und nicht die erfahrungsgemäße Zahl der Besucher aus vergangenen Jahren.

    Die Politiker (OB & MdB sowie andere Lokalpolitiker) wollten ebenso. Sie kooperierten mit dem Privatunternehmer. Beide mußten aber unterschiedliche Motive haben, der eine Profit, der andere das Ganze. Wie kommen beide zusammen? Die Verwaltung ist nur ausführendes Organ gemäß der Gesetzgebung. Die Veranstaltung war politisch gewollt. Waren die Politiker kurzsichtig? Es wäre interessant, die Stadtratsmitglieder, die zugestimmt haben zu ihren Überlegungen hinsichtlich der Machbarkeit zu interviewen.

    @2: Zitat: "Weder Herr Sauerland noch Herr Schaller sind Sicherheitsexperten. Sie sind in diesen Fragen nicht ausgebildet und daher völlig inkompetent. Das ist auch kein Problem."

    Nein, juristisch falsch.

    Es gibt eine "Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns" im HGB. Darunter wird verstanden, dass ein ordentlicher Kaufmann (was Herr Schaller als Einzelgesellschafter der Lopavent GmbH ist) über alle rechtlichen Vorschriften Kenntnis besitzen muss, die zum Betrieb seines Handelsgewerbes erforderlich sind.

    Die Lopavent hatte als einzige Aufgabe die Veranstaltung der Loveparade. Insofern ist Herr Schaller als Veranstalter verpflichtet gewesen, sich über alle einzuhaltenden Rechtsvorschriften Kenntnisse zu verschaffen.

    • kfmb
    • 29.07.2010 um 12:32 Uhr

    dass das ganze als ein Lehrstück darüber betrachtet werden kann, wie Politik und Wirtschaft im Zusammenklang (oder eben nicht) funktionieren, welche Verantwortung politische Repräsentanten tragen (sollten) und was der Bürger erwarten (und erwarten darf).

    Es würde mich wundern, wenn der Unternehmer sein Ziel auch nur im geringsten gefährdet hätte. Er wollte gute Werbung, um zu expandieren. Da will man jedes Problem möglichst vermeiden.

    Wir müssen jetzt sehen, dass dieser teure Behördenapparat und die politischen Institutionen ihrem Ziel nicht immer gerecht werden können. Sie sollen verhindern, dass das Gemeinwohl der Profitgier und dem politischen Eigeninteresse geopfert wird.

    Nun sind aber die Argumente des Unternehmers einleuchtend. Er will profitieren von der Veranstaltung und dies mit möglichst geringen Kosten. Da wird dann die Platzkapazität zur Grundlage genommen für die Berechnung der Besucherzahl und nicht die erfahrungsgemäße Zahl der Besucher aus vergangenen Jahren.

    Die Politiker (OB & MdB sowie andere Lokalpolitiker) wollten ebenso. Sie kooperierten mit dem Privatunternehmer. Beide mußten aber unterschiedliche Motive haben, der eine Profit, der andere das Ganze. Wie kommen beide zusammen? Die Verwaltung ist nur ausführendes Organ gemäß der Gesetzgebung. Die Veranstaltung war politisch gewollt. Waren die Politiker kurzsichtig? Es wäre interessant, die Stadtratsmitglieder, die zugestimmt haben zu ihren Überlegungen hinsichtlich der Machbarkeit zu interviewen.

  2. Wie sagt Hagen Rether doch so schön:

    "Wir sind ein Haufen selbstgerechter Arschlöcher, und jeder, der uns daran erinnert, wird hingerichtet - öffentlich, standrechtlich."

    Dieses Rumgestochere im (bestenfalls) Halbwissen ist lächerlich. Trauer sollte sich nicht in der Suche nach Schuld ausdrücken.

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    @3: Zitat: "Trauer sollte sich nicht in der Suche nach Schuld ausdrücken."

    Mhhh... große Worte...

    Hoffentlich kommen Sie selbst nicht in eine ähnliche Situation.

    • TDU
    • 29.07.2010 um 14:43 Uhr

    Denn die Schuldfrage sollte sorgfältig überprüft und nicht nach Ministerart großzügig verteilt werden.

    Für die Enstchädigung der Opfer sollte schnellstens ein Fonds gebildet werden. Verantwortlich sind sowohl Behörden als auch der Veranstalter. Also sollten beide einzahlen. Die genaue Schuldfrage, die sie dann nach Euros aufteilen können, mögen sie dann unter sich ausmachen.

    @3: Zitat: "Trauer sollte sich nicht in der Suche nach Schuld ausdrücken."

    Mhhh... große Worte...

    Hoffentlich kommen Sie selbst nicht in eine ähnliche Situation.

    • TDU
    • 29.07.2010 um 14:43 Uhr

    Denn die Schuldfrage sollte sorgfältig überprüft und nicht nach Ministerart großzügig verteilt werden.

