Erneuerbare Energien Solarbranche steht vor Reifeprüfung
Der deutsche Solarmarkt legt ein ungeahntes Wachstum hin. Die Klimaschutzziele rücken in greifbare Nähe. Doch zu welchem Preis?
© Sean Gallup/Getty Images

Fachleute erwarten, dass sich in den kommenden Jahren der Markt für kleine Solaranlagen auf dem Dach abschwächt. Größere Solarparks hätten weiterhin gute Wachstumschancen. Das Bild zeigt einen kommerziellen Solarpark im sächsischen Brand-Erbisdorf
In Bayern stöhnen die Stromnetzbetreiber über jeden Sonnenschein-Tag. Denn seit Monaten gibt es einen enormen Ansturm auf Solaranlagen. Ob Landwirt oder Häuslebauer: Jeder will seinen Ökostrom ins Netz einspeisen und die lukrative Einspeisevergütung kassieren. Bis zu 800 Einspeise-Anträge landen jeden Tag bei den Stromnetzbetreibern auf den Tischen.
Kein anderes Bundesland legt beim Solarstrom solche Wachstumsraten hin. Inzwischen sind dort rund 40 Prozent der 2009 in Deutschland aufgestellten Anlagen installiert. Bayern wird von der Sonne verwöhnt und das steigert die Rendite der Module. "Inzwischen produzieren allein die Photovoltaikanlagen in Bayern an manchen Stunden am Wochenende mehr Strom als überhaupt hier verbraucht wird", sagt Detlef Fischer, Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW). Bayern hat sich so in den vergangenen Jahren zum Öko-Vorreiter Deutschlands gemausert. Dank Wasserkraft, Biomasse und Solar kommt das Bundesland inzwischen auf einen Ökostrom-Anteil von 25 Prozent.
Auch im Rest Deutschlands erlebt die Solarbranche einen ungeahnten Boom. Weil sich seit Ende vergangenen Jahres abzeichnete, dass die Solarstrom-Umlage gekürzt wird , wollen sich viele Privatleute noch schnell die höhere Förderung sichern, welche die alte Gesetzeslage vorsieht. Viele Handwerker kommen mit der Installation von Solaranlagen nicht hinterher. Schon jetzt steigen die Modulpreise wegen der Nachfrage an. Selbst die Aktien von Solarunternehmen, die bis vor Kurzem an Wert verloren haben, ziehen wieder an.
"2010 wird ein starkes Jahr für die Photovoltaik", heißt es beim Bundesverband Solarwirtschaft ( BSW ). Die Branche rechnet damit, dass allein in diesem Jahr auf deutschen Dächern Solaranlagen mit einer Leistung von mindestens 5,7 Gigawatt installiert werden – ein Plus von 50 Prozent zum Vorjahr. Damit ist der Verband sogar relativ zurückhaltend. Das Solarstrom-Fachmagazin Photon , bekannt für seine branchenkritische Berichterstattung, rechnet sogar mit bis zu acht Gigawatt.
Doch nicht der kurzfristige Boom in der Solarbranche beeindruckt – auch wenn zur Zeit niemand sagen kann, ob er nur ein Strohfeuer ist. Erst vergangene Woche legte die Europäische Kommission neue Zahlen zum allgemeinen Ausbau der erneuerbaren Energien vor – also auch zu Wind, Biomasse und Wasser. Nach Angaben des "Renewable Energy Snapshots" lag der Ökostrom-Anteil in der EU im vergangenen Jahr bereits bei 19,9 Prozent. Damit ist das Ziel, im Jahr 2020 einen Anteil von 20 Prozent zu erreichen, bereits erreicht.
Ähnlich optimistisch ist die Bundesregierung – und zwar nicht nur das Bundesumweltministerium (BMU), sondern auch das Bundeswirtschaftsministerium. Im zwischen den Ministerien abgestimmten Entwurf des " Nationalen Aktionsplans für erneuerbare Energien ", den Berlin nach Brüssel melden muss, rechnet die Bundesregierung damit, dass schon in zehn Jahren der Ökostrom-Anteil bei 38,6 Prozent liegt. Das wäre mehr als eine Verdoppelung in nur einem Jahrzehnt. Wenn sich der Solarmarkt weiter so dynamisch entwickele, könnte bereits in zwei Jahren die sogenannte "Netzparität" erreicht sein, so das BMU. Dann wäre Solarstrom genauso teuer wie konventioneller Strom.