    Für die Enstchädigung der Opfer sollte schnellstens ein Fonds gebildet werden. Verantwortlich sind sowohl Behörden als auch der Veranstalter. Also sollten beide einzahlen. Die genaue Schuldfrage, die sie dann nach Euros aufteilen können, mögen sie dann unter sich ausmachen.

  3. @2: Zitat: "Weder Herr Sauerland noch Herr Schaller sind Sicherheitsexperten. Sie sind in diesen Fragen nicht ausgebildet und daher völlig inkompetent. Das ist auch kein Problem."

    Nein, juristisch falsch.

    Es gibt eine "Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kaufmanns" im HGB. Darunter wird verstanden, dass ein ordentlicher Kaufmann (was Herr Schaller als Einzelgesellschafter der Lopavent GmbH ist) über alle rechtlichen Vorschriften Kenntnis besitzen muss, die zum Betrieb seines Handelsgewerbes erforderlich sind.

    Die Lopavent hatte als einzige Aufgabe die Veranstaltung der Loveparade. Insofern ist Herr Schaller als Veranstalter verpflichtet gewesen, sich über alle einzuhaltenden Rechtsvorschriften Kenntnisse zu verschaffen.

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    • Kiira
    • 29.07.2010 um 12:01 Uhr

    @4 "Insofern ist Herr Schaller als Veranstalter verpflichtet gewesen, sich über alle einzuhaltenden Rechtsvorschriften Kenntnisse zu verschaffen."

    Selbstverständlich. Aber bisher deutet wenig darauf hin, daß hier das Problem lag.

    Das Problem war, daß die Behörden eine hochgefährliche An- und Abreise auf das Partygelände genehmigt haben, bei der sich die Besucherströme gegenseitig blockieren konnten. Der Sachverstand von Experten in den Behörden hätte dies verhindern müssen - egal was der Veranstalter oder der Oberbürgermeister wollen. Dafür war Herr Rabe zuständig.

    Dazu kamen Fehlentscheidungen der Polizei, die durch ihre Sperren das tödliche Gedränge heraufbeschworen hat. Das hat wenig mit der Kenntnis von Rechtsvorschriften zu tun, aber viel mit der Kenntnis vom Verhalten von Besuchermassen und mit Kommunikation.

    Das Wissen darüber erwarte ich bei der Polizei.

    • dacapo
    • 02.08.2010 um 7:54 Uhr

    ....... richtig!

    • Kiira
    • 29.07.2010 um 12:01 Uhr

    @4 "Insofern ist Herr Schaller als Veranstalter verpflichtet gewesen, sich über alle einzuhaltenden Rechtsvorschriften Kenntnisse zu verschaffen."

    Selbstverständlich. Aber bisher deutet wenig darauf hin, daß hier das Problem lag.

    Das Problem war, daß die Behörden eine hochgefährliche An- und Abreise auf das Partygelände genehmigt haben, bei der sich die Besucherströme gegenseitig blockieren konnten. Der Sachverstand von Experten in den Behörden hätte dies verhindern müssen - egal was der Veranstalter oder der Oberbürgermeister wollen. Dafür war Herr Rabe zuständig.

    Dazu kamen Fehlentscheidungen der Polizei, die durch ihre Sperren das tödliche Gedränge heraufbeschworen hat. Das hat wenig mit der Kenntnis von Rechtsvorschriften zu tun, aber viel mit der Kenntnis vom Verhalten von Besuchermassen und mit Kommunikation.

    Das Wissen darüber erwarte ich bei der Polizei.

    • dacapo
    • 02.08.2010 um 7:54 Uhr

    ....... richtig!

  4. @3: Zitat: "Trauer sollte sich nicht in der Suche nach Schuld ausdrücken."

    Mhhh... große Worte...

    Hoffentlich kommen Sie selbst nicht in eine ähnliche Situation.

    Antwort auf "Selbstgerecht"
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    Sie haben Recht, ich hoffe es auch nicht. Und ich hoffe, dass - sollte es dennoch dazu kommen - ich mich an meine eigenen Worte erinnere.

    Sie haben Recht, ich hoffe es auch nicht. Und ich hoffe, dass - sollte es dennoch dazu kommen - ich mich an meine eigenen Worte erinnere.

    • Kiira
    • 29.07.2010 um 12:01 Uhr

    @4 "Insofern ist Herr Schaller als Veranstalter verpflichtet gewesen, sich über alle einzuhaltenden Rechtsvorschriften Kenntnisse zu verschaffen."

    Selbstverständlich. Aber bisher deutet wenig darauf hin, daß hier das Problem lag.