Doch der Ökostrom-Boom ist nur die eine Seite der Medaille. "Die Klimaschutzziele sind sicherlich erreichbar", sagt VBEW-Geschäftsführer Fischer, "die Frage ist nur, zu welchen Kosten. Darüber wird bislang viel zu wenig diskutiert".
- Datum 13.07.2010 - 15:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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....warum Deutschland binnenwirtschaftlich nicht auf die Beine kommt. Effizientere Anlagen auszutauschen mag die CO2 Bilanz verbessern. Den Konsum der Menschen reduziert das aber um genau das Stück, um das die Photovoltaik teurer ist.
... abgesehen von den tagtäglichen Subventionen für die Atomenergie und Kohlekraft, die sogar noch deutlich höher liegen als die Umlageförderung für die Erneuerbaren Energien?
Oder meinen Sie die einige hundert Mrd. Euro schweren Subventionen, die in den vergangenen Jahrzehnten für die Atomenergie und Kohlekraft über Steuermittel erbracht wurden und die gewissermaßen 1:1 Staatsschulden plus Zins und Zinseszins sind?
Vermutlich meinen Sie das mit Ihrem Kommentar...
wenn man den zweiten Stromzähler (für den Ertrag) von 06:00 - 18:00 an doppelt so schnell laufen sieht als den für den Verbrauch.
Das heißt in einem sonnigen Sommer sinkt der von den Energiemonopolisten zuzukaufende Strom an die 0 - Grenze.
Und sind wir mal ganz offen: Das tut dem Herz gut, nachdem die E-Ons, die Vattenfalls und wie sie alle heißen in den letzten Jahren den Verbraucher immer mehr ausgequetscht haben... und natürlich immer noch ausquetschen wollen.
Da freut sich der investitionsbereite Verbraucher...
Produzieren, Aufstellen, Warten fällt nicht unter "ihren" Konsum und die Einnahmen der Betreiber werden natürlich verbrannt. Es kann ja wirklich jeder Idiot sehen, wie das dem Konsum schadet. Es wäre viel besser, die Marge der Müllkraftwerke die großen Vier abschöpfen zu lassen, denn es ist ja bekannt wie das den Binnenkonsum stärkt.
... abgesehen von den tagtäglichen Subventionen für die Atomenergie und Kohlekraft, die sogar noch deutlich höher liegen als die Umlageförderung für die Erneuerbaren Energien?
Oder meinen Sie die einige hundert Mrd. Euro schweren Subventionen, die in den vergangenen Jahrzehnten für die Atomenergie und Kohlekraft über Steuermittel erbracht wurden und die gewissermaßen 1:1 Staatsschulden plus Zins und Zinseszins sind?
Vermutlich meinen Sie das mit Ihrem Kommentar...
wenn man den zweiten Stromzähler (für den Ertrag) von 06:00 - 18:00 an doppelt so schnell laufen sieht als den für den Verbrauch.
Das heißt in einem sonnigen Sommer sinkt der von den Energiemonopolisten zuzukaufende Strom an die 0 - Grenze.
Und sind wir mal ganz offen: Das tut dem Herz gut, nachdem die E-Ons, die Vattenfalls und wie sie alle heißen in den letzten Jahren den Verbraucher immer mehr ausgequetscht haben... und natürlich immer noch ausquetschen wollen.
Da freut sich der investitionsbereite Verbraucher...
Produzieren, Aufstellen, Warten fällt nicht unter "ihren" Konsum und die Einnahmen der Betreiber werden natürlich verbrannt. Es kann ja wirklich jeder Idiot sehen, wie das dem Konsum schadet. Es wäre viel besser, die Marge der Müllkraftwerke die großen Vier abschöpfen zu lassen, denn es ist ja bekannt wie das den Binnenkonsum stärkt.
... abgesehen von den tagtäglichen Subventionen für die Atomenergie und Kohlekraft, die sogar noch deutlich höher liegen als die Umlageförderung für die Erneuerbaren Energien?
Oder meinen Sie die einige hundert Mrd. Euro schweren Subventionen, die in den vergangenen Jahrzehnten für die Atomenergie und Kohlekraft über Steuermittel erbracht wurden und die gewissermaßen 1:1 Staatsschulden plus Zins und Zinseszins sind?