    Das Problem war, daß die Behörden eine hochgefährliche An- und Abreise auf das Partygelände genehmigt haben, bei der sich die Besucherströme gegenseitig blockieren konnten. Der Sachverstand von Experten in den Behörden hätte dies verhindern müssen - egal was der Veranstalter oder der Oberbürgermeister wollen. Dafür war Herr Rabe zuständig.

    Dazu kamen Fehlentscheidungen der Polizei, die durch ihre Sperren das tödliche Gedränge heraufbeschworen hat. Das hat wenig mit der Kenntnis von Rechtsvorschriften zu tun, aber viel mit der Kenntnis vom Verhalten von Besuchermassen und mit Kommunikation.

    Das Wissen darüber erwarte ich bei der Polizei.

  5. Inhaltlich falsch: "...als während der Loveparade 21 Menschen starben...". WÄHREND der LP starben nicht 21 Menschen. Das aber nur am Rande.
    Es ist unerheblich, ob Schaller oder seine Angestellten Druck ausübten. Erheblich ist, ob diesem Druck nachgegeben wurde.

  6. Wie fahrlässig man mit den Sicherheitsproblemen bezüglich des Veranstaltungsgeländes umgegangen ist, zeigt folgendes Interview: http://www.spiegel.de/pan...

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    • kfmb
    • 29.07.2010 um 12:51 Uhr

    Gerade in Ihrem Referenzartikel kommt zum Ausdruck, was eigentlich einmal näher bestimmt werden müßte. Es wurde politischer Druck ausgeübt. Das ist nicht unnormal. Aber wer wollte denn nun die Veranstaltung unbedingt? Wer hat denn den Druck ausgeübt und die Zweifel in den Wind geschlagen.
    Letztendlich wird man den Verwaltungsangestellten zwar Vorwürfe machen können und sie auch rechtlich belangen. Aber wer sind die Politiker dahinter? Wer sind die Politiker neben dem OB, die jetzt ihre Gesichter verstecken, obwohl sie die Sicherheitsbedenken hätten ernst nehmen können?

    Wir sehen hier ein fundamentales Problem des Repräsentativsystems. Welcher Repräsentant des Volkes hat sich denn die Sicherheitsbedenken in die Überlegungen zu seiner Entscheidung einfließen lassen? Warum spricht niemand der Repräsentanten? Warum wird MdB Mahlberg nicht interviewt über die Motive seiner Einmischung? Die Verwaltung übt keinen politischen Druck aus - sie setzt um. Woher kam der Druck? Diese Menschen sind verantwortlich zu machen, und zwar politisch! Die Bürger haben das Recht, dass sich ihre Repräsentanten vor ihnen verantworten. Auch dann, wenn sie eine falsche Entscheidung getroffen haben. Wo sind sie? Warum geht kein Journalist zu ihnen? Warum lokalisiert kein Journalist einmal die politische Verantwortung anstatt in dem Bereich herumzustochern, der sowieso der Staatsanwaltschaft vorbehalten bleibt? Wir werden doch nicht allein vom Recht regiert, sondern auch von Politikern, oder wie?

    • kfmb
    • 29.07.2010 um 12:51 Uhr

    Gerade in Ihrem Referenzartikel kommt zum Ausdruck, was eigentlich einmal näher bestimmt werden müßte. Es wurde politischer Druck ausgeübt. Das ist nicht unnormal. Aber wer wollte denn nun die Veranstaltung unbedingt? Wer hat denn den Druck ausgeübt und die Zweifel in den Wind geschlagen.
    Letztendlich wird man den Verwaltungsangestellten zwar Vorwürfe machen können und sie auch rechtlich belangen. Aber wer sind die Politiker dahinter? Wer sind die Politiker neben dem OB, die jetzt ihre Gesichter verstecken, obwohl sie die Sicherheitsbedenken hätten ernst nehmen können?

    Wir sehen hier ein fundamentales Problem des Repräsentativsystems. Welcher Repräsentant des Volkes hat sich denn die Sicherheitsbedenken in die Überlegungen zu seiner Entscheidung einfließen lassen? Warum spricht niemand der Repräsentanten? Warum wird MdB Mahlberg nicht interviewt über die Motive seiner Einmischung? Die Verwaltung übt keinen politischen Druck aus - sie setzt um. Woher kam der Druck? Diese Menschen sind verantwortlich zu machen, und zwar politisch! Die Bürger haben das Recht, dass sich ihre Repräsentanten vor ihnen verantworten. Auch dann, wenn sie eine falsche Entscheidung getroffen haben. Wo sind sie? Warum geht kein Journalist zu ihnen? Warum lokalisiert kein Journalist einmal die politische Verantwortung anstatt in dem Bereich herumzustochern, der sowieso der Staatsanwaltschaft vorbehalten bleibt? Wir werden doch nicht allein vom Recht regiert, sondern auch von Politikern, oder wie?

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