Vermutlich meinen Sie das mit Ihrem Kommentar...
wenn man den zweiten Stromzähler (für den Ertrag) von 06:00 - 18:00 an doppelt so schnell laufen sieht als den für den Verbrauch.
Das heißt in einem sonnigen Sommer sinkt der von den Energiemonopolisten zuzukaufende Strom an die 0 - Grenze.
Und sind wir mal ganz offen: Das tut dem Herz gut, nachdem die E-Ons, die Vattenfalls und wie sie alle heißen in den letzten Jahren den Verbraucher immer mehr ausgequetscht haben... und natürlich immer noch ausquetschen wollen.
Da freut sich der investitionsbereite Verbraucher...
Energie speichern und bei Netzausfall zumindest das eigene Gebäude weiter mit Strom versorgen kann:
http://www.sma.de/de/prod...
Energie speichern und bei Netzausfall zumindest das eigene Gebäude weiter mit Strom versorgen kann:
http://www.sma.de/de/prod...
Produzieren, Aufstellen, Warten fällt nicht unter "ihren" Konsum und die Einnahmen der Betreiber werden natürlich verbrannt. Es kann ja wirklich jeder Idiot sehen, wie das dem Konsum schadet. Es wäre viel besser, die Marge der Müllkraftwerke die großen Vier abschöpfen zu lassen, denn es ist ja bekannt wie das den Binnenkonsum stärkt.
"Doch nicht der kurzfristige Boom in der Solarbranche beeindruckt – auch wenn zur Zeit niemand sagen kann, ob er nur ein Strohfeuer ist."
Der Solarmarkt wird sich ähnlich wie der Mobilfunkttelefonmarkt verhalten. Früher oder später wird es eine Sättigung geben, nämlich dann, wenn das letzte hypothetische Dach eine Solaranlage / Warmwasseranlage drauf hat.
Danach wird der Markt eher mit den Bereich Ersatz, Reparatur und Modernisierung leben müssen.
Man könnte also durchaus bildlich von einem Strohfeuer sprechen. Allerdings könnte dieses Strohfeuer noch einige Jahre andauern.
Och - die Lösung ist schon in Sicht. Sie heisst SMART GRID.
Das Smart Grid versetzt die Energieversorger die Solareinspeiser nach Belieben ein- und auszuschalten. Das offizielle Argument: "Nur wenn wir die Einspeisung auch mal deaktivieren können, können wir unsere Netze vor Überlastung schützen..."
Angesichts der Lobby der EVUs in der Tagespolitik (sind ja ein beliebter Arbeitgeber für Ex-Abgeordnete) dürfte das Argument auch Gehör finden. Und dann wird sich der eine oder andere Solareinspeiser noch wundern, wenn an einem schönen Sonntag sein Einspeisezähler 0 zeigt...
Aber vorher - viel vorher werden sich haufenweise Solaranlagen als Investitionsruinen entpuppen. Das war und ist ein "Wildwestmarkt". Es wird verbaut, was unter die Finger kommt. Leistungseinbrüche bei den Zellen, vorzeitig defekte Wechselrichter, fehlerhafte Leitungsverbindungen und die eine oder andere Überraschung dürfte da noch versteckt sein. Die finanziell Potenten dürfte das kaum stören. Wer sich mit Ach und Krach das Ding von der KFW finanziert hat, könnte da schon eher dumm aus der Wäsche gucken.
Das kommt mir wie ein ziemlich unkontrollierter "Markt" vor. Wer kontrolliert, ob der Strom von der Sonne kommt und nicht aus der Steckdose?
Es ist sehr verlockend, kaputte oder ertragschwache Anlagen mit 220 V aufzumotzen.
Wer hätte Interesse an einer Überprüfung?
Der Energieversorger nicht. Er verkauft mehr Strom und den Aufpreis nach der Solarwandlung kann er auf die Verbraucher umlegen. Er könnte aber am ehesten feststellen, wenn der Stromverbrauch bei Solarstromproduzenten erstaunlich hoch wäre.
Der Staat nicht, denn er bekommt nicht nur die MWSt. sondern auch die Stromsteuer auf den in die Solaranlage eingespeisten Stroms und noch einmal auf den von der Solaranlage wieder verkauften Strom.
Der einzige, der ein Interesse einer Überprüfung hätte, ist der Verbraucher. Und der kann nicht prüfen.
Den Verdacht hört man immer mal wieder. Es gibt auch Belege, dass relativ viele Anlagen sehr schnell defekt waren. Wer räumt den Verdacht aus, dass die solare Stromproduktion nicht den Zahlen in obigem Artikel entsprechen könnte? Dass die Zahlen zwar der installierten Leistung entspricht, aber nicht mehr danach überprüft wird, ob dem noch so ist.
Ich will keine Gerüchte streuen, ich sehe aber keine Kontrolle in diesem so lukrativem Markt.
Diese Möglichkeit besteht, dass wir uns in die Tasche lügen. Wenigstens über überraschende Stichproben, könnte mal berichtet werden.
Das kommt mir wie ein ziemlich unkontrollierter "Markt" vor. Wer kontrolliert, ob der Strom von der Sonne kommt und nicht aus der Steckdose?
Es ist sehr verlockend, kaputte oder ertragschwache Anlagen mit 220 V aufzumotzen.
Wer hätte Interesse an einer Überprüfung?
Der Energieversorger nicht. Er verkauft mehr Strom und den Aufpreis nach der Solarwandlung kann er auf die Verbraucher umlegen. Er könnte aber am ehesten feststellen, wenn der Stromverbrauch bei Solarstromproduzenten erstaunlich hoch wäre.
Der Staat nicht, denn er bekommt nicht nur die MWSt. sondern auch die Stromsteuer auf den in die Solaranlage eingespeisten Stroms und noch einmal auf den von der Solaranlage wieder verkauften Strom.
Der einzige, der ein Interesse einer Überprüfung hätte, ist der Verbraucher. Und der kann nicht prüfen.
Den Verdacht hört man immer mal wieder. Es gibt auch Belege, dass relativ viele Anlagen sehr schnell defekt waren. Wer räumt den Verdacht aus, dass die solare Stromproduktion nicht den Zahlen in obigem Artikel entsprechen könnte? Dass die Zahlen zwar der installierten Leistung entspricht, aber nicht mehr danach überprüft wird, ob dem noch so ist.
Ich will keine Gerüchte streuen, ich sehe aber keine Kontrolle in diesem so lukrativem Markt.
Diese Möglichkeit besteht, dass wir uns in die Tasche lügen. Wenigstens über überraschende Stichproben, könnte mal berichtet werden.
Das Smart Grid versetzt die Energieversorger in die Lage die Solareinspeiser nach Belieben ein- und auszuschalten...
Ich versuche seit ca.2 Monaten eine PV Amlage zu bekommen,sobald die Firmen hören das es sich "nur" um ein Einfamilienhaus handelt, rufen die nicht einmal mehr zurück.
Von einem Angebot ganz zu schweigen.
Es geht im Moment nur noch um Dächer von Stallungen und großen Höfen.
Meine Nachbarn haben 3 Monate auf ihre Module gewartet.
... wobei dies ja fast zu erwarten war.
Schließlich dürfte die einstmals geplante Sonderabsenkung der EEG-Vergütung zur Mitte des Jahres für einen enormen Vorzieh-Effekt bei den Installationen gesorgt haben.
Glaubt man diversen Prognosen, dann dürfte ja bis jetzt in diesem Jahr schon so viel Leistung neu installiert worden sein, wie im gesamten letzten Jahr zusammen.
Die Auftragsbücher der Elektroinstallateure dürften also dementsprechend voll sein und zeigen womöglich die gegenwärtige Kapazitätsgrenze des Handwerks beim PV-Zubau auf.
... wobei dies ja fast zu erwarten war.
Schließlich dürfte die einstmals geplante Sonderabsenkung der EEG-Vergütung zur Mitte des Jahres für einen enormen Vorzieh-Effekt bei den Installationen gesorgt haben.
Glaubt man diversen Prognosen, dann dürfte ja bis jetzt in diesem Jahr schon so viel Leistung neu installiert worden sein, wie im gesamten letzten Jahr zusammen.
Die Auftragsbücher der Elektroinstallateure dürften also dementsprechend voll sein und zeigen womöglich die gegenwärtige Kapazitätsgrenze des Handwerks beim PV-Zubau auf.
